Die Ducati Streetfighter V4 hat im Naked-Bike-Segment neue Maßstäbe gesetzt. Das 2023er-Modell erbt die Entwicklungen der aktuellen Panigale und wird so noch sportlicher. Die erste Streetfighter mit V4 setzte im Naked-Bike-Segment neue Maßstäbe. 208 PS trafen auf 199 Kilogramm, das Ganze garniert mit edlen Komponenten und durch ein All-inclusive-Elektronikpaket abgerundet.
Design und Ergonomie
Die Ducati Streetfighter V4 S trägt zum Test Mattschwarz und grinst aus der knappen Frontmaske. Die Symbiose aus filigran und muskulös wirkt gefährlich, breit ausgestellte Winglets machen Eindruck. Das Design fällt oft als erstes ins Auge und hier haben beide Motorräder ihren eigenen, einzigartigen Charme. Die Ducati Streetfighter V4 S besticht durch ihre aggressive Linienführung und den markanten LED-Scheinwerfer, der ihr ein futuristisches Aussehen verleiht. Obwohl der flache Lenker den Fahrer deutlich über den Tank spannt, ist die Position während der Fahrt nicht unangenehm. Im Gegenteil, die leicht vorgebeugte Haltung passt zum angriffslustigen Charakter der Streetfighter.
Motor und Leistung
Angetrieben wird die Ducati Streetfighter V4 S von einem 1.103 ccm V4-Motor, der eine beeindruckende Leistung und ein fantastisches Drehmoment liefert. Die Beschleunigung ist rasant und die Fahrdynamik kaum zu übertreffen. Bei der Motorleistung sind beide Motorräder wahre Kraftpakete. Ducati stellt mit der Streetfighter V4 das zurzeit stärkste Naked Bike auf dem Markt. Es erhielt den 1100er-Motor aus dem Superbike Panigale V4. Ducati Streetfighter V4 S mit 208 PS. 208 sagenhafte PS leistet ihr Motor.
Die jüngst mit der neuen Schwinge im MotoGP-Style ausgestattete Aprilia Tuono V4 Factory gleitet dabei wie folgt über die graue Fläche. Die Streetfighter V4 S etwas komfortabler. Sie bereitet die Tanzfiguren über eine noch feiner dosierbare Bremse vor (mit Brembo-Stylema- statt - wie bei der Tuono - Brembo-M50-Sätteln) und klappt einen Tick flinker aus der Senkrechten in Schräglage. Über den hohen Lenker und die nicht ganz so supersportlichen Pirelli Diablo Rosso Corsa 2 liefert sie ab hier weniger klares Vorderrad-Feeling und kommt der Wie-auf-Schienen-Stabilität der Tuono zwar nah, aber erreicht sie nicht ganz.
Das maximale Drehmoment von 123 Nm bei 11.500/min wird in den ersten vier Gängen vom Steuergerät etwas gekappt, nur in den letzten beiden Gängen steht die volle Kraft parat. Die Art der Leistungsentwicklung ist schwer in Worte zu fassen, es drückt dich wie vom Gummiband katapultiert unfassbar schnell nach vorne, Überholmanöver vollziehen sich im Zeitraffertempo.
Fahrverhalten und Handling
Das Fahrverhalten ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl des richtigen Motorrads. Die Ducati Streetfighter V4 S überzeugt durch ihr präzises Handling und ihre stabile Straßenlage. Auf kurvigen Strecken und bei hohen Geschwindigkeiten vermittelt sie ein sicheres Fahrgefühl. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt und sorgt für ein angenehmes Fahrgefühl.
Auch das semi-aktive Fahrwerk von Öhlins verdient höchstes Lob. Je nach Modus reagiert es unterschiedlich hart und ist dennoch ausreichend sensibel, es unterstützt den Fahrer in seinem Vorhaben jederzeit bestens. Dank Sturzverbot überstand sie den Ausflug unbeschadet, jedoch ohne weiteren Pokal. Die nachfolgende Durchsicht beim Händler bescherte ihr ein mutmaßlich den Verbrauch senkendes neues Mapping sowie neue Radlager vorn. Das kurz danach dauerhaft leuchtende Bremslicht hatte seine Ursache darin, dass sich die Feder des Fußbremsschalters auf die falsche Seite der Halterung verirrt hatte und ihn somit schloss statt öffnete. Ein minimalinvasiver Eingriff mit der Spitzzange löste dieses kleine Problem.
Technik und Ausstattung
Technisch haben beide Motorräder einiges zu bieten. Die Ducati Streetfighter V4 S ist mit einem hochmodernen TFT-Display ausgestattet, das alle wichtigen Informationen klar und übersichtlich darstellt. Die verschiedenen Fahrmodi und die umfangreiche Elektronik sorgen für ein individuelles Fahrerlebnis.
Noch einen Tick besser präsentiert sich das Elektronikpaket der Ducati. Ducati stellt mit der Streetfighter V4 das zurzeit stärkste Naked Bike auf dem Markt. Es erhielt den 1100er-Motor aus dem Superbike Panigale V4.
Verbrauch
Über eines sollte sich der Streetfighter-V4-S-Besitzer im klaren sein: Sparsamkeit ist nicht ihr Ding, egal in welchem Modus. Der Verbrauch pendelt sich im Schnitt bei 5,9 Liter auf 100 Kilometer ein, kann aber Richtung sieben Liter ausschlagen. Da zieht es den 16-Liter-Tank schon rasch leer. Kurioserweise kann im TFT-Display zwar eine Flut an Informationen abgerufen werden, eine Reichweitenanzeige ist aber nicht dabei.
Aus den 6,3 Litern Verbrauch der Streetfighter und den 6,4 Litern der Tuono bei moderater Fahrweise werden beim engagierten Swing schnell mal über acht. Die Ducati Streetfighter V4 2022 hat einen Kraftstoffverbrauch von 7,6 Litern pro 100 Kilometer.
Kritikpunkte
Einziger Kritikpunkt: Die Kupplung der Streetfighter V4 S rupft ein wenig, das könnte aber am nicht gerade rücksichtsvollen Umgang diverser Kollegen liegen, die sich bereits vor mir auf der Test-Ducati austoben durften. Aber die Kupplung muss ohnehin selten bemüht werden, denn der Quickshifter erlaubt blitzschnelle Gangwechsel nach oben und unten, ohne den Handhebel ziehen zu müssen.
Meine Bitte an den Hersteller: Ihr habt mit der Streetfighter V4 S ein wunderbares Motorrad geschaffen mit dem vielleicht besten Motor der Firmengeschichte, einem superben Fahrwerk und einer atemberaubenden Optik - und dann stattet Ihr es mit einem peinlichen Brüllrohr aus. Die Streetfighter V4 S ist mit 106 Dezibel schlicht inakzeptabel. Ein guter Sound hat nichts mit der Lautstärke zu tun.
Vergleich Ducati Streetfighter V4 S vs MV Agusta Brutale 1000 RS
Die Ducati ist ideal für Fahrerinnen und Fahrer, die Wert auf Leistung, moderne Technik und sicheres Fahrverhalten legen. Sie ist perfekt für lange Touren und bietet eine beeindruckende Performance auf der Straße. Die MV Agusta hingegen spricht Fahrerinnen und Fahrer an, die ein agiles und wendiges Motorrad suchen, das auf kurvenreichen Strecken glänzt. Sie bietet ein einzigartiges Fahrgefühl und ist besonders für diejenigen geeignet, die das Besondere suchen und Wert auf Design und Eleganz legen.
Technische Daten
Hier ist eine Tabelle mit einigen technischen Daten der Ducati Streetfighter V4 S:
| Kategorie | Herstellerangabe |
|---|---|
| Leergewicht in kg | 199 |
| Zul. Leistung in kW | 153 |
| Drehzahl der max. Leistung | 13000 |
| Max. Drehmoment | 123.0 |
| Drehzahl der max. Drehmoment | 9500 |
| Kühlsystem | Flüssigkeitskühlung |
| Abgasreinigungssystem | geregelter Katalysator |
| Eingehaltene Abgasnorm | Euro 5 |
| Vergaser/ Einspritzanlage | Einspritzanlage |
| Treibstoffart | Super |
| Starter | E-Starter |
| Standgeräusch in db(A) | 106 |
| Fahrgeräusch in db(A) | 76 |
| Getriebeart | Schaltung |
| Anzahl der Getriebegänge | 6 |
| Sekundärantrieb | Kette |
| Rahmenbauart | Aluminium-Frontrahmen |
| Radstand in mm | 1488 |
| Nachlauf in mm | 100 |
| Vorderradführung | Up-Side-Down-Telegabel |
| Federweg vorne in mm | 120 |
| Standrohrdurchmesser in mm | 43 |
| Hinterradführung | Einarmschwinge Aluminium |
| Federweg hinten in mm | 130 |
| Reifendimension vorne | 120/70 ZR 17 |
| Reifendimension hinten | 200/60 ZR 17 |
| Bremsensystem | Kombibremssystem |
| Antiblockiersystem | Serie |
| Bremsenbauart vorne | Scheibe |
| Anzahl Bremsen vorne | 2 |
| Bremsendurchm.vorn in mm | 330 |
| Bremsenbauart hinten | Scheibe |
| Bremsendurchm. hinten | 245 |
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