E-Bike Beleuchtung Test Vergleich: Mehr Sicherheit und Fahrkomfort im Dunkeln

Wer bei Dunkelheit mit dem E-Bike unterwegs ist, weiß: Eine gute Beleuchtung ist kein Luxus, sondern ein Muss. Nun ist sie da, die dunkle Jahreszeit. Deshalb brauchen alle, die weiterfahren ein ordentliches Licht am Rad. Es sorgt für gute Sicht vor dem Rad, aber auch von uns selbst.

Moderne E-Bikes sind von Haus aus mit vernünftigen LED-Leuchten ausgestattet, die schon um Welten besser sind als Glühbirnen von früher, die über einen jaulenden Reifendynamo betrieben wurden. Doch wenn man abseits der Straßenbeleuchtung im Dunkeln fährt, kommt bei 25 km/h schnell der Wunsch nach noch mehr Licht auf.

Dieser Artikel vergleicht verschiedene E-Bike Beleuchtungssysteme und gibt Empfehlungen, um die Sicherheit und den Fahrkomfort bei Dunkelheit zu erhöhen. Dabei werden sowohl Standardbeleuchtungen als auch Nachrüstoptionen mit Fokus auf Helligkeit, Ausleuchtung und Benutzerfreundlichkeit betrachtet.

Ausgangslage: Standardbeleuchtung

Als typischer Vertreter der ab Werk installierten E-Bike-Scheinwerfer stellt sich der Shiny 50 Lux von Cube dem Vergleich. Das E-Bike kommt von Haus aus mit einem Cube-Shiny-50-Lux-Scheinwerfer. Wie für den Bosch-Antrieb mit Intuvia-Display üblich, schaltet man ihn über eine Taste ein und aus. Insbesondere auf unbeleuchteten Wegen dürfte es gern heller sein.

Zusätzliche Akkuleuchte als Sofortmaßnahme

Als enorme Verbesserung stellte sich eine zusätzliche Akkuleuchte heraus. Vorteil: Zwei Leuchten erhellen sehr schön den Weg in Nah- und Fernbereich. Die genutzte Trelock LS 760 I-Go Vision darf man durchaus als Luxus-Lösung verstehen. Sie ist hell, lässt sich in fünf Stufen regulieren und zeigt sogar an, ob die Neigung stimmt, sodass man den Gegenverkehr nicht blendet. Die Restlaufzeit erscheint minutengenau auf der LCD-Anzeige, die nebenbei eine beleuchtete Uhr ans E-Bike bringt. Die Sicht auf dunklen Wegen war mit Zusatzlicht schon viel besser, die Leuchtweite merklich größer, Objekte sind früher sichtbar und auch seitlich sieht man mehr. Nachteil: Eine Akkuleuchte muss man zusätzlich betätigen, laden und verstauen. Was bringt wohl der Austausch des normalen Scheinwerfers?

Besseres Licht am Fahrrad: Trelock Lighthammer

Für E-Bikes und normale Fahrräder kündigte die Traditionsmarke Trelock aus Münster Ende 2022 seine Scheinwerfer-Serie "Lighthammer" an. Bei 60 Lux geht es los und reicht mittlerweile bis zum 200 Lux starken Top-Modell LS 990 Lighthammer Pro 250 E mit Fernlicht, Level-Funktion und Tagfahrlicht für E-Bikes. Alle Varianten sind auf Wasserfestigkeit getestet und StVZO-konform. Entwickelt in Deutschland, produziert in Frankreich. In diesem Praxis-Test tritt der Lighthammer LS 930-HB an.

Überblick: Trelock Lighthammer-Serie für E-Bikes

Die Trelock Lighthammer-Serie bietet verschiedene Modelle für unterschiedliche Ansprüche. Hier eine Übersicht:

Lighthammer LS 800 LS 830-T LS 890-T LS 890-HB LS 930-HB LS 990 Pro
Lux 60 80 100 100 130 200
Stromquelle 6 - 12 V DC 6 - 12 V DC 6 - 12 V DC 6 - 12 V DC 6 - 12 V DC 12 V DC
Sichtweite 80 m 100 m 120 m 120 m 140 m 170 m
Sichtbarkeit 4500 m 5500 m 6500 m 6500 m 7000 m 8000 m
Fernlicht nein nein nein 130 Lux 150 Lux 250 Lux
Tagfahrlicht nein ja nein nein ja ja
Auto Funktion nein ja nein nein ja ja
Montage ZL 410 Gabelhalter ZL 410 Gabelhalter ZL 410 Gabelhalter ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage ZL HB 400 (31,8 / 35 mm) Lenkermontage
Gehäuse Kunststoff Kunststoff Aluminium Aluminium Aluminium Aluminium
Art.Nr 8006148 8006142 8006145 8006146 8006147 8006212
Preis (UVP) 39,99 Euro 54,99 Euro 69,99 Euro 99,99 Euro 109,99 Euro 299,99 Euro

Montage Trelock Lighthammer LS 930-HB

Im Prinzip ist die Umrüstung recht einfach. Für die Montage des Scheinwerfers und des per Kabel verbundenen Fernlichtschalters braucht es nur einen Inbusschlüssel, mit dem Sie zwei Schräubchen anziehen.

Die Halterung (ZL HB 400-318/350) macht - wie der Korpus der Lampe - einen soliden Eindruck. Beides besteht aus Aluminium in einem schwarzen, matten Finish.

Der Strom kommt aus dem E-Bike-Akku. Dazu knipsen sie das Kabel der montierten Standardbeleuchtung durch, aber lieber in Nähe der alten Lampe und nicht da, wo die Strippe aus dem Rahmen kommt, denn der Lighthammer ist etwas knauserig, was die Stromleitung angeht. Anschließend müssen Sie die zwei Leitungen verbinden. Im einfachsten Fall reicht verdrillen und isolieren. Besser und dauerhafter ist Löten oder die Verwendung von Quetsch-Steckern und Schrumpfschläuchen.

Von Haus aus kommt der Lighthammer mit dem männlichen Teil der Stecker, die man üblicherweise bei Fahrradelektrik verwendet, die aber längst nicht jeder zu Hause hat. Die Lampe machte keinen Mucks. Letztlich war es doch der typische Fehler: falsch gepolt. Das "D" in LED steht für Diode. Und die haben die Eigenschaft, Strom nur in eine Richtung durchzulassen, sonst wird kein Licht emittiert. Merke: Wenn die neue LED-Lampe nicht brennt, sind meist die Anschlüsse vertauscht.

Nach der Montage sitzt die Lampe nicht ganz mittig. Das lässt sich mit einem Adapter für das Bosch-Intuvia-Display optimieren. Die Halterung erlaubt nur die Neigung, nicht die Richtung und auch nicht die Anpassung um die Hochachse. Der Fernlichtschalter ist für den Daumen gut erreichbar. Er lässt sich links oder rechts anbringen.

Bedienung und Lichtqualität

Die Bedienung bleibt nach der Umrüstung unverändert, ganz im Gegensatz zur Beleuchtung. Schon im normalen Modus mit 130 Lux ist die Ausleuchtung wesentlich breiter und reicht weiter als mit der E-Bike-Standardleuchte. Hier bleiben kaum Wünsche offen, das Licht ist super.

Das Fernlicht legt dann mit 150 Lux trotzdem noch merklich zu, insbesondere - nun ja - in der Ferne. Der Unterschied ist enorm.

Mit aktiviertem Fernlicht leuchtet der Schalter blau - so ähnlich wie im Auto als Erinnerung für entgegenkommenden Verkehr. Gedankenlos mit Fernlicht durch die City fahren sollte man unbedingt vermeiden. Das Fernlicht ist eher der Turbo für abgelegene unbeleuchtete Wege.

Vergleichsfotos

Als Referenzpunkt für die Vergleichsfotos diente eine reflektierende Sicherheitsweste, die alle Lampen sichtbar machten, obwohl sie nicht immer im direkten Lichtkegel war. Nachtschwärmern seien hiermit also ausdrücklich reflektierende Klamotten oder Details ans Herz gelegt.

Cube Shiny 50 (Standardbeleuchtung)

Die Standardbeleuchtung vor dem Umbau: Cube Shiny 50 Lux (Herstellerangabe: 50 Lux). Eher schmales Leuchtbild. Der Schatten unten rechts im Bild kommt vom Schutzblech.

Trelock Lighthammer LS 930-HB

  • Trelock Lighthammer LS 930-HB mit Lenkermontage im Standardmodus (Herstellerangabe: 130 Lux). Das Licht ist viel heller und breiter. Die Schatten am unteren Bildrand stammen von den Zügen am Lenker. Da kann die Lampe nichts für.
  • Trelock Lighthammer LS 930-HB im Fernlicht-Modus (Herstellerangabe: 150 Lux). Jetzt sind auch die Bäume am Wegesrand zu sehen und das Licht scheint noch weiter.

Alternativen im Vergleich

Neben dem Trelock Lighthammer gibt es weitere Optionen für E-Bike Beleuchtung:

  • Trelock LS 760 I-Go Vision: Akkuleuchte mit hoher Leuchtkraft und einstellbarer Neigung.
  • Büchel Vancouver: Preiswerte Akkuleuchte mit homogener Ausleuchtung.

Weitere E-Bike Scheinwerfer im Test

Neben dem Trelock Lighthammer LS 930-HB wurden auch andere E-Bike Scheinwerfer getestet. Hier eine Zusammenfassung einiger Modelle:

  • Busch & Müller IQ-XM (mit Fernlicht): Bietet einen langen, breiten Lichtkegel mit Spot-Beleuchtung in der Ferne.
  • Lezyne ebike power hb STVZO (mit Fernlicht): Leuchtet hell und weit, jedoch mit einem schmalen Lichtkegel.
  • Lupine SL X (mit Fernlicht): Überstrahlt das Testfeld mit ausgezeichneter Reichweite und gleichmäßiger Lichtverteilung.
  • Supernova M99 Mini Pro (mit Fernlicht): Exzellentes Fernlicht mit weitem Öffnungswinkel und sehr angenehmem Abblendlicht.
  • Cube Pro-E 110 (ohne Fernlicht): Kompakte Lampe, die für den Straßenverkehr ausreichend ist, aber eine mäßige Ausleuchtung bietet.
  • Litemove SE-150 (ohne Fernlicht): Ähnlich wie Cube Pro-E 110, jedoch minimal heller im vorderen Bereich des Lichtkegels.

Einige der getesteten Scheinwerfer im Detail:

Busch & Müller IQ-XM

  • Preis: 199 Euro
  • Fernlicht (Lumen gemessen): 770
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 308

Lezyne ebike power hb STVZO

  • Preis: 150 Euro
  • Fernlicht (Lumen gemessen): 691
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 336

Lupine SL X

  • Preis: 400 Euro
  • Fernlicht (Lumen gemessen): 1230
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 691

Supernova M99 Mini Pro

  • Preis: 260 Euro
  • Fernlicht (Lumen gemessen): 1244
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 416

Cube Pro-E 110

  • Preis: 99 Euro
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 270

Litemove SE-150

  • Preis: 110 Euro
  • Abblendlicht (Lumen gemessen): 388

Preis und Verfügbarkeit: Trelock Lighthammer LS 930-HB

Die UVP für den Trelock Lighthammer LS 930-HB liegt bei 109,99 Euro inklusive Halterung. Mittlerweile ist die Lampe deutlich günstiger erhältlich.

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