Für Fahrradventile gibt es eine verwirrende Vielfalt an Bezeichnungen. Am wichtigsten sind drei Ventiltypen, die jeweils bestimmte Besonderheiten aufweisen. In Deutschland und Europa dominieren drei Typen von Fahrradventilen: das Autoventil, auch Schraderventil genannt, das französische oder Sclaverand-Ventil und das Blitzventil. Ein Überblick über die wichtigsten Ventiltypen, ihre Funktionsweise, Handhabung sowie Vor- und Nachteile.
Die verschiedenen Ventilarten im Detail
Dunlop-Ventil (Blitzventil)
Eng verwandt mit dem Blitzventil ist das sogenannte Dunlop-Ventil, benannt nach John Boyd Dunlop, der auch den gleichnamigen Reifenhersteller gegründet hat. Eine Sonderform des Dunlop-Ventils nennt sich Blitz-Ventil. Das Dunlop-Ventil ist auch als Blitzventil oder unter weniger verbreiteten Bezeichnungen wie deutsches Ventil, Alligator- Ventil oder Wood- Ventil bekannt. Es eignet sich für einen Luftdruck von bis zu 6 bar. Daher findest du das Ventil am häufigsten bei Tourenrädern.
Das Dunlop-Ventil ist das in Deutschland, Österreich und den Niederlanden wohl am häufigsten verwendete Ventil. Bis in die Achtzigerjahre wurde es für alle Fahrradtypen außer Rennrädern genutzt. Aktuell findest du es vor allem bei Alltags- und Tourenrädern. Namensgebend ist John Boyd Dunlop, der auch die Reifen benannt hat.
Funktionsweise: Es besteht aus einem einfachen verschlossenen Röhrchen mit einem seitlichen Loch. Über dieses Röhrchen wird ein entsprechend enger Gummischlauch so geschoben, dass das seitliche Loch vom Gummischlauch verschlossen wird. Ursprünglich enthält das Röhrchen am unteren Ende ein seitliches Luftloch. Ein kurzer Gummischlauch über dem Röhrchen wird durch den Luftdruck vor das Loch gepresst. Der Schlauch hebt sich vom Röhrchen ab, wenn der Luftdruck aus der Pumpe höher ist als im Reifen, sodass die Luft hineinströmen kann.
Bei neueren Varianten des Ventils ist der Dichtkörper für gewöhnlich beweglich aus Kunststoff oder Metall und kann sich einfach auf und ab bewegen. Der Widerstand bei diesen Ventilen ist deutlich geringer als bei den alten Modellen.
Heute werden Dunlop-Ventile nur noch selten eingesetzt, da der Pumpdruck zum Überwinden der Vorspannung des Gummischlauches recht hoch ist. Außerdem versprödet der Gummischlauch im Lauf der Zeit.
Aufpumpen: Beim Aufpumpen eines Blitzventils entfernt man die Ventilkappe, setzt die Pumpe an und beginnt mit der Luftzufuhr. Beim Pumpvorgang benötigt man in der Regel einen größeren Kraftaufwand als bei den anderen Typen, da die Ventilöffnung nur freigegeben wird, wenn der Pumpendruck höher als der Luftdruck im Schlauch ist.
Das Aufpumpen eines Dunlop-Ventils ist ganz einfach. Du brauchst nur den Verschluss abzudrehen und kannst direkt mit dem Aufpumpen loslegen. Die meisten Reifen benötigen einen Druck von etwa 3,5 bar. Versuchst du den Reifen mit dem Finger einzudrücken und dieser gibt kaum nach, dann stimmt der Druck.
Einige alte Blitz-Ventile sehen am unteren Ende, das im Röhrchen steckt, etwas anders aus. Das Aufpumpen ist dann grundsätzlich etwas kraftaufwändiger als bei anderen Ventilarten, da zunächst die Spannung des Schlauchs überwunden werden muss und ein Teil der Energie zudem durch den Strömungswiderstand in Wärme umgesetzt wird.
Um dir das Aufpumpen zu erleichtern ist es hilfreich, diese einfach auszutauschen, sodass sich der Schlauch dann einfacher mit Luft füllen lässt.
Auch Dunlop-Ventile lassen sich an der Tankstelle aufpumpen. Allerdings benötigst du dafür einen passenden Adapter. Dieser ist allerdings problemlos erhältlich. Allerdings ist es wichtig, auf den maximalen Druck auf dem Mantel zu achten, um ein Platzen des Reifens zu verhindern.
Herkömmliche Luftpumpen eignen sich für gewöhnlich für Dunlop- und Sclaverand-Ventile. Teilweise findest du Pumpen mit zwei unterschiedlichen Aufnahmen, die sich für alle Ventilarten eignen. Hier sorgt ein Klemmmechanismus am Pumpenkopf für eine Anpassung an die verschiedenen Ventildurchmesser.
Luftdruck messen: Durch die Bauweise verschließt sich das Ventil bei jedem Pumpen aufs Neue. Um den Luftdruck zu messen, muss jedoch Luft durch das Ventil strömen. Das Manometer einer Luftpumpe zeigt den Druck also nur während des Betätigens der Pumpe an. Dieser ist dann allerdings zunächst etwas höher als der eigentliche Luftdruck und reduziert sich erst im Verlauf des Pumphubs auf den richtigen Reifendruck. Es gibt inzwischen allerdings auch neuere Ventile, die eine Luftdruckprüfung wie beim Schraderventil ermöglichen.
Montage: Für die Montage eines Fahrradschlauchs mit Blitzventil muss man die Mutter, die den Ventilkern hält, abschrauben und das Ventil entfernen. Anschließend kann man das Röhrchen durch die vorgesehene Öffnung schieben und danach den Ventilkern wieder einsetzten. Die Fixierung erfolgt mit der Mutter.
Austausch: Ein Dunlop-Ventil lässt sich einfach mit den Fingern herauslösen, wenn du die Überwurfmutter abschraubst, da es einfach nur in das Rohr gesteckt ist. Das bringt aber auch mit sich, dass es mit der Zeit undicht werden kann und daher regelmäßig getauscht werden muss.
Probleme: Bei Dunlop-Ventilen kommt es nur selten zu Problemen. In der Regel klagen Nutzer*innen nur über ein undichtes Ventil. Das kann passieren, wenn das Ventil schon zu alt ist und undicht wird. Dann kann Luft entweichen. Abhilfe schafft hier in der Regel der Austausch des Ventils.
Funktioniert das Aufpumpen nicht, ist es meistens ebenfalls hilfreich, einfach das Ventil zu ersetzen, denn eigentlich reicht es aus, den Deckel abzudrehen und mit dem Aufpumpen zu beginnen. Gibt es hier Probleme, ist es wahrscheinlich, dass der Öffnungs- und Schließmechanismus defekt ist.
Autoventil (Schraderventil)
Der Name sagt es bereits: Das Autoventil kommt von der Verwendung am Auto. Das birgt den Vorteil, dass man mit diesem Ventil den Fahrradreifen auch an der Tankstelle aufpumpen kann. Verwendung findet diese auch Schrader-Ventil genannte Ventil-Art vor allem an Reiserädern und Mountainbikes. Es lässt sich bis zu einem Maximaldruck von 10 bar auffüllen.
Das Autoventil ist auch unter dem Namen Schraderventil bekannt und ist das Standardventil an Autoreifen. Es ist nach seinem Erfinder August Schrader benannt und heißt bei Radfahrern auch MTB-Ventil. Das verrät dir, wo du es vor allem findest: am Mountainbike. Die Vorteile eines Schraderventils liegen vor allem darin, dass darin ein höherer Luftdruck möglich ist als in einem Dunlopventil und dass es aufgrund seiner größeren Rückschlagmechanik auch stabiler ist.
Funktionsweise: Das Schrader-Ventil hat innen am Ventilschaft einen Stift, der heruntergedrückt wird, sobald du die Luftpumpe ansetzt. Nach dem Entfernen der Ventilklappe lässt sich der Fahrradschlauch sehr einfach mit Luft befüllen. Das Autoventil ist ähnlich einfach zu verwenden wie das Dunlop-Ventil. Der größte Vorteil ist zum Beispiel die Möglichkeit, den Schlauch an jeder Tankstelle mit Luft zu befüllen und den Luftdruck sehr konkret festzulegen und zu bestimmen.
Montage: Ein Fahrradschlauch mit Autoventil lässt sich rasch montieren: Das Ventil wird durch die dafür vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben und gegebenenfalls mit einer Mutter gegen Verrutschen gesichert.
Aufpumpen: Beim Autoventil und beim Dunlop-Ventil ist das Aufpumpen in der Regel sehr einfach. Man entfernt - wenn vorhanden - die Ventilkappe, setzt die Fahrradpumpe auf das Ventil und fängt mit dem Pumpen an.
Manche Fahrradschläuche mit Autoventil haben keine Felgenmutter, sodass das Ventil etwas lose sitzt. Du solltest beim Aufpumpen darauf achten, dass du das Ventil möglichst wenig hin und her bewegst, damit der Schlauch am Übergang zum Ventil nicht reißt. Wenn du dein Rad an einer Tankstelle aufpumpst, dann sieh zu, dass du immer nur kurze Pumpstöße vornimmst, damit der Schlauch mit seinem im Vergleich zum Autoreifen geringen Volumen nicht platzt. Achte beim Aufpumpen außerdem darauf, dass du die Pumpe exakt aufsetzt, sodass der Stößel in der Mitte des Ventils auch heruntergedrückt wird.
Entlüften: Um Luft abzulassen, drückt man mit einem kleinen Gegenstand, z.B. einem kleinen Schraubenzieher, auf den Pin, der sich in der Mitte des Ventilröhrchens befindet. Dann entweicht Luft, bis man den Druckgegenstand wieder entfernt.
Sclaverand-Ventil (Französisches Ventil)
Das französische Ventil bzw. Sclaverand- oder Presta-Ventil wird typischerweise an Rennrädern eingesetzt. Der größte Vorteil ist, dass ein französisches Ventil dem größten Luftdruck standhält. Dieser darf bis zu 15 bar betragen. Hier handelt es sich um die schmalste der drei Ventilarten. Dadurch hat das französische Ventil gegenüber den anderen Ventilen einige Vorteile. So ist durch die mit 6,5 mm sehr schmale Felgenbohrung die Stabilität der Laufradfelge höher. Die schmalen Felgen am Rennrad haben das nötig. Ein Nachteil ist, dass sich dieses auch Presta-Ventil genannte Ventil wegen seiner schmalen Bauart schnell verformen kann.
Das Sclaverandventil kennst du im Normalfall von Rennrädern. Es ist nach seinem Erfinder Etienne Sclaverand benannt und wird auch als französisches Ventil oder Rennradventil bezeichnet. Mit seinem geringeren Durchmesser kann es auch bei schmalen Felgen benutzt werden. Bei breiteren Felgen ist ein Laufrad mit Sclaverandventil aufgrund der kleineren Bohrung in der Felge stabiler. Heute werden Sclaverandventile nicht nur an Rennmaschinen, sondern auch an Mountainbikes und E-Bikes eingesetzt, da auch hier ein hoher Reifendruck möglich ist.
Funktionsweise: Das Ventil arbeitet mit einer Schraube und einem Senkkopf. Eine Rändelmutter öffnet und schließt das Ventil. Vor dem Aufpumpen muss der Ventilknopf aufgedreht werden, bis er lose ist. Die Luft, die aus dem Innern des Reifens nach außen drückt, verschließt dadurch automatisch das Ventil, so dass keine Luft herausströmen kann. Beim Aufpumpen des Fahrradschlauches muss nur der Gegendruck im Reifen überwunden werden. Je höher der Reifendruck ist, desto stärker schließt auch das Ventil.
Einen Schlauch mit einem französischen Ventil pumpt man auf, indem man zunächst die Ventilkappe entfernt und anschließend den mittigen Ventilstift durch eine Drehung der kleinen Haltemutter löst. Danach kann man den Pumpenkopf aufsetzen und Luft zuführen. Dabei sollte man darauf achten, dass der Pumpenkopf stets gerade über dem Ventil sitzt, damit der dünne Ventilstift nicht verbogen wird.
Die Handhabung des Sclaverandventils ist ein wenig hakelig, da du erst am Ventilstößel eine Mutter lösen musst, um den Stößel dann eindrücken zu können. Das hakt gerne ein wenig. Drücke den Stößel mit einem stumpfen, flachen Gegenstand kurz ein, bevor du die Pumpe ansetzt. Aufgrund der feinen, außenliegenden Mechanik solltest du die Ventilkappen nur zum Aufpumpen abnehmen.
Beim französischen Ventil gestaltet sich die Angelegenheit etwas komplizierter. Hier muss man die Ventilkappe zunächst entfernen und zusätzlich noch am Stößel des Ventilkopfs drehen, bis er lose ist. Erst wenn das der Fall ist, kann man die Pumpe ansetzen und den Reifen aufpumpen, bis der gewünschte Luftdruck erreicht ist. Wenn das Aufpumpen dann immer noch nicht gelingt, hat man eventuell nicht die richtige Luftpumpe oder aber der Schlauch ist undicht.
Damit keine Luft entweicht, sollte man bei Sclaverand-Ventil darauf achten, dass der Pumpenkopf gerade auf dem Ventil sitzt. Damit das Ventil nicht verbiegt, sollte man die Pumpe immer gerade ansetzen. Sollte das Aufpumpen beim französischen Ventil nicht gelingen, hat man den Stößel eventuell nicht weit genug herausgedreht.
Es kann auch sein, dass die Pumpe zu leicht auf dem Ventil sitzt. So sollte man darauf achten, dass sie fest und gerade mit dem Presta-Ventil Kontakt hat. Sollte die Fahrradpumpe keinen Aufsatz für den schmalen Schaft des französischen Ventils haben, muss man sich einen Adapter oder eine modernere Pumpe besorgen. Besonders viele ältere Pumpen haben keinen Eingang für das Sclaverand-Ventil.
Entlüften: Um Luft abzulassen, drückt man einfach mittig auf den Ventilkopf. Ist der richtige Druck eingestellt, dreht man den Ventilkopf zu und setzt die Kappe wieder auf.
Montage: Um einen Schlauch mit französischem Ventil am Rad zu montieren, wird das Ventil durch die dazu vorgesehene Öffnung in der Felge geschoben. Dazu muss man zunächst die Ventilkappe entfernen, ebenso die Mutter am Ventilrohr.
Die Wahl des richtigen Ventils
Partout lässt sich von keinem Fahrradventil behaupten, dass es das durchweg beste ist. Einleuchtend ist zum Beispiel, dass für ein Rennrad nur das Sclaverand-Ventil bzw. das französische Ventil infrage kommt. Denn nur dieses Ventil passt aufgrund seiner schmalen Form zu den dünnen Rennradreifen. Dunlop- oder auch Blitz-Ventile sind für sämtliche Alltagsräder ideal. Wer ein City- oder ein Trekkingbike fährt, profitiert hier von einer einfachen Handhabung. Außerdem sind diese Fahrradventile - wie bereits beschrieben - im deutschsprachigen Raum am gebräuchlichsten. Das Autoventil hat dagegen den oft zitierten Vorteil, dass es sich auch über einen Kompressor an der Tankstelle aufpumpen lässt. Von Grund auf gewinnt also keines der drei Fahrradventile den Vergleich.
Anhand der Art von Fahrrad, die man fährt, bekommt man eine Idee vom genutzten Fahrradventil-Typen. Wenn man ein Rennrad vor sich hat, liegt es nahe, dass ein französisches bzw. ein Sclaverand-Ventil montiert ist. Bei einem Trekking- oder einem Citybike wird es in der Regel ein Dunlop-Ventil sein. Reiseräder haben dagegen zumeist ein Autoventil bzw. Schwierig gestaltet sich die Frage bei einem Mountainbike. Denn hier kann jede der drei Fahrradventil-Arten verbaut sein. Wahrscheinlich ist bei einem sehr sportlichen, performance-orientierten MTB das französische Ventil.
Wichtig ist, dass zu einem Fahrradschlauch immer nur ein bestimmter Typ von Ventil kompatibel ist. Man kann die verschiedenen Ventile also nicht einfach untereinander tauschen. Denn in das Metallröhrchen, durch das die Luft in den Schlauch strömt, passt jeweils nur ein bestimmtes Ventil. Man kann zum Beispiel in einen Schlauch, in dem zuvor ein französisches Ventil saß, also nicht einfach ein Autoventil einsetzen. Stattdessen müsste man den ganzen Schlauch wechseln.
Tipps rund um Fahrradpumpen und Ventile
Beim Kauf einer Fahrradpumpe achtet man am besten darauf, dass diese für alle drei Ventilarten passt. Die meisten guten Pumpen bieten diese Eigenschaft. Bei Pumpen mit zwei Ventilköpfen passt das große Loch für das Autoventil. Für das französische und für das Dunlop-Ventil ist das kleine Loch das richtige. Viel schief gehen, kann dabei nicht: Denn wenn man den Pumpenkopf am falschen Eingang ansetzt, findet dieser keinen Halt. Anders verhält es sich mit Pumpen, die nur über einen Pumpenkopf verfügen. Hier muss man das Dichtgummi des Pumpenkopfes in einer bestimmten Richtung verbauen, je nach Art des Fahrradventils.
Auch Nichtautoventile lassen sich mit einem Autoventilstutzen aufpumpen, wenn man einen Adapter verwendet. Dann ist auch nur ein Pumpenkopf erforderlich.
Tipp: Für das französische Ventil und das Fahrradventil sollte man sich einen Adapter für das Befüllen an der Tankstelle besorgen. Es ist zum Beispiel nützlich, das französische Ventil durch einen Adapter in ein Autoventil zu transformieren, um bei einem Platten den besagten Kompressor an der Tankstelle nutzen zu können. Da die Kompressoren allerdings nur bis zu 5 bar erzeugen können, reicht das bei einem Rennrad-Reifen allerdings allein nicht aus.
Beim Kauf einer Fahrradpumpe sollte man darauf achten, dass sie für alle drei Ventilarten verwendet werden kann. Bei guten Pumpen ist dies inzwischen Standard.
Innovation: Das Schwalbe Clik Ventil
Ein innovatives Produkt auf dem Markt ist das Schwalbe Clik Ventil. Dieses Ventil ermöglicht ein einfaches Aufstecken des Pumpenkopfes ohne Schrauben oder Hebel; ein leichtes "Klicken" signalisiert die korrekte Verbindung. Ein weiterer Vorteil des Clik Ventils ist der um 50 Prozent höhere Luftdurchfluss im Vergleich zu herkömmlichen Ventilen, was das Aufpumpen insbesondere bei Tubeless-Reifen erleichtert.
Das Schwalbe Clik Ventil kann unabhängig vom aktuell verwendeten Ventil- oder Pumpentyp nachgerüstet werden, da es passende Umrüstsets für alle gängigen Fahrradventile gibt. Der Wechsel ist unkompliziert: Bei Sclaverand-, Dunlop- und Tubeless-Ventilen muss lediglich der Ventileinsatz ausgetauscht werden, während für Autoventile (Schrader) ein Adapter zur Verfügung steht, der einfach aufgeschraubt und bei Bedarf wieder entfernt werden kann - beispielsweise, um weiterhin Tankstellenpumpen nutzen zu können.
Auch der Pumpenkopfadapter lässt sich flexibel in bestehende Pumpenköpfe integrieren, entweder durch Spannen oder Einschrauben, so dass sowohl Standpumpen als auch Handpumpen kompatibel bleiben.
Ventile bei Tubeless-Bereifung
Bei Tubeless-Bereifung kommen in der Regel Sclaverandventile zum Einsatz. Wenn du dein Bike auf ein Tubeless-Bike umrüsten möchtest, dann müssen Felge, Reifen und Ventil perfekt aufeinander abgestimmt sein. Achte auf die Bohrung in der Felge, denn sie könnte für das schmalere Rennventil zu groß sein! Anders als bei den meisten Fahrradschläuchen lassen sich die Sclaverandventile bei einem Tubeless-Reifen in der Halterung wechseln. Dazu benötigst du einen passenden Ventilschlüssel.
Ventilkappen und Felgenmuttern: Notwendig oder nicht?
Über die Schutzfunktion der Ventilkappe während der Fahrt wird zwar kontrovers diskutiert, doch auch ohne sie wird der Schlauch selbst bei tiefem Dreck kaum einen Schaden nehmen. Viel mehr hat eine Ventilkappe dann Sinn, wenn man einen Ersatzschlauch mitnimmt. In diesem Fall verhindert sie nämlich, dass das Ventil den ungenutzten Schlauch durchreibt und somit unbenutzbar macht.
Ganz ähnlich verhält es sich mit der Sicherungsmutter. Auch sie hat nach dem Einbau des Schlauchs keine Funktion mehr. Gebraucht wird die Mutter in erster Linie, um zu verhindern, dass der Schlauch beim Einbauen verrutscht. Sowohl die Ventilkappe als auch die Mutter haben nur beim Einbau des Schlauchs wirklich einen Sinn.
Probleme mit Ventilabrissen
Meist stehen Ventilabrisse im Zusammenhang mit Reifenwandern. Durch die immer besseren Bremsen rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge. Ein Ventilabriss kann z. B. entstehen, wenn das Ventil unter Spannung eingebaut wurde.
Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen mit Sclaverand- Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogene Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich. Die Funktion der Felgenmutter liegt ausschließlich darin, das Ventil beim Pumpen zu arretieren.
Übersicht der Ventilarten und ihre Eigenschaften
| Ventilart | Passendes Rad | Maximaler Druck | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Dunlop-Ventil (Blitzventil) | Alltags- und Tourenräder | 6 bar | Einfache Handhabung, weit verbreitet |
| Autoventil (Schraderventil) | Reiseräder, Mountainbikes | 10 bar | An Tankstellen aufpumpbar, stabil |
| Sclaverand-Ventil (Französisches Ventil) | Rennräder, Mountainbikes, E-Bikes | 15 bar | Hoher Druck möglich, schmale Bauweise |
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