City-E-Bike Damen Test Vergleich: Die besten Modelle im Überblick

City-E-Bikes für Damen und Herren erfreuen sich großer Beliebtheit, sei es zum Einkaufen, für den Kindertransport oder zum Pendeln zur Arbeit. IMTEST hat zehn aktuelle Modelle sowohl im Alltag als auch im akkreditierten Labor von Qima getestet.

Die IMTEST-Favoriten

Das sind die IMTEST-Favoriten:

  • Testsieger (mit Federgabel): HoheAcht Grandamo Urbeno
  • Preis-Leistungs-Sieger (mit Federgabel): Kalkhoff Image 5.B Advance+
  • Testsieger (ohne Federgabel): Canyon Precede: ON Comfort 7
  • Preis-Leistungs-Sieger (ohne Federgabel): Tenways CGO600 Pro

Weitere Empfehlenswerte City-E-Bikes

  1. 3. Platz (mit Federgabel): Stevens E-Brione Luxe 2. Generation
  2. 4. Platz (mit Federgabel): Riese & Müller: Culture Touring
  3. 2. Platz (ohne Federgabel): BMC 257 AMP AL ONE
  4. 3. Platz (ohne Federgabel): Veloretti Electric Two:Ace

Testergebnisse im Detail

Alle zehn Testkandidaten liefern durchweg gute Ergebnisse ab und überzeugen beim Fahrkomfort. Ob man sich für ein Rad mit oder ohne Federgabel entscheidet, hängt von den persönlichen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab.

Bei den Fahrrädern mit Federgabel punktet der Testsieger von Hohe Acht sowie der Preis-Leistungssieger von Kalkhoff jeweils mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 170 Kilogramm. Das Grandamo Urbeno kommt zusätzlich mit einer absenkbaren Sattelstütze, die gerade mit viel Gepäck im Stadtverkehr eine willkommene Hilfe ist. Beide E-Bikes besitzen zudem einen leistungsstarken Antrieb und bringen eine hohe Reichweite.

Das Precede:On Comfort 7, der Testsieger der Räder ohne Federgabel, macht seinem Namen alle Ehre. Auch ohne die Federgabel-Dämpfung macht dieses E-Bike Erledigungen in der Stadt zu einem Erlebnis. Denn das tolle Fahrgefühl zaubert schnell bei jedem Tritt ein Lächeln ins Gewicht. Mit einem Preis von 3.499 Euro bekommt man hier ein Rad zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Trotzdem nur etwa halb so teuer ist das sportliche City-E-Bike von Tenways, das sich den Preis-Leistungs-Sieg der Räder ohne Federgabel sichert.

Detaillierte Betrachtung der Testsieger und Empfehlungen

HoheAcht Grandamo Urbeno

Aus dem Mountainbike-Sport adaptiert, hat HoheAcht seinem Rad eine absenkbare Sattelstütze spendiert. Diese erweist sich gerade dann als praktisch, wenn man vollbeladen unterwegs ist. Bei einem Ampelstopp kann man sie mithilfe eines Hebels am Lenker schnell absenken und kann dann ohne abzusteigen, mit beiden Beinen sicher auf dem Boden stehen. Ist man wieder in voller Fahrt, lässt sie sich ebenso einfach wieder erhöhen.

Die elektronische Nabenschaltung von Shimano lässt sich wahlweise manuell oder automatisch schalten. Sensoren erkennen, ob der Radfahrer bergauf oder bergab fährt, und reagieren entsprechend. Ein Rad, das nicht nur für die City gemacht ist, denn dank des leistungsstarken Bosch-Performance-Line-Motors mit 75 Newtonmeter, der mit einem 625 Wattstunden-Akku (gemessener Wert: 585 Wattstunden) kombiniert ist, absolvierte das E-Bike gute 78 Kilometer im Reichweitentest. So kann der Radfahrer auch mal eine längere Tagestour planen.

Ambivalent: Das Rad bringt 30,1 Kilogramm auf die Waage, was das Tragen von ein paar Stufen zu einem großen Kraftakt werden lässt. Dafür kann es mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 170 Kilogramm selbst eine Menge Last aufnehmen und eignet sich auch gut für große und kräftige Personen. Dabei bietet das E Bike auf allen Untergründen und in Kurven ein sehr gutes Fahrgefühl.

Canyon Precede: ON Comfort 7

Der Wave-Rahmen des Canyon bietet einen tiefen Einstieg, die Sitzhaltung ist zudem angenehm aufrecht. Die Griffe liegen angenehm in der Hand, der Sattel ist breit und drückt nicht. Obwohl Canyon bei seinem Rad auf eine Federgabel verzichtet, macht sich dies keineswegs beim Fahren bemerkbar. Die Starrgabel aus Carbon bietet ebenso eine gewisse Dämpfung wie die 53 Millimeter dicken Reifen. Egal auf welchem Untergrund, ob Kurven oder Steigungen, das E-Bike macht einfach Spaß.

Als Motor setzt Canyon hier auf die Variante Performance Line von Bosch mit 75 Newtonmetern. In Kombination mit dem 625 Wattstunden-Akku (gemessen: 578 Wh) bringt es das E-Bike beim Reichweitentest auf einen der höchsten Werte von 76 Kilometer. Mit einem Eigengewicht von 27 Kilogramm ist das E-Bike jedoch ähnlich schwer wie seine Federgabel-Kollegen, was sich in der Handhabung bemerkbar macht.

Tenways CGO600 Pro

Obwohl der Mivice-Motor mit 35 Newtonmetern beim Tennways der vermeintlich schwächste unter allen Testkandidaten ist, bot das CGO600 Pro eine sportlich starke und agile Unterstützung. Der subjektive Eindruck wird dabei von den ermittelten Laborwerten, unterstrichen. Mit einer Reichweite von 43 Kilometern, einem geringen Energieverbrauch des Akkus (8,3 Wattstunden pro Kilometer) und einem hohen Unterstützungsfaktor lässt sich das E-Bike schnell durch den Stadtverkehr navigieren. Als Singlespeed konzipiert, findet man dabei stets den richtigen Tritt.

Während das CGO600 Pro über Asphalt und Schotter schwebt, ruckelt es etwas mehr bei Kopfsteinpflaster. Was der Hersteller in diesem Zusammenhang besser hätte verarbeiten können, sind die etwas langen Kabel der Bremse, die bei jeder Unebenheit am Schutzblech scheppern. Warum Tenways seinem E-Bike kein Rücklicht mitgegeben hat, ist fraglich.

Stevens E-Brione Luxe 2. Generation

Das Stevens E-Brione Luxe 2. Generation punktet mit angenehm aufrechter und bequemer Sitzhaltung, mit der man einen guten Überblick im Stadtverkehr hat. Das sportlich, schlanke E-Bike ist von den Mittelmotor-Rädern mit 22,6 Kilogramm das leichteste. Sehr gute Ergebnisse bezüglich Reichweite (75 Kilometer) und Motorunterstützung, mit 541 Wattstunden hohe Akkukapazität (gemessener Wert von Qima).

Reichweite und Gewicht

Wer jedoch ein City-E-Bike mit höherer Reichweite sucht, findet dieses bei den Testkandidaten von Stevens, Kalkhoff, Hohe Acht, BMC und Canyon. Ebenso ausgestattet mit Mittelmotor, setzen die Hersteller hier auf leistungsstärkere Antriebe samt Akkus. Den Spitzenwert brachte das Rad von Kalkhoff mit 78 Kilometern.

Lediglich das teuerste E-Bike im Testfeld, das Desiknio, enttäuschte mit nur 31 Kilometern Reichweite. Der Grund dafür: Mit seinen 15,5 Kilogramm ist es kaum schwerer als ein normales Fahrrad, entsprechend wenig Platz hat daher der Akku, der schlank im Unterrohr verbaut ist.

Die klassischen City-E-Bikes müssen im Alltag mitunter viel Gepäck sowie den Nachwuchs transportieren. Es hohes, zulässiges Gesamtgewicht ist daher von Vorteil. Die E-Bikes von Kalkhoff und HoheAcht können sogar bis zu 170 Kilogramm stemmen - damit ist die Summe aus dem Eigengewicht des Fahrrads plus Fahrer und Gepäck gemeint.

Praktischerweise bieten einige E-Bikes bereits einen Gepäckträger in der Basisausstattung. Bei den Varianten von Velo de Ville und Kalkhoff kann dieser sogar laut Hersteller bis zu 27 Kilogramm beladen werden, beim Stevens sind es 25 Kilogramm.

Sicherheit

IMTEST setzt auf das international zertifizierte Prüflabor für die Messung der Bremskraft. In Anlehnung an die Norm EN 15194 werden sowohl die Vorder- als auch Hinterradbremsen bei nassen und trockenen Bedingungen getestet. Mit einer simulierten Handkraft von 60 Newton wird dann geprüft, wie hoch die Bremsleistung ist.

Muss der Fahrer im Stadtverkehr plötzlich bremsen, kann er sich mit allen zehn Rädern sicher fühlen. Denn beim Bremsentest schnitten alle E-Bikes souverän ab. Die Modelle von Riese & Müller, HoheAcht, Kalkhoff und Velo de Ville glänzten sogar mit guten Werten.

Smarte Funktionen per App

E-Bikes sind mittlerweile mehr als elektrisch unterstützte Fahrräder. Denn in Kombination mit einer App werden sie fast zum smarten Begleiter. Bei allen Testkandidaten ist die Nutzung nicht zwingend zum Fahren vorausgesetzt, sie bietet jedoch hilfreiche Features und Einstellmöglichkeiten.

Neben den Basisdaten zur Tour, wie zurückgelegte Kilometer, Akkustand oder Durchschnittsgeschwindigkeit lassen sich beispielsweise die Unterstützungsstufen individuell feineinstellen. Mit den Apps von Tenways, Veloretti und Bosch können beispielsweise Touren geplant werden. In Kombination mit dem Kiox 500-Display (bei Bosch), das beim Velo de Ville angebracht ist, hat der Fahrer eine Karte vor Augen und kann sich so bequem navigieren lassen. Alternativ hat man auch die Möglichkeit, sein Smartphone als Display zu nutzen, sollte wie beim Culture oder X20 keins dabei sein.

Die eBike Flow-App von Bosch bietet eine umfangreiche Übersicht und viele Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich beispielsweise eine Tour planen und über das Kiox 500 Display anzeigen. Praktisch bei der Bosch-App ist ebenso die Funktion, sein Rad via App zu sperren oder entsperren, um es Langfingern etwas schwieriger zu machen. Eine kostenpflichtige Premium-Funktion beinhaltet zudem, dass der Besitzer sein Rad tracken kann.

Auch Shimano bietet mit der E-Tube-App viele Sonderfunktionen. So bekommt man nach seiner Fahrt eine umfangreiche Statistik, aber eine Navigationsfunktion ist beispielsweise nicht dabei. Die E-Tube-App ist zudem nicht so übersichtlich und von allen getesteten am wenigsten intuitiv.

Über die Veloretti-App lassen sich sowohl die Unterstützungsstufen feineinstellen als auch die Trittfrequenz der automatischen Gangschaltung. Während die bereits erwähnten Apps von den Motor-Herstellern kommen, bieten Riese & Müller, Tenways, Velo de Ville und Veloretti auch als Hersteller eigene Apps mit ähnlichen Funktionen an. Das Programm von Veloretti kombiniert dabei praktischerweise die Einstellungen für den Motor und die der Enviolo Automatiq Gangschaltung.

Fahrgefühl

Ob mit oder ohne App, ein sehr gutes bis gutes Fahrgefühl bieten alle zehn Testkandidaten durchweg auf verschiedenen Bodenbelägen, in Kurven oder bei Steigungen. Die kleinen, feinen Unterschiede liegen im Detail.

Auch wenn die über 60 Millimeter-breiten Reifen vom Grandamo Urbeno gekonnt Unebenheiten auf der Straße parieren, verleihen sie dem Rad auch etwas Trägheit. Zu einer bequemen und komfortablen Fahrt trägt auch die Wahl des Sattels und der Griffe ungemein bei. Hier haben vor allem Kalkhoff, Canyon und HoheAcht eine gute Wahl betroffen und sich für besonders angenehme und ergonomische Komponenten entschieden. Dadurch bieten diese E-Bikes einen besonders hohen Wohlfühl-Faktor.

Im Gegensatz dazu stehen die E-Bikes von Tenways, Desiknio und BMC für spritzig, sportliche Fahrten durch die Stadt. Der Verzicht der Federgabel trägt bei diesen Rädern nicht nur zu einem geringen Gewicht bei, sondern auch zu einem agilen Antritt beim Losfahren. Während das BMC und das Desiknio ebenso gekonnt Kopfsteinpflaster parieren können wie die Federgabel-Räder, bietet das E-Bike von Tenways hier etwas weniger Dämpfung.

Was zeichnet ein City-E-Bike aus?

Dank ihrer Ausstattung lassen sich bei klassischen City-E-Bikes sowohl Kinder als auch Gepäck transportieren. Doch was ist es, was die City-E-Bikes so beliebt macht? Bei den klassischen Modellen ist es auf jeden Fall die gelungene Mischung aus einer bequemen Sitzhaltung, komfortablem Fahrgefühl sowie breiten Reifen wie den beliebten Schwalbe Marathon Plus in 28 Zoll Größe, der konstruktiv auf das höhere Gewicht und das höhere Durchschnittstempo von Elektro-Fahrrädern abgestimm ist. Auch bügelt die in Kombination mit einer Federgabel Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster gekonnt aus.

Das macht ein klassisches City-E-Bike aus: Ein tiefer Einstieg und eine Rahmengeometrie, die eine aufrechte Sitzhaltung bietet.

Zu den klassischen City-E-Bikes gesellen sich die modernen E-Räder, oft auch als „Inkognito-Rad“, leichte E-Bikes oder E-Bikes für Damen und Herren bezeichnet, denen man die elektrische Unterstützung kaum ansieht. In diesem Test sind das beispielsweise die Räder von Desiknio, Tenways oder Veloretti.

Und dann gibt es noch City-E-Bikes, die sich irgendwo dazwischen einreihen. Dazu gehört beispielsweise das Riese & Müller Culture touring, welches einen Diamantrahmen hat und trotzdem eine aufrechte, sportliche Sitzhaltung gibt. Das Culture ist alternativ auch als Tiefeinsteiger verfügbar. Und obwohl das Precede.ON Comfort 7 von Canyon ohne Federgabel kommt, bringt es nicht weniger Komfort.

Die Qual der Wahl

Wer ein neues City-E-Bike sucht, hat die Qual der Wahl. Die Darstellung der detaillierten Testergebnisse ist aufgrund von Aktualisierungen oder technischer Anpassungen momentan nicht oder nur eingeschränkt möglich. Dieser Test wurde vollständig oder in Teilen vor dem 1.1.2025 durchgeführt und folgt noch nicht dem IMTEST-Bewertungsverfahren 2025. Eine Aktualisierung erfolgt in Kürze und kann ggf.

Mittelmotor im Fokus

Acht der zehn Testkandidaten setzen auf einen sanft und kraftvoll unterstützenden Mittelmotor. Bei den Rädern von Velo de Ville und Riese & Müller Culture touring kommt der neue Antrieb von Bosch, der Performance Line SX mit 55 Newtonmetern zum Einsatz. Ursprünglich für den Einsatz von Sport-E-Bikes konzipiert, setzen ihn Hersteller auch gerne bei City-E-Bikes ein.

Das macht sich vor allem beim E-Bike von Riese & Müller bemerkbar, welches mit 23 Kilogramm das leichteste der fünf Federgabel-Räder ist. Die Kehrseite ist jedoch, dass der Akku, der laut Bosch mit 400 Wattstunden aufweist (gemessener Wert von Qima zum Beispiel beim Velo de Ville: 348 Wattstunden), eine vergleichsweise geringere Reichweite bietet. So kommen diese Räder beim genormten Reichweitentest „nur“ auf 39 Kilometer (Velo de Ville), beziehungsweise auf 44 Kilometer (Riese & Müller).

Reichweite vs. Gewicht

Mit Werten von 51 Kilometer (Veloretti) und 43 Kilometer (Tenways) liegen die zwei Räder etwa gleich mit dem Culture touring und dem CEB 590.

Die wachsende Bedeutung des Radgewichts

Wie sehr das Thema Radgewicht an Bedeutung gewinnt, zeigt sich daran, dass erstmals seit Beginn des GERT das Durchschnittsgewicht aller Testräder (ohne Cargo-Bikes) gesunken ist - und zwar deutlich. 25,6 Kilogramm ist der Mittelwert. Im vergangenen Jahr lag der noch bei 27,1 kg.

E-Bike-Trends und Highlights 2025

  • Leichtere Systeme: Der Trend geht klar zu Light-E-Bikes mit kleinerem Akku und Motor - weniger Gewicht, mehr Natürlichkeit beim Fahren.
  • Smartere Technik: E-Bikes werden vernetzter - mit GPS-Tracking, Over-the-Air-Updates, Apps und Diebstahlschutzfunktionen.
  • Neue Motoren: Bosch & Co. bringen kompaktere, leisere und gleichzeitig leistungsfähigere Antriebe auf den Markt.
  • Mehr Integration: Kabel verschwinden, Displays werden unsichtbarer - das Design wird cleaner, Technik tritt in den Hintergrund.
  • Vielfalt für alle: Vom Citybike bis zum High-End-Gravel-E-Racer - fast jede Fahrradkategorie ist elektrifiziert, inklusive speziell abgestimmter Geometrien für Frauen, Senioren oder sportliche Fahrer.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0