Gründe für einen Fahrradkauf im Internet gibt es viele. Wenn man nicht gerade in einer Großstadt wohnt, hat man es oft schwer, eine genügend große Auswahl verschiedener Fahrradmarken zu finden. Aber auch ein voller Terminkalender oder ein verregneter Abend können gute Gründe sein, im Web zu surfen.
Die Wahl des richtigen Anbieters
Gibt man auf Google den Begriff „Fahrrad Online kaufen“ ein, erhält man 52 Millionen Suchergebnisse. „Natürlich ist der Preis ein wichtiger Kaufgrund“, meint Sven Rocksloh, Leiter E-Commerce und Kundenservice von B.O.C im Gespräch mit uns. Aber es sollte auch darauf geachtet werden, dass es sich um seriöse Anbieter handelt, die auch nach dem Kauf als guter Partner auftreten.
Fahrradkauf ist Vertrauenssache. Immer wieder hört man jedoch von Fake-Shops, die bestellte und per Vorkasse bezahlte Ware niemals verschicken. Fehlen sie, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen unseriösen Anbieter. Trusted Shops ist eine Bewertungsplattform, die Online-Händlern ein Siegel mit Bewertungssternen zur Verfügung stellt. Jeder Online-Shop wird von einem Mitarbeiter von Trusted Shops umfangreich geprüft und zertifiziert.
Die Echtheit eines Trusted Shop Zertifikates erkennt man daran, dass man auf die Homepage von Trusted Shop geleitet wird und weitere Informationen zum Shop erhält, wenn man auf das Trusted Shop Badge klickt. Seriöse Online-Händler wie zum Beispiel Brügelmann, B.O.C oder Bikediscount werden von allen namhaften Fahrradherstellern beliefert. Auch Rose oder H&S Bikediscount haben ein breites Spektrum an Markenartikeln - und bieten darüber hinaus ihre eigenen Marken an. Bei Rose ist es die gleichnamige Fahrradmarke.
Eine Marke wie Canyon ist ein sogenannter „Direktversender“, der seine Qualität schon in diversen Tests bewiesen hat. Daneben gibt es noch Manufakturmarken wie Maxx, Patria oder Storck, die durch Online-Konfiguratoren ein hohes Maß an Individualisierung zulassen und einen kompetenten Stützpunkthändler einbeziehen.
Die richtige Kategorie und das Budget
Die allererste Frage, die man sich beantworten sollte, lautet: Welche Fahrradkategorie passt zu mir? Wichtig: Das Fahrrad hat primär zum Einsatzzweck und zu den eigenen Bedürfnissen zu passen. Das Budget zu bestimmen, ist der zweite Schritt. Damit grenzt man auch schon die Ausstattung des Rades ein. An diesem Punkt der Suche kristallisieren sich meist schon eine Handvoll Räder heraus.
Beim Surfen merkten wir: Jeder Shop ist anders aufgebaut, aber das Prinzip ist immer das Gleiche. Die Fahrräder werden nach den bekannten Kategorien mehr oder weniger übersichtlich gelistet. Die Bestellung erfolgt entweder online oder auch telefonisch. Seriöse Online-Händler bieten eine Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten an. Bezahlung per Vorkasse, Nachnahme, PayPal, Sofortüberweisung und Kreditkarte sind üblich. Positiv sind uns die Shops von Brügelmann, B.O.C. und Bikediscount aufgefallen. Auf den Startseiten wird bereits eine Auswahl der besten Angebote und der beliebtesten Artikel angeboten.
Apropos Schnäppchen: Hat man ein bestimmtes Modell ins Auge gefasst, lohnt es sich, die genaue Modellbezeichnung auf Google einzugeben und die „Shopping“-Suche zu nutzen. Vielleicht findet man ja einen anderen Shop, der genau das gleiche Modell billiger anbietet.
Probefahrt und Rahmenhöhe
Eine Probefahrt geht online natürlich nicht - eine Tatsache, welche viele bislang von einem Onlinekauf abhielt. Doch die Online-Welt verwebt sich zunehmend mit der „realen Welt“: Bei Direktversender Canyon können die Räder am Showroom in Koblenz, oder auf Festivals, Test-Bike-Events und Hausmessen getestet werden. Der Direktversender Rose hat unter anderem Stores in Bocholt, München und Posthausen. Die „Manufakturbikes“ von Patria oder Storck können bei ausgesuchten Stützpunkthändlern getestet werden, wo immer ein bestimmtes Kontingent vorrätig sein muss.
MAXX Bikes aus München überlässt dem Kunden die Wahl, ob er den Kauf über einen MAXX Vertragshändler, direkt bei MAXX oder einem Händler seiner Wahl abwickelt, „da es meist eine gewachsene Vertrauensbeziehung zwischen Kunde und einem bestimmten Händler gibt“, erklärt Uwe Matthies von MAXX Bikes. Man muss jedoch feststellen, dass die Mehrzahl der typischen Online-Käufe „blind“ erfolgt. Die Kulanz der Online-Händer und das Fernabnahmegesetz machen es möglich, dass ein unzufriedener Käufer ein unpassendes Fahrrad einfach wieder zurücksenden kann.
Das schönste Fahrrad macht nur Spaß, wenn es auch passt. Wenn man keine Probefahrt machen kann oder will, dann muss man die richtige Größe des Rades anders bestimmen. Die Rahmenhöhe ist abhängig von der Körpergröße bzw. der Schrittlänge. Diese Werte ergeben dann die richtige Rahmengröße, die wiederum in Abhängigkeit zur Fahrradkategorie steht. Aber keine Bange. Man muss kein Profi sein, um die richtige Rahmenhöhe zu finden. Alle von uns besuchten Online-Shops haben Tabellen und Online-Tools, um die richtige Rahmenhöhe zu bestimmen.
Lieferung und Aufbau
Damit das Fahrrad unbeschädigt ankommt, setzen Online-Versender auf Logistik-Unternehmen mit Erfahrung im Fahrradversand. Die meisten Fahrräder befinden sich bereits in einem Zentrallager. So können Online-Händler sehr genaue Lieferzusagen treffen. Vor dem Versand findet bei allen der hier genannten Versender ein gewissenhafter Check des Rades statt. Die Bremsen und die Schaltung werden eingestellt. Erfreulicherweise sind bei den allermeisten Versendern Vorder- und Hinterrad bereits eingebaut. Nach der Anlieferung im Spezialkarton müssen nur noch die Pedale angeschraubt und der Lenker geradegestellt werden.
Canyon verwendet einen Versandkarton, bei dem der Kunde die komplette Front öffnen kann. Das sorgt nicht nur für ein einfaches Entnehmen des Rades - sondern auch für eine ansprechende „Präsentation“ und ein emotionales Kauferlebnis. Auspacken: Für Rücksendung z.B. Jeder Versender hat auf seinen Seiten Tutorials, wie man Sattel und Cockpit optimal einstellt. Auch auf der Onlineseite www.richtigradfahren.de werde wertvolle Tipps gegeben, wie man das Rad richtig einstellt.
Einen besonderen Service bietet Versender Rose: Die Premium-Lieferung kann man nicht nur auf die Stunde genau bestimmen - der Mechaniker stellt einem das Rad gleich auch noch optimal ein und gibt eine umfassende Einweisung. Jeder, der Reparaturen selbst ausführen kann, ist natürlich fein raus und kann bei jedem seriösen Online-Händler kaufen.
Rückgabe und Service
Direktversender handhaben es so, dass das Rad im Versandkarton wieder zum Hersteller zurückgesendet wird. Dieser bemüht sich dann um zügige Wartung. Im Versandhandel gibt es ein klar geregeltes gesetzliches Widerrufsrecht. Brügelmann, fahrrad.de und Fahrradgigant erweitern diese Frist freiwillig sogar bis zu 100 Tage. Dazu kann man bei seinem Online-Händler einen Retourenschein beantragen.
Drei-Teile-Puzzle: So kommen die meisten Fahrräder aus der Versandbox. Bereit für die erste Ausfahrt: das Online-Bike wurde beim Versender schon gewissenhaft vormontiert und penibel eingestellt. Der Online-Kauf ist heutzutage kein Hexenwerk mehr. Die Angebote und Vertriebs-Philosophien sind so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Käufer.
Für wen eignet sich der Online-Kauf?
Wer keine Beratung braucht und fit genug ist, anhand der Geometriedaten eines Fahrrades abzuchecken, ob es ihm passt, der findet bei reinen Online-Händlern ein günstiges Angebot. Für diese Profis stellt der Aufbau kein Problem dar, da passendes Werkzeug sowieso schon im eigenen Fahrradkeller vorhanden ist. Wer unsicher ist, welche Rahmengröße er benötigt oder beim Aufbau lieber einem Fachmann vertraut, der wird bei Online-Shops mit Filialen glücklich. Das ungestörte Einkaufserlebnis sonntagmorgens mit Schlafanzug am Frühstückstisch passt wunderbar zusammen mit dem Aufbau und dem Einstellen des Rades durch einen Mechaniker - wenn man es wünscht.
Wer gehobene Ansprüche an sein Fahrrad stellt, nach eigenen Vorstellungen aufbauen und konfigurieren möchte, der findet selten etwas „von der Stange“ beim Händler. Für diesen Enthusiasten bietet der Online-Handel das, was Storck „Vertrieb 4.0“ nennt: Ein ausgewählter Stützpunkthändler kann den Käufer vermessen, wenn dieser es wünscht. Dann wird im Internet über einen ausgetüftelten Konfigurator das neue Fahrrad exakt so zusammengestellt, wie der Käufer es wünscht.
Und dann gibt es da die Mehrheit an Online-Käufern, die einfach nur ein neues Fahrrad zum günstigsten Preis suchen. Der nicht über Geometriedaten philosophieren will - aber eines ganz genau weiß: „Schön!“ muss das Rad sein. Und günstig. Auch dieser Laie darf heutzutage ohne Gefahr einkaufen. Die großzügigen Rückgabebedingungen sichern ihn ab vor einem Fehlkauf.
PS: Übrigens ist der Online-Kauf des Fahrrades genau der richtige Moment, sich ein neues Multitool mit Drehmomentschlüssel extra für Fahrräder zuzulegen.
Auffällig ist, dass der Druck durch den Verkäufer im stationären Handel insbesondere für Männer (81%; Frauen 73%) ein Grund ist, ihr Fahrrad online zu kaufen. Deutlich mehr Frauen (76%) als Männer (67%) würden die persönliche Beratung vermissen. Nur für jeden Vierten (27%) sprechen zu hohe Versandkosten gegen den Online-Fahrradkauf. Bequemer geht’s nicht. Computer hochfahren, Online-Shop besuchen, aus einer schier endlosen Anzahl an Marken und Modellen ein Fahrrad aussuchen - und wenige Tage später rollt es heran. Häufig sogar kostenlos.
Die verschiedenen Typen von Online-Käufern
- Der Unkomplizierte: Der reine Online-Shop ohne Filialen oder Stützpunkthändler ist etwas für alle, die es unkompliziert mögen - und trotz des verwirrend großen Angebotes genau wissen, was sie wollen. Den günstigsten Preis erkauft man sich mit weniger Service als im Handel - was unwichtiger wird, je sattelfester man ist. Wer also seine Schrittlänge kennt, Rahmengeometrien „lesen“ kann wie andere Leute die Tageszeitung und sowieso passionierter Schrauber ist - der ist im reinen Online-Shop genau in seinem Element.
- Der Individualist: Individueller geht’s nicht. Aus der Kollektion eines Herstellers sich das passende Bike aus einer Anzahl von Varianten heraussuchen und es womöglich auch noch online mit Zubehör personalisieren - nachdem man sich umfassende Produktinformationen online angelesen hat, oder sich von einem extra für diesen Hersteller geschulten Service-Mitarbeiter beraten hat lassen. Der Fahrer eines Rades von einem Direktversender ist ganz klar Individualist. Der sich ohne Zeitdruck sein Modell sucht und nicht an der Kasse warten möchte oder Zeit mit Parkplatzsuche verplempern will. Im Gegenzug gibt es ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis und eine klare Markenidentität. Oftmals Image, manchmal sogar Kult.
- Der Perfektionist: Perfekter geht’s nicht. Am Anfang steht beim Kunden meist nur die Idee eines Fahrrades. Eines ganz persönlichen „Traumbikes“. Ohne Kompromisse. Dann erfolgt die Auswahl eines geeigneten Partners, der einem dieses Rad optimalerweise auf Maß schneidert oder zumindest maximal persönlich konfiguriert und eingestellt. Händlergestützte Onlineanbieter bieten daher einen sehr umfassenden Service und großes Knowhow. Der Einkauf im Zusammenspiel aus Online-Konfigurator und persönlicher Betreuung in einem der wenigen Service-Stützpunkte ist weder unkomplizierter noch billiger als der Kauf beim Händler ums Eck. Da wird vermessen, Body-gescannt und im Vorfeld oft ein zeitintensives persönliches Beratungsgespräch geführt. Wer hier einkauft, will nicht die größte Auswahl oder das günstigste Rad.
Weitere Tipps und Informationen
Mit 80 Marken und knapp 4000 Modellen ist Fahrrad-XXL der größte Online-Shop, gefolgt von Fahrradgigant.de mit 70 Fahrradherstellern. Oft wird ab 100 Euro Bestellwert ein kostenloser Versand angeboten, wie etwa bei Bike24. Einen kostenlosen Versand für einige Artikel bietet Bike-Discount an. Bei Boc24.de gibt es eine kostenlose Erstinspektion und Raddiscount.de stellt das Rad bereits individuell auf den Fahrer ein.
Der private Online-Käufer genießt besonderen Schutz. Ihm stehen bei Fernabsatzverträgen, die gemäß § 312b BGB ausschließlich per Internet oder auch Telefon abgeschlossen wurden, nach § 355 BGB ein Widerrufsrecht oder nach § 356 BGB ein Rückgaberecht zu. Der Verbraucher kann den Vertrag innerhalb von 2 Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Frist beginnt, wenn der Kunde über sein Widerrufsrecht belehrt wurde und die Ware erhalten hat.
Tabelle: Beliebte Online-Shops für Fahrräder und ihre Vorteile
| Online-Shop | Vorteile |
|---|---|
| Fahrrad-XXL | Größte Auswahl mit 80 Marken und knapp 4000 Modellen |
| Fahrradgigant.de | 70 Fahrradhersteller |
| Bike24 | Oft kostenloser Versand ab 100 Euro Bestellwert |
| Bike-Discount | Kostenloser Versand für einige Artikel |
| Boc24.de | Kostenlose Erstinspektion |
| Raddiscount.de | Individuelle Einstellung des Rades auf den Fahrer |
Verwandte Beiträge:
- Günstige E-Bikes für Damen: Top Modelle im Preisvergleich
- E-Bike Funktionsweise: Technik, Komponenten & Tipps
- Big Bike Laufrad: Test & Vergleich der besten Modelle
- E-Bike Dreirad mit Mittelmotor: Komfort und Sicherheit für Senioren
- Die besten Rennrad-Laufräder im Test: Ultimativer Vergleich & Kaufberatung
- Beste Sitzcreme für Rennradfahrer (DM): Test & Vergleich
Kommentar schreiben