Motorradjeans im Test: Schutz, Komfort und Stil im Vergleich

Motorradjeans sind mehr als nur ein modisches Statement. Sie bieten den perfekten Mix aus Sicherheit und Stil, was sie zur idealen Wahl für Biker macht, die auf der Suche nach Schutz und Komfort sind. Mit den richtigen Motorradjeans fühlt man sich nicht nur sicherer, sondern auch wohl auf der Straße.

Was sind Motorradjeans?

Motorradjeans sind speziell gefertigte Hosen, die nicht nur modisch, sondern auch funktional für Motorradfahrer sind. Sie vereinen ansprechendes Design mit wichtigen Sicherheitsmerkmalen. Diese Jeans bestehen oft aus robustem Denim, der mit zusätzlichen Materialien wie Kevlar oder Aramid verstärkt ist. Viele Motorradjeans sind mit vorgeformten oder herausnehmbaren Protektoren ausgestattet. Motorradjeans gibt es in verschiedenen Designs, von lässig bis sportlich.

Materialien und Schutzstandards

Für Motorradbekleidung gibt es 5 Schutzstandards: AAA, AA, A, B und C. C steht für reinen Aufprallschutz (Protektoren), B für reinen Abriebschutz (bspw. Aramid) und A für beides zusammen - geprüft und zertifiziert nach der Euro-Norm EN 17092-2 (bis 6): 2020. Durch die Aramidfasern in Kombination mit den Protektoren sind viele Motorradjeans und -Leggings mindestens nach dem Schutzstandard A zertifiziert. Hosen mit Level 2-Protektoren und höherem Abriebschutz, wie beispielsweise die Oxford Original Approved Jeggings, entsprechen dem Schutzstandard AA.

Die klassische Motorradjeans, vielen auch als "Kevlar-Jeans" bekannt, ist an folgendem Aufbau zu erkennen: Außen sichtbar ist regulärer Denim, also das klassische, aus weißem Schuss- und blauen Kettfäden gewebte Jeansgewebe. Und darunter, als zweite Schicht: das an seiner gelben Farbe klar erkennbare Aramid-Gewebe, vielen bekannt unter dem Markennamen Kevlar. Dieses schreitet zuverlässig zur Tat, wenn bei einem Sturz der Asphalt den baumwollenen Oberstoff durchgescheuert hat. Der Nachteil an der Sache: Solche Kevlar-Jeans sind vergleichsweise schwer, warm und unkomfortabel.

Nun kommt der Auftritt der einlagigen Motorradjeans: Diese nutzen die robusten Fasern nicht in einer zweiten, eigenständigen Schicht, sondern verarbeiten sie direkt im Jeansstoff an sich. Diese kann weiterhin Kevlar sein, doch alternativ kommen mittlerweile viele andere Materialien infrage. Chemisch handelt es sich oftmals um Polyamid oder Polyethylen, das unter Markennamen wie Nylon, Cordura, Dyneema oder Armalith vertrieben wird. Manche davon sind wesentlich reiß- und abriebfester als Aramid, dafür aber hitzeempfindlicher - beispielsweise beim kurzen Kontakt mit dem heißen Krümmer.

Über die Schutz- und Komfort-Eigenschaften entscheidet auch die Art der Verarbeitung: So können die Hightech-Fasern beispielsweise schlicht einen der Baumwollfäden im Gewebe ersetzen. Ebenso ist es möglich, solche Fasern früher im Fertigungsprozess direkt in das Garn zu integrieren. So wird dann beispielsweise der komplette Stoff aus Baumwoll-umhüllten Kunststofffäden gefertigt. Dieses Gewebe besitzt dann sehr homogene Eigenschaften und kann auf der sogenannten Darmstadt-Maschine entsprechend der Norm auf Abriebfestigkeit geprüft werden.

Nicht berücksichtigt werden dabei aber weitere Bestandteile der Hose wie Knöpfe, Nähte und Protektoren. Gerade diese entscheiden in ihrer Wechselwirkung aber über die tatsächliche Schutzfunktion einer Motorradjeans - weshalb MOTORRAD ganz praxisnah alle 18 Testteilnehmer über den Asphalt zog.

Hierbei muss jeder für sich entscheiden, welche Stoffarten am besten für seine Zwecke geeignet sind, anhand der Eigenschaften, empfehlen Experten aber vor allem Kevlar / Aramid und Dyneema. Hier kann man auf jeden Fall mit einem guten Abriebschutz rechnen.

Materialien im Überblick

  • Kevlar/Aramid: Bietet sehr guten Abriebschutz, reißfest und hitzebeständig. Wird oft in einer unteren Schicht der Motorradbekleidung eingenäht.
  • Cordura: Bietet eine Abriebfestigkeit von 1,2 Sekunden auf normalem Asphalt, Cordura+ sogar 4,5 Sekunden.
  • Dyneema: Polyethylen-basiert, extrem reißfest (15-mal stärker als Stahl), kann mit Baumwolle verwoben werden, geringerer Schmelzpunkt als Kevlar. Hält 6,5 Sekunden stand.

Komfort und Passform

Komfort spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl von Motorradjeans. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Passformen, die auf die Bedürfnisse von Fahrern abgestimmt sind. Die Bewegungsfreiheit ist essentiell; daher sollte ich beim Kauf darauf achten, dass die Jeans nicht einengen oder unangenehm drücken. Einige Modelle sind mit Belüftungssystemen ausgestattet, die für eine bessere Luftzirkulation sorgen. Ein weiches Innenfutter kann den Tragekomfort erhöhen und Hautreizungen verhindern.

Als Allererstes sollte auf jeden Fall benannt werden, dass es immer noch viele Modelle gibt, welche einen vergleichsweise großen Schnitt bieten, was von vielen Motorradfahrern auch so gewünscht wird. Hierbei ist aber zu beachten, dass ein so großer Schnitt für die Träger gar nicht so empfehlenswert ist.

Weiterhin sollte bei dem Schnitt auch noch beachtet werden, dass die Beine immer so lang sein müssen, dass diese selbst in der Fahrposition nicht zu weit nach oben rutschen. Nur auf diese Weise ist dann auch weiterhin sein Fußknöchel geschützt, wenn es zu einem Unfall kommen sollte.

Design und Stil

Motorradjeans kommen in unterschiedlichen Designs, die sich nicht nur an die Bedürfnisse von Motorradfahrern anpassen, sondern auch modisch sind. Klassische Farben: Schwarze und blaue Denim sind zeitlos, aber auch andere Farben wie Oliv oder Grau sind beliebt. Nieten, Schnallen oder spezielle Steppungen können die Jeans optisch aufwerten. Viele Motorradjeans haben Taschen mit versteckten Verstärkungen oder Materialien.

Die Oxford Original Approved Jeggings im Detail

Die Oxford Original Approved Jeggings WS wird vom Hersteller als einlagige Motorradjeans mit Schutzstandard AA vorgestellt, die durch das Armourlite-Gewebe mit Stretch-Anteil sowohl Sicherheit als auch Komfort bieten soll. Der Unterschied zu bisher gängigen Motorradjeans: Sie ist nicht mit dem gelben Aramid-Futter ausgestattet, weil die hochstabilen Fasern - hier unter der Marke Armourlite - direkt mit dem Basisstoff verwebt sind. Mit ihrer "quick dry technology" soll sie Schweiß besser abtransportieren und gleichzeitig feuchtigkeitsabweisend sein. Inklusive sind 2 austauschbare Knieprotektoren (Level 2) sowie 2 Hüftprotektoren (Level 1) im Lieferumfang enthalten.

Eigenschaften der Oxford Jeggings

  • Komfort: Bietet Tragekomfort wie normale Jeans, weich und geschmeidig dank Baumwoll- und Lyocellanteil.
  • Passform: Slim Fit, High Waist, bietet viel Bewegungsfreiheit durch Stretchanteil.
  • Atmungsaktivität: Dünn und verhältnismäßig luftig durch einlagige Konstruktionsweise.
  • Wetterschutz: Wasserabweisend und relativ schnell trocknend.
  • Protektoren: Inklusive Knie- und Hüftprotektoren, leicht einzusetzen und zu entfernen.
  • Verarbeitung: Saubere Verarbeitung, waschbar bei 30 Grad ohne Veränderung der Größe oder Form.
  • Preis: 149,95 Euro, gehört damit zu den preisgünstigeren Motorradjeans.

Weitere Modelle und Marken

Es gibt eine Vielzahl von Marken und Modellen auf dem Markt, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Tschulz: Bietet eine breite Palette an Motorradjeans, darunter die Tschulz Denim Jeans mit Kevlar-Beschichtung.
  • Rev’it: Spezialisiert auf hochwertige Motorradbekleidung, bekannt für Modelle wie die Rev’it! Lombard aus Stretch-Denim.
  • Alpinestars: Bekannt für hochentwickelte Motorradbekleidung, bietet die Alpinestars Rider Jeans aus doppellagigem Denim.
  • Fuel Motorcycles: Bietet Retro-Modelle wie die Fuel 1950, die Denim und Kevlar kombinieren.
  • Richa: Bekannt für langlebige Motorradbekleidung, bietet die Richa Biker Jeans mit Verstärkungen an den Knien.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf von Motorradjeans sind mehrere Kriterien entscheidend:

  • Sicherheitsniveau: Es gibt unterschiedliche Sicherheitslevel in der Motorradbekleidung.
  • Materialmix: Ein Materialmix aus Denim und Schutzfasern kann die Lebensdauer der Jeans verlängern.
  • Abriebfestigkeit: Die meisten Motorradjeans bestehen aus Materialien, die speziell für ihre Strapazierfähigkeit entwickelt wurden.
  • Protektoren: Vorhandene Protektoren sind oft CE-zertifiziert und bieten einen zusätzlichen Schutz.
  • Wasserdichtigkeit: Einige Modelle sind mit wasserdichten Membranen ausgestattet, um bei schlechtem Wetter Schutz zu bieten.
  • Pflegeleichtigkeit: Motorrajeans sollten leicht zu reinigen und pflegen sein.

Fazit

Die Auswahl an Motorradhosen war nie größer, und die Hersteller verbessern ständig die Technologien und das Design. Die Entscheidung für Motorradjeans berücksichtigt individuelle Stilvorlieben, Sicherheitsaspekte und den persönlichen Komfort. Die Wahl der richtigen Motorradjeans hängt von mehreren Faktoren ab, die den Schutz, den Komfort und den Stil betreffen. Motorradjeans bieten eine hervorragende Kombination aus Sicherheit, Stil und Komfort und stellen somit eine optimale Wahl für Biker dar.

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