Vor dem Kauf eines Elektrofahrrads stellen sich einige Fragen: Welches Budget habe ich, welcher Antrieb ist sinnvoll und für welchen Zweck möchte ich das Fahrrad vor allem einsetzen? Der ADFC erklärt, welche Aspekte beim Elektroradkauf wichtig sind.
Grundlegende Fragen vor dem E-Bike Kauf
Zu den grundsätzlichen Fragen beim Fahrrad- und auch beim Elektroradkauf gehören:
- Wofür will ich das Fahrrad benutzen und was muss es deshalb gut können?
- Wie hoch ist mein Budget?
- Was benötige ich für Zubehör?
Die Antworten sollte man unbedingt beim Festlegen des Budgets berücksichtigen, denn schnell kommen für Fahrradschlösser, Gepäcktaschen, Helm, Radhose und weiteres Zubehör mehrere hundert Euro zusammen. Anforderungen und Ansprüche an ein Elektrofahrrad sind individuell unterschiedlich, wie beim Fahrrad auch: Einige wünschen sich ein Einstiegs- oder Umstiegsmodell, andere mehr oder weniger elektrische Unterstützung und wieder andere sind auf der Suche nach einer klimafreundlichen Alternative zum Auto. Aus den Wünschen ergeben sich Fahrradtyp und Ausstattung.
Gewicht des E-Bikes beachten
Ein Elektrofahrrad unterscheidet sich aber von herkömmlichen Fahrrad. Es ist es deutlich schwerer und wiegt selten unter 25 Kilogramm. Neuere Modelle mit größeren Akkus bringen sogar noch mehr auf die Waage. Dank Motorunterstützung spielt das Gewicht des E-Rads beim Fahren keine Rolle, aber beim Aufsteigen, Schieben, Wenden oder Tragen in den Keller sowie beim Transport mit Bahn und Auto. Optimal ist ein ebenerdiger Abstellplatz, denn 25 Kilogramm und mehr trägt niemand gerne regelmäßig Treppen hoch und runter.
Motorisierung und Akkus
Wie stark muss die Unterstützung wirklich sein? Es lohnt sich, Modelle in Erwägung zu ziehen, die weniger stark motorisiert sind und kleinere Akkus haben. Viele Kund:innen lassen sich von Zahlen beeindrucken, wie stark der Motor ist und wie viel Kapazität der Akku hat. Wenn im Alltag die Strecken aber in der Regel kurz sind, sind auch weniger potente Motoren völlig ausreichend. Pluspunkt: Diese E-Räder sind meist günstiger.
Wer in sehr hügeligen Regionen lebt, profitiert hingegen von Antrieben mit hohem Drehmoment und größere Akkus. Sie sind auch für Reisen mit langen Etappen sinnvoll. Akkus sind die teuersten Verschleißteile am Elektrorad, daher sollte man sich erkundigen, ob es auch in einigen Jahren noch Ersatz dafür gibt.
Drehmoment als Kriterium
Mit dem Boom der E-Mountainbikes rückte das Kriterium Drehmoment in den Vordergrund. Mehr Drehmoment ist aber nicht unbedingt besser: Ein E-Mountainbike braucht im Gelände ein hohes Drehmoment bei niedrigen Geschwindigkeiten, das unmittelbar einsetzt. Im Alltag und auf Tour ist diese starke und schnelle Beschleunigung weder erforderlich noch sinnvoll.
Trotzdem sind viele E-City- und E-Trekkingbikes mit den stärksten Motoren ausgestattet. Für Ungeübte ist das eher gefährlich, weil die Sturzgefahr steigt. Normal Trainierte kommen auch mit weniger Drehmoment den Berg hoch, wenn man, wie beim Fahrrad ohne Motorunterstützung, einen oder zwei Gänge herunterschaltet. Stärkere Motoren sind für schwere und weniger trainierte Menschen und in sehr bergiger Gegend sinnvoll.
Ergonomie und Komfort
Die Ergonomie ist beim Elektrorad genauso wichtig wie beim Fahrrad. Je besser das Rad ergonomisch passt, desto weniger elektrische Zusatzenergie ist erforderlich und desto weniger körperliche Beschwerden treten auf, zumal man öfter weitere Strecken fährt, aber weniger körperliche Spannung beim Treten aufbaut. Eine Federgabel ist trotz des höheren Gewichts zu empfehlen, da man mit dem Elektrorad oft zügiger unterwegs ist.
Die Rahmengröße ist essenziell, um sich auf dem Pedelec wohlzufühlen. Bei einem City-E-Bike kann der Rahmen aber zum Beispiel völlig andere Maße haben als bei einem E-Mountainbike-Fully. Deshalb machen die meisten Hersteller Vorgaben für eine erste Orientierung (z. B. Eine grobe Ahnung, welche E-Bike-Rahmengröße passen könnte, gibt die Schrittlänge. Nimm ein Buch oder eine Wasserwaage zwischen die Beine. Der Buchrücken/die Waage sollte sachte im Schritt anliegen, nicht hochziehen! Die senkrechte Buch- bzw. Die Rahmengeometrie des jeweiligen E-Bike-Modells bestimmt auch die Sitzposition.
„Vorteile einer aufrechten Haltung sind unter anderem, dass sie rückenschonend ist, die Handgelenke nicht stark belastet, man frei atmen kann und eine gute Übersicht über das behält, was um einen herum passiert", erklärt Frank Bering von Fahrrad Rückenwind in Hessen. Wer dagegen mit dem Pedelec hauptsächlich sportlich unterwegs sein möchte, braucht eine flachere Sitzposition, die die Kraftübertragung aufs Pedal verbessert und windschnittiger ist. Das Wichtigste jedoch: Man muss sich wohlfühlen.
Nabenmotor vs. Mittelmotor
Grundsätzlich gibt es den Naben- und den Mittelmotor . Ein Mittelmotor sitzt im Tretlager - also dort, wo die Pedalkurbeln zusammentreffen. Außerdem lässt sich die Schaltung problemlos mitnutzen - der Motor läuft dadurch immer im idealen Bereich.
Generell gilt: „Je mehr Wattstunden, desto größere Reichweite . Aber auch umso schwerer ist der E-Bike-Akku", sagt Frank Bering. „Entscheidend ist die Nutzung des E-Bikes", erklärt Cem Tokgözoglu. Bei gleichem Akku kann das mit dem Pedelec 40 oder 120 Kilometer pro Ladung bedeuten. „Insgesamt aber liegen die Reichweiten heutiger Akkus über den Strecken, die der durchschnittliche Radler fährt.
Eine Kettenschaltung erfordert mehr Wartung und hat einen höheren Verschleiß. Allerdings ist sie günstiger und sie lässt sich feiner einstellen. Eine Nabenschaltung ist wartungs- und verschleißarm und einfacher zu bedienen. Allerdings ist sie teurer und schwerer.
Beim E-Bike-Kauf kommt es natürlich auch auf das verfügbare Budget an. Wichtig ist jedoch, sich über die hauptsächliche Nutzung und die individuellen Präferenzen klar zu werden. Pendlern könnte ein Fitness-E-Bike mit etwas dynamischerer Sitzposition gefallen.
E-Bike Technik & Ausstattung im Überblick
Herzstück eines E-Bikes ist der Motor - doch welcher E-Bike-Motor passt zu deinem Fahrverhalten? In unserer Übersicht stellen wir dir die gängigsten Systeme vor. Ebenso entscheidend: die Motorposition. Ob vorne, mittig oder hinten - jede Variante bringt Vor- und Nachteile mit sich. Natürlich spielt auch der Akku eine zentrale Rolle. In unserer E-Bike-Akku-Übersicht zeigen wir dir die Unterschiede zwischen Kapazitäten und Systemen. Zusätzlich gibt’s eine E-Bike-Akku-Kaufberatung für alle, die genau wissen wollen, worauf es ankommt.
Abgerundet wird dieser Bereich durch unsere E-Bike-Display-Übersicht, die dir die wichtigsten Steuerungs- und Infoeinheiten erklärt.
E-Bike Komfort & Alltag
Damit dein E-Bike nicht nur funktioniert, sondern sich auch gut anfühlt, ist der richtige Aufbau entscheidend. Besonders wichtig: Welche E-Bike-Rahmengröße ist die richtige für dich? Und wie gelingt ein sicherer, intuitiver Einstieg? Unser Ratgeber zur E-Bike-Bedienung zeigt dir, wie einfach der Umgang mit moderner E-Bike-Technik sein kann - auch für Einsteiger.
Ob du mit deinem Bike auf große Reise gehst oder einfach zur Arbeit pendelst - gute Planung ist alles. In unserem Ratgeber zu E-Bike-Touren & Reisen bekommst du wertvolle Tipps für deine Ausflüge.
Die verschiedenen E-Bike-Typen
Es gibt für jedes Vorhaben das optimale E-Bike, du musst dir im Vorfeld allerdings ein paar Gedanken machen. Die wenigsten von uns finanzieren ein E-Bike nebenbei aus der Portokasse, daher gilt es, Fehlkäufe möglichst zu vermeiden.
Zuerst solltest du deinen Fahrstil unter die Lupe nehmen. Fährst du mit dem Fahrrad zur Arbeit, durch die Stadt, zum Einkaufen, zur nächsten Kneipe und allenfalls kleinere Touren? Planst du eine mehrtägige Bike-Trekking-Tour über die Alpen? Trail-Schrubben ist genau dein Ding? Das Bein über den Sattel zu schwingen ging früher auch irgendwie leichter?
Sich über den beabsichtigten Einsatzzweck in Klaren zu sein, ist bei der E-Bike Suche der erste Schritt, um später dein Traumrad zu finden. Denn wie beim regulären Fahrrad auch gibt es unter den E-Bikes zahlreiche verschiedene Typen - vom Cityrad bis hin zum Mountainbike. Wir stellen dir die einzelnen Kategorien kurz vor.
- Trekking E-Bikes: Trekking E-Bikes sind für Fahrradreisen gedacht und entsprechend ausgestattet mit allem was unterwegs wichtig ist. Der Rahmen und der Gepäckträger sind dafür gemacht, Einiges an Gewicht zu stemmen. So kannst du dein Gepäck in Fahrradtaschen verstauen und am Bike befestigen. Beleuchtung, Schutzbleche, Bremsen - alles ist vorhanden, um dein Pedelec verkehrssicher zu machen.
- E-Mountainbikes: Nicht nur die Wege des Alltags sind heute ein Betätigungsfeld für E-Bikes. Die sportlicheren Varianten sind werden immer beliebter, denn sie eröffnen den Fahrern völlig neue Horizonte. Wer die Fahrt bergauf nicht selbst bewältigen will oder kann, aber auch nicht auf einen Shuttle-Service oder eine Seilbahn zurückgreifen möchte, fährt auf einem E-Mountainbike mit elektrischer Hilfe den Berg hinauf-, inzwischen sogar ohne jegliche Einbußen des Fahrspaßes bergab.
- City-E-Bikes: City-E-Bikes sind unschlagbare Alltagshelfer, mit denen du kürzere oder mittlere Strecken in und um die Stadt spielend hinter dir lässt. Die Fahrt zur Arbeit oder Schule, Einkaufsfahrten oder Freizeittrips - all das kannst du völlig unabhängig von Verkehrsstoßzeiten oder öffentlichen Fahrplänen genießen. Kindersitze, Fahrradkörbe oder Fahrradtaschen reisen gepflegt auf dem Gepäckträger mit.
- E-Kompakträder und E-Falträder: Ganz besonders praktisch für die City sind platzsparende E-Kompakträder, noch etwas kleiner machen sich E-Falträder, zumindest in geparkter Form. Die Städte werden immer voller, da ist es ein echter Vorteil, wenn E-Bikes sich immer kleiner machen.
- Urban E-Bikes: Wenn du großen Wert auf Design und Stil bei der Fahrradwahl legst, solltest du dich bei den Urban E-Bikes umschauen. Clean, elegant und von sämtlichem Schnickschnack befreit tragen sie zu deinem urbanen Lebensgefühl bei.
- Cross-E-Bikes: Cross-E-Bikes sind die etwas sportlicheren Alltags-E-Bikes. Rahmengeometrie und Bereifung erlauben auch Fahrten im Gelände, daher sind Cross-E-Bikes meist mit Kettenschaltung anzutreffen. Sie haben dann eine große Auswahl an Gängen mit denen auch Touren durch Wald und Wiesen Spaß machen.
- E-Lastenräder: E-Lastenräder mit Antriebsassistenz sind die Packesel unter den Fahrrädern. Mit einer Ladefläche oder einer Transportkiste mit oder ohne Sitzplätze für Kinder sind diese Bikes zwar im Straßenbild noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber unübertroffen praktisch.
- E-Rennräder: Auch bei den E-Rennrädern legen die Hersteller nach und entwickeln seit dem Saisonstart 2023 ihre E-Bikes konsequent weiter. Das Angebot an E-Roadbikes wächst stetig, immer leichtere Antriebe und aerodynamische Akkus haben den Racern eine Daseinsberechtigung beschert.
- Kinder E-Bikes: Die Saison 2023 wird einen sprunghaften Anstieg bei den Kinder-E-Bikes verzeichnen, zumindest stellen sich die Fahrradproduzenten das so vor. Ob ein Kind/Jugendlicher nun auf ein E-Bike gehört oder nicht, bleibt dahingestellt, verboten ist es zumindest nicht, denn es gibt kein Mindestalter für die Nutzung eines E-Bikes.
Diamant, Trapez, Tiefeinsteiger: Welcher Rahmen passt zu dir?
In den meisten Fällen bedingt der Fahrstil zunächst einmal die Form des Rahmens. Der Rahmen ist das Grundgerüst deines Bikes und legt somit fest, was das Bike kann und was nicht. Als größtes Bauteil beeinflusst er maßgeblich das Gewicht und Handling des fertigen Fahrrads. Der Rahmen muss zu deiner Körpergröße passen und bestimmt zum größten Teil die Fahrhaltung, die du auf dem Bike einnimmst.
- Diamantrahmen: Erste Wahl für sportliche E-Bikes, häufig als Unisex-Rahmen bezeichnet aber primär an Männer gerichtet, äußerst stabil, geringes Gewicht, hoher Einstieg, aufrechte Sitzposition nicht für jeden Rücken geeignet.
- Trapezrahmen: Hohe Steifigkeit für einen stabilen Rahmen, für sportliches und langes Fahren (z.B. auf Touren) geeignet, geringere Überstandshöhe, besonders für Frauen geeignet, das Aufsteigen fällt leichter als bei Diamantrahmen, höherer Einstieg als beim Tiefeinsteiger.
- Tiefeinsteiger: Sehr bequeme Sitzhaltung, absorbiert Bodenunebenheiten, hoher Komfort für Tagestouren oder Fahrten in der Stadt, eignet sich für häufiges Auf- und Absteigen, geringere Steifigkeit, hohes Gewicht, schwerfälliges Fahrverhalten.
Heute hat man sich von der früher üblichen Unterscheidung in Damenfahrräder und Herrenfahrräder verabschiedet. Viele Frauen fühlen sich auf einem Diamantrahmen pudelwohl, viele Herren schätzen das bequeme Auf- und Absteigen, das ein Waverahmen ermöglicht. Das ist bei E-Bikes nicht anders, allerdings solltest du vor dem Kauf beides probefahren, denn nicht nur die Rahmenform unterschiedet sich, auch die Maße des Rahmens sind an die unterschiedlichen Körperproportionen von Damen und Herren angepasst. Da ein E-Bike doch mehr kostet als ein Fahrrad, und es daher in vielen Familien abwechselnd genutzt werden soll, bieten zahlreiche Hersteller Unisex-Modelle an, auf denen sich jeder daheim fühlt.
Der E-Bike Kauf: Was musst du ausgeben?
Wollen wir doch mal ehrlich sein: ein E-Bike ist nicht billig. Wir verraten dir, was du für dein Geld bekommst. Es gibt übrigens die Möglichkeit ein E-Bike zu finanzieren oder zu leasen. Außerdem unterstützen viele Arbeitgeber die Anschaffung eines Dienst-E-Bikes!
- Bis 2000 Euro: Von E-Bikes unter 1700 Euro solltest du besser die Finger lassen, gespart wird da nämlich an der Qualität. Knapp unter 2000 Euro liegen die einfachen Einsteigermodelle. Hier finden sich E-City-Bikes für Damen und Herren oder einfache Trekking und Cross-E-Bikes.
- 2000 bis 3500 Euro: Du bekommst was du bezahlst, das gilt auch für E-Bikes. Bis 3500 Euro gibt es solide E-Bikes mit guter Ausstattung und Komponenten von guter Qualität. Die Reichweite und Lebensdauer der Akkus nehmen zu, dafür nimmt das Gewicht des Bikes ab.
- Ab 3500 Euro: Ab 3500 Euro bekommst du E-Bikes die so richtig Spaß machen. Hier gibt es nach oben eigentlich keine Grenze, entsprechend sind auch die Komponenten von „sehr gut“ über „ganz hervorragend“ bis „vom Allerfeinsten“.
Leasing, Finanzierung, Förderung
Du hättest gerne ein E-Bike, klar, sonst hättest du nicht bis hierher gelesen. Aber es gibt auch andere, die gerne hätten, dass du ein E-Bike hast. Wir, auch klar. Aber auch dein Arbeitgeber zum Beispiel. Denn Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, sind meist entspannter, besser gelaunt und leistungsfähiger. Außerdem sind sie seltener übergewichtig und weniger krank.
E-Bike Test
Wir arbeiten uns intensiv in die immer umfangreicher werdenden Apps ein, checken, welche Daten die Displays am Rad anzeigen, vergleichen Garantieleistungen der Hersteller, messen die Durchstiegshöhe, den Q-Faktor und die Lautstärke jedes Rads, wiegen es, betrachten im Dunkeln die Leistung der Lichtanlagen und schauen uns genau an, wie einfach etwa der Gepäckträger zu handhaben ist. Mehr als 120 Parameter umfasst unser Testschema. Das ist übrigens komplett neu. Die Technik der E-Bikes ist stetig im Wandel. Daher war es dringend an der Zeit, unsere wichtigste Bewertungsgrundlage zu überarbeiten.
Der Jahrgang 2025 bringt einige technische Neuerungen zur Serienreife. Ganz oben auf der Innovationsliste: die Automatik-Schaltung. Gleich eine ganze Reihe an Testrädern im Großen ElektroRad-Test (GERT) 2025 sind mit den intelligenten Getrieben ausgestattet.
Viele Fahrradbauer nehmen vermehrt den Budget- und mittelpreisigen Sektor in den Fokus. Die größte Zahl an Testrädern sind und bleiben allerdings die Mittelklasseräder im Preissegment zwischen 3000 und 5000 Euro. Das ist viel Geld. Doch genau hier bekommen Sie die attraktivste Mischung aus hochwertigen und innovativen Komponenten an clever zusammengestellten und für den jeweiligen Einsatzzweck optimierten Bikes. In dieser Preisklasse fangen in der Regel auch für Vielfahrer wichtige Details an: Ein Rahmen in möglichst vielen Größen und Varianten etwa. Günstigere Modelle haben manchmal nur eine Einheitsgröße.
Mit dem neuen Testschema hält auch eine neue Unterkategorie Einzug in den GERT: Trekking-Light. Denn diese Klasse war vor wenigen Jahren eine Nische, wird inzwischen aber immer wichtiger. Etwas reduzierte Motorkraft, kleinere Akkus, dafür Fahrleistungen, die sehr nah dran sind am klassischen Trekkingrad ohne Motor. Dieses Konzept lockt zahlreiche Pendler, Tourenfahrer und sogar Radreisende an. Und - das beobachten wir immer wieder - auch Zweitkäufer überzeugt es. Und doch bleibt das klassische Trekkingrad mit großem Akku, kraftvollem Motor und vielseitiger Alltagsausstattung das beliebteste Pedelec in Deutschland.
Mit den Testrädern in fünf Unterkategorien folgen die Stadträder. Diese Klasse ist noch einmal deutlich vielseitiger als die Trekking-Kategorie. Die Klasse City-Standard (als vergleichbare Gruppe zu Trekking-Standard, früher schlicht Stadträder genannt), sind klassische „Brot-und-Butter-Räder“, im positivsten Sinne. Sie sind praktische Helfer, vielseitig, komfortabel und vergleichsweise preiswert. Urbanbikes sind oft etwas leichter und wendiger als die Standard-Modelle. Kompakträder punkten vor allem durch ihr unnachahmliches Handling, sind aber auch extrem vielseitig. Unsere Falträder im Test sind extrem unterschiedlich. Fatbikes sind ebenso dabei wie wahre Pendler-Wunderräder.
Wie sehr das Thema Radgewicht an Bedeutung gewinnt, zeigt sich daran, dass erstmals seit Beginn des GERT das Durchschnittsgewicht aller Testräder (ohne Cargo-Bikes) gesunken ist - und zwar deutlich. 25,6 Kilogramm ist der Mittelwert. Im vergangenen Jahr lag der noch bei 27,1 kg. Nicht gesunken ist der mittlere Preis. Er liegt bei 4950 Euro und somit etwas über dem Vorjahresschnitt.
E-Bike vs. Pedelec vs. S-Pedelec
Die Unterscheidung ist ganz einfach, wird aber im Alltag meist nicht gemacht. Der Oberbegriff E-Bike hat sich anstelle von Pedelec eingebürgert, aber eigentlich ist nicht jedes Zweirad mit Elektro-Antrieb gleich ein „E-Bike“.
- Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis zu 250 Watt, Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h. Pedelecs machen mit 95% den größten Anteil an elektrischen Fahrrädern aus. Du benötigst keinen Führerschein, es besteht keine Helmpflicht, Fahrradanhänger sind erlaubt und du darfst auf Fahrradwegen fahren.
- S-Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis 450 Watt, Antriebsunterstützung bis 45 km/h. Du brauchst einen Führerschein, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht. Darf in Städten nicht auf Fahrradwegen gefahren werden, Anhänger sind verboten!
- E-Bike: Zweirad mit Motor. Ein E-Bike ist also im ursprünglichen Sinne kein Fahrrad, sondern ein Mofa. Trotzdem hat sich der Begriff als Synonym zum Pedelec eingebürgert.
Motorposition: Mittelmotor, Heckmotor oder Frontantrieb?
Heckmotoren haben ihre Vor-, und Nachteile und überzeugen vor allem durch die direkte Kraftübertragung auf das Hinterrad. Wir empfehlen allerdings E-Bikes mit Mittelmotoren, da sie sich als leise, zuverlässig und verschleißarm erwiesen haben und das Fahrverhalten kaum beeinflussen.
Von E-Bikes mit Frontmotoren solltest du lieber die Finger lassen, denn sie verlagern den Schwerpunkt des Bikes ungünstig, außerdem sind sie störanfällig. Generell empfehlen wir Technik aus bewährter Produktion. Hersteller wie Bosch, Yamaha, Shimano, Brose, Panasonic, TranzX, BionX oder Impulse haben zwar ihren Preis, unter dem Strich erweisen die Komponenten allesamt als leistungsstärker und haltbarer als Billig-Importe. Du solltest auf keinen Fall ein teures E-Bike mit günstigen Fernost-Ersatzteilen bestücken, Fehlfunktionen wären vorprogrammiert!
Worauf du beim Akku achten solltest
Den Akku eines E-Bikes findest du entweder in den Gepäckträger eingebaut, am Rahmen montiert oder in den Rahmen integriert, wobei die vollintegrierten Akkus wie z.B. der PowerTube von Bosch aktuell am häufigsten verbaut werden. Sie fallen optisch nicht weiter auf, sind durch das Rohr vor äußeren Einflüssen geschützt und beeinflussen den Schwerpunkt des Fahrrads und somit die Fahreigenschaften weniger. Die Reichweite hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Akku-Kapazität (von 400Wh bis 750Wh, mit Range Extender oder Dual Akku auch gerne bis zu 1500Wh), das Alter des Akkus, das Gewicht des Fahrrads und auch die Qualität des Akkus und des Motors spielen eine Rolle.
| Akkukapazität (Wh) | Faktoren, die Reichweite beeinflussen |
|---|---|
| 400-750 (bis 1500 mit Range Extender) | Alter des Akkus, Gewicht des Fahrrads, Qualität von Akku und Motor, Gegenwind, Unterstützungsstufe, Steigungen |
Da aber auch Faktoren wie Gegenwind, gewählte Unterstützungsstufe oder Steigungen die Reichweite beeinflussen, können die Hersteller nur ungefähre Angaben machen. Versuche deswegen nicht nur die angegebene Reichweite zu vergleichen, sondern auch das Gesamtgewicht des E-Bikes, den Motor und natürlich die effektive Akku-Kapazität mit in deine Entscheidung einfließen zu lassen. Faustregel ist aber: Je mehr Qualität du dir hier leistest, desto weiter wirst du damit kommen.
Lieber nicht nachrüsten!
Die Rechnung „altes, billiges Fahrrad + Nachrüstmotor = günstiges E-Bike“ geht selten auf. Die wenigsten Fahrräder eignen sich für den Umbau, diesen selbst vorzunehmen empfiehlt sich meist nicht, denn schließlich willst du mit einem sicheren Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen. Ein gutes Fahrrad + Nachrüstmotor + Mechanikerkosten = lohnt sich nicht! Kauf dir lieber gleich ein richtiges E-Bike, dessen Rahmen und Komponenten auf den Antrieb abgestimmt wurden.
Schnäppchen finden
Es geht aber auch günstiger. Jedes Jahr bringen Hersteller wie Cube, Haibike, Specialized, Ghost und viele mehr neue Modelle auf den Markt. Die Fahrradhändler müssen dann in ihren Lagern Platz für die Neuware schaffen und verkaufen die Vorjahresmodelle zum reduzierten Sparpreis. In diesem Zeitraum, häufig von Ende August bis zum Anfang der Saison im Mai, kannst du bei BikeExchange extrem günstige Schnäppchen machen.
Bedienung eines E-Bikes
Ein E-Bike wird grundsätzlich angetrieben wie jedes andere Fahrrad auch. Du kannst E-Bikes mit Kettenschaltung und vielen Gängen bekommen oder mit Nabenschaltung und wenigen Gängen. Es gibt auch E-Bikes mit Rücktrittbremse. Ganz simpel. Den Antriebsassistenten bedienst du in der Regel über ein Display am Lenker, dort stellst du dein Unterstützungslevel ein. Viele dieser Displays sind richtige Bordcomputer, die dir zahlreiche Informationen liefern wie verbleibende Akkureichweite, Geschwindigkeit, verbrauchte Kalorien und vieles mehr. Die Unterstützungslevel bestimmen, wie viel Schubkraft der Motor deiner Tretbewegung beisteuert. Die meisten E-Bikes haben drei oder fünf Assistenzlevel, sie reichen von „Du musst fast nichts selber machen“ bis hin zu „Puh - Workout ist angesagt!“. Ansonsten musst nur noch den Akku über das mitgelieferte Ladegerät an der Steckdose aufladen, wenn er schlapp macht.
Probefahrt und Fachberatung
Immer gilt: Nutze die Möglichkeit einer fachkundigen E-Bike-Kaufberatung und mach ein paar Probefahrten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, mit welchem Pedelec-Modell du dich wohlfühlst.
Grundsätzlich ist es zu empfehlen, Elektrofahrräder in Fachgeschäften zu kaufen. Die Technik ist beratungsintensiv. Und wenn die Elektronik mal nicht so funktioniert, wie sie sollte, ist es wichtig, Ansprechpartner:innen vor Ort zu haben.
Wichtig ist eine Probefahrt, um festzustellen, ob das Rad passt und man mit der Bedienung zurechtkommt. Man sollte sich die Funktion ausführlich erklären lassen und sich genug Zeit nehmen, die Motorsteuerung auszuprobieren. Dabei gilt: Vorsicht!
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