Wer mit dem Fahrrad gern sportlich unterwegs ist und seine Fitness verbessern möchte, denkt vielleicht an den Kauf eines Rennrads. Denn der Begriff Rennrad ist ziemlich weit gefasst und es gibt unterschiedliche Schwerpunkte in Sachen Komfort, Alltagstauglichkeit, Gewicht und natürlich Ausstattung. Um eine hohe Geschwindigkeit zu ermöglichen, ist ein Rennrad leicht und verzichtet auf verschiedene Ausstattungsmerkmale.
Ein klassisches Rennrad entspricht nicht der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), da es nicht über Beleuchtung, Klingel oder Reflektoren verfügt. Wer dennoch am normalen Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss für die entsprechende Ausstattung sorgen.
Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen
Welche Geschwindigkeit ein Rennrad erreichen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Weitere Faktoren, die sich auf die Geschwindigkeit auswirken, sind die gefahrene Strecke und deren Beschaffenheit, das Gewicht und die Ausstattung des Rennrads, die Einstellung des Rades abhängig von der Körpergröße und Haltung des Fahrers, aber auch die Witterungsverhältnisse.
Durchschnittsgeschwindigkeit von Profis
Radprofis schaffen im Schnitt mit dem Rennrad eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h. Bei Bergfahrten oder in Kurven ist die Geschwindigkeit deutlich geringer. Auch die Streckenlänge wirkt sich auf die Geschwindigkeit aus. Bei Distanzen unter einer Stunde ist die Durchschnittsgeschwindigkeit als bei längeren Fahrten.
Die Muskulatur muss sich erst erwärmen. Es dauert daher einige Minuten, bis der Fahrer auf eine hohe Geschwindigkeit kommt. Am schnellsten sind Fahrer zumeist bei Distanzen von ein bis zwei Stunden.
Den bisherigen Weltrekord auf einem Rennrad hält eine Frau: Die US-Amerikanerin Denise Mueller-Koronek erreichte im September 2018 eine Geschwindigkeit von 295,96 km/h. Sie fuhr allerdings auf einem Salzsee im US-Bundesstaat Utah im Windschatten eines Dragsters.
Rennradtypen
Wie bereits erwähnt, lassen sich verschiedene Rennradtypen unterscheiden. Dazu gehören Aero, Race, Tour und Allroad. Bei der Wahl kommt es in erster Linie darauf an, wozu und auf welchem Terrain Sie das Gefährt nutzen möchten. Wer sich bezüglich der zukünftigen Verwendung noch unsicher ist, der sollte auf einen Alleskönner aus dem Tourensegment zurückgreifen: sportlich und komfortabel.
- Aero Bike: Ist auf Aerodynamik optimiert. Das bedeutet: ein Rahmen mit großen Profilen und eine auf hohes Tempo ausgelegte Übersetzung. Die Sitzposition ist gestreckt und damit sehr sportlich, was die Aerodynamik wiederum verbessert. Am besten geeignet für Rennen, Zeitfahren und Triathlons.
- Race: Ist auf Agilität und Spurtreue getrimmt. Es verfügt über einen leichten Rahmen mit schlanken Rohrformen und ist damit die perfekte Kombination aus Leichtigkeit, Tempo und Sportlichkeit.
- Tourenrad: Auch bekannt als Endurance und bietet dank dem langen Radstand hohen Komfort. Denn das ermöglicht eine entspannte Sitzposition und so können Sie auch lange Strecken ohne Ermüdung zurücklegen.
- Allroad-Rennräder: Darunter Cyclocross und Gravel Bikes sind die richtigen Gefährte, wenn Sie gerne abseits befestigter Straßen unterwegs sind. Denn mit den breiten, profilierten Reifen können Sie problemlos im Wald und auf Schotter fahren.
Die richtige Ausstattung und Vorbereitung
Um eine möglichst hohe Geschwindigkeit aus dem Rennrad herauszuholen, sollte die Rahmenhöhe entsprechend der Körpergröße gewählt werden. Wichtig ist die richtige Sitzposition, die abhängig von Beinlängen, Oberkörper und Armen eingestellt werden muss. Fahrer sollten an ihrer eigenen Fitness arbeiten und regelmäßig trainieren, um es auf eine hohe Geschwindigkeit zu bringen.
Beim Training kommt es auch auf Ausweichverhalten, Bremsen und Fahrten in Kurven an. Mit der geeigneten Kleidung, zu der gepolsterte Radfahrerhosen und Radfahrerschuhe gehören, können Radfahrer ebenfalls die Geschwindigkeit verbessern. Die Kleidung sollte aus atmungsaktivem Funktionsmaterial bestehen. Wer eine Fitness-App nutzt, kann seine Fortschritte analysieren.
Durchschnittliche Geschwindigkeiten im Vergleich
Es kommt auf die Anzahl der Kilometer an, aber ein Untrainerter fährt normalerweise im Durchschnitt so zwischen 15 und 22 km/h. Auf dem E-Bike oder Pedelec sind das natürlich als Untrainierter im Durchschnitt mehr: Dort fährt man mit dem Rad zwischen 20 und 25 km/h. E-Bikes sind in Europa auf 25 km/h gedrosselt. Wichtig ist auch die Wahl des Fahrrads. Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durcschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.
Aus den Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt sich auch die Zeit die man braucht. Für 10 Kilometer braucht man auf dem Trekkingrad eben ca. eine Dreiviertelstunde. Für 5 Kilometer im Flachen evtl. nur 15-20 Minuten.
Leistungsvergleich: Durchschnittsradler vs. Profi
Die Geschwindigkeit beim Radfahren hängt von vielen Faktoren ab: Bist du alleine gefahren? Steigung oder Gefälle? Streckenlänge und Dauer? Im Windschatten, Oberlenker oder Aero-Position? Wie stand der Wind auf der Strecke? Wie heiß war es an dem Tag? Diese und andere Faktoren sind entscheidend dafür, wie schnell du eine Strecke mit dem Rad zurücklegen kannst. Auch dein Fitnesslevel ist entscheidend für deine Leistungsfähigkeit auf dem Rad.
Um eine bessere Einschätzung Ihrer Werte geben zu können, vergleichen Sie diese mit denen eines Durchschnittsradlers und den Werten von Profis:
| Durchschnittsradler | Rad-/Triathlon-Profi | |
|---|---|---|
| Durchschnittsgeschwindigkeit im Flachen | 28,9 km/h | 41,4 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 5% Steigung | 15,3 km/h | 24,1 km/h |
| Durchschnittsgeschwindigkeit bei 8% Steigung | 11,3 km/h | 19,3 km/h |
| Spitzengeschwindigkeiten bergab | 75-92 km/h | 111-130 km/h |
| Durchschnittliche Schwellenleistung (FTP) | 200 Watt | 415 Watt |
| Durchschnittsleistung bei 180km-Zeitfahren im Ironman | 150-170 Watt | 250-270 Watt |
Tipps für Einsteiger
Wer mit dem Rennradfahren anfangen möchte, der sollte sich langsam rantasten. Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit je anderthalb Stunden sind schon sehr gut für Einsteiger. Starten Sie am besten mit moderaten Fahrten, die Ihre maximale Herzfrequenz nur zwischen 60 und 75 % auslastet. Dabei kommt es nicht auf die geschafften Kilometer oder die Durchschnittsgeschwindigkeit an. Viel wichtiger sind ein gutes Körpergefühl und Spaß an der sportlichen Betätigung.
Neben der Rahmengröße und dem Preis spielt auch die Ausstattung bei der Wahl des passenden Rennrads eine wichtige Rolle. Für eine gute Grundausstattung, also Helm und rennradtypische Kleidung, sollten Sie Kosten von rund 300 Euro kalkulieren.
Gute Rennräder gibt es beinahe wie den berühmten „Sand am Meer“. Umso wichtiger ist es, dass man die eigenen Bedürfnisse und das bevorzugte Einsatzgebiet vorab klar definiert. Wer besonders viel Wert auf Aerodynamik legt, sollte ein Aero-Rennrad wählen. Wer vorhat, Rennen zu bestreiten, sollte sich für ein schlankes Race-Rennrad mit sportlicher Sitzposition entscheiden. Und wer gerne mal einen Ausflug ins Gelände macht, für den ist ein Gravel- oder Cyclocross-Rennrad ideal. Das Touren-Rennrad gilt als perfekte Kompromisslösung. Es wiegt deutlich unter 10 Kilogramm, ist auf schlechten Untergründen fahrbar, überzeugt durch eine hohe Laufruhe und ermöglicht eine entspannte, aufrechte Sitzposition.
Richtig Rennrad fahren - das bedeutet vor allem: richtig trainieren. Zweimal in der Woche je eine kurze Ausfahrt - das ist das Minimum. Auch kurze Ausfahrten von 60 Minuten Länge sind nützlich, um die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Kraft zu trainieren. Bei der Art des Terrains sollte man auf Abwechslung setzen - mal eine flache Strecke, mal durch hügeliges oder bergiges Gebiet.
Es ist noch kein Tour-de-France-Sieger vom Himmel gefallen. Als Anfänger auf dem Rennrad sollte man daher der Fahrtechnik viel Aufmerksamkeit widmen. Hilfreich sind außerdem Reaktionsübungen und Ausweichübungen. Bezüglich der Geschwindigkeit setzt man sich zu Beginn besser kein bestimmtes Ziel - man wird durch das Training automatisch nach und nach schneller. Außerdem ist der durchschnittliche Speed immer vom Profil der Strecke und den Höhenmetern abhängig.
Zu den wichtigsten Rennrad Tipps für Beginner gehört der Hinweis, dass man sich einer Trainingsgruppe anschließen sollte. Als Autodidakt kommt man im Ausdauersport zwar relativ weit, aber irgendwann stößt man zwangsläufig an seine Grenzen. Außerdem macht das Training in der Gruppe gerade an Tagen, an denen man wenig Lust auf Sport hat, besonders viel Spaß.
Für Untrainierte macht es durchaus Sinn, mit Pulsmessgerät zu trainieren. Man lernt dadurch seinen Körper kennen und vermeidet eine zu hohe oder zu geringe Belastung. Aber Vorsicht: Man sollte sich vom Pulsmesser - das gehört ebenfalls zu den essenziellen Rennrad Tipps - nicht das Training diktieren lassen.
Die richtige Sitzposition ist für Einsteiger auf dem Rennrad von größter Bedeutung. Man sollte sich diesbezüglich Tipps von Fachleuten holen. Die Sattelhöhe und die Lenkerhöhe sind die wichtigsten Parameter, auf die man achten sollte. Stimmen sie nicht, drohen Rücken- und Knieschmerzen. Aber auch Sitzcreme erfüllt ihren Zweck. Durch sie vermeidet man wunde Stellen am Po.
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