Die Wahl der richtigen Reifenbreite ist entscheidend für die Performance und den Komfort deines Fahrrads. Je nachdem, welche Art von E-Bike du fährst, kannst du dich an die vorherigen Fahrradtypen halten. Für Fahrräder mit Elektromotor richten sich die Reifenbreiten grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradtyp, siehe oben. Da E-Bikes schneller unterwegs sind und durch die zusätzliche Technik mehr Gewicht mitbringen, ist zusätzlich auf eine entsprechende Freigabe durch den Hersteller zu achten.
In der neuesten Zeit sind breitere Reifen ab einer Breite von 50mm sehr beliebt. Die größere Reifenbreite gibt der E-Bike Fahrer:in mehr Sicherheit, Fahrstabilität und Fahrkomfort, besonders auf Schotterwegen und Waldwegen.
Reifenbreite bei verschiedenen Fahrradtypen
Je nach Fahrradtyp werden unterschiedliche Reifenbreiten gefahren. Die Reifenbreite geht einher mit dem Anforderungsbereich. Bei einem MTB steht die Bodenhaftung und Traktion im Vordergrund. Die MTB-Reifen erhalten daher ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird nicht so stark in den Fokus gerückt.
- Cross Country und Marathon Mountainbike: 51 Millimeter bis 54 Millimeter (2,1 Zoll bis 2,3 Zoll)
- All Mountain: Tendenz zu 54 Millimeter bis 61 Millimeter
- Citybikes und Trekkingbikes: 37 Millimeter bis 52 Millimeter Reifenbreite gelten als Referenz
Die Fahrradreifen für die Citybikes und Trekkingbikes sind schmaler als beim MTB, und breiter als beim Rennrad. Ein Kompromiss von Rollwiderstand und Pannenschutz muss her. Ein mäßiges Profil, für guten Grip auf Wald- und Schotterböden und gleichzeitig nicht zu viel davon, um einen hohen Rollwiderstand auf Asphalt vorzubeugen.
Entwicklung der Reifenbreite am Rennrad
Traditionell wurden Rennräder mit sehr schmalen Reifen von 18 bis 20 mm Breite gefahren. Bis in die 2010er Jahre waren 23 mm breite Reifen der Standard. Heutzutage liegt die gängige Reifenbreite bei 28 mm, mit einem Trend zu noch breiteren Reifen bis 32 mm. Diese Entwicklung resultiert aus dem Wunsch nach erhöhtem Fahrkomfort, besserer Traktion und erhöhtem Pannenschutz.
Reifenbreite bei Cyclocross und Gravelbikes
Cyclocross-Räder sind für den Einsatz im Gelände konzipiert und benötigen daher Reifen, die sowohl Traktion als auch Stabilität bieten. Die Reifenbreite liegt typischerweise zwischen 32 mm und 35 mm. Gravelbikes zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus und sind für unterschiedliche Untergründe geeignet.
40-42 mm: Diese Breite ist der Standard für Gravelbikes und bietet einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Geländetauglichkeit.
Auswirkungen der Reifenbreite auf das Fahrverhalten
Die Erklärung liegt im Einfederungsverhalten. Jeder Reifen flacht unter Belastung unten etwas ab. Daraus resultiert eine ebene Aufstandsfläche. Bei gleichem Luftdruck haben der breite und der schmale Reifen eine gleich große Aufstandsfläche. Während sich der breite Reifen eher in die Breite platt drückt, hat der dünne Reifen eine schmalere aber längere Aufstandsfläche.
Das abgeflachte Stück kann man als einen Lastarm interpretieren, welcher der Rollbewegung des Reifens entgegenwirkt. Durch die stärkere Abflachung des schmalen Reifens wird das Rad „unrunder“ und muss sich beim Abrollen stärker verformen. Beim breiten Reifen wirkt sich die Abflachung weniger in Laufrichtung aus. Daher bleibt er „runder“ und rollt leichter.
Bereits bei 2bar rollt ein 60 mm breiter Reifen so leicht wie ein 37 mm bei 4bar.
Vorteile breiter Reifen:
- Er rollt besser
- Die Fahrtechnik verbessert sich enorm im schwierigen Gelände
- Der Fahrkomfort ist um Welten besser
Ein dicker Reifen mit dem richtigen Luftdruck wirkt wie eine zweite Federgabel.
Nachteile breiter Reifen:
Je „fetter“ der Reifen wird, desto schwerer wird er - was sich wiederum bei der Beschleunigung auswirken kann (Trägheitsmoment).
Technische Aspekte und Kompatibilität
Kompatibilität: Nicht alle Fahrradrahmen und -gabeln sind für sehr breite Reifen ausgelegt. Es ist wichtig, die maximale Reifenbreite zu kennen, die dein Fahrrad aufnehmen kann, um sicherzustellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist und es nicht zu Reibungen kommt.
Die optimale Reifenbreite hängt von deinem individuellen Fahrstil, dem bevorzugten Terrain und den spezifischen Anforderungen ab. Während schmalere Reifen auf glatten Straßen Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und Gewicht bieten, sorgen breitere Reifen auf unebenem oder losem Untergrund für mehr Komfort und Kontrolle.
Der richtige Luftdruck
Entscheidend ist, dass der Luftdruck stimmt. Zuviel Luft im Bike-Reifen und die ganze Theorie ist nichts mehr wert. Aber: Die Menge Luft raus lassen, damit der Gummi schön geschmeidig und komfortabel rollt, kannst du nur wirklich bei breiten dicken Reifen. Bei schmalen Reifen hättest du zu wenig Schutz für die Felge und folglich an der nächsten Kante ein Problem.
Der Druck im Bike-Reifen wird, genau wie bei der Federgabel, immer abhängig vom Gewicht der Person eingestellt. Alle anderen Richtwerte oder Theorien kannst du komplett vergessen.
Empfohlener Luftdruck:
Wir können nur eine allgemeine Empfehlung aussprechen, der Reifendruck ist von den äußeren Bedingungen (Hitze, Kälte), dem Terrain (Gelände, Straße) und dem Körpergewicht des Fahrers abhängig.
- Rennrad mit Drahtreifen: 7 bis 9 bar
- Mountainbike mit Drahtreifen / Faltreifen: 2 bis 3,5 bar
- Trekkingbike und Citybike: Mindestens 4 bar
Besser etwas zu viel Luft im Reifen, als zu wenig. Der Rollwiderstand ist dabei geringer und es wird weniger Körperkraft benötigt.
Zusätzliche Informationen
Beispielsweise sind beim Reifenhersteller Schwalbe geeignete Reifen mit E-25 und E-50 gekennzeichnet. Die richtigen E-Bike Reifen vermindern einen schnellen Verschleiß, erhöhen die Fahrstabilität und reduzieren den Akkuverbrauch. Als „pannensicher-“ oder „unplattbar-“ zertifizierte Reifen haben eine dickere Profiltiefe und erhöhten Schutz vor Platten oder Rissen.
Achte darauf, dass du am Hinterrad keinen zu breiten Reifen montierst! An vielen Bikes gibt es wegen den Kettenstreben konstruktiv bedingte Einschränkungen: Hat der Reifen zu wenig Durchlauf, dann wird er beim nächsten kleinen Achter derart am Rahmenrohr anstehen, dass sich nichts mehr bewegt. Vorne ist der Durchlauf sowieso kein Problem. Die Ideallösung heißt vorne breit und hinten schmäler: Komfort- und Traktionsprobleme werden naturgemäß stärker im Frontbereich wahrgenommen.
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