E-Bike Transport: Welcher Fahrradträger ist der Richtige?

Wer ein Fahrrad oder eines der beliebten E-Bikes mit dem Auto transportieren möchte, für den kommen primär drei verschiedene Systeme von Fahrradträgern in Frage, die alle unterschiedlich montiert werden. Entweder auf einer vorhandenen Anhängerkupplung, auf dem Dach des Fahrzeugs oder an der Heckklappe. Der ADAC hat 2022 drei Systeme für Fahrradträger auf Handhabung, Sicherheit und Mehrverbrauch untersucht. Ein Vergleich.

Die verschiedenen Trägersysteme im Überblick

Es gibt große Unterschiede bei der Handhabung und der Spritverbrauch steigt teils erheblich an. Hier ist ein Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme:

  • Anhängerkupplungsträger: Das Trägersystem für die Anhängerkupplung war zum Beispiel komplett vormontiert, konnte von einer Person am Fahrzeug angebracht und anschließend sofort genutzt werden. Auch das Beladen mit Fahrrädern gestaltet sich dank der niedrigen Ladehöhe recht einfach. Zusätzlich bietet das System für die Anhängerkupplung einen doppelten Diebstahlschutz: einmal für den Träger selbst sowie für die E-Bikes. Dank Kippfunktion bleibt auch der Zugang zum Kofferraum im beladenen Zustand möglich. Der einzige Nachteil: Das Fahrzeug muss über eine Anhängerkupplung verfügen.
  • Heckklappenträger: Die Fahrradträger-Variante für die Heckklappe muss dagegen erst mühsam zusammengebaut werden. Dies kann, je nach handwerklichem Geschick, einige Zeit in Anspruch nehmen. Hier können Systeme mit gut lesbarer und leicht verständlicher Bedienungsanleitung punkten, um eine Fehlmontage zu vermeiden. Wer sich die Erstmontage nicht zutraut, sollte ein solches System besser vom Fachhändler zusammenbauen und am Fahrzeug montieren lassen. Das Be- und Entladen von E-Bikes ist jedoch auf Grund der Montagehöhe des Fahrradträgers doch etwas mühsam. Ein klarer Minuspunkt für das Heckklappen-System: Der Kofferraum des Autos ist nicht mehr zugänglich, solange die E-Bikes auf dem Träger montiert sind.
  • Dachträger: Dabei ist kaum Montage am Träger selbst nötig, auch ein Laie kann dieses Fahrradträger-System zusammenbauen. Der notwendige fahrzeugspezifische Querträger ist in der Regel schnell an der Dachreling des jeweiligen Fahrzeugs montiert. Weniger einfach ist dagegen das Be- und Entladen der E-Bikes. Auf Grund der Ladehöhe sind meist zwei Personen erforderlich.

Vor- und Nachteile der Fahrradträger

In der folgenden Tabelle sind die einzelnen Charakteristiken der verschiedenen Systeme inklusive ihrer positiven und negativen Eigenschaften zusammengefasst:

Trägersystem Vorteile Nachteile
Anhängerkupplung Komfortable Handhabung, gute Sicherheit, geringer Mehrverbrauch, doppelter Diebstahlschutz, Zugang zum Kofferraum bleibt erhalten Fahrzeug muss über Anhängerkupplung verfügen
Heckklappe Auch von einer Person am Fahrzeug zu befestigen Mühsamer Zusammenbau, erschwertes Be- und Entladen, Kofferraum nicht zugänglich, Gefahr von Beschädigungen an der Heckklappe
Dach Einfache Montage am Träger, passender Drehmomentschlüssel oft enthalten Mühsames Be- und Entladen, meist zwei Personen erforderlich

Unbedingt maximale Zuladung beachten

Da vor allem ältere E-Bikes recht schwer sein können, muss beim Beladen der Trägersysteme auf die maximale Zuladung geachtet werden, denn auch hier gibt es deutliche Unterschiede. So sind beim gewählten System für das Dach nur 20 kg pro Schiene erlaubt. Bei der Recherche ergab sich zudem, dass dies aktuell wohl eher einen Höchstwert darstellt. Beim System für die Heckklappe sind es dagegen 25 kg und beim Fahrradträger für die Anhängerkupplung sogar 30 kg pro Schiene. Bei diesen Werten ist jedoch unbedingt die maximale Dachlast sowie die Stützlast des verwendeten Fahrzeugs zu beachten.

Crashtest: Sicherheit der Systeme

Das beste Ergebnis im Crashtest zeigt der Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Zwar kommt es zum Kontakt mit der Heckklappe samt Dellen und eine Befestigungskralle bricht, dennoch bleiben die E-Bikes auf dem Fahrradträger.

Beim System für die Heckklappe, das lediglich im oberen Bereich der Kofferraumklappe eingehängt und mit dem unteren Bereich verspannt wird, sieht das ganz anders aus. Hier besteht die Gefahr, dass das System samt Rädern komplett nach hinten abklappt und auf dem Boden aufschlägt. Auch die Heckklappe selbst wird mit kleinen Dellen und Kratzern an den Verspannpunkten oben und unten in Mitleidenschaft gezogen.

Einen Sonderfall stellt das Crash-Ergebnis des Fahrradträger-Systems für das Dach dar, denn hier kristallisiert sich das T-Nut-System des Querträgers als Schwachpunkt heraus. Beim schwereren E-Bike, das mit einem Gewicht von 22,4 kg (ohne Sattel/Stütze) für eine etwa zehnprozentige Überladung des Transportsystems sorgt, was auch in der Praxis immer wieder zu beobachten ist, kollabiert das Aluprofil des Querträgers an den T-Nut-Stellen des Transportsystems, zwei im Bereich des Vorder- eines im Bereich des Hinterrades. In der Folge stürzt das E-Bike bei einem Crash vom Fahrzeugdach.

Auswirkungen auf das Fahrverhalten und den Kraftstoffverbrauch

Allerdings beeinflussen die Fahrradträger-Systeme das Fahrverhalten des Fahrzeugs deutlich. Steht das System im Fahrtwind, steigt der Verbrauch teilweise erheblich.

So ergaben die Verbrauchsfahrten mit den verschiedenen Systemen ein eindeutiges Bild. Während sich der Mehrverbrauch beim Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit maximal 6,3 % bei 130 km/h in erträglichen Grenzen hielt, sorgten das Dachsystem mit 34,2 Prozent und vor allem der Fahrradträger für die Heckklappe mit 44,3 Prozent für einen deutlichen Mehrverbrauch im Vergleich zur Referenzfahrt ohne Fahrradträger. Bereits bei den Fahrten mit 100 km/h war diese eindeutige Tendenz zu erkennen. Die großen Unterschiede sind konstruktionsbedingt.

Tipps vor dem Kauf

Vor dem Kauf eines Fahrradträgers sollte man sich über den vorgesehenen Einsatzzweck Gedanken machen.

Während der Transport mit der Anhängerkupplung und auf dem Dach von den Fahrzeugherstellern vorgesehen ist, ist es die zusätzliche Last an der Heckklappe oftmals nicht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vor dem Kauf eines Systems für die Heckklappe an seine Werkstatt oder den Fahrzeughersteller wenden.

Beim Transport von schweren Fahrrädern auf dem Dach empfiehlt es sich, anstelle des T-Nut-Systems eher auf eine Variante zurückzugreifen, die den Querträger vollumfänglich umfasst (z.B. mittels U-Bügel).

Es ist zu klären, wie und wo das Fahrradträger-System bei Nichtgebrauch gelagert werden kann.

Das Gewicht der zu transportierenden E-Bikes sollte bekannt sein, um eine Überladung des Transportsystems zu vermeiden.

Steht eine Urlaubsfahrt an, sollte das maximal zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs bekannt sein.

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