Ducati Panigale V2 Bayliss 1st Championship 20th Anniversary: Eine Hommage an eine Legende

Wir schreiben das Jahr 2006: Der Superbikepilot Troy Bayliss hat drei durchwachsene Saisonen in der MotoGP hinter sich. Zuletzt muss er gar seinen Platz im Sattel der XY zugunsten eines jüngeren Piloten räumen. Im letzten Rennen beim Großen Preis von Valencia jedoch, springt er für den verletzten Sete Gibernau ein, trägt den Sieg davon und tritt nie wieder in der MotoGP an.

Doch die Verbindung zwischen Bayliss und Ducati geht natürlich weiter zurück. Den ersten seiner drei Weltmeistertitel heimste Bayliss 2001 ein. Damals siegte der seit 1998 für Ducati startende Australier auf der legendären 996 R. Nach der aud der 996R eingefahrenen Meisterschaft, folgten noch eine 2006 auf der 999 R und schließlich 2008 auf der 1098 R - allesamt Zweizylinder-Ducatis. Insgesamt hat Bayliss, der die Nummer 21 trägt, die sich mehrfach auf dem Sondermodell wiederfindet, in der Superbike-WM 52 Siege, 94 Podiumsplätze und drei WM-Titel errungen.

Seine Erfolge haben dem Australier auf alle Zeit einen Platz im Herzen aller Ducatisti beschert. Da passt es wunderbar, dass Bayliss nicht nur bei der Namensfindung sondern auch am grafischen Konzepts des Panigale V2 Sondermodells mitwirkt.

Die Ducati Panigale V2 Bayliss Edition im Detail

Als Hommage an Troy Bayliss legt Ducati eine Sonderedition der Panigale V2 auf: die Ducati Panigale V2 Bayliss 1st Championship 20th Anniversary. Getauft ist die Panigale V2 Bayliss 1st Championship 20th Anniversary und unterscheidet sich optisch durch ihre spezielle Lackierung, deren Design von der 996 R vom Sieg 2001 inspiriert ist. An genau diese Maschine ist auch die auffällige Sonderlackierung der Panigale V2 angelehnt.

Bayliss' Autogramm ist auf den Tank lackiert, während auf der gefrästen Gabelbrücke der Name des Motorrads und die Nummerierung der Edition eingraviert sind. Die Verkleidung trägt die Startnummer 21 sowie Troy Bayliss’ Unterschrift auf dem Tank. Die Farbgebung kombiniert Ducati-Rot mit Grün und Weiß, angelehnt an die italienische Flagge. Der Rahmen ist in Rot lackiert, die Felgen sind schwarz mit roten Zierlinien.

Motor und Leistung

Die Duc triebt der 955 Kubikzentimeter große Superquadro-Zweizylinder an. Er leistet 155 PS bei 10.750 U/min und stemmt ein maximales Drehmoment von 104 Nm bei 9.000 U/min. Von 155 PS konnte man damals nur träumen. Auch beim Drehmoment muss sich die neue Maschine, trotz 43 Kubikzentimeter weniger Hubraum, keineswegs vor ihrer legendären Urahnin verstecken.

Fahrwerk und Bremsen

Ducati verbaut bei der Bayliss Fahrwerkskomponenten von Öhlins. Eine NIX30-Cartridge-Gabel führt die Front, in der Einarmschwinge dämpft und federt ein TTX36-Federbein. Vorne kommt eine Öhlins-NIX30-Upside-down-Gabel zum Einsatz, hinten ein Öhlins-TTX36-Federbein. Auch der Lenkungsdämpfer stammt von Öhlins. Diese Komponenten ersetzen das Showa- bzw. Sachs-Fahrwerk der Serienversion. On top packt Ducati noch einen einstellbaren Lenkungsdämpfer, ebenfalls von Öhlins.

Die Bremsanlage erhält mit einer selbstentlüftenden Bremspumpe von Brembo ein kleines Update. Die Bremsanlage stammt von Brembo und besteht vorne aus zwei 320-mm-Scheiben mit M4.32-Monoblock-Sätteln. Hinten ist eine 245-mm-Scheibe mit Zweikolben-Sattel verbaut.

Gewicht und Ausstattung

Dank der Monoposto (einsitzigen) Ausführung und einer leichteren Lithium-Ionen Batterie sinkt das Gewicht der Panigale V2 Bayliss im Vergleich zum Standardmodell um 3 Kilogramm. Im Vergleich zur Standardversion verliert die Bayliss-Panigale drei Kilogramm und kommt nun auf 197 Kilogramm vollgetankt. Mit 174,5 kg trocken bzw. Im Vergleich zur 996 R bedeutet das gar einen zweistelligen Gewichtsvorteil.

Die Sitzbank ist eine spezielle Bayliss-Edition mit zweifarbiger Oberfläche und gesticktem Logo. Sie ist im Vergleich zur Standardbank höher positioniert. Die Fußrastenanlage ist unverändert. Die Soziusabdeckung gehört zum Lieferumfang, ein Soziussitz ist nicht serienmäßig montiert.

Elektronik und Fahrerassistenzsysteme

Man sollte sich von der Retro-Lackierung nicht täuschen lassen. Ducati setzt bei der Panigale V2 auf moderne Fahrhilfen: Kurven-ABS, Wheeliekontrolle und schräglagenabhängige Traktionskontrolle sind Dank 6-Achsen IMU mit an Board. Die Elektronik entspricht der Panigale V2. Dazu zählen ein 6-Achsen-IMU-basiertes Assistenzpaket mit Kurven-ABS, Traktionskontrolle (DTC EVO 2), Wheelie-Control (DWC EVO), Engine Brake Control (EBC EVO) und Quickshifter (DQS EVO 2) für hoch- und runter-Schalten. Auch ein Quickshifter mit Blipperfunktion ist serienmäßig mit an Board.

Die fünf Fahrmodi werden über Bedienelemente am linken Lenkerende gesteuert. Die Haptik ist, wie man es von dem italienischen Premiumhersteller erwarten darf großartig, die Verarbeitungsqualität von hoher Güte. Ein 4,3 Zoll großes Farb-TFT-Display versorgt den Piloten während der Fahrt über die wichtigsten Fahrzeuginformationen. Die Anzeige erfolgt über ein 4,3 Zoll großes, farbiges TFT-LC-Display. Die Fahrmodi (Race, Sport, Street) sind ebenfalls identisch zur Basisversion.

Preis und Verfügbarkeit

Die aufgerufenen Preise für die Panigale V2 Bayliss sind mit 21.490 Euro in Deutschland und 25.495 Euro in Österreich stattlich. Preis: 21.490 Euro. 3.500 Euro mehr als die Standard-Panigale-V2. Sie relativieren sich allerdings deutlich, wenn man sich den Werterhalt vergangener Sondermodelle aus Bologna vor Augen hält. Gut erhaltene 996R werden um ähnliche Beträge gehandelt.

Die Ducati Panigale V2 Bayliss 1st Championship 20th Anniversary wird 2022 in limitierter Stückzahl produziert. Ducati nennt keine exakte Stückzahl, jedoch ist das Modell weltweit nur begrenzt verfügbar. Die Garantie beträgt 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung, inklusive Ducati Ever Red Mobilitätsservice.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Daten
Motor 955 Kubikzentimeter Superquadro-Zweizylinder
Leistung 155 PS bei 10.750 U/min
Drehmoment 104 Nm bei 9.000 U/min
Trockengewicht 174,5 kg
Federung vorne Öhlins NIX30 Upside-down-Gabel
Federung hinten Öhlins TTX36 Federbein
Bremsen vorne 2 x 320 mm Scheiben, Brembo M4.32 Monoblock-Sättel
Bremsen hinten 245 mm Scheibe, Zweikolben-Sattel
Tankinhalt 17 Liter
Standgeräusch 98 dB(A)

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