Der Sommer ist vorbei, und die nassen und kalten Jahreszeiten stehen vor der Tür. Viele Fahrradfahrer, auch E-Biker, motten ihre Räder für einige Monate ein. Doch ist das wirklich nötig? Auch im Herbst und Winter gibt es viele schöne Tage, die zu kleineren und größeren Fahrradtouren einladen. Hier klären wir alles Wichtige, wie du mit dem E-Bike gut durch die kalten Jahreszeiten kommst.
Sollte ich mein E-Bike im Herbst und Winter überhaupt nutzen?
Solange die Witterungsbedingungen nicht zu extrem sind und du dich selbst sicher und wohl auf deinem E-Bike fühlst, spricht nichts gegen eine Nutzung des E-Bikes - selbst bei nasskaltem Wetter. Eine Tour über die laubbedeckten Wege des Herbstwaldes oder durch die vitalisierende Kälte klarer Wintertage kann ein ganz neues Fahrgefühl vermitteln.
Natürlich solltest du aber gerade bei ungewohnten Straßen- und Untergrundverhältnissen immer Wert auf einen angemessenen und vorsichtigen Fahrstil legen. All-Terrain Reifen können die Fahrsicherheit erhöhen, da sie über ein gröberes Profil als normale Reifen verfügen und somit mehr Traktion und Halt bieten.
Materialprüfung und Pflege
Generell können E-Bikes wie Fahrräder ohne elektrischen Antrieb im Winter verwendet werden. Der Antrieb ist für das Fahren bei Kälte, Regen und ähnlichen Witterungen ausgelegt. Trotzdem gibt es einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, damit es keine bösen Überraschungen gibt.
Funktionsprüfung
Das Material sollte auf seine Funktion geprüft werden, denn es gibt nichts Schlimmeres, wenn dies schlecht oder gar nicht funktioniert. Bitte prüfe daher folgende Rad-Teile auf ihre Funktion und ihren Verschleiß:
- Bremsen: Aufgrund von Salz, Dreck und anderen Faktoren ist der Verschleiß der Beläge höher. Achte daher darauf, dass noch genügend Bremsbelag vorhanden ist. Generell sind Scheibenbremsen etwas besser als Felgenbremsen, da diese technisch bedingt einen kürzeren Bremsweg bei widrigen Bedingungen haben.
- Beleuchtungssysteme: In der kalten Jahreszeit ist es extrem wichtig, eine einwandfreie Fahrradbeleuchtung zu haben, damit du nicht nur gesehen und als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen wirst, sondern auch selbst entsprechende Gefahrenstellen deutlich besser erkennst. Hier kann es sogar empfehlenswert sein, auf neuwertige LED-Technik umzurüsten.
- Antrieb: Ähnlich wie bei der Bremse ist auch der gesamte Antriebsstrang von Kettenblätter, Kassette und Kette durch die entsprechende Witterung stärker beansprucht. Der Verschleiß lässt sich mittels einer Messlehre prüfen.
- Reifen, Griffe und Pedale: Sind starke Abnutzungen wie Risse oder Materialbrüche zu erkennen? Dann ist es ratsam, die Teile auszutauschen.
Materialpflege
Außerdem empfehlen wir eine regelmäßige Pflege des Materials:
- Eine regelmäßige Pflege ist sehr wichtig; vor allem die Kette regelmäßig reinigen und ölen. Sie leidet am meisten unter Nässe und Schmutz.
- Generell gilt: keine Reinigung mit dem Hochdruckreiniger. Eine unsachgemäße Nutzung damit kann sowohl die Elektronik als auch die Lager zerstören.
E-Bike bei Regen und Schnee
Die Elektronik des Rades ist so konstruiert, dass sie vor normalem Regen ebenso wie vor Spritzwasser geschützt ist. Du solltest jedoch darauf achten, dass die Elektronik des Fahrrads nie unter Wasser getaucht wird. Um extrem tiefe Pfützen, die bis zur Nabe reichen, solltest du daher lieber einen Bogen machen. Auch solltest du darauf achten, dass das E-Bike keinen dauerhaft feuchten Bedingungen ausgesetzt ist.
Bei Schnee und Eis können Reifen mit Spikes montiert werden. Diese Reifen bieten selbst bei eisigen Oberflächen noch einen sicheren Halt. Das lohnt sich jedoch nur, wenn wenig bis gar nicht geräumt wird. Auf der nicht schneebedeckten Straße ist der Verschleiß der Spike Reifen extrem hoch.
Bei einer gelegentlichen Nutzung reicht es oftmals, die Reifen mit einem Luftdruck im Bereich des minimal empfohlenen Luftdrucks zu fahren (abhängig von Fahrergewicht und eventueller Zuladung). Durch die erhöhte Auflagefläche bietet der Reifen mehr Traktion. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sich das Fahrverhalten ändert und etwas “schwammiger” wird und durch den geringeren Luftdruck eher Reifenpannen entstehen
Wenn du ein Fahrrad oder ein E-Bike besitzt, dann sollte zu deiner Ausstattung auch eine Fahrradpumpe gehören. Sie hilft dir immer den richtigen Luftdruck im Reifen zu haben. Je nach Art der Luftpumpe, kannst du sie auch mit auf Fahrradreisen oder Radtouren mitnehmen.
- Dämpferpumpen
- Minipumpen (besonders gut für Tagestouren geeignet)
- Standpumpen
Den E-Bike Akku pflegen
An sich ist ein Akku sehr pflegeleicht und benötigt kaum Pflege. Im Winter benötigt er aber etwas mehr Aufmerksamkeit, damit er keinen Schaden nimmt.
Ähnlich wie bei uns Menschen hat der Akku auch eine Wohlfühltemperatur. Diese liegt zwischen 10°C und 25°C. In diesem Temperaturbereich arbeitet er am effizientesten. Im Umkehrschluss heißt das, dass er bei Temperaturen unter 10°C an Kapazität einbüßt und die Reichweite sinkt.
Daher gilt:
- Lagere den Akku nicht draußen, sondern nehme ihn mit in das Haus oder Büro, damit er vor den Witterungen geschützt ist.
- Lade den Akku erst, wenn er Raumtemperatur angenommen hat. Im Extremfall kann sonst der Seperator zu Schaden kommen und einen Kurzschluss verursachen.
- Der Akku kann ohne Bedenken zwischen geladen werden. Er muss weder komplett leer sein, noch muss er vollständig geladen werden. Dadurch erleidet der Akku keinen Memory-Effekt oder ähnliche Schäden.
Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, den Akku erst kurz vor Antritt der Fahrt an das Rad zu montieren und von Beginn an mit einer leichten Unterstützung zu fahren. So kühlt der Akku nicht aus, da er bei der Verwendung Eigenwärme produziert.
Wo stelle ich mein E-Bike am besten unter?
Bei der Wahl des richtigen Unterstellplatzes für dein E-Bike solltest du vor allem zwei Dinge berücksichtigen: Zum einen sollte es an einem Ort gelagert werden, der vor Regen und Schnee geschützt ist. Zum anderen solltest du darauf achten, dass die Luft hinreichend um das Rad zirkulieren kann, da ansonsten die Gefahr besteht, dass das E-Bike durch die Bildung von Stauwasser stetiger Feuchtigkeit ausgesetzt ist.
Eine gemeinsame Unterstellung mit einem Auto ist übrigens nur bedingt zu empfehlen, da das Auto Schmutzpartikel und Feuchtigkeit absondert, die sich auch auf das Fahrrad übertragen.
Passende Kleidung für das Fahren im Winter
Bist du mit der passenden Kleidung für ein Fahren im Winter ausgerüstet? Hier geben wir einige Tipps:
- Über den Kopf verlieren wir extrem viel Wärme. Daher ist eine winddichte Helmmütze oder ein Stirnband eine sehr gute Lösung. Sie passen sehr gut unter den Helm. Auch Helmcover schützen etwas vor dem kalten Fahrtwind, sind aber bei weitem nicht so effektiv wie die genannten Schutz-Utensilien aus Stoff.
- Das Gesicht ist besonder kälteempfinglich. Hier empfiehlt sich ein Schlauchtuch oder eine Gesichtsmaske. In Extremfällen kann auf freie Hautstellen eine schützende bzw. wärmende Creme aufgetragen werden.
- Gute Handschuhe sind im Winter unverzichtbar. Besonders interessant sind die “Hummer-Fäustlinge”, bei denen zwei Finger zusammen im Handschuh stecken. Diese halten die Hände besser warm als gewöhnliche Handschuhe und die Handfunktion ist kaum eingeschränkt.
- Auch die Füße benötigen einen besonderen Schutz. Spezielle Winterschuhe mit höherem Schaft und Fütterung sind eine gute Option. Außerdem halten Thermo Überschuhe aus Neopren oder einem ähnlichen Material die Füße gut warm und sind etwas kostengünstiger. Bei Bedarf können zusätzlich beheizbare Einlegesohlen die Füße wie eine Sitzheizung im Auto wärmen.
- Für den Oberkörper und die Beine hat sich das Zwiebelprinzip gut bewährt. Ziehe daher mehrere dünne Lagen übereinander. Diese kann z.B. aus einem langen Unterhemd/Hose, kurzes Trikot, langes Trikot und einer Regenjacke bestehen. Spezielle Funktionsfaser oder auch Merinowolle eignen sich besonders gut. Als äußerste Lage ist es sinnvoll, ein windabweisendes und wasserfestes Material zu verwenden, das bestenfalls hell ist und reflektiert, damit du im Dunkeln gut zu sehen bist.
Generell solltest du vor dem Kauf neuer Radbekleidung diese am Rad testen. Wie fühlen sich die dickeren Handschuhe am Lenker an? Fühle ich mich mit der Hose auf dem Sattel wohl?
Tipps zum sicheren Fahren
Nachdem das E-Bike und du jetzt startklar sind, solltest du noch einige wichtige Dinge beachten:
- Generell sollte man bei extremen Wetterbedingungen sowohl das Rad als auch das Auto stehen lassen. Nur wenn es die Wetterbedingungen und die eigenen Fähigkeiten zulassen, kann man sich mit dem Rad bewegen.
- Fahre immer mit Helm. Es geht um den eigenen Schutz!
- Beim Anfahren sollte nicht die höchste Unterstützungsstufe gewählt werden. Fahre in einer geringen Fahrstufe los, um das Durchdrehen des Hinterrades bzw ein Ausrutschen zu verhindern.
- Auch Winter- bzw. Spike Reifen schützen nicht immer vor einer Rutschpartie. Daher fahre immer aufmerksam und vorausschauend. Vermeide ruckartige Lenkbewegungen und Schneewälle, da du sonst stürzen kannst.
- Sollte es doch einmal rutschig werden, dann vermeide das Bremsen und halte die Spur gerade. Lass das Rad ausrollen, bis du wieder auf sicherem Untergrund bist
- Ähnlich wie beim Anfahren solltest du auch starkes oder ruckartiges Bremsen vermeiden. So verhinderst du das plötzliche Blockieren der Räder und einen daraus resultierenden Sturz.
Das E-Bike einlagern / E-Bike überwintern
Möchtest du dein E-Bike im Winter nicht nutzen, es dafür aber einlagern, haben wir folgende Empfehlungen:
- Der optimale Akkuladezustand zum Einlagern ist zwischen 30% und 90%. Da der Akku eine leichte Selbstentladung hat, sollte darauf geachtet werden, dass sich dieser nicht tiefenentlädt, da er sonst Schaden nehmen kann. Auch wenn der Akku vollständig aufgeladen ist, belastet dies unnötig die Zellen. Dementsprechend sollte auch ein Ladezustand bei der Einlagerung von 100% vermieden werden.
- Eine gründliche Reinigung ist sehr empfehlenswert. Damit das Rad in einem sauberen Zustand eingelagert wird und über die Dauer keine Korrosionsschäden entstehen. So kann es im Frühjahr mit wenigen Handgriffen wieder startklar gemacht werden.
- Das E-Bike sollte möglichst trocken gelagert werden. Stelle das Rad daher nicht vor der Haustüre.
Akkus mögen keine Minusgrade
E-Bike-Akkus sind kälteempfindlich. Der Akku verliert bei niedrigen Temperaturen schneller an Leistung, was sich direkt auf die Reichweite auswirkt. Besonders kritisch wird es, wenn das Thermometer unter 10 Grad Celsius fällt. Der elektrische Widerstand im Inneren der Batterie steigt, was die Leistungsfähigkeit mindert.
Die richtige Temperatur für Akku und Fahrer
Der Akku fühlt sich bei Zimmertemperatur am wohlsten. Deshalb ist es ratsam, ihn nach der Fahrt ins Warme zu holen und dort erst nach einer kurzen Aufwärmphase zu laden. Während der Fahrt gibt der Akku bei Temperaturen unter 10 Grad weniger Energie ab, am effizientesten arbeitet er zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ein Neopren- oder Thermocover kann helfen, den Akku wärmer zu halten und die Reichweite zu erhöhen.
Fahren bei Kälte: Was gilt es zu beachten?
Auch wenn der Akku weniger Leistung bringt, ist das E-Biken im Winter möglich - mit ein paar Tricks. Setze den Akku erst kurz vor der Fahrt ins E-Bike, um Kälteverluste zu minimieren. Starte mit moderater Geschwindigkeit, damit sich der Akku langsam aufwärmt, und erhöhe die Unterstützungsstufe nach und nach. Interessanterweise hilft eine hohe Unterstützung, den Akku durch den entstehenden Energiefluss schneller aufzuwärmen.
Pflege und Lagerung: So bleibt der Akku fit
Nach der Fahrt solltest du den Akku aus dem Bike nehmen, trocken wischen und bei Raumtemperatur lagern. Du solltest den Akku erst wieder aufladen, wenn er sich an die Raumtemperatur akklimatisiert hat. Bei längeren Pausen - etwa wenn du das E-Bike den Winter über nicht nutzt - empfiehlt es sich, den Akku mit einem Ladezustand zwischen 50 und 80 Prozent zu lagern und regelmäßig zu überprüfen.
Gute Ausrüstung und erhöhte Aufmerksamkeit
Auch im Herbst und Winter kann man problemlos mit dem E-Bike unterwegs sein.
- Tipp 1: Geeignete Kleidung wählen
Die Kleidung für unterwegs sollte nicht zu warm, dafür aber atmungsaktiv, wind- und wasserdicht sein, damit man schön trocken bleibt. Auffällige Farben und Reflektoren an Jacke und Hose sorgen für Sichtbarkeit und Sicherheit beim Fahren. - Tipp 2: Helm tragen
Der Fahrradhelm ist zu jeder Jahreszeit ein unverzichtbares Accessoire. Die Risiken eines Sturzes werden durch die typischen „Herbstfallen“ allerdings erhöht. - Tipp 3: Akku schonen
Gängige Akkus liefern bei Kälte (ab 5 Grad Celsius) nicht so üppig wie in warmer Umgebung. Das schmälert die Reichweite. Den E-Bike-Akku bei niedrigen Temperaturen am besten nicht draußen am Rad laden. Besser geeignet ist Raumtemperatur - also im Haus, im Keller oderder beheizten Garage. War der Akku in der Kälte sollte man mit dem Ladevorgang warten, bis sich seine Temperatur angepasst hat. Richtig und sinnvoll ist es, dass der E-Bike-Akku nach dem Fahren geschützt und trocken gelagert wird - am besten bei Raumtemperatur. - Tipp 4: Licht anschalten
Kurze Tage, lange Nächte. Auch schon tagsüber, spätestens in der Dämmerung muss mit dem Rad in der kalten Jahreszeit mit Licht gefahren werden. Vorder- und Rücklicht sowie Reflektoren müssen richtig funktionieren und vorschriftsmäßig angebracht sein - auch beim E-Bike oder Pedelec. - Tipp 5: Bremsen dosieren
Vorausschauend fahren und auf richtige Dosierung achten. Sturzgefahr besteht für Pedelec und E-Bike-Fahrer außerdem beim Bremsen auf einem Fahrbahnstück mit nassem oder überfrierendem Laub. Gerade bei der Zufahrt an eine Kreuzung kann das Probleme bei nicht angemessenem Tempo bereiten. Der Bremsweg ist in solch einem Fall definitiv länger. - Tipp 7: Straßenbahnschiene meiden
Deshalb ist es wichtig, die Schienen immer in einem annähernd rechten Winkel - idealerweise 90 Grad - zu queren. - Tipp 8: Straßenmarkierungen beachten
Behutsam muss man hier auch beimBeschleunigen auf dem E-Bike vorgehen, gerade weil die Unterstützung des E-Bike-Motors oft unerwartet abrupt einsetzt. - Tipp 9: Mit Gullydeckel rechnen
Selbst ein kurzer Kontakt damit kann einen E-Bike-Fahrer bereits aus der Bahn werfen. - Tipp 10: Kopfsteinpflaster beherrschen
Fast nostalgisch anmutend und eher auf die Innenstadtlagen beschränkt ist das Kopfsteinpflaster eine gewisse Herausforderung an die Fahrkünste aller Fahrradfahrer - mit und ohne Motor. Unebenheiten und eine geringere Haftung sollten stets bedacht werden.
E-Bike-Akkus sind auch nur Menschen
Herrschen draußen große Kälte, geht das nicht spurlos an ihnen vorüber. Irgendetwas geschieht mit ihnen. Der Akku, der euch vor kurzem noch auf beispielsweise 80 Kilometern klaglos unterstützte, mag plötzlich schon nach 60 Kilometern nicht mehr.
Moderne BMS bewahren uns und den Akku also vor dem Schlimmsten. Naturgesetze und die ihnen folgenden chemischen und physikalischen Reaktionen können sie allerdings noch nicht austricksen. Folglich verliert ein Akku bereits ab Temperaturen von weniger als zehn Grad Celsius an Leistungsfähigkeit, was sich beim E-Bike in geringeren Reichweiten niederschlägt.
Weniger überraschend bereitet Kälte einem älteren E-Bike-Akku im Winter tatsächlich eher Probleme. Da ist er wieder, der menschliche Faktor. Genau wie wir altern auch Batterien grundsätzlich. Neben den schieren Jahren sind vor allem die Anzahl der jeweiligen Ladezyklen entscheidend. Je älter ein Akku ist und je öfter er schon komplett ge- und entladen wurde, desto mehr Schäden finden sich in seiner Struktur.
- Ladet den E-Bike-Akku bei Zimmertemperatur auf. Das Laden in der Kälte schadet Lithium-Ionen-Akkus nachweislich.
- Vermeidet schnelle Wechsel zwischen kalt und warm. Dadurch setzt sich eventuell Kondensat im Akku ab.
Abgesehen von einem korrekten Lagern könnt ihr mit einem angepassten Fahrverhalten das Leben für den Akku eures E-Bikes in der Kälte erleichtern. Beeinflussbar sind vor allem zwei wichtige Faktoren: der Umgang mit dem E-Antrieb sowie die Ausstattung.
- Bei Kälte den E-Bike-Akku mit Bedacht warmfahren und so die Betriebstemperatur langsam erhöhen.
- Ist die Betriebstemperatur erreicht, in kräftigeren Fahrmodus wechseln.
Mit dem Boom des E-Autos gewinnt natürlich auch die Wintertauglichkeit von Lithium-Ionen-Akkus an neuer Brisanz.
Bis solche Technologien in Akkus für E-Bikes auftauchen, vergehen garantiert noch etliche Jahre. Bis dahin könnt ihr dem Akku eures Fahrrades eine zusätzliche Schutzhülle verpassen. Solche aus Neopren gefertigten Cover bieten sowohl Fahrradhersteller selbst als auch Spezialisten wie Fahrer aus Berlin an.
Der größte Fehler beim Akku im Winter
Fangen wir mit dem absoluten No Go an: Mit eisgekühltem Akku losfahren. Das wird bei einer Tour zu enormen Reichweiten- und Leistungseinbußen führen, da die Batterie von Beginn an gegen die erhöhten elektrischen Widerstände ankämpfen muss und nur schwer auf Betriebstemperatur kommt. Das gilt spätestens ab einstelligen Plusgraden. Richtig drastisch wird´s, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Das Problem lässt sich allerdings leicht vermeiden. Der Akku sollte vor der Ausfahrt auf Zimmertemperatur durchgewärmt und erst kurz vor der Tour ins Bike eingesetzt werden. Bei fest verbauten Batterien sollte, wenn irgendwie möglich, das ganze E-Bike nicht in der Kälte geparkt werden.
Das gleiche gilt bei längeren Pausen unterwegs. Egal, ob das Bike im Pendelbetrieb vor dem Büro oder auf Tour an der Hütte abgestellt wird: Im Winter den Akku, wenn irgendwie möglich, mit ins Warme nehmen.
Während der Fahrt hat das E-Bike einen gewissen Selbstschutz an Bord. Denn Akku und Motor erwärmen sich, wenn sie arbeiten müssen. Je mehr Strom der Akku abgeben muss, desto mehr Wärme entsteht. Deshalb kann es bei eisigen Temperaturen besser sein, eine hohe Unterstützungsstufe einzustellen. Kritisch sind lange Pausen oder lange Strecken, die ohne Motorunterstützung gefahren werden. Helfen können Thermo-Schutzhüllen, die um den Akku bzw. das Unterrohr gewickelt werden, um die Batterie auf Temperatur zu halten.
Für die dauerhafte Lagerung sind Temperaturen zwischen fünf und 25 Grad in Ordnung. Ideal ist die goldene Mitte, also 10 bis 15 Grad. Wirklich kritisch wird es im Winter erst, wenn die Temperatur am Lagerort unter Null Grad sinkt, das sollte auf Dauer vermieden werden. Also: Akku ausbauen. Wichtig für längere Lagerung ist übrigens auch der Ladestand des Akkus. Batterien sollten nicht vollständig aufgeladen und erst recht nicht vollständig entleert gelagert werden. Ideal ist ein Ladezustand von 30 bis 60 Prozent. Logisch: Der Akku sollte an einem trockenen Ort gelagert werden.
Ist der Akku auf oder nach der Tour kalt geworden, sollte man ihn erst ans Ladegerät hängen, wenn er ordentlich durchgewärmt ist und Raumtemperatur erreicht hat. Denn durch plötzliche Temperaturwechsel könne sich Kondenswasser bilden, was wiederum zu Schäden führen könne, warnt der ADAC. Generell gilt fürs Auftanken: idealerweise bei Raumtemperatur.
Trotzdem sollte die Tourenplanung im Winter konservativ angegangen werden. Denn die Reichweite kann in der Praxis durchaus auf die Hälfte sinken. Das liegt meistens aber weniger an der Temperatur, als an anderen Faktoren. Im Schnee steigt der Rollwiderstand der Reifen extrem an. Außerdem haben die Reifen deutlich mehr Schlupf, drehen beim Beschleunigen also leicht durch.
Weitere Tipps fürs Radeln im Winter
- Reifenwahl: Auf verschneiten und vereisten Oberflächen sind Spikes unverzichtbar.
- Mehr Licht! Die Tage im Winter sind kurz. Deshalb muss eine Lampe ans Bike. Darauf achten, dass der Akku voll geladen ist.
- Flat statt Klick: Im Winter deshalb auf Flats umsteigen. Wanderschuhe haben etwas weniger Pedal-Grip, sind aber oft wärmer als Bike-Treter.
- Fahrwerks-Check: Bei niedrigen Temperaturen ändert sich die Beschaffenheit des Öls in Gabel, Dämpfer und Tele-Stütze. Deshalb muss nachjustiert werden.
- Warme Hände: Bergsteiger ziehen Seidenhandschuhe unter die Wärmehandschuhe.
- Kette und Bremsen: Kette und Scheibenbremsen brauchen im Winter besondere Zuwendung. Hochviskose-Schmiermittel für die Kette verringern den Verschleiß. Bei extremen Minustemperaturen kann das Mineralöl von Magura- und Shimano-Disc-Bremsen zähflüssiger werden.
- Skihelm ist wärmer: Bei Minustemperaturen auf die empfindlichen Hautpartien achten: Wangen und Nase. Buff, Skihelm und Skibrille sind wärmer und schützen Kopf und Gesicht.
- Tourenwahl: Bei der Touren-Planung die Schneeverhältnisse mit einbeziehen.
| Thema | Tipp |
|---|---|
| Akku | Bei Raumtemperatur laden und lagern. |
| Reifen | Spikes oder niedriger Luftdruck für mehr Grip. |
| Kleidung | Mehrere Schichten, wind- und wasserdicht. |
| Fahrweise | Vorsichtig und vorausschauend fahren. |
| Beleuchtung | Für ausreichend Licht sorgen. |
Die Reichweite eines E-Bike ist ein wichtiges Gut, starke Kälte aber auch große Hitze kann die Leistung des Akkus negativ beeinflussen. Das Ladevolumen bei Lagerung sollte zwischen 30 % und 90 % betragen. Bei längerer Nichtnutzung: Akku entnehmen und kühl sowie trocken lagern. Stets darauf achten, dass der Akku nicht zu kalt ist, dieser verliert sonst Leistung. Akku ggf. Aufgrund der Kälte hält der Akku im Winter nicht so lange wie im Sommer, wenn man also längerer Strecken fahren möchte, sollte der Akkustand auf jeden Fall im Auge behalten werden. Grund: Bei Kälte erhöht sich der elektrische Widerstand, darum entlädt sich der Akku schneller.
Extra-Tipp: Nicht nur den Akku sollte man vor Kälte schützen, auch der eigene Hintern freut sich über etwas Wärme im Winter.
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