Platzsparend, wendig und agil - Kompakt-E-Bikes erfreuen sich dank ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ungebrochener Beliebtheit. Sie lassen sich optimal auf Reisen in einem Caravan mitnehmen, passen in jede Stadtwohnung und fahren auch auf Feld- und Waldwegen ohne Allüren. Mittlerweile gibt es die „Kleinen“ in so vielen Ausstattungsvarianten, dass jeder ein optimales Kompaktes für sich finden kann.
IMTEST hat fünf aktuelle Modelle sowohl im Alltag auf unterschiedlichen Untergründen gefahren als auch im akkreditierten Labor von Qima testen lassen. Dabei konnte das I:SY N3.8 ZR CX Comfort den Testsieg für sich entscheiden, während das Tern NBD S5I den Preis-Leistungssieg holte.
Diese fünf Räder haben am Test teilgenommen:
- I:SY N3.8 ZR CX Comfort
- Tern NBD S5i
- Fyler Upstreet1 7.43
- Bergamont Hans-E N5E Belt
- Velo de Ville KEB 590
Die IMTEST-Favoriten
Die Kompakt-E-Bikes im Test kommen alle mit 20-Zoll-Reifen und sind von ihrer gesamten Konstruktion daher kleiner als ein Trekking- oder City-E-Bike. Dadurch lassen sie sich direkter manövrieren, wobei der tiefere Schwerpunkt Fahr-Sicherheit verleiht. Bezüglich ihrer Ausstattung und dem Fahrkomfort müssen sie sich aber nicht hinter den „Großen“ verstecken.
Das sind die IMTEST-Favoriten:
- Testsieger: I:SY N3.8 ZR CX Comfort
- 2. Platz und Preis-Leistungs-Sieger: Tern NBD S5i
- 3. Platz: Flyer Upstreet1 7.43
- 4. Platz: Bergamont Hans-E N5E Belt
- 5. Platz: Velo de Ville KEB 590
Testsieger: I:SY N3.8 ZR CX Comfort
Das I:SY punktet, wie der Name bereits erahnen lässt, mit einer sehr komfortablen Ausstattung. Dazu zählen nicht nur die Griffe und die gefederte Sattelstütze sondern auch das Kiox 500-Display, mit dem man sich in Kombination mit der Bosch eBike Flow App gut navigieren lassen kann. Die Gesamtausstattung schlägt allerdings beim Preis zu Buche. Mit knapp 5.000 Euro ist das N3.8 ZR CX Comfort mit das teuerste Rad im Test.
PRODas E-Bike kombiniert eine Rundum-Sorglos-Ausstattung mit hoher Reichweite, sehr guten Bremswerten und einem hohen zulässigen Gesamtgewicht von 150 Kilogramm.
KONTRADer Energieverbrauch bei der Messung der Akkuleistung ist mit 8,9 Wattstunden / Kilometer etwas hoch.
Imtest Ergebnis: gut 1,72. Platz und Preis-Leistungs-Sieger: Tern NBD S5i
Das E-Bike von Tern richtet sich nach eigenen Angaben aufgrund der Rahmengeometrie an Menschen, die aus verschiedensten Gründen Probleme mit einem “normalen” E-Bike haben. Denn mit 25 Kilogramm (inklusive Akku) ist das NBD S5i immerhin das leichteste Rad unter den Testkandidaten, was sich auch positiv in der Handhabung bemerkbar macht.
PROSehr einfaches Auf- und Absteigen, lieferte beim Reichweitentest mit 59,5 Kilometern das beste Ergebnis.
KONTRAPedalen lassen sich nicht wie bei den anderen Testkandidaten umklappen.
Imtest Ergebnis: gut 1,8Weitere empfehlenswerte Kompakt-E-Bikes
Auch unter den Plätzen drei bis fünf finden sich sehenswerte Kompakt-E-Bikes.
3. Platz: Flyer Upstreet1 7.43
Das Flyer Upstreet1 7.43 besticht durch seine schlanke Optik, da es den Akku elegant im Rahmen verbaut hat und dadurch sehr aufgeräumt daherkommt. Mit 54,5 Kilometern erzielte es bezüglich der Reichweite den gleichen guten Wert wie das I:SY. Dazu gesellt sich ein geringer Energieverbrauch von 7,7 Wattstunden / Kilometer und ein hoher Unterstützungsfaktor bei 6%iger Steigung von 3,4.
KONTRAWünschenswert wäre noch ein Tragegriff im Rahmen, so würde das Pendeln mit dem Rad noch vereinfacht werden.
Imtest Ergebnis: gut 2,04. Platz: Bergamont Hans-E N5E Belt
Das Hans-E N5E Belt wirkt auf den ersten Blick mit am wuchtigsten von allen fünf Testkandidaten, was sich auch beim Gewicht von 28,8 Kilogramm widerspiegelt. Der Einsatzzweck liegt hier klar im urbanen Bereich, denn dank Front- und Heck-Gepäckträger lässt sich so einiges an Einkäufen mitnehmen. Alternativ kann auch ein Kindersitz auf dem Heckträger montiert werden. Ebenso praktisch für die Stadtwohnung: Hans lässt sich aufrecht parken.
PROViele praktische Alltagsfeatures, mit 20,2 km/h sehr schnell bei 6%iger Steigung im Test, dazu eine hoher Unterstützungsfaktor von 3,4.
KONTRAMotor optisch nicht ganz so schön verbaut und um den Akku herauszunehmen, muss das E-Bike senkrecht stehen (Entnahme aus dem unteren Ende des Unterrohrrahmens - siehe Foto).
Imtest Ergebnis: gut 2,25. Platz: Velo de Ville KEB 590
Das E-Bike von Velo de Ville bietet einen hohen Fahrkomfort auf sämtlichen Untergründen, da es sowohl mit einer Federgabel als auch mit einer gefederten Sattelstütze ausgestattet ist. Dank Schnellspannern für Sattel und Lenker sowie einklappbaren Pedalen lässt es sich gut im Wohnmobil verstauen. Ein Tragegriff im Rahmen erleichtert dabei die Handhabung.
PROAuch wenn das E-Bike in dieser Ausstattung ohne Display kommt, lässt es sich mit der Bosch eBike Flow App koppeln. So kann der Nutzer viele Feinabstimmungen vornehmen und weitere Funktionen nutzen.
KONTRATrotz schlankem Antriebssystem (Bosch Performance Line SX) bringt das KEB 590 gut 28 Kilogramm auf die Waage. Zudem ist es das teuerste E-Bike im Test.
Imtest Ergebnis: befriedigend 2,6Unterschiedliche Motorkraft für verschiedene Bedürfnisse
Ein genauerer Blick auf das Testfeld lässt schnell erkennen, dass durchweg alle Räder mit einem Bosch-Antrieb ausgestattet sind, wenn auch verschiedene Varianten mit unterschiedlichem Drehmoment. Von 55 Nm beim Velo de Ville bis hin zu 85 Newtonmeter beim I:SY ist quasi alles dabei, in der Mitte liegen Flyer (60 Nm), Tern und Bergamont (beide 65 Nm).
Kurz gesagt, gibt das Drehmoment des Motors, angegeben in Newtonmeter, an, wie viel Kraft der Motor auf die Antreibswelle oder den Antriebsstrang ausüben kann, um das Fahrzeug anzutreiben. Sprich, je höher Wert in Newtonmeter, desto kraftvoller ist die Unterstützung. Andersrum muss das nicht heißen, dass man mit einem E-Bike mit geringerem Drehmoment keinen Fahrspaß hat. Es kommt immer ganz auf den Einsatzzweck an.
Wenn ein E-Bike nur im Flachland bewegt wird und nur selten schwere Lasten transportieren muss, reicht ein Motor mit einem maximalen Drehmoment von 40 bis 50 Newtonmetern durchaus. Fährt man oft und gerne in hügeligen Gegenden, auch abseits befestigter Wege oder zieht regelmäßig einen Hänger mit, macht ein Motor mit einem höheren Drehmoment auf jeden Fall Sinn. Allerdings sei auch erwähnt, dass der von I:SY gewählte Performance Line CX-Motor mit 85 Newtonmetern überwiegend eher in Trekking- und SUV-E-Bikes zu finden ist.
Reichweite: Das lieferten die Testkandidaten im Prüflabor
Um einen objektiven Vergleich unter den E-Bikes zu schaffen, hat IMTEST die fünf Testkandidaten ins international akkreditierte Prüflabor von Qima geschickt. Beim genormten Reichweitentest 200 („R200“) wird nicht nur, wie der Name schon verrät, die Reichweite ermittelt. Der Energieverbrauch, gemessen in Wattstunden pro Kilometer, sowie die Akkukapazität in Wattstunden, werden ebenso gemessen und geben Aufschluss über die Performance des Rads.
Spannenderweise haben fast alle Test-E-Bikes mit 500 Wattstunden und 545 Wattstunden (laut Hersteller) fast gleich leistungsstarke Akkus. Nur das Velo de Ville kommt mit einem 400 Wattstunden-Modell, der in der Basisausstattung meist mit dem SX-Antriebssystem kombiniert ist. Entsprechend ähnliche Werte haben die Kompakt-E-Bikes bezüglich der Reichweite geliefert. Bergamont kommt hier auf 50,2 Kilometer, I:SY und Flyer jeweils auf 54,5 und Tern auf 59,9 Kilometer. Lediglich das Velo de Ville schaffte nur 34,1 Kilometer.
Bosch Performance Line SX-Antrieb sorgt nicht für Leichtgewicht
Den Antrieb, den Velo de Ville hier gewählt hat, ist der neue Bosch Performance Line SX, der in erster Linie für sportliche, leichte Räder wie Gravel-E-Bikes entwickelt wurde. Mit einem Gewicht von 28 Kilogramm ist das KEB 590 jedoch fast genauso schwer wie ein normales Trekking-E-Bike, weswegen der Antrieb an dieser Stelle seine Vorteile, das Fahrradgewicht insgesamt zu reduzieren und sportlich unterwegs zu sein, kaum ausspielen kann.
Während alle vier Räder, außer das Velo de Ville, bei den 6%igen Steigungsfahrten eine gute Geschwindigkeit zwischen 19,7 Stundenkilometer (I:SY) und 22,9 Stundenkilometern (Tern) erzielten, lag das KEB 590 nur bei 13,7 Stundenkilometern. Auch beim Unterstützungsfaktor waren sich die E-Bikes von Flyer, Tern, Bergamont und I:SY einig und erzielten jeweils einen Wert von 3,4, beziehungsweise 3,5 (I:SY). Das Velo de Ville erreicht hier nur einen Faktor von 2,1.
Ein Kompakt-E-Bike wird sowohl gerne als Alternative zum City-E-Bike genutzt, aber ist auch als Urlaubsrad äußerst beliebt. Fährt man jedoch auf anspruchsvollerem Terrain oder mit viel Gepäck, ist man mit einem der anderen vier E-Bikes mitunter besser bedient.
Fahreindruck und Handhabung
Alle fünf Testkandidaten bieten durchweg ein sehr gutes Fahrgefühl und bringen auch abseits befestigter Wege und auf Kopfsteinpflaster eine gewisse Dämpfung. Dafür sorgen zum Teil die dicken Reifen, wie beim Bergamont und I:SY, wo sie etwa 60 Millimeter dick sind, aber auch die Federungen. Während I:SY, Flyer und Tern eine gefederte Sattelstütze mitbringen, hat das Bergamont eine Federgabel. Das Velo de Ville ist sogar mit beidem ausgestattet.
Alle fünf Testkandidaten bieten eine angenehme, aufrechte Sitzhaltung. Auch Sattel und Griffe bieten einen hohen Wohlfühlfaktor. Bis auf das Velo de Ville schalten alle Räder per Drehknauf, das KEB 590 hat hingegen Schalthebel. Hier kommt es auf den individuellen Geschmack an, womit man im Alltag besser zurechtkommt. Als Besonderheit ist das I:SY hier mit einer stufenlosen Schaltung von Enviolo ausgestattet, die sich auch unter Last und bei einem Ampelstopp problemlos, ebenso per Drehknauf, schalten lässt.
Durch ihre Bauart bieten die Kompakten gerade auch E-Bike-Neueinsteigern und körperlich beeinträchtigten Menschen eine gewisse Sicherheit, da man sich gut und schnell mit beiden Beinen am Boden abstützen kann. Besonders das E-Bike von Tern kommt mit einem besonders tiefen und breiten Einstieg und bietet dank Zweibeinständer auch vollbeladen einen sicheren Stand.
Sicher bei jedem Wetter zum Stehen kommen: der Bremsentest
Auch bei der Messung der Bremskraft setzt IMTEST auf das international akkreditierte Prüflabor von Qima. In Anlehnung an die Norm EN 15194 werden sowohl die Vorder- als auch Hinterradbremsen bei nassen und trockenen Bedingungen getestet. Mit einer simulierten Handkraft von 60 Newton wird dann geprüft, wie hoch die Bremsleistung ist.
Bei dieser Prüfung brillierten durch die Bank durch alle fünf Testkandidaten mit Noten zwischen einer glatten Eins (Flyer und Tern) bis 1,6 (Velo de Ville). Selten waren bei einem Vergleichstest alle Räder in diesem Punkt so überzeugend. Das heißt für die Radfahrer: Egal, welches Wetter, ab auf den Sattel und los geht’s.
Kompakt-E-Bikes im Vergleich: Vor- und Nachteile
Kompakt-E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders in städtischen Gebieten und bei Campern. Sie bieten eine Reihe von Vorteilen, aber auch einige Nachteile, die bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollten.
Vorteile:
- Platzsparend und wendig: Ideal für kleine Wohnungen und den Transport im Auto oder Wohnwagen.
- Tiefer Schwerpunkt: Sorgt für ein stabiles und sicheres Fahrgefühl.
- Geringes Gewicht: Erleichtert den Transport und das Handling.
- Komfortable Sitzposition: Ermöglicht entspanntes Fahren, auch auf längeren Strecken.
Nachteile:
- Höherer Preis: Im Vergleich zu herkömmlichen E-Bikes können Kompakt-E-Bikes teurer sein.
- Geringere Reichweite: Aufgrund kleinerer Akkus kann die Reichweite begrenzt sein.
- Weniger Komfort auf unebenem Gelände: Die kleineren Räder können Unebenheiten stärker übertragen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Beim Kauf eines Kompakt-E-Bikes sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Motorleistung: Je nach Einsatzzweck sollte die Motorleistung ausreichend sein.
- Akkukapazität: Achten Sie auf eine ausreichende Akkukapazität für Ihre geplanten Touren.
- Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen bieten die beste Bremsleistung.
- Schaltung: Eine Nabenschaltung ist wartungsarm und langlebig.
- Komfort: Achten Sie auf eine bequeme Sitzposition und eine gute Federung.
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