Die neue Ducati Hypermotard 698 Mono ist eine Supermoto mit Einzylinder und 77,5 PS. Damit schnappt sie der KTM den Titel "stärkster Einzylinder" weg, was gerade bei der Zielgruppe der jüngeren Motorradfahrer ein schlagendes Argument sein könnte.
Design und Ausstattung
Krass, Digga! Die neue Hypermotard sieht aus, wie eine Supermoto aussehen muss: Hochbeinig, schmal, radikal. Man sieht dem Bike quasi schon im Stand an, dass sie vor allem gerne auf dem Hinterrad fährt.
Es gibt zwei Varianten: Die Standard 698 Mono gibt es nur in rot, sie kostet 12.390 Euro. Die von uns getestete RVE gibt es nur in schwarzrot, sie kostet 13.390 Euro. Neben der anderen Lackierung hat sie in Serie einen QuickShifter und schick lackierte Felgen und einen roten Rahmen.
Die Maschine ist 2,11 m lang und hat eine ausgesprochen schlanke Silhouette. Das Schutzblech am Vorderrad ist weit oben angebracht, so dass das Rad gar nicht nach einer 17 Zoll Felge aussieht, sondern viel kleiner. Wunderschön finden wir die Zweiarmschwinge aus Aluminium und die Underseat Doppelauspuff Anlage. Wenn die Maschine so fährt, wie sie aussieht, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.
Die Hypermotard 698 Mono hat eine Sitzhöhe von üppigen 904 Millimetern. Das hört sich nahezu unbezwingbar an, ist aber gar nicht schlimm, denn aufgrund der ebenso üppigen Federwege federt sie bereits beim Aufsitzen tief ein. Man sitzt aufrecht und zum Vorderrad hin orientiert. Die Sitzbank ist schmal und lang, man kann die Sitzposition also seinem Fahrstil anpassen. Sie wiegt trocken federleichte 150 kg und kann daher im Stand wie ein Fahrrad manövriert werden.
Technik
Im Tec-Bereich spielt die neue Duc ihre Stärken gegenüber der Konkurrenz aus. Sie hat ein inverses und 3,8 Zoll großes LCD-Cockpit, welches zwar nicht besonders groß ist, aber dennoch über die wichtigsten Dinge informiert: Speed, Gang, Temperatur des Kühlwassers, Tagfahrlicht, Fahrmodus und: DREHZAHL! Und zwar so, man die Drehzahl auch wirklich ablesen kann.
Es gibt Kurven-ABS, Ride by Wire, vier Fahrmodi, drei Power-Modi, Wheelie & Launch-Control, eine 6 Achsen IMU von Bosch, eine Motorschlepp-Regelung, eine Traktionskontrolle sowie einen QuickShifter in Serie (nur RVE). Vor allem die Schräglagensensorik bzw. deren Eingriff in die Traktions- und Wheelie-Kontrolle sind spürbar. Die Fahrmodi sind einfach und schnell konfigurierbar, das ABS ist natürlich auch abschaltbar. Das Licht kommt komplett in LED und ist optisch sehr gelungen. Man kann per Schalter zwischen Abblend- und Tagfahrlicht umschalten und auch an eine Warnblinkanlage und eine automatische Blinker-Rückstellung hat Ducati gedacht.
Fahreigenschaften
Der Sound der Duc ist etwas zwiespältig. Im Stand ist sie für unseren Geschmack zu zahm, bei etwas mehr Drehzahl fängt sie dann aber an, nach Ducati zu klingen - aber eben auch erst dann. Geschenkt, dafür sehen die beiden Underseat-Töpfe natürlich richtig cool aus. Und wahrscheinlich gibt es im Zubehör auch Termi's, die dann sicherlich noch mehr Sound bringen.
So, Maschine angeschaut, drum herumgelaufen, Sitzprobe absolviert und Soundcheck gemacht - jetzt geht es dann endlich auch mal auf die Straße. Allerdings nicht auf die Kartbahn oder auf eine Rennstrecke, sondern ganz normal auf die Landstraße. Aber auch da bringt die Hypermotard 698 Mono einen Heidenspaß!
Sie lenkt typisch für eine Supermoto spielend leicht ein und lässt sich hin- und herwerfen wie ein Fahrrad. Leicht geht auch das Vorderrad nach oben, vor allem dann, wenn Wheelie- und Traktionskontrolle auf zahm gestellt wurden. Eigentlich geht sie vorne immer hoch, wenn man am Gasgriff dreht. Kein Wunder, bei dieser Fahrwerksgeometrie und über 77 PS!
Allerdings kann die Hypermotard untenrum nicht ganz mit der KTM SMC-R mithalten. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, wir drehen einfach stets ein bisschen höher und ab geht der Fuchs! Unter 3.000 Umin ist der Motor sowieso unwillig und teilt dies dem Fahrer / der Fahrerin auch durch grobes Schütteln unzweifelhaft mit.
Das Fahrwerk der Hypermotard ist komplett einstellbar, die Dämpfung per Drehschalter an den Gabelholmen. Das Sachs-Monofederbein ist ebenfalls einstellbar, hier gibt es nichts zu meckern. Als Reifen kommt der Pirelli Diablo Rosso IV zum Einsatz.
Besonderes Lob verdient sich auch diese Ducati beim Thema QuickShifter und Bremsen. Die Kupplungshilfe funktioniert in beide Richtungen absolut klaglos und butterweich und die M4.32 4-Kolben Festsattelzange von Brembo geht giftig, aber trotzdem wohldosierbar ans Werk. Die Hypermotard 698 Mono hat vorne zwar nur eine Einzelscheibe, die misst aber stattliche 330 Millimeter und wird von einer radialen Bremspumpe (ebenfalls von Brembo) bedient. Wenn wir schon bei den Hebeln sind: Diese sind wunderschön designt, einstellbar und wirken sehr wertig. Überhaupt macht die Maschine insgesamt einen wertigen Eindruck, was man bei diesem Preis allerdings auch erwarten darf.
Nicht ganz dazu passen die über dem Cockpit verlaufenden Kabel, was wohl den langen Federwegen geschuldet ist. Beim Eintauchen sieht man deutlich, welche weiten Wege diese Kabelstränge mitmachen müssen.
Service und Verbrauch
Die Garantie liegt bei der Hypermotard 698 Mono RVE bei zwei Jahren ohne Kilometer-Begrenzung. Der Service ist alle 15.000 km fällig, was bei einem Einzylinder-Motor sehr großzügig ist. Der Verbrauch der Duc liegt bei 4,8 Litern, das ergibt bei einem Tankinhalt von 12 Litern eine maximale Reichweite von 250 Kilometern.
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