Beim Bergabfahren mit einem E-Bike gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, insbesondere im Hinblick auf die Motorabschaltung und die Rekuperation.
Rekuperation beim E-Bike
Rekuperation ist ein technisches Verfahren zur Rückgewinnung von Energie. Sie ist keine aktive elektronische Motorbremse, sondern eine Möglichkeit, Energie zurückzugewinnen, die physikalisch bei Elektromotoren möglich ist, wenn sie nicht antreiben, sondern angetrieben werden.
Man kann die Rekuperation zum Bremsen mit dem Elektromotor einsetzen und dabei die zurückgewonnene Energie zum Laden des Akkus nehmen. Genauso kann man die überschüssige Bewegungsenergie über den Elektromotor beim Bergabfahren durch Rekuperation zum Laden des Akkus einsetzen.
Wenn aus der Bewegungsenergie mit Hilfe eines Elektromotors Energie zurückerlangt wird, ob vorher durch den Motorantrieb gewonnen oder durch Bergabfahren, wirkt das immer auch abbremsend.
Die Stärke der Rekuperation lässt sich abschalten bzw. in Stufen einstellen. Die unterste Stufe ist kaum merklich.
Der Legacy und die Rekuperation
Beim Legacy kenne ich solche Einstell- oder Abschaltemöglichkeit nicht. Es gibt dort nur die Rekuperationseinstellung bei den Bremsstufen.
An Abfahrten, wo ich mit 2 anderen Escootern (G30DII und Legend) jedes Mal mit 45km/h runtergefahren bin, komme ich mit dem Legacy gerade mal auf ca. 30km/h. Bei Abfahrten mit geringeren Steigungen bleibt der glatt bei 23km/h hängen. Ohne eine irgendwie auch immer geartete Rekuperation müsste er da aller Erfahrung nach auch schneller werden. Da bremst was! Was könnte es anderes sein, als eine Rekuperation?
Beim Betätigen der Bremse, die war dort vollwertig und nicht noch mit einer weiteren Bremse auf der Achse versehen, hat die bis fast zum Stillstand abgebremst. Der ganze Hebelweg wurde ausgewertet und danach die Rekuperationskraft der Bremse eingestellt. Vorne konnte man noch eine Trommelbremse zur Hilfe nehmen.
Die Reku ist ebend keine aktive elektronische Motorbremse. Jedoch ist es davon unabhängig möglich, die Recu zur Energierückgewinnung unabhängig von der Funktion als Mororbremse zu programmieren und einzusetzen. Z.B. wenn der Motor nicht antreibt sondern bei einer Bergabfahrt angetrieben wird.
Wenn du genau weißt, dass die Reku für diese Art der Energierückgewinnung beim Legacy nicht verwendet wird, werde ich mir weiterhin Gedanken zur Frage des Themenerstellers machen.
Ausrollen und Widerstand
Du schriebst, dass du besseres Ausrollen des Legacy erreichen möchtest. Will man den Scooter ausrollen lassen, betätigt man nicht die Bremse. Also hat das schlechte Ausrollverhalten nichts mit der Rekuperaton der P11-Einstellungen zu tun.
Wenn der Scooter ausgeschaltet ist, kann man das Hinterrad mal bewegen. Dabei spürt man einen deutlichen Widerstand. Der bürstenlose Motor hat sehr starke Dauermagnete innen an der angetriebenen bewegten Motorseite (ringsherum verteilt). Bei der Stromerzeugung ist es nun ganz egal, ob man einen Cu-Draht in einem Magnetfeld bewegt und dadurch Strom erzeugt, oder ob man mit dem Magneten das Magnetfeld um einen feststehenden Cu-Draht bewegt. Auch dann wird im Cu-Draht Strom erzeugt. Diese Spulen bedinden sich im feststehenden Teil des Morors.
Auch wenn man keinen Strom vom Akku aus über die Steuerung da durchschickt sind sie ja da, und die starken Dauermagneten erzeugen beim Drehen des Rades einen Strom in den Spulen. Aber auf jeden Fall ensteht bei diesem Vorgang, Dauermagnete bewegen sich an Spulen vorbei, eine wenn auch nicht geoße Kraft, die den Motor leicht abbremst.
Fahrtechnik-Tipps für E-Biker
Ein E-Bike fühlt sich anders an als ein Fahrrad ohne E-Antrieb. Den Hauptunterschied spürst du bereits, wenn du dein neues E-Bike aus dem Shop schiebst: das höhere Gewicht. Im Schnitt wiegt ein modernes E-Bike zwischen 20 und 25 Kilo. Dieses Gewicht musst du beispielsweise einkalkulieren, wenn du dein E-Bike zum Abstellen zu Hause in den Keller tragen willst. Oder wenn du es zum Transport auf einen Radträger am Auto hieven musst.
Beim Fahren allerdings relativiert sich das Mehrgewicht, da der Motor schließlich Bike und Fahrer als Gesamtmasse zusätzlich anschiebt. Du wirst jedoch bemerken, dass das Gewicht des Antriebssystems, bestehend aus Motor und Akku, das Fahrverhalten des E-Bikes mehr oder weniger beeinflusst. Vor allem bergab und in Kurven.
Dosiertes Anfahren
Der Gesetzgeber sagt: Ein E-Bike (= Pedelec) darf erst dann vom Motor unterstützt werden, wenn der Fahrer Druck aufs Pedal gibt. Ein Sensor erfasst die Stärke des Pedaldrucks und regelt die Kraft des Motors anteilig dazu.
Entscheidend ist:
- Welche Unterstützungsstufe hast du gewählt?
- Welcher Gang liegt am Hinterrad auf?
Denn man darf die Power des Motors nicht unterschätzen. Die Unterstützungsstufe beim Anfahren nie höher als Eco oder Tour wählen. Das sind die beiden niedrigsten Stufen. Dazu an der Schaltung einen mittleren bis kleinen Gang einlegen.
Motorleistung effizient abrufen
Vielfach sieht man E-Biker, die eine hohe Unterstützungsstufe in Kombination mit einem großen (schweren) Gang gewählt haben und damit wie in Zeitlupe pedalieren. Das mag bequem und wenig schweißtreibend sein. Doch dieser Fahrstil ist wenig vorteilhaft für Mensch und Technik. Zum einem willst du doch auch mit dem E-Bike ein Minimum für deine Fitness tun, oder? Zum anderen geht der Dauer-Turbomodus zu Lasten der Akku-Reichweite und beschleunigt den Motorverschleiß.
Das Geheimnis: Jeder E-Motor hat einen Drehzahlbereich, in dem er effizient arbeitet, wo er also sein optimales Drehmoment entfaltet. Achte darauf, dass Übersetzung und Unterstützungsstufe harmonieren! Versuche stets, möglichst gleichmäßig und rund zu treten! Lieber einen kleinen Gang fahren und dazu eine niedrige Unterstützungsstufe wählen (Eco oder Tour).
Sicher bergab
Die Fahreigenschaften von E-Bikes nähern sich mit jeder Generation denen von normalen Fahrrädern und Mountainbikes an. Das gilt besonders für E-Bikes mit Mittelmotor. Ihr tiefer Schwerpunkt wirkt sich positiv auf das Handling aus. Vollgefederte E-Mountainbikes liegen besonders satt auf dem Trail.
Dennoch solltest du das höhere Gewicht beim Bergabfahren berücksichtigen! Unsere Tipps: Rechtzeitig und dosiert bremsen, erst recht im Gelände und auf losem Schotter. Vorsicht bei Kurven, damit dich die Fliehkraft nicht hinausträgt!
Energie sparen
Die Akku-Reichweite ist bei E-Bikes immer ein großes Thema. Die Reichweite ist stark abhängig von der gewählten Unterstützungsstufe. Beobachte einmal das Display, während du pedalierst und die verschiedenen Modi durchschaltest. Die Reichweite verkürzt sich vom Eco-Modus (niedrige Unterstützung) bis hinauf zum Turbo-Modus (maximale Unterstützung) drastisch!
Arbeite aktiv mit den verschiedenen Unterstützungsstufen. Vielleicht ist ja die nächst niedrigere Stufe ausreichend auf dem Streckenabschnitt? Orientiere dich dabei auch an der optimalen Trittfrequenz von 70 U/Min und darüber. Versuche, ein möglichst konstantes Tempo zu fahren. Bergab und auf Flachstücken den Motor ruhig auch mal ausschalten.
E-Bike-Tuning
E-Bike Tuning bedeutet, das E-Bike so zu modifizieren, dass der Motor mehr Leistung bringt und du schneller fahren kannst. Dies geschieht meist durch Dongles oder Chips, die die Motorunterstützung über das gesetzlich erlaubte Limit von 25 km/h hinaus erhöhen.
Das E-Bike misst die Geschwindigkeit mit einem Magneten in den Speichen und einem Sensor am Rahmen. Ein Tuning-Chip setzt zwischen Magnet, Sensor und Steuerungselektronik an. Kommt nur noch jedes zweite Signal an, denkt das Fahrrad, es sei nur halb so schnell, und unterstützt entsprechend bis 50 km/h.
Vorteile und Risiken von E-Bike-Tuning
| Vorteile | Risiken |
|---|---|
| Mehr Power: Erhöhe die Motorleistung und beschleunige schneller. | Rechtliche Aspekte: Getunte E-Bikes entsprechen nicht der StVZO und dürfen nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden. |
| Höhere Geschwindigkeit: Fahre schneller und länger mit Motorunterstützung. | Garantieverlust: Durch das Tuning verlierst du die Garantie auf deinen E-Bike-Antrieb. |
| Längere Strecken: Überwinde größere Entfernungen in kürzerer Zeit. | Sicherheitsrisiken: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten auch ein erhöhtes Unfallrisiko. |
| Versicherungsprobleme: Bei Unfällen können Versicherungsansprüche entfallen, was zu hohen Kosten führen kann. |
Wie kann ich mein E-Bike schneller machen?
Du kannst dein E-Bike mit einem Tuning-Kit schneller machen. Es gibt zwei Hauptmethoden: Dongles und Chips.
- Dongles: Diese Geräte sind relativ einfach zu installieren und funktionieren, indem sie die Geschwindigkeitssignale ab einer bestimmten Geschwindigkeit halbieren. Dadurch denkt das System, dass das E-Bike langsamer fährt als es tatsächlich der Fall ist, und der Motor unterstützt weiterhin.
- Chips: Diese sind etwas komplexer und werden zwischen dem Magneten und dem Sensor deines E-Bikes angebracht. Ab einer Geschwindigkeit von 16 km/h drittelt der Chip die Geschwindigkeitssignale, die vom Magnetsensor an den Fahrradtacho übermittelt werden. Dadurch erhöht sich die Motorunterstützung, da das System denkt, dass das E-Bike langsamer fährt.
Ist E-Bike-Tuning legal?
Nein, E-Bike-Tuning ist im öffentlichen Straßenverkehr nicht legal. Getunte E-Bikes dürfen nur auf privatem Gelände gefahren werden.
Strafen für E-Bike-Tuning
- Bußgeld: Fahren ohne Versicherungsschutz kann ein Bußgeld nach sich ziehen.
- Haftpflicht: Bei einem Unfall musst du für alle Schäden selbst aufkommen, da die Versicherung nicht greift.
- Garantieverlust: Durch die Verwendung von Tuning-Kits erlischt der Garantieanspruch auf den E-Bike-Antrieb.
Alternativen zum E-Bike-Tuning
Eine legale Alternative sind S-Pedelecs. Diese unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h, erfordern jedoch ein Versicherungskennzeichen und einen Führerschein der Klasse AM.
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