Die Wahl des richtigen E-Bike-Antriebssystems kann eine Herausforderung sein, da es viele verschiedene Hersteller und Modelle gibt. In diesem Artikel vergleichen wir zwei der beliebtesten und etabliertesten Anbieter auf dem Markt: Bosch und Yamaha.
Yamaha ist ein japanisches Unternehmen mit einer langen Geschichte in der Herstellung von Motorrädern und anderen motorisierten Fahrzeugen. Das Unternehmen brachte bereits 1993 ein erstes E-Bike-System auf den Markt und produziert heute über 300.000 E-Bike-Systeme pro Jahr. Bosch ist ein deutsches Unternehmen, das vor allem als Automobilzulieferer bekannt ist. Bosch begann erst 2010 mit der Entwicklung eigener E-Bike-Antriebssysteme, hat sich aber seitdem zu einem der Marktführer in diesem Bereich entwickelt.
Yamaha E-Bike Antriebe
Yamaha baut E-Bike-Antriebe im Baukastensystem. Das bedeutet, es gibt verschiedene Motoren, unterschiedliche Akkus und dazu noch eine kleine Auswahl an Displays. Die Fahrradhersteller haben somit die Aufgabe, für ihre Kreationen die optimalen Komponenten zusammenzustellen, denn die einzelnen Bauteile sind untereinander kombinierbar.
Yamaha E-Bike Motoren im Überblick
Für die Saison 2020 hat Yamaha seinen Motoren-Kader neu aufgestellt. Aus dem sportlichen PW-X ist der PW-X2 geworden, die mittlere SE-Serie heißt jetzt ST. Der kleine Motor der TE-Serie wird weitergeführt. Außerdem gibt es einen neuen Multi-Akku mit 400Wh.
- Yamaha PW-X2: Der Spezialist für extreme Mountainbikes, Performancebikes und ernstgemeinte Trekkingbikes. Er liefert Leistung in Reinform und hat einen Extra-Power-Modus.
- Yamaha PW-ST: Ein E-Bike-Antrieb für jeden Zweck. Er ist an sportlichen Fahrrädern zu finden, treibt E-Mountainbikes an, aber auch E-Tourenbikes, Cross-E-Bikes oder Fitness-E-Bikes.
- Yamaha PW-X2 45: Für die Eiligen: Yamaha PW-X2 45 S-Pedelec-Antrieb. Mit einem Antriebsassistenten, der dich bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 45km/h anschiebt, geht eben alles ein bisschen schneller.
Yamaha E-Bike Spezial: proprietäre Technologien
Bei Yamaha sind es vor allem zwei Innovationen, die Antriebe besonders nutzerfreundlich machen. Das Quad Sensor System macht sich hauptsächlich in bergigem Gelände beliebt. Es registriert sofort, wenn dein E-Bike seinen Neigungswinkel ändert, wenn es also bergauf oder bergab geht. Es passt die Motorunterstützung entsprechend an. Eine ähnliche Aufgabe verrichtet der automatische Unterstützungsmodus. Das System passt sich ohne weiteres Zutun an, du kannst allerdings auch auf Manualbetrieb umstellen und deinen Unterstützungsmodus selbst auswählen.
Yamaha E-Bike Akkus
Yamaha hat drei verschiedene Akku-Systeme im Programm: Akkus, die auf dem Unterrohr befestigt werden, der voll integrierbare Multi-Akku und außerdem noch die Akkus, die auf dem Gepäckträger montiert werden. Die E-Bike-Hersteller entscheiden ganz nach Praktikabilität und Optik, wo der Akku ins Design passt.
Die Yamaha Batterien Down Tube und Rear Carrier (Gepäckträger) bekommst du in zwei verschiedenen Ausgaben, jeweils einen mit 500 Wh und einen mit 400 Wh. Der Multi-Akku bietet mit 600Wh die höchste Akkukapazität, ist aber auch deutlich schwerer.
Yamaha E-Bike-Akkus auf einen Blick:
| Multi-Akku | Down Tube 500 | Down Tube 400 | Rear Carrier 500 | Rear Carrier 400 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Akkukapazität | 600 Wh/36V | 500 Wh/36 V | 400 Wh/36V | 500 Wh/36 V | 400 Wh/36V |
| Gewicht | 3,8 kg | 3,0kg | 2,9kg | 3,0kg | 2,9kg |
| Ladezeit | 5,0 Std | 4,0 Std | 3,5 Std | 4,0 Std | 3,5 Std |
Yamaha E-Bike Displays
Yamaha bietet drei verschiedene Displays an: Display A, Display C und Display X.
- Yamaha Display A: Display und Bedienelement sind hier in einem Gerät vereint. Auf dem LCD-Bildschirm siehst du auf einen Blick die aktuelle Geschwindigkeit, den restlichen Ladestand deines Akkus und das Assistenzlevel in dem du gerade unterwegs bist.
- Yamaha Display C: Hat eine ganze Menge mehr Funktionen zu bieten, zum einen kannst du es per USB oder Bluetooth mit deinem Handy koppeln und so zusätzliche Informationen über die Yamaha-App erhalten. Aber die Informationen die dir das vollfarbige Display liefert reichen eigentlich völlig aus.
- Yamaha Display X: Auf eine besonders ergonomische Handhabung der Bedieneinheit wurde geachtet, da das Display X für Action gebaut wird, sollst du es schließlich intuitiv steuern können. Und das ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen.
Bosch E-Bike System
Bosch bietet drei Produktlinien mit insgesamt 7 Motoren an:
- Die Active Line mit den Motoren Active Line und Active Line Plus
- Die Cargo Line mit den Motoren Cargo Line Cruise und Speed
- Die Performance Line mit den Motoren Performance Line Cruise und Speed
Das Top-Modell ist die Performance Line CX in der vierten Generation.
Mit einem Paukenschlag präsentierte der Marktführer zur Saison 2020 die 4. Generation seines Flagschiffs. Gegenüber seines Vorgängers ist der aktuelle Performance CX um fast 50 Prozent kleiner geworden. Damit konnte das Gewicht von 4 auf 2,9 kg gesenkt werden. Bei einem Drehmoment von 85 Nm beträgt der maximale Unterstützungsgrad nun sogar 340 statt 300 Prozent.
Bosch Technik im Detail
Drei Sensoren im Antrieb führen über 1000 Messungen pro Sekunde durch und dosieren und regeln so den Kraftfluss ständig nach, sodass der Fahrer nichts davon spürt.
Motorsteuerung / Display
Ein Display am Lenker in Kombination mit einem Daumenschalter am Lenkergriff bildet die Kommandozentrale des E-Bikes. Bosch bietet 4 verschiedene Displays und 2 Steuerungsmöglichkeiten per Smartphone an:
- Purion: minimalistisch mit den Basisfunktionen Fahrmodus, Geschwindigkeit, Distanzen, Akku-Ladezustand und Reichweite
- Intuvia: ähnlich wie Purion, aber abnehmbar. Zusätzlich bietet eine USB-Schnittstelle eine Lademöglichkeit fürs Smartphone
- Kiox: hochauflösendes Farbdisplay, kompakt und mit hoher Wasserfestigkeit
- Nyon: leistungsfähiger Bordcomputer, zusätzlich mit Navi-Funktion, Trainingsauswertung und Blutooth-Schnittstelle
Unterstützungsstufen / Fahrmodi
Alle Bosch Bedien-Panels bieten 5 verschiedene Unterstützungsstufen:
- Off: Motor ist im Leerlauf und unterstützt nicht
- Eco: sanfte Unterstützung für maximale Reichweiten
- Tour: normale Unterstützung mit mehr Kraft für hohe Reichweiten
- eMTB: ersetzt den ehemaligen Sport-Modus und regelt die Kraftzufuhr stufenlos und stets angepasst an den Fahrstil des Piloten
- Turbo: der Motor liefert die maximale Power an den Antrieb
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Sowohl Bosch als auch Yamaha verwenden 36 V Lithium-Ionen Akkus. Schon rein äußerlich sehen sich beide Akkus sehr ähnlich. Darüber hinaus sind sowohl die Bosch, als auch die Yamaha Akkus mit LEDs ausgestattet, die die verbleibende Kapazität anzeigen. Beide Akkus werden am Unterrohr angebracht und haben aus Sicherheitsgründen einen Schlüsselmechanismus.
In Sachen Größe und Bedienung sind sich sowohl das Bosch-, als auch das Yamaha-Interface wieder einmal ausgesprochen ähnlich. Beide Einheiten haben LCD Displays mit Hintergrundbeleuchtung und beide können bedient werden, ohne dass der Fahrer den Fahrradlenker loslassen muss. Sowohl die Bosch- als auch die Yamaha Bedieneinheiten sind leicht bedienbar und gleichermaßen benutzerfreundlich.
Sowohl bei Bosch als auch Yamaha kommen kraftvolle 250 W Mittelmotoren mit Kurbelgetriebe zum Einsatz, die für ein angenehm natürliches Fahrgefühl sorgen. Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass sich der Bosch und der Yamaha E Bike Motor äußerlich recht ähnlich sehen. Auch die Größe ist in etwa gleich.
Ein großer Vorteil des Bosch Systems ist, dass es eine Rücktrittfunktion ermöglicht.
Sowohl das Bosch-, als auch das Yamaha-Ladegerät punkten mit einer niedrigen Aufladezeit (3,5 Stunden). Schon auf den ersten Blick fällt aber auf, dass das Yamaha Ladegerät deutlich größer ist als das von Bosch. Erwähnenswert ist, dass das Yamaha Ladegerät wasserdicht ist (IPX4).
Da die Yamaha Akkus auch von der Seite eingefügt werden können, kann das System auch bei kleineren Rahmen verwendet werden, was beim Bosch System nicht in jedem Fall möglich ist. Positiv ist auch, dass der Yamaha Akku mit einem Schock-Absorber ausgestattet ist, der eventuelle Bodenunebenheiten abfängt.
In Sachen Drehmoment fühlt sich Yamaha ein klein wenig kraftvoller an, und auch die Unterstützung scheint ein klein wenig früher als beim Bosch Motor einzusetzen. Für manche Fahrer mag es von Vorteil sein, dass beim Yamaha System vorne zwei Kettenkränze eingesetzt werden können. Dies ist nicht unbedingt essenziell, aber manche Fahrer bevorzugen eine größere Auswahl an Gängen - insbesondere dann, wenn man sein E Bike ohne Motorunterstützung fährt.
Fazit
Yamaha statt Bosch? Klar, das geht, schließlich punkten die Japaner mit einer breiten Motorenpalette für E-Bikes. Dabei bedienen sie ganz unterschiedliche Typen. Yamaha zählt zu den traditionsreichsten Herstellern elektrischer Antriebssysteme - dennoch stehen die Motoren der Japaner oft im Schatten von Bosch. Zu Unrecht: Denn das aktuelle Portfolio umfasst leistungsstarke, vielseitige und überraschend leichte Modelle - ideal abgestimmt auf verschiedene Fahrradtypen und Einsatzzwecke.
Unserer Ansicht nach macht es wenig Sinn, ein E Bike nach dem Kriterium „Bosch-„ oder „Yamaha-System“ auszuwählen. Wenn Sie vorhaben, sich ein E Bike mit Bosch- oder Yamaha-Antrieb zuzulegen, sollten Sie immer zuerst auf die jeweiligen Komponenten und die Ausstattung schauen. Auch eine Testfahrt ist in jedem Fall sinnvoll.
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