Ducati Streetfighter V2: Test und Beschleunigung

Mit der Streetfighter V2 präsentiert Ducati eine Neuauflage des "Streetfighter"-Geistes - radikal, roh und kompromisslos für die Straße gemacht. Die Ducati Streetfighter V2 kombiniert die Leistung eines Supersportmotorrads mit der aggressiven Optik und der Ergonomie eines Naked Bikes. Der neue Streetfighter V2 wird ab März 2025 erhältlich sein und kommt in der Farbe Ducati Red.

Design und Merkmale

Das Design der Streetfighter V2 greift ikonische Merkmale der Serie auf - ein aggressives Frontprofil mit LED-Scheinwerfern und ein muskulöses, auf das Wesentliche reduziertes Erscheinungsbild. Die voll-LED-Beleuchtung und die schlanke, aerodynamisch angepasste Silhouette heben die Maschine optisch von anderen Naked-Bikes ab und betonen ihre sportliche Herkunft.

Die Streetfighter V2 ist als sportliches Naked Bike konzipiert und primär auf dynamische Straßenfahrten ausgerichtet. Dank angenehmer Sitzergonomie, entspannter Kniewinkel und relativ gutem Windschutz im Brustbereich eignet sie sich auch für kürzere Touren. Auf längeren Strecken kann jedoch der fehlende Windschutz ermüdend wirken.

Motor und Leistung

Das Herzstück der Streetfighter V2 ist der komplett neue 90°-V2-Motor. Der neue 890 cm³ V2-Motor liefert 120 PS und 93 Nm Drehmoment - alles direkt und unverfälscht, ohne Verkleidung dazwischen. Wie schon erwähnt wird der neue V2 Motor im Hubraum und Leistung reduziert und kommt mit 890 ccm Hubraum und 120PS in unsere Auslagen. Trotzdem liegt die maximale Leistung erst bei 10.750 umin und das maximale Drehmoment von 93 Nm bei 8.250 umin an bevor der Begrenzer dann bei 11.350 umin zuschlägt.

Anhand dieser Daten werden wohl alle, die maximalen Vortrieb wollen, sich trotzdem in den oberen Drehzahlregionen aufhalten müssen. Mit der im Zubehör erhältlichen optimierten Abgasanlage soll der Motor dann auf 126 PS kommen. Versucht man doch meist, diese elegant innerhalb des Motorrades verschwinden zu lassen, werden diese in diesem Fall aber unten sehr weit nach hinten geführt, um sie dann sehr prominent seitlich der Schwinge nach oben zu führen. Eventuell ein Versuch die vom Vorgänger bekannte Hitzeabstrahlung fern vom Fahrer zu halten. Ob das auch optisch gefällt, muss sich erst zeigen.

Typisch V2 benötigt er bei Vollgas zumindest 2.500 Umdrehungen um ohne Kettenschlagen die Fuhre beschleunigen zu können, ab 4.000 Umdrehungen kommt dann Druck in die Sache um ab 6.000 umin dann nochmals nachzulegen. Dann dreht er schnell bis knapp vorm Begrenzer hoch. Generell läuft das Triebwerk aber sehr weich und ohne große Vibrationen und kann besonders im Teillastbereich sehr sauber kontrolliert werden. Die schlanke Bauweise des Triebwerks und der sich daraus ergebenden Gesamtbreite des Fahrzeugs hilft auch beim Fahreindruck. Mit dem sehr engen Knieschluss hat man fast den Eindruck auf einer 125er zu sitzen.

Fahrwerk und Handling

Mit einem Gewicht von nur 175 kg ist die Streetfighter V2 das leichteste Naked von Ducati. Der Monocoque-Rahmen der Streetfighter V2 ist aus Aluminium gegossen und ist mit 4 kg sehr leicht. Mit einem Radstand von 1.493 mm, einer Lenkgeometrie von 24,1° Lenkkopfwinkel und 103 mm Nachlauf ist die Streetfighter V2 etwas mehr auf Stabilität ausgelegt als die Panigale. Das ist bei einem Streetfighter aufgrund der aufrechten Sitzposition und des breiten Lenkers auch notwendig, da diese eine gewisse Instabilität begünstigen. Die Schwinge ist wie bei der Panigale in Doppelarmausführung.

Hier ist auch vielleicht die größte Stärke der neuen Streetfighter zu finden. Obwohl sie mit dem gleichen Rahmen bzw. Monocoque wie die Panigale ausgestattet ist, hat man durch andere Bearbeitung der Bohrungen für das Lenkkopflager eine um 0,5° flachere Lenkgeometrie und einen um 10mm längeren Nachlauf. In Kombination mit einer ebenfalls längeren Schwinge als in der Panigale erreicht man damit einen längeren Radstand und in Summe eine stabilere Grundgeometrie.

Diese ist auch sehr wichtig, wenn es um Vertrauen gerade am Kurveneingang geht, wo viele Naked Bikes so ihre Schwächen haben. Da hilft natürlich auch das bei der "S" gut abgestimmte Öhlins Fahrwerk. Sportlich, aber nicht unkomfortabel unterstreicht es die sportliche Natur ohne dabei "bockig" zu wirken.

Bremsen

Bei den Bremsen setzt man Ducati typisch natürlich wieder auf Brembo. Für alle versierten Fahrer besteht zudem die Option, das ABS am Hinterrad zu deaktivieren und das Motorrad beim Anbremsen anstellen zu können. Bezüglich Bremsen gibt es ebenfalls keinen Kritikpunkt.

Elektronik

Neben dem 5 TFT Display verfügt die Streetfighter V2 über ein fortschrittliches Elektronikpaket, das auf einer 6-Achsen-Inertialplattform basiert. Die Ducati Streetfighter V2 verfügt über ein umfassendes Elektronikpaket: Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Wheelie Control, Engine Brake Control und einen Quickshifter mit Blipper-Funktion. Man muss aber schon tiefe Schräglagen fahren, um beim sehr sanft ansprechenden Triebwerk überhaupt in den Regelbereich zu kommen. Dann aber tun sie, ohne störend zu wirken, brav ihren Job.

Sitzposition und Ergonomie

Mit einer Sitzhöhe von 838mm finden sich durchschnittliche bis große Fahrer sicher gut zurecht, kleinere werden sich damit aber etwas schwerer tun. Nur die Sitzhöhe von 837mm wird vielleicht den kleineren FahrerInnen etwas zu schaffen machen. Dafür profitieren aber die anderen vom sehr entspannten Kniewinkel, der auch bei längeren Etappen nicht das Blut in den Füssen abschnürt. Dank der schmalen Baubreite können auch die Fußrasten relativ tief angebracht werden ohne frühzeitig Bodenkontakt zu haben. Mit dem neuen etwas breiteren Lenker ist auch die Sitzergonomie gut gelungen. Aufrecht aber immer noch sportlich gibt es dem Fahrer auch bei flotter Gangart guten Kontakt zur Lenkung.

Eignung für Anfänger

Die Ducati Streetfighter V2 eignet sich bedingt für Anfänger. Dank A2-tauglicher Drosselung, ausgewogener Leistungsentfaltung ab 4.000 U/min und elektronischer Fahrhilfen wie Traktionskontrolle und Kurven-ABS bietet sie viel Sicherheit. Allerdings erfordert die sportliche Sitzposition und, das temperamentvolle Ansprechverhalten des V2-Motors ein gewisses Maß an Fahrpraxis.

Reichweite und Verbrauch

Mit einem Tankvolumen von 15 Litern und einem kombinierten Verbrauch von 5,3 l/100 km erreicht die Ducati Streetfighter V2 eine Reichweite von etwa 283 Kilometern. Bei sportlicher Fahrweise oder häufiger Beschleunigung verringert sich die Reichweite entsprechend.

Wartung

Die Ducati Streetfighter V2 hat ein Wartungsintervall von 15.000 Kilometern.

Technische Daten

Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten der Ducati Streetfighter V2:

Merkmal Daten
Motor 90°-V2-Motor
Hubraum 890 cm³
Leistung 120 PS
Drehmoment 93 Nm
Gewicht 175 kg (trocken)
Tankvolumen 15 Liter
Sitzhöhe 838 mm

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