Die Ducati Streetfighter V4 hat im Naked-Bike-Segment neue Maßstäbe gesetzt. Das 2023er-Modell erbt die Entwicklungen der aktuellen Panigale und wird so noch sportlicher.
Das Konzept
Das Motorkonzept des „Desmosedici Stradale“ stammt aus der MotoGP, das Chassis basiert auf der 2022er-Panigale V4. Die Spitzenleistung bleibt mit 208 PS und 123 Newtonmetern unverändert. Allerdings rücken 1,5 Kilogramm weniger Gewicht, der neu gestaltete Tank und ein um vier Millimeter höherer Schwingendrehpunkt die Streetfighter noch ein Stück weiter Richtung Superbike.
Die Neuerungen
Optisch fallen die Neuerungen überschaubar aus. Allerdings sind die wichtigen Änderungen fast unsichtbarer Natur. Der Tank fasst nun 17 statt 16 Liter, die Dämpfung des semi-aktiven Öhlins-Fahrwerks ist etwas straffer und die Motorelektronik verfügt über ein neues Ride-by-Wire-Kennfeldmanagementsystem, das nun für jede Gangstufe eine individuelle Drehmomentkurve bereithält. Ferner wurden die Engine Brake und der Schaltautomat für verbesserte Funktion in allen Lastbereichen überarbeitet.
Auf der Rennstrecke
Um das volle Potenzial der neuen Streetfighter erfahrbar zu machen, entschied sich Ducati für eine reine Rennstreckenpräsentation auf dem „Circuit Andalucia“ nahe Almeria. Auf dem anspruchsvollen Kurs konnte die Streetfighter voll überzeugen. Die Verlagerung des Schwingendrehpunkts wirkt sich merklich positiv auf das Handling aus und macht das Motorrad sehr agil. Das ändert sich auch im FULL-Modus nicht, wenn die Streetfighter mit noch mehr Nachdruck Richtung Kurvenausgang stürmt. Auch dann lässt sie sich einfach dirigieren und bleibt stabil auf Kurs. Diese Souveränität vermittelt das Motorrad auch in der Bremszone und am Kurveneingang. Besonders überraschend ist dabei, dass trotz der immensen Leistung die elektronischen Helferlein kaum in Aktion zu bringen sind.
Komponenten und Technik im Detail
Motor
Der V4-Kraftspender mit 214 PS entfaltet sich mit einer aufrechteren und entspannteren Sitzposition noch brutaler und im schärfsten Modus wie eine Rakete. Ducati setzt auf ein variables Einlasssystem (Variable Intake System - VIS), wobei sich die Einlasstrichter unter 12.000 U/min von 25 mm auf 80 mm verlängern. Der Motor verwöhnt mit einem sehr feinen, aber dennoch direkten Ansprechverhalten und gefühlt nicht endendem Schub.
Kühlung
Die optimierte Kühlung reduziert spürbar die Hitzeentwicklung. Mit 7 % mehr Kühlleistung läuft der Motor kühler und die Abwärme wird über neu designte Luftauslässe an den Seiten des Fahrers und vor allem seinen Beinen abgeleitet.
Fahrwerk
Die S-Variante bietet ein elektronisch einstellbares Öhlins-Fahrwerk in der Softwareversion 3.0. Im Vergleich zur Panigale V4 S sind die Elemente grundsätzlich etwas mehr auf Komfort ausgelegt.
Bremsen
Beim Verzögern unterstützen das Race-eCBS und die einstellbare Motorbremse hervorragend. Geschaltet wird über den neuen Quickshifter 2.0, der in beide Richtungen präzise arbeitet und jeden Gang, egal bei welcher Drehzahl, butterweich wechselt.
Elektronik
Die Elektronik bietet alles, was Ducati zu bieten hat. Insbesondere die Traktions-, Wheelie- und Slide-Control sind hier ein wahrer Glücksspender.
Ergonomie und Komfort
Die markante Streetfighter-Maske lenkt den Luftstrom perfekt um den Fahrer herum. Insgesamt sitzt man sehr bequem auf dem straffen, griffigen und etwas größer ausgelegten Sitzpolster. Die Lenkerenden sind 10 mm näher an den Fahrer gerückt und die Rasten im Vergleich zur Vorgängerin 10 mm nach innen gewandert, was einen besseren Beinkontakt am Tank ermöglicht.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Leistung | 214 PS |
| Drehmoment | 120 Nm |
| Tankvolumen | 17 Liter |
| Gewicht (fahrfertig ohne Benzin) | 189 kg |
Fazit
Die Ducati Streetfighter V4 S ist ein Naked Bike, das kaum Wünsche offenlässt. Die Elektronik macht es einem leicht, entspannt schnell zu fahren. Die Leistung sowie die Bremsen sind außergewöhnlich und machen süchtig. Das Ganze in einer bequemen Haltung, mit viel Kontakt zum Bike und glasklarer Rückmeldung.
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