E-Bike Entdrosseln: Eine Anleitung und rechtliche Aspekte

Viele E-Bike-Besitzer träumen davon, ihr E-Bike schneller zu machen, als es der Gesetzgeber erlaubt. Mit Tuning lässt sich die eingebaute Geschwindigkeitsgrenze zwar leicht umgehen, doch damit rutscht euer Bike sofort in eine andere Fahrzeugklasse.

E-Bikes: Der Trend und das Geschwindigkeitslimit

E-Bikes liegen im Trend. 2017 wurden über 700.000 Stück im Jahr verkauft. Der Boom begann mit den typischen Tiefeinsteiger-Rädern für Senioren. Mit einem Anteil von 38,5 Prozent sind die gemütlichen City- und Urbanräder nach wie vor das erfolgreichste Segment. Die Industrie feiert die Verjüngung der Käufer. Der Verband geht davon aus, dass der Anteil der verkauften Stromer weiter steigen wird.

Die meisten E-Bikes dürfen nämlich nur 25 km/h fahren, danach wird der Motor radikal abgeregelt. Solange E-Bikes im Wesentlichen an Senioren in der Bauform "ultrakomfortabler Tiefeinsteiger" verkauft wurde, existierte das Problem nicht. Aber inzwischen hat die Verstromung alle Rad-Typen erreicht - es gibt sogar inzwischen Speedbikes und Rennräder mit Stromantrieb. Eine Hilfe ist der Motor oberhalb der Grenze natürlich nicht mehr.

Illegale Methoden zur Geschwindigkeitserhöhung

Die Lösung für das Dilemma ist einfach, aber nicht legal: Die Stromräder werden heutzutage getunt, so wie man früher Mofas schneller gemacht hat. Nur beim Fahrrad geht das noch einfacher. Mit Bauteilen und Steckern kann man in die Steuerungselektronik eingreifen. Experten können den Motor komplett anders ansprechen und ihm mehr Leistung (Watt) und Drehmoment (Newtonmeter) entlocken.

Wer nur ein bisschen schneller fahren will, wählt dagegen eine ganz einfache Methode. Er kauft ein Bauteil, welches die Geschwindigkeitsmessung am Hinterrad manipuliert. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit wird nur die Hälfte an den Controller weitergemeldet. Der Motor "denkt" dann, er fährt nur 18, obwohl das Rad mit 36 km/h unterwegs ist. Entsprechende Sets sind ab etwa 100 Euro frei erhältlich. Vorteil an der Methode: Der betrügerische Impulsgeber lässt sich mit einem Handgriff wieder entfernen.

Die Tuningteile sind frei erhältlich, solange auf privatem Grund gefahren wird, erst der Einsatz im Straßenverkehr ist nicht erlaubt. Dort macht der Tuner sich strafbar, wegen des Fahrens ohne Versicherungsschutz. Diese Systeme versprechen Top-Geschwindigkeiten von 50 oder 75 km/h. Das ist nicht ganz korrekt. Um 50 zu erreichen, muss man die 250 Watt des Motors schon massiv mit den Beinen unterstützen. Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h sind aber mühelos möglich.

Im Prinzip gibt es zwei illegale Wege zur höheren Geschwindigkeit. Mit Bauteilen und Steckern kann man in die Steuerungselektronik eingreifen. Experten können den Motor komplett anders ansprechen und ihm mehr Leistung (Watt) und Drehmoment (Newtonmeter) entlocken. Er kauft ein Bauteil, welches die Geschwindigkeitsmessung am Hinterrad manipuliert.

Rechtliche Konsequenzen des E-Bike-Tunings

Wer das nicht beachtet, riskiert Bußgelder, Ärger mit der Versicherung und mehr. Es drohen Bußgelder, Verlust des Versicherungsschutzes, strafrechtliche Folgen und Beschlagnahmung des E-Bikes (via Bußgeldkatalog). Der Zweirad-Industrie-Verband und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordern explizit ein Verbot von Werbung und Verkauf solcher Tuning-Kits.

Sobald ein Tuning-Kit am Rad ist, könnt ihr in der Regel die Herstellergarantie vergessen. Hinzu kommt eine erhöhte Unfallgefahr: "Ich halte das für absolut gefährlich, so etwas zu tun", sagte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Cornelia Zieseniß.

Ein getuntes E-Bike kann man nur regelkonform versichern, wenn es vom Fachhändler aufgerüstet und dann - beispielsweise als S-Pedelec - zugelassen wird. Wer beim E-Bike-Tuning erwischt wird, den erwartet die harte Hand des Gesetzgebers.

Außerdem führt die Geschwindigkeitserhöhung unter Umständen zum Tatbestand des „Fahrens ohne Führerschein“ mit strafrechtlichen Konsequenzen. Dies wird mit Geldstrafen und in extremen Fällen bis hin zur Freiheitsstrafe geahndet, Punkte in der Verkehrssünder-Kartei gibt es obendrein. Da ein getuntes E-Bike ohne Zulassung nicht erlaubt ist, drohen auch für diesen Tatbestand Strafen. Für diesen Fall sehen die E-Bike Vorschriften in Deutschland ein Bußgeld von 70 Euro vor, zusätzlich gibt es einen Punkt fürs Flensburger Sünderkonto.

Illegale Tuning-Methoden im Detail

  • Tunings über Apps, die das 25-km/h-Limit umgehen und den Motor dauerhaft schneller unterstützen.
  • Speed-Chips oder elektronische Kit-Boxen, die direkt in die Elektronik eingreifen und das Tempolimit aushebeln.
  • Software-Manipulationen der Motorsteuerung, bei denen die werkseitigen Geschwindigkeitsvorgaben verändert werden.

Legale Alternativen und Optimierungen

Mehr Tempo mit dem E-Bike braucht keine illegalen Methoden. E-Bike schneller machen? Ja, aber nur durch mechanische Optimierung, wie idealer Reifendruck, saubere Bremsen oder Übersetzungsänderung.

Reifendruck anpassen

Wer sein E-Bike effizienter machen will, kann schon mit dem Reifendruck viel erreichen. Ist er zu niedrig, drückt sich der Reifen zu stark ein und der Rollwiderstand steigt, dadurch entlädt sich der Akku schneller. Ist er zu hoch, wird das Rad unruhig.

Den idealen Wert gibt es nicht: Er hängt vom Reifentyp, eurem Gewicht und der Fahrweise ab. Prüft den Druck regelmäßig und passt ihn an, um die Motorunterstützung optimal zu nutzen und den Fahrkomfort zu verbessern. So steigert ihr Tempo und Reichweite ganz legal.

Bremsen checken

Manchmal bremst euch das E-Bike, ohne dass ihr den Hebel zieht. Etwa wenn die Bremsbeläge leicht an der Scheibe schleifen. Testen könnt ihr das, indem ihr das Rad frei drehen lasst: Spürt ihr ein leichtes Stocken, sitzt der Bremssattel vermutlich schief.

Löst die Schrauben am Sattel, betätigt die Bremse mehrmals und haltet sie gedrückt, während ihr den Sattel wieder festzieht. So richtet er sich neu aus und die unerwünschte Bremswirkung verschwindet. Das bringt euch wieder spürbar mehr Leichtlauf.

E-Mountainbike tunen: Federung und Zugstufe einstellen

Beim E-Mountainbike kostet eine falsch eingestellte Federung nicht nur Kraft, sondern auch Akkuleistung. Passt den Luftdruck in Gabel und Dämpfer an euer Gewicht samt Ausrüstung an. Als grobe Richtwerte gelten rund 20 Prozent Einsinktiefe vorn und 30 Prozent hinten. Spezielle Dämpferpumpen helfen beim Einstellen.

Die Zugstufe ist entscheidend: Ist sie zu schnell, federt das Rad unruhig zurück, ist sie zu langsam, fehlt die Ausgleichswirkung. Testet verschiedene Stufen auf unterschiedlichen Strecken, bis ihr den optimalen Mittelweg gefunden habt.

Pflege von Kette und Schrauben

Für maximale Leistung braucht euer E-Bike regelmäßige Pflege. Eine saubere, geölte Kette läuft leichter und schont eure Energie. Rost oder Dreck bremsen dagegen spürbar. Statt aggressiver Reiniger reicht es, sie kurz abzuwaschen, abzuwischen und neu zu fetten.

Kontrolliert außerdem regelmäßig Schrauben und Kabel. Festziehen und Fixieren sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern verlängert auch die Lebensdauer von Akku und Bike.

Die legale Alternative: S-Pedelecs

Laien fragen sich, warum die E-Raser nicht zur legalen Alternative greifen, den sogenannten S-Pedelecs. Ein S-Pedelec ist in etwa mit einem Moped zu vergleichen. Die legale Spitzengeschwindigkeit liegt bei 45 km/h. Die Nennleistung des Motors darf 500 Watt betragen. Für ein S-Pedelec benötigt man eine zusätzliche Versicherung. Angesichts der Preise von etwa 4000 Euro dürften die 60 Euro für die Versicherung jedoch kaum abschreckend wirken.

Allerdings sind die Räder selbst deutlich teurer als die 25 km/h Modelle. Hauptnachteil ist aber, dass die schnellen S-Pedelecs legal in aller Regel nur auf der Fahrbahn der Straße bewegt werden dürfen. Parkanlagen und Radwege sowie Radspuren innerorts sind meistens tabu.

E-Bike Tuning: Vor- und Nachteile

E-Bike Tuning kann mehr Leistung und Spaß bringen, birgt aber auch erhebliche Risiken. Es ist wichtig, die positiven Aspekte gegen die möglichen negativen Konsequenzen abzuwägen, bevor du dich entscheidest, dein E-Bike zu tunen.

Vorteile Risiken
Mehr Power: Erhöhe die Motorleistung und beschleunige schneller. Rechtliche Aspekte: Getunte E-Bikes entsprechen nicht der StVZO und dürfen nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.
Höhere Geschwindigkeit: Fahre schneller und länger mit Motorunterstützung. Garantieverlust: Durch das Tuning verlierst du die Garantie auf deinen E-Bike-Antrieb.
Längere Strecken: Überwinde größere Entfernungen in kürzerer Zeit. Sicherheitsrisiken: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten auch ein erhöhtes Unfallrisiko.
- Versicherungsprobleme: Bei Unfällen können Versicherungsansprüche entfallen, was zu hohen Kosten führen kann.

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