Bei Keramik denkt Otto Normalverbraucher zuerst an Geschirr, Vasen oder Fliesen. Natürlich werden Geschirr, Vasen etc. nach wie vor aus Keramik hergestellt. Unter der Bezeichnung technische Keramik hat der Werkstoff mittlerweile aber auch Einzug in viele weitere Bereiche wie z.B. die Medizintechnik (als Zahnersatz) oder den Ofenbau gefunden.
Die Vorteile von Keramik in der Uhrenherstellung
Keramik hat mehrere vorteilhafte Eigenschaften, die das Material interessant für die Produktion von Uhren machen:
- Keramik ist kratzfest.
- Keramik ist robust.
- Keramik ist hitzeresistent.
- Keramik ist korrosionsbeständig.
- Keramik besitzt eine sehr feine Haptik.
- Keramik ist vergleichsweise leicht.
- Keramik ist geeignet für alle, die eine Nickel-Allergie haben.
Denn: Edelstahl wird stets mit Nickel hergestellt. Aufgrund der Eigenschaften von Keramik sind viele Hersteller im Mittel- bis Hochpreis-Segment dazu übergegangen, zumindest die Lünetten aus kratzfester Keramik zu fertigen. Das macht auch Sinn, da die Lünette normalerweise einer der Kratzer-Fänger Nr. 1 ist.
Die Hightech-Keramik, wie sie in Uhren verwendet wird, zeichnet sich vor allem durch viel reinere Rohstoffe und komplexe Herstellungsprozesse aus. Auch der Preis ist bei Uhren mit Voll-Keramik-Gehäuse oftmals ziemlich knackig.
Herstellung von Keramik-Gehäusen
Während Kunststoffe sich beim bloßen Erhitzen verflüssigen, muss bei der Keramik das pulverförmige Ausgangsmaterial zuerst in eine homogene Masse verwandelt werden. Dafür wird dem Zirkonoxid ein thermoplastisches Bindemittel beigemischt. Als gebundenes Granulat kann es bei einer Temperatur von 170 Grad Celsius in die Form gespritzt werden.
Weil der Gehäusering teilweise sehr dicke Partien aufweist, ist die Gefahr von Lufteinschlüssen groß und die Kontrolle des Gusses eine Herausforderung. Mit dem Abschluss des Gusses entsteht der sogenannte Grünling. Jeder wird einzeln gründlich auf seine Oberflächenbeschaffenheit hin untersucht und dann mit ersten präzisen Bohrungen weiter bearbeitet.
Keramik-Uhren verschiedener Hersteller
Rado
Alles in allem ist Keramik im Vergleich zu Edelstahl bei Uhren-Gehäusen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Das Besondere bei vielen Rado-Keramik-Modellen ist die eckige Gehäuseform, bei der das Armband direkt integriert ist. Der Preis für die (zweifellos sehr hochwertig verarbeiteten) Keramik-Uhren von Rado ist in Anbetracht der verarbeiteten Quarz-Werke allerdings ziemlich knackig: Der Rado Ceramica Chronograph (R21.824.15.2) zum Beispiel schlägt mit fast 3000€ zu Buche.
2016 hat der Industriedesigner Konstantin Grcic die Rado Ceramica in einer Limited Edition neu gestaltet: Bisher bekannt für die hochglänzende Optik präsentieren sich nun zwei Herrenmodelle der Ceramica mit einer matten Oberfläche. Beide Modelle kommen mit einem Schweizer ETA E61.511 Quarz-Werk, gewölbtem Saphirglas und 5bar Wasserdichtigkeit (spritzwassergeschützt).
Tudor
Auch die Rolex-Tochter Tudor setzt mit der Fastrider Black Shield Modellreihe, die 2011 anlässlich der Zusammenarbeit mit dem Motorradhersteller Ducati entwickelt wurde, auf Keramik. Im Jahr 2013 präsentierte Tudor die Chronographen-Variante mit seinem mattschwarzen Monoblockgehäuse aus Keramik das Ergebnis eines interdisziplinären Designansatzes, der die Welt der Sportmotorräder mit der der Uhrmacherkunst verbinden soll. In der Tudor Fastrider Black Shield kommt ein modifiziertes Schweizer ETA 7753 Automatikwerk mit 46 Stunden Gangreserve zum Einsatz. Abgerundet wird die Swiss Made-Modellreihe mit 15bar Wasserdichtigkeit (geeignet zum Schwimmen) und Saphirglas. Preispunkt: ca. 4500€.
Omega
Omega setzt mit einem ganz aktuellen Modell, die Omega Planet Ocean Deep Black, auf ein Gehäuse, welches aus einem einzigen Block Keramik besteht. Was viele abschrecken dürfte ist die Größe der Omega Keramik-Uhr: Die Omega Planet Ocean Deep Black bringt es auf satte 45,5mm Durchmesser und 17,8mm Bauhöhe. Omega setzt aber auch in seinem Flagschiff-Modell, der Omega Speedmaster Moonwatch in der Dark Side of the Moon-Variante, auf ein schwarzes Vollkeramik-Gehäuse.
IWC
Schon 1986 präsentierte der Schweizer Hersteller IWC das Modell Da Vinci als weltweit erste Uhr mit einem Gehäuse aus gefärbter Keramik. 2010 wurde die IWC Da Vinci Chronograph Ceramic neu aufgelegt, die zumindest teilweise aus Keramik besteht - für Glasfassung, Boden, Krone und Tasten des Gehäuses kommt die Titanlegierung der Güteklasse 5 zum Einsatz, wodurch die Oberfläche flexibler behandelt werden kann. Für ca. 12.000€ erhältlich.
Das ist aber noch nicht alles, was die Schaffhausener anzubieten haben: In der IWC Top Gun Fliegeruhren-Reihe z.B. kommen in sehr vielen Modellen wuchtige schwarze Keramik-Gehäuse zum Einsatz.
Officine Panerai
Auch die italienische Marke Officine Panerai kann eine lange Marken-Historie vorweisen: Bekannt ist die Marke v.a. für die wuchtigen Kampftaucher-Uhren, die im zweiten Weltkrieg an den Arm so mancher Marine-Spezialkräfte kam. Den großen Durchbruch hatte Panerai allerdings erst durch den Markenfan Sylvester „Rambo“ Stallone, der mehrere Panerai-Uhren in seinem Privatbesitz hat und z.B. im Film Daylight trug.
Das Besondere an den meisten Panerai-Modellen ist der sehr dominante Kronenschutzbügel sowie das eher schlichte Design, welches sich gut mit den großen Gehäuse-Durchmessern verträgt. Durchdacht ist z.B. die (teilweise) Verwendung von Keramik im Uhrenarmband, um dieses kratzunanfälliger zu machen.
Weitere Hersteller
Der Hersteller Bruno Söhnle aus Glashütte setzt z.B. bei seinem batteriebetriebenen Modell Algebra darauf. Preispunkt: ab ca. 350€.
Ein weiterer Hersteller, der auf einen Keramik-Edelstahl-Materialmix setzt, ist der unabhängige österreichische Uhrenhersteller Jacques Lemans. Sehr schick finde ich z.B. die Jacques Lemans Sports Liverpool DayDate für knappe 400€ - aber Achtung: Auch bei diesem Modell ist das Gehäuse leider nur aus beschichtetem Edelstahl, d.h. nur das Armband ist aus Keramik. Wie Bruno Söhnles Modell Algebra setzt aber auch Jacques Lemans in vielen Modellen auf das bewusste optische Abheben von Edelstahl- und Keramikelementen, z.B. bei der Jacques Lemans Dublin für ca. 250€.
NATO Straps
Uhrenarmbaender.de hat eine eigene Kollektion von NATO Straps, die wir mit unserer jahrelangen Erfahrung und nach den Wünschen unserer Kunden zusammengestellt haben. Unsere NATO Straps sind aus weichem, gewobenem Nylon, nicht zu dick, und sie haben eine Schliesse, die gegen eine eigene Schliesse (z.B. Ihrer Uhrenmarke) ausgetauscht werden kann.
Das schwarz grün rote James Bond NATO Band (die uhrsprüngliche Farbkombination) wird aus gewobenem Nylon gefertigt. Dieses grüne NATO Band wird aus gewobenem Nylon gefertigt. Dieses schwarz, beige und hellgraue James Bond "No Time To Die" NATO Band wird aus gewobenem Nylon gefertigt.
LOCMAN und die Partnerschaft mit Ducati
LOCMAN-Uhren werden auf der Insel Elba hergestellt, nur wenige Meter vom Meer entfernt, aus dem die Belegschaft Inspiration und Energie schöpft. Überzeugt von der Verbindung zwischen Raffinesse und Italianità beschloss die toskanische Marke, ihre Ursprünge hervorzuheben und eine zu 100 % italienische Marke zu schaffen, die sich in einer internationalen Szene abheben kann, die von großen Schweizer Uhrenkonzernen dominiert wird.
Vor diesem Hintergrund wurde die Partnerschaft mit Ducati geschlossen, um Uhrenkollektionen für Fans des Motorradsports und des italienischen Designs zu kreieren.
LOCMAN arbeitet eng mit dem italienischen Verteidigungsministerium und dem Ministerpräsidenten zusammen und stellt Uhren für die Streitkräfte, Spezialeinheiten und insbesondere die italienische Marine her. LOCMAN ist ein klimaneutrales Unternehmen, das Organisationen und Projekte unterstützt, die die Umwelt schützen. Als Hauptsitz wurde die Insel Elba gewählt, ein Exempel für die perfekte Balance zwischen unberührter Natur und menschlicher Aktivität.
Die Geschichte von LOCMAN ist eng mit der des Gründers und Präsidenten Marco Mantovani verbunden, der 1961 in Marina di Campo auf der Insel Elba geboren wurde. Zusammen mit Fulvio Locci gründete er 1986 LOCMAN, das als Designservice-Unternehmen begann und für einige der großen Schweizer Uhrenhersteller arbeitete, bevor es die eigene Uhrenproduktion aufnahm.
Es wurde stetig in neue Technologien investiert und auf der Baselworld 2003 präsentierte LOCMAN die weltweit erste Uhr mit einem Kohlefasergehäuse. Später erwarb LOCMAN 100 % der drei bereits bestehenden Unternehmen: GENESI, wo die Produktionseinheit angesiedelt war, die SCUOLA ITALIANA DI OROLOGIA (interne Ausbildungsakademie) und die MATERIE FUTURE (Studie und Anwendung von Verbundwerkstoffen in der Uhrmacherei). SCUOLA ITALIANA und MATERIE FUTURE widmet sich neben der reinen Bildungstätigkeit dem Studium von Uhrwerken und Uhrenbautechniken.
Die Locman Montecristo Kollektion verströmt ein besonders kraftvolles und aufregendes Gefühl. Abseits der Touristenpfade, im Süden des toskanischen Archipels, erhebt sich ein bergiger Kegel aus dem Meer.
Tissot: Offizieller Zeitnehmer der MotoGP
Wer regelmäßig MotoGP schaut, dem wird schon aufgefallen sein, dass die schweizer Uhrenmarke Tissot der offizielle Zeitnehmer der ältesten und schnellsten Weltmeisterschaft im Motorradsport ist. Schon 2003 präsentierte man die erste MotoGP Uhr und im Jahr darauf die T-Race.
Da 1000PS mit Tissot nun eine Kooperation eingegangen ist, hat meine Kollektion nach einem starken Schwund durch die Hausbaufinanzierung wieder Zuwachs bekommen.
Tissot Modelle
- TISSOT T-RACE CHRONOGRAPH: Auf dem neuesten Stand der Technik, topmodernes Design, perfekte Bedienbarkeit.
- TISSOT CHRONO XL: Der 45 mm große XL-Chrono greift die Optik von Instrumenten und Anzeigen auf, wie man sie in Flugzeugen findet. Dieses Modell ist mit verschiedenen Zifferblattfarben, mit und ohne PVD-Beschichtung, sowie mit Leder- oder Stahlband erhältlich.
- TISSOT CHEMIN DES TOURELLES SQUELETTE MECHANICAL: Die Feder wird also nicht über einen Rotor automatisch aufgezogen, sondern per Hand über die so genannte Krone.
Lederarmbänder bei Luxusuhren
Leder ist ein Naturmaterial, das seit Jahrtausenden wegen seiner haptischen und visuellen Qualitäten geschätzt wird. Und wenngleich heute viele Luxusuhren auch mit Armbändern aus anderen Materialien ausgestattet werden, erfreuen sich Lederarmbänder nach wie vor großer Beliebtheit.
So ist ein feines Lederarmband bei besonders eleganten Dresswatches nach wie vor erste Wahl.
Beispiele für Luxusuhren mit Lederarmband
- Rolex Cellini: Es ist die Rolex Cellini, die es sowohl als schlichte Drei-Zeiger-Uhr, aber auch mit Komplikationen wie einem Zeigerdatum, einer zweiten Zeitzone oder einer Mondphasenanzeige gibt.
- Breitling Chronograph Bentley B06: Ein weiteres interessantes Detail dieser exklusiven Uhr ist die drehbare Lünette zur Berechnung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Wenngleich die Breitling for Bentley auch mit Stahlband erhältlich ist, kommt sie doch an einem Lederarmband besonders gut zur Geltung.
- TAG Heuer Monaco: In eine Liste der Top 10 unter den Luxus-Herrenuhren mit Lederarmband passt die Monaco vor allem deshalb, weil es dafür unter anderem Lederarmbänder mit Lochmuster gibt. Die Perforationen erhöhen nicht nur die Atmungsaktivität und damit zugleich den Tragekomfort, sondern passen zudem besonders gut zum Stil einer Motorsportuhr der 1970er Jahre.
Besonders ansprechende visuelle Wirkungen lassen sich erzielen, wenn Zifferblatt und Lederarmband im selben Farbton erscheinen. Das Uhrengehäuse kann dann entweder einen Kontrast dazu bilden oder ebenfalls dieselbe Farbe zeigen. Bei Omega und Tudor finden sich hierfür zwei Beispiele, die wir ebenfalls gerne unter unsere Top 10 aufgenommen haben.
Die Bruno Söhnle Ares II mit schwarzem Kalbslederband und ebensolchem Zifferblatt setzt mit dem roten Zeiger ihrer kleinen Sekunde einen dezenten, lebendigen Farbakzent.
Smartwatches und ihre Funktionen
Nach der Winterpause lockt endlich wieder Sport in der Natur. Wer dazu noch Schritte, Herzfrequenz und mehr messen will, hat die große Auswahl: vom Armband für 30 Euro bis zur Digitaluhr für 2000 Euro.
Hyper, hypo, passt: Huawei stellt die erste Sportuhr vor, die eine Manschette im Armband zur Messung des Blutdrucks verwendet.
Google präsentiert seine erste Smartwatch. Die Pixel Watch bleibt nicht allein. Ihr passender Begleiter ist das Pixel 7 Pro. Die Galaxy Watch 5 von Samsung kommt in drei Versionen.
Tag Heuer ergänzt sein Portfolio hochwertiger Smartwatches um die Connected Calibre E4.
Weitere Innovationen im Bereich Uhren und Wearables
Ohrhörer werden im Innern der Sportuhr verstaut. Das ist die Idee der Watch Buds von Huawei.
Mit einem Ring bezahlen? Das geht, erfordert aber einiges an Fingerspitzengefühl.
Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein ganz normaler Schmuckring. Tatsächlich ist er jedoch vollgepackt mit Elektronik und dient als Fitness-Tracker.
Die Benutzeroberfläche wird allein über Geesten, die Stimme und die Augen kontrollierbar sein. So zumindest suggeriert es die Vorführung.
| Hersteller | Modell | Material | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Tudor | Fastrider Black Shield | Keramik | Entwickelt in Zusammenarbeit mit Ducati |
| Omega | Planet Ocean Deep Black | Keramik | Gehäuse aus einem einzigen Block Keramik |
| Rado | Ceramica | Keramik | Eckige Gehäuseform mit integriertem Armband |
| IWC | Da Vinci Chronograph Ceramic | Keramik, Titan | Teilweise aus Keramik, Titanlegierung für Glasfassung, Boden, Krone und Tasten |
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