Von keinem Teil hängt die Sicherheit beim Biken so enorm ab wie von Bremsbelägen. Deshalb sollte man sie regelmäßig checken und rechtzeitig austauschen. So klappt der Wechsel schnell und sicher.
Warum Bremsbeläge rechtzeitig wechseln?
Ein wirklicher Notfall an der Scheibenbremse beim Mountainbike lässt sich meist schon im Vorfeld einer Tour verhindern. Denn anders als beim platten Reifen oder beim abgerissenen Schaltwerk, treten Probleme bei der Bremse in der Regel nicht plötzlich während einer Tour auf. In den allermeisten Fällen kündigt sich ein Bremsversagen in einem schleichenden Prozess an und kann so frühzeitig behoben werden.
Wer regelmäßig seine Bremsbeläge auf ihren Verschleiß hin überprüft, sie rechtzeitig erneuert oder einen schwammigen Druckpunkt nicht wochenlang ignoriert, kann die häufigsten Fehlerquellen im System Bremse entweder in der heimischen Werkstatt selbst oder vom Fachmann beheben lassen.
Ein wichtige Info vorab: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.
Grundlagen zum Bremsbelagwechsel
- Dauer: Ca. 10 Min.
- Schwierigkeitsgrad: 2 von 5
- Benötigtes Werkzeug: Flachzange
- Anzubringende Teile: Neue Bremsbeläge für Scheibenbremsen
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln der Bremsbeläge
Wir zeigen im Video exemplarisch an einer Shimano XT-Bremse, wie Ihnen der Wechsel der Bremsbeläge gelingt.
1 | Die alten Bremsbeläge ausbauen
Mit einer Flachzange entfernst du zunächst den Arretierstift. Anschließend kannst du die alten Bremsbeläge entfernen.
Um an der Bremse vernünftig arbeiten zu können, muss man als erstes das Laufrad ausbauen.
Belagsicherung entfernen: Entnehmen Sie den Sicherungssplint und lösen Sie die Belaghalteschraube. Bei den meisten Modellen klappt das nach oben, manche Beläge muss man allerdings nach unten aus dem Sattel entnehmen. Heben Sie sich die Feder auf, denn manchmal ist bei neuen Bremsbeläge keine neue Feder dabei.
2 | Die Scheibenbremsen säubern
Wir empfehlen sehr, die Bremsscheiben mithilfe eines Tuchs vor dem Einbauen neuer Bremsbeläge zu säubern. So schaffst du eine saubere Grundlage. Wische zunächst die Scheiben und anschließend den Bremsmechanismus ab.
3 | Die neuen Bremsbeläge einbauen
Vermeide möglichst jeglichen Kontakt mit der Innenseite der Bremsbeläge (um eine Kontamination zu vermeiden). Jetzt setzt du die beiden Bremsbeläge auf die “Bremsfeder” genannte Klammer und schiebst das Set dann an den Ort der alten Beläge (ohne mit Gewalt auf den Mechanismus einzuwirken). Abschließend setzt du den Arretierstift wieder ein und schließt ihn mit einer Klammer.
Wichtig ist, dass man die neuen Bremsbeläge nicht einzeln in den Bremssattel fummelt, sondern als Paket samt Feder einsetzt.
Neue Beläge einbauen: Die Beläge formschlüssig in die Feder einsetzen und als Paket zusammengedrückt in den Bremssattel schieben.
Beläge sichern: Sichern Sie die Beläge mit Sicherungsschraube und Splint bzw. dem Sicherungssplint.
4 | Die Funktionsfähigkeit prüfen
Zum Prüfen der Funktionsfähigkeit baust du zunächst das Laufrad wieder ein und drehst es. Falls die Scheibe an den Belägen schleift, musst du die beiden Schrauben im hinteren Bereich der Bremse lösen.
5 | Die Bremsen entlüften
Das Entlüften der Bremsen ist ein Vorgang, der sehr sorgfältiges Arbeiten erfordert, aber dank Manu, Produktingenieur bei Rockrider, wird das Entlüften für dich ein Klacks!
Nach dem Wechsel
Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut muss man die Bremse nun wieder neu einbremsen. Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.
Wichtige Hinweise
- Vermeide möglichst jeglichen Kontakt mit der Innenseite der Bremsbeläge (um eine Kontamination zu vermeiden).
- Solltest du dir also unsicher sein, lies einfach weiter.
E-Bike Bremsen einstellen
Will man die E-Bike Bremsen einstellen, indem man den Bremssattel exakt platziert, muss sich das Rad frei drehen können. Ein Montageständer ist hier extrem hilfreich.
- Falls die E Bike Bremse schleift oder tickernde Geräusche macht, löst man in einem ersten Schritt die beiden Schrauben, so dass sich der Bremssattel leicht hin- und herbewegen lässt.
- Dann dreht man das Laufrad mit der Hand an und zieht den Bremshebel, wodurch sich der Sattel an der Scheibe ausrichtet.
- Falls das noch nicht der Fall ist, kommen die Augen ins Spiel. Idealerweise vor einem hellen Hintergrund sieht man mit bloßem Auge, ob der Spalt zwischen Scheibe und Bremsbelägen auf beiden Seiten gleich groß ist.
- Jetzt löst man eine Schraube ganz leicht, die andere etwas weiter und richtet den Bremssattel von Hand passend aus. Das erfordert Geduld und ist etwas mühsamer, von daher empfehlen wir immer mit der ersten Methode zu starten.
Manche Scheibenbremsen bieten die Option, den Abstand der Bremsbeläge zur Scheibe einzustellen. Die Einstellung erfolgt am Bremshebel, per Drehrad, Rändelschraube oder - mit Werkzeug - einer Schraube.
Typen von Bremsbelägen
Es gibt organische Bremsbeläge und gesinterte Bremsbeläge.
- Bei organischen Bremsbelägen sind unterschiedliche Kohlenstoffverbindungen per Kunstharz zu einem Belag gepresst. Ein organischer Bremsbelag ist weicher, quietscht weniger, verträgt aber Hitze schlechter und verschleißt schneller.
- Gesinterte Bremsbeläge bestehen dagegen aus feinen Metall- und Keramikteilen. Gesinterte Beläge sind härter und resistenter gegen Hitze, neigen aber eher zum Quietschen.
Langlebigkeit der Bremsbeläge
Das Ausmaß der Verschleißerscheinungen hängt von verschiedenen Faktoren ab: Raue Witterungsbedingungen und ein sportlicher Fahrstil mit vielen plötzlichen Bremsvorgängen beschleunigen den Materialverschleiß. Wer die Pflege seines Bremssystems vernachlässigt (Reinigung der Felgenflanken bzw. der Bremsscheiben), darf sich ebenfalls über eine nachlassende Leistung nicht wundern.
Üblicherweise halten die Bremsbeläge bei einem Fahrrad zwischen 1.000 km (Felgenbremsen) und 5.000 km (Scheibenbremsen).
An marktüblichen Bremsbelägen ist daher eine Indikatorlinie angebracht, die anzeigt, wann der Verschleiß sichere Bremsmanöver erschwert oder gar unmöglich macht.
Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer von Bremsbelägen
Durch bremsenschonende Fahrweise zögert man den Verschleiß der Beläge erheblich heraus. Schonend bedeutet in diesem Fall: keine überflüssigen oder allzu abrupten Bremsvorgänge. Darüber hinaus sollten Radfahrer ihre Beläge sowie die dazugehörigen Komponenten (Felge, Nabe) mindestens einmal in der Woche gründlich säubern.
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