Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile, mit dem Fahrrad oder E-Bike zur Arbeit zu fahren. Der ADFC geht davon aus, dass sich die Zahl der Fahrradpendler:innen von etwa vier Millionen auch verdoppeln ließe. Nur jeder zehnte Deutsche nutzt das Rad für den Arbeitsweg - dabei gibt es dafür gute Gründe für den Umstieg.
Schneller und flexibler unterwegs
Bei Entfernungen bis zu fünf Kilometern hängen Radfahrende in der Stadt alle anderen Verkehrsteilnehmer:innen ab. Mit dem Pedelec sind sie sogar auf bis zu zehn Kilometern schneller. Die nervige Parkplatzsuche entfällt: Mit dem Rad parkt man fast immer direkt vor der Tür. Feste Abfahrtszeiten? Staus? Alles kein Thema für Rad fahrende Pendlerinnen und Pendler.
Frisch und fit am Arbeitsplatz
Radfahren macht fit und wirkt stimmungsaufhellend. Die Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Radfahrende sind seltener krank - durchschnittlich einen Tag pro Jahr.
Gleichzeitig ist Radfahren beste Gesundheitsprävention - ohne viel Aufwand. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO lässt sich Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen effektiv entgegenwirken, wenn man zum Beispiel fünf Mal pro Woche je 30 Minuten Rad fährt - auch aufgeteilt in kürzere Einheiten. Das schaffen die meisten locker durch den Arbeitsweg.
Umweltfreundlich und kostensparend
E-Bikes sind viel umweltfreundlicher als Autos und öffentliche Verkehrsmittel, weil sie keine schädlichen Schadstoffe ausstoßen. Mit dem E-Bike können Sie erhebliche Einsparungen bei den Kraftstoffkosten, Parkgebühren und Fahrpreisen für öffentliche Verkehrsmittel erzielen.
Für eine noch bessere Klimabilanz sollte der E-Bike-Akku mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen werden. Steigt man vom Standard-Fahrrad auf ein E-Bike um, dann hat dies keinen Umweltnutzen - denn allein die Herstellung des erforderlichen Akkus, also die Aufwände für die Rohstoffgewinnung, Herstellungsprozesse sowie Transport und Logistik, verursachen zusätzliche CO2-Emissionen.
Eine weitere rechnerische Gegenüberüberstellung zeigt auf, dass ein übliches Pedelec 15 Gramm, ein Pkw hingegen 194 Gramm CO2-Äquivalente je Personenkilometer erzeugt. Vereinfacht gesagt, ist das Pedelec also mehr als 12-mal klimafreundlicher als das Auto. Dies gilt für alle Lebenswegabschnitte, also die Nutzung des Verkehrsmittels sowie die Bereitstellung des Fahrzeugs, der Infrastruktur und der Energie unter Berücksichtigung des aktuellen deutschen Strommixes.
Kombination von Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln
Auch wer einen langen Arbeitsweg hat, braucht auf den Frischekick durch das Radfahren nicht zu verzichten. Die Kombination von Rad mit Bus oder Bahn rückt immer stärker in den Fokus. An Bahnhöfen wird vermehrt Wert auf gute Abstellmöglichkeiten gelegt.
In vielen Nahverkehrszügen ist die Fahrradmitnahme an Werktagen erlaubt.
Steuerliche Vorteile
Das Aufladen privater Elektrofahrräder am Arbeitsplatz bleibt steuerfrei (BMF-Schreiben vom 29.09.2020). Obwohl das „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität“ ursprünglich nur Kraftfahrzeuge berücksichtigte, gilt die Steuerbefreiung auch für Elektrofahrräder. Der kostenlose Ladestrom zählt nicht als Arbeitslohn, weshalb keine Lohnsteuer anfällt.
Fahrradfreundliche Arbeitgeber
Fahrradfreundlichkeit rechnet sich also auch für Arbeitgeber:innen. Gut, wenn sie im Gegenzug Umzieh- und Waschgelegenheiten anbieten - und natürlich sichere Abstellplätze für die Fahrräder.
Was Unternehmen tun können, um fahrradfreundlich zu werden, verrät das ADFC-Projekt Fahrradfreundlicher Arbeitgeber.
Verschiedene Fahrradtypen für den Arbeitsweg
Wenn du bereits ein Fahrrad besitzt, ist die Botschaft klar: Aufsatteln und lospendeln. Alle ohne geeignetes Bike sollten sich überlegen, welches Rad sich für ihre Anforderungen am besten eignet. Kombinierst du dein Fahrrad mit anderen Verkehrsmitteln?
Die Antworten auf diese Fragen können dich bei der Entscheidung für ein Rad einen großen Schritt weiterbringen.
Trekkingrad
Das Trekkingbike ist wohl der vielseitige Klassiker, wenn es um alltagstaugliche und praktische Fahrräder geht. Genau diese Eigenschaften machen diese Fahrradkategorie zu einem beliebten Bike für den Arbeitsweg. Da Gepäckträger, Schutzbleche und Beleuchtung ab Werk installiert sind, sind Trekking-Bikes perfekt für tägliche Touren gerüstet.
Faltrad
Gerade im urbanen Raum, in dem Pendlerinnen und Pendler auf ihrem Weg zur Arbeit zwischen Öffis und Radweg wechseln, kommen ihre Vorteile zum Tragen. Einmal zusammengeklappt, lassen sich Falträder wunderbar auch in die Wohnung oder ins Büro tragen. Falträder sind für längere Touren eher ungeeignet, dafür sind sie aufgrund der kleineren Räder im urbanen Dickicht flott und agil unterwegs.
Gravelbike und Rennrad
Da sie besonders auf Effizienz getrimmt sind, kommst du schnell von A nach B. Alles am Rad ist genau für dieses Ziel konzipiert. Mittlerweile bieten viele Hersteller auch speziell für die Zielgruppe Pendler konzipierte Gravelbikes an, die meist noch über Schutzbleche, Lichtanlage und Gepäckträger verfügen. Damit verbinden sie auf perfekte Weise Schnelligkeit, Offroadfähigkeit und Alltagstauglichkeit.
Cityrad
Cityräder sind vorrangig für den Einsatz in der Stadt konzipiert und sind daher - wie Trekkingräder - in der Regel mit Schutzblech, Beleuchtung und Gepäckträger komplett ausgestattet. Positiv ist die ausgesprochen komfortable Sitzposition. Auch längere Strecken auf ebenen Straßen kannst du mit einem Cityrad bestens zurücklegen.
E-Bike und S-Pedelec
Durch den Motor unterstützt kannst du lange Distanzen von 20 Kilometer und mehr zurücklegen, egal ob dabei Wind oder hügeliges Terrain die Route erschweren. Außerdem fällt weg, dass du bei den ausgedehnten Touren schweißgebadet eine Dusche brauchst. Motor sei Dank.
Wenn du beim Radfahren noch ein bisschen mehr Power und Geschwindigkeit möchtest, ist vielleicht ein S-Pedelec das richtige für dich. Der Motor ist deutlich stärker und unterstützt den Fahrer oder die Fahrerin bis zu 45km/h. Allerdings fallen S-Pedelecs unter die Kleinkrafträder. Wenn du ein S-Pedelec nutzen möchtest, brauchst du neben einem Versicherungskennzeichen auch eine Fahrerlaubnis der Klasse AM.
Lastenrad
Du kannst mit ihnen größere und schwere Lasten bewegen, wofür du sonst ein Auto benötigst. Bei vielen Lastenräder hilft dabei ein starker Motor, weshalb auch Anstiege mit mehr Gepäck oder Kindern kein Problem sind. Mit einem Lastenrad lassen sich alltägliche Besorgungen, die mit einem normalen Rad schwer zu bewerkstelligen sind, praktisch mit der Pendelstrecke verbinden.
Leasing: Kann ich mein Fahrrad über den Arbeitgeber finanzieren?
Ja! Es bringt dir sogar viele Vorteile, wenn du dich für ein Dienstfahrrad interessierst. Du hast die freie Wahl, was Modelle und Marken angeht. Du brauchst auch keine Angst vor der Anschaffung von hochwertigen und damit teureren Modellen zu haben. Die Leasingrate und ergänzende Versicherungs- und Inspektionspakete finanzierst du monatlich aus deinem Bruttolohn.
Tipps zum Pendeln: Welches Equipment brauche ich?
- Beleuchtung: Gesehen und gesehen werden ist hier das Stichwort.
- Schutzbleche: Diese können bei leicht nasser Fahrbahn und verschmutztem Untergrund die Kleidung sauber halten.
- Gepäckträger: Von Vorteil, allerdings kein Muss.
- Pedale: Mit Klickpedalen hast du einen runderen Tritt und eine bessere Kraftübertragung.
- Taschen: Die einfachste Methode auch auf dem Fahrrad Gepäck zu transportieren ist ein Rucksack.
- Bekleidung: Kaufe einen Helm!
Was macht der ADFC?
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.
Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen.
Vorteile einer ADFC-Mitgliedschaft
- Einfluss auf politische Entscheidungen
- ADFC-Pannenhilfe
- ADFC-Magazin Radwelt
- Sonderkonditionen bei Partnerunternehmen
Mit dem ADFC-Bundesverband, den Landesverbänden und den Kreisverbänden in mehr als 450 Städten und Ortschaften in ganz Deutschland finden Sie mit Sicherheit auch in Ihrer Nähe die passende Ansprechperson.
Verkehrssicherheit
Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.
Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben.
Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?
Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.
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