E-Bikes und Pedelecs erfreuen sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit. Entsprechend waren Ende 2023 mehr als 11 Millionen E-Bikes hierzulande unterwegs. Für eine angemessene Reichweite und leistungsstarke Unterstützung sind die E-Bikes und Pedelecs mit immer größeren Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, die häufig Kapazitäten von 500 Wh und mehr haben. Diese vergleichsweise hohe Energiemenge kann im (zum Glück sehr seltenen) Brandfall eine echte Gefahr darstellen.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass ein Akku brennt - es kommt immer wieder vor. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Regeln lässt sich ein brennender Akku sehr wirksam vermeiden.
Ursachen für E-Bike-Akku-Brände
Ein defekter Akku, die falsche Lagerung, ungeeignete Ladegeräte - das sind die häufigsten Ursachen, warum ein Akku eines E-Bikes in Brand gerät. Die häufigste Ursache ist allerdings ein mechanischer Defekt, der gerade bei E-Bike-Akkus viele Ursachen haben kann und bspw. einen Kurzschluss zur Folge hat. Die gute Nachricht vorweg: Die Brandgefahr bei einem E-Bike-Akku ist bei richtiger Lagerung und Verwendung sehr gering.
Mechanische Beschädigung
Wie oben bereits erläutert, sind häufig mechanische Defekte eine erste Ursache für die Explosion eines E-Bike-Akkus. So können bspw. mechanische Schäden, hervorgerufen durch die physische Krafteinwirkung durch Stöße, Stürze etc., diese Schicht beschädigen. Typische Szenarien sind Unfälle, die mit dem E-Bike passieren oder wenn der Akku auf den Boden fällt. Äußerlich sind die Akkus dann häufig noch vollkommen unversehrt und sie liefern auch wie gewohnt noch die Energie für das Fahrradfahren.
Die oben beschriebenen Schäden der Separatorschicht führen aber nicht zwingend unverzüglich zur Explosion des E-Bike-Akkus, sondern können auch erstmal nur mit einer erhöhten Temperatur beim (Schnell-) Laden einhergehen. So kann sich nach und nach ein Problem aufbauen, das dann zur Explosion führt. Schäden der Separatorschicht führen zu einem Kurzschluss innerhalb des E-Bike-Akkus, so dass ein unkontrollierter elektrischer Strom fließt. Bei diesem Kurzschluss kann in kurzer Zeit so viel Energie frei werden und punktuell eine extrem große Wärme entstehen, dass die Elektrolyten in Flammen aufgehen können und ein Brand entsteht.
Unsachgemäße Ladung
Das Laden von E-Bike-Akkus geht immer mit einer Erhöhung der Temperatur in den Zellen einher, so dass dieser Zeitraum immer kritisch ist. Bei unsachgemäßer Ladung, bspw. dem Überladen oder der Nutzung ungeeigneter Ladegeräte, kann es entsprechend zur Gefahrenentwicklung kommen und sich die E-Bike-Akkus sich so stark dabei erwärmen, dass die oben beschriebenen Explosionen entstehen können.
Weitere Brandursachen
- Überhitzung (z.B. falsche Lagerung. E-Bike-Akkus nicht in der prallen Sonne stehen lassen, Handys nicht hinter die Windschutzscheibe im Auto legen)
- Zu niedrige Temperaturen (längere Zeit Minusgraden ausgesetzt und dann geladen)
- Überladung
- Tiefenentladung
Präventive Maßnahmen
Entsprechend wichtig ist die richtige Lagerung von E-Bike-Akkus. Generell gilt hier aber: Intakte Lithium-Batterien, die mit den richtigen Geräten und sachgemäß geladen werden, bergen keine erhöhte Gefahr. Allerdings erkennt man nicht immer von außen, ob eine Lithium-Batterie vollkommen intakt ist. Entsprechend ist es empfehlenswert, auch äußerlich unbeschädigte Akkus immer nur eine entsprechend geschützter Umgebung, wie bspw.
Sichere Lagerung
Aufgrund der möglichen Gefahren, die insbesondere von defekten Akkus ausgehen, ist eine sichere und korrekte Lagerung der E-Bike-Akkus von großer Bedeutung. Das umfasst sowohl die Lagerung bei regelmäßiger Benutzung des Akkus, bspw. in geeigneten feuerfesten Akku-Taschen, aber ebenso die Lagerung im Winter, wenn die E-Bike-Akkus nicht so häufig zum Einsatz kommen, wo Akkus dann häufiger in Akku-Boxen gelagert werden.
Geeignete Akku-Boxen oder Akkutaschen bieten einen effektiven Schutz vor Witterungseinflüssen und häufig auch vor mechanischen Schäden, indem die Boxen bspw. mit Pyrobubbles oder anderen Granulaten gefüllt sind. Die darin gelagerten E-Bike-Akkus sind Stößen geschützt und damit einer großen Gefahrenquelle, die zum Akku-Defekt und evtl.
Die Akkutaschen sind in der Regel aus feuerfestem oder feuerhemmendem Material gefertigt. Ein in Brand geratener Akku vom E-Bike oder Pedelec richtet entsprechend nur wenig Schaden an, wenn dieser in der feuerfesten Akku-Tasche gelagert wird. Einen alternativen Ansatz verfolgen die feuerfesten Boxen für E-Bike-Akkus. Häufig sind zwar die Boxen selbst nicht feuerfest, aber dafür sind sie mit entsprechendem Löschgranulat / Löschmittel für E-Bike-Akkus gefüllt, das bei einem Akku-Brand eine Art automatisches Löschsystem darstellt. Gerät ein in der Box gelagerter E-Bike-Akku in Brand, schmelzen die Pyrobubbles und kapseln den Akkubrand effizient ein.
Sicheres Laden
- Laden Sie Ihren E-Bike-Akku am besten getrennt vom E-Bike, legen Sie ihn dafür auf eine feuerfeste Unterlage. Bestenfalls geschieht das Laden unter Aufsicht. Im Haus sollte der Raum, in dem geladen wird, über einen Rauchmelder verfügen.
- So wird gewährleistet, dass nur Originalladegeräte verwendet werden.
- Besonders groß ist die Gefahr von Akkubränden beim Laden. Dies sollte aus diesem Grund nicht unbeaufsichtigt erfolgen.
- Achten Sie beim Laden des Akkus unbedingt darauf, einen feuerfesten Untergrund zu verwenden.
Umgang mit defekten Akkus
Entsprechend sollte man offensichtlich defekte E-Bike-Akkus nicht mehr verwenden, sondern durch einen neuen Akku ersetzen. Der defekte Akku muss unbedingt fachgerecht entsorgt werden, sonst besteht auch hier weiter eine erhöhte Brandgefahr. Und selbst wenn bspw. nach einem Sturz der Akku äußerlich noch gut aussieht, kann es im Inneren zu Schäden an der sensiblen Separatorschicht gekommen sein, was ebenso das Risiko für einen E-Bike-Brand erhöht.
Ist ein E-Bike-Akku defekt - egal ob der sich nicht mehr laden lässt, einen mechanischen Schaden (bspw. durch einen Sturz aufweist) oder sonstige Probleme macht - muss dieser umgehend von einem Fachbetrieb entsorgt werden.
Wesentlich größer ist die Gefahr bei defekten Akkus: Diese sollten niemals und unter keinen Umständen innerhalb einer Wohnung gelagert werden, auch die Lagerung in der Garage etc. birgt eine stark erhöhte Gefahr.
Verhalten im Brandfall
Gerät ein E-Bike-Akku in Brand, sind die klassischen ABC- oder Kohlendioxid-Löscher in der Regel nicht die erste Wahl. Ebenso sind normale Wasserlöscher nur wenig geeignet, kann es doch in einem stromführenden System zu weiteren Kurzschlüssen kommen.
Empfohlene Maßnahmen
- Schützen Sie sich selbst: Sorgen Sie zuerst für Ihre eigene Sicherheit und die der umstehenden Personen.
- Unterbrechen Sie die Stromzufuhr: Wenn möglich und sicher, trennen Sie das E-Bike von der Stromquelle.
- Verwenden Sie einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke: Nutzen Sie einen speziellen Feuerlöscher für Lithium-Ionen-Akku-Brände, der auf den Brandklassen D oder F basiert (in einigen Ländern auch als Klasse D oder K bezeichnet).
- Kühlen Sie den Akku: Sobald die Flammen unter Kontrolle sind, versuchen Sie, den Akku mit reichlich Wasser oder Sand zu kühlen.
- Rufen Sie die Feuerwehr: Wenn Sie den Brand nicht selbst löschen können oder sich unsicher sind, wie Sie vorgehen sollen, rufen Sie sofort die Feuerwehr.
- Lassen Sie den Akku nicht unbeaufsichtigt: Auch wenn das Feuer gelöscht ist, kann der Akku noch hohe Temperaturen aufweisen und eine Gefahr darstellen.
Geeignete Feuerlöscher
- Gel-Feuerlöscher
- Lithium-Löscher (Löschmittel Lithium-X)
- Feuerlöscher, die Pyrobubbles als Löschmittel einsetzen
- Löschdecke für Li-Ionen-Akkus (z.B. BRIDGEHILL Extreme Fire Blanket)
Versicherungsaspekte
Insbesondere Schäden, die durch unsachgemäße Lagerung oder einen ungesicherten Ladevorgang entstehen, können Versicherungen beschäftigen und kostspielig werden. Richtig teuer und kompliziert wird es, wenn durch diese Brände komplette Keller, Garagen oder ganze Gebäude zerstört werden.
In der Hausratversicherung ist Ihr E-Bike mitversichert und auch das Inventar, das im Brandfall beschädigt wird. Sie greift aber nur, wenn der Schadensfall an Ihrem Wohnsitz eintritt - also nicht vor Ihrem Wohnhaus und auch nicht an jedem anderen Ort!
Um das finanzielle Risiko zu minimieren, empfiehlt sich der Abschluss einer Fahrradversicherung. Es gibt Angebote, bei denen in der E-Bike-Versicherung der Akku wohnortunabhängig versichert ist.
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