Etwas Neues auszuprobieren, kann sich gerade am Anfang ein bisschen überwältigend anfühlen. So geht es vielen Leuten auch beim ersten Mal E-Bike fahren. Das ist völlig normal und verständlich, aber wir sind davon überzeugt, dass E-Bike fahren für Anfänger ebenso gut möglich ist wie für Fortgeschrittene. Zeit also, das Auto öfter stehen zu lassen und die Vorteile des E-Bikes zu nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen E-Bike, Pedelec und S-Pedelec?
Die wichtigste Frage zuerst: Willst du ein E-Bike oder (S-)Pedelec? Was ist da überhaupt der Unterschied? Die Unterscheidung ist ganz einfach, wird aber im Alltag meist nicht gemacht. Der Oberbegriff E-Bike hat sich anstelle von Pedelec eingebürgert, aber eigentlich ist nicht jedes Zweirad mit Elektro-Antrieb gleich ein „E-Bike“.
- Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis zu 250 Watt, Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h. Pedelecs machen mit 95% den größten Anteil an elektrischen Fahrrädern aus. Du benötigst keinen Führerschein, es besteht keine Helmpflicht, Fahrradanhänger sind erlaubt und du darfst auf Fahrradwegen fahren.
- S-Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten, Motorleistung bis 450 Watt, Antriebsunterstützung bis 45 km/h. Du brauchst einen Führerschein, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht. Darf in Städten nicht auf Fahrradwegen gefahren werden, Anhänger sind verboten! Gemäß § 1 Abs. 1 und 2 Straßenverkehrsgesetz (StVG) zählt es rechtlich als Kleinkraftrad.
- E-Bike: Zweirad mit Motor. Ein E-Bike ist also im ursprünglichen Sinne kein Fahrrad, sondern ein Mofa. Trotzdem hat sich der Begriff als Synonym zum Pedelec eingebürgert.
Erste Schritte und Vorbereitung
Vorab gleich einmal ein Mutmacher: Letzten Endes bleibt das Fahren mit dem E-Bike immer noch Radfahren, erstes Mal hin oder her. Ja, ein paar Dinge unterscheiden sich. Gleichzeitig bleiben viele, sagen wir Grundübungen, exakt die gleichen. Eine passende Einstimmung auf alle kommenden E-Bike-Abenteuer ist das Kennenlernen des neuen Gefährts. Schaut euch in Ruhe alle Teile am E-Bike an. Schaltet den E-Antrieb ein und prüft, ob ihr schon wisst, wo und wie ihr zum Beispiel zwischen den Unterstützungsstufen hin- und herwechseln könnt. Wie viele Stufen bietet das System überhaupt und wie unterscheiden sie sich? Schnappt euch gern dazu die Bedienungsanleitung.
Bremsen und Bremshebel
Neben Akku, Motor und Display könnten hydraulische Scheibenbremsen für manche von euch neu sein. Am bisherigen herkömmlichen Fahrrad waren vielleicht Felgenbremsen verbaut. Aufgrund der zusätzlichen Motorkraft sowie des höheren Gewichts, gelten hydraulische Scheibenbremsen heutzutage bei E-Bikes als Standard. Sie bremsen kräftiger, lassen sich in der Regel aber auch besser dosieren.
Wie sich das in der Praxis anfühlt, stellt ihr ganz einfach fest, wenn ihr euch auf das E-Bike setzt. Wer möchte, kann ein paar Male vor- und zurückrollen und währenddessen für einen ersten, vorsichtigen Test bremsen. Bei der Gelegenheit stellt ihr gleich fest, wie gut ihr mit euren Händen die Bremshebel erreicht. Schaut, um das zu prüfen, ob die Bremshebel in einem Winkel von etwa 45 Grad nach unten zeigen. Das gilt gemeinhin als die optimale Ausrichtung. Habt ihr den richtigen Abstand zum Lenker, bilden eure Handgelenke die Verlängerung der Linie eurer Arme und ihr könnt mit den Fingern bequem die Bremshebel ziehen. Ist der Lenker zu nah, werden die Handgelenke nach oben abgewinkelt und die Haut faltet sich an der Oberseite des Gelenks. Ist der Lenker dagegen zu weit von euch entfernt, überstrecken sich die Handgelenke nach unten.
Die richtige Sitzposition
Zum Einstellen der richtigen Sitzposition gehört weiterhin das Einstellen der passenden Sattelhöhe. Hier könnt ihr auf eine Faustregel zurückgreifen, mit der ihr schon ziemlich viel richtig macht. Bringt die Pedale, links oder rechts, in die unterste Stellung, die sie auf der Kreisbahn während des Pedalierens beschreibt. Setzt nun den Fuß des entsprechenden Beins mit der Ferse auf die Pedale. Streckt dabei das Bein komplett durch. Wenn die Ferse ganz leicht auf der Pedale aufliegt, habt ihr die korrekte Höhe des Sattels erreicht. Später beim Fahren liegt im Idealfall der Ballen auf der Pedale über der Pedalachse. Als Richtlinie für die die passende Sattelhöhe genügt das Aufstellen des Fußes mit der Ferse auf dem Pedal, während das Bein durchgestreckt wird.
Für die Höhe des Lenkers gibt es kein festes Idealmaß. Ausschlaggebend ist eher, ob ihr eher aufrechter oder lieber etwas gestreckter, aerodynamischer auf dem E-Bike sitzen wollt. Je tiefer die Position des Lenkers im Vergleich zur Sattelhöhe, umso sportlicher fällt die Sitzposition aus. Geht unvoreingenommen an die Suche nach der passenden Lenkerhöhe heran. Testet gern verschiedene Höhen, wenn sich zum Beispiel der Vorbau mit Spacer genannten Distanzscheiben in Schritten von fünf Millimetern nach oben und unten versetzen lässt. Das klingt wenig, wird sich aber sicher bemerkbar machen. Sucht ihr nach zusätzlicher Beratung, empfiehlt sich immer der Gang in einen Fahrradladen. Mitunter gibt es dort Beschäftigte, die sich auf die Ergonomie am Fahrrad spezialisiert haben und euch weiterhelfen können. In den vergangenen Jahren ist das Thema immer mehr in den Vordergrund gerückt. Schließlich sorgt eine passende Sitzposition dafür, dass ihr sowohl gern als auch sicher mit dem E-Bike fahrt.
Untersuchung von Dienstleistern wie gebiomized haben gezeigt, dass die Motorunterstützung zu einem markant höheren Satteldruck führt, als ihn Menschen auf einem herkömmlichen Fahrrad erfahren. Angesichts der größeren Belastung kommt einer ausgewogenen Sitzposition eine noch größere Bedeutung zu.
Die ersten Fahrversuche
„Helm schnappen, rauf aufs E-Bike und dann von der ungewohnten Beschleunigung überrascht werden - das wird schiefgehen“, meint Heiner Sothmann. An dieser Einschätzung ist durchaus etwas dran. Es kann nicht schaden, den Anfang mit dem E-Bike bedacht anzugehen. Manche von euch haben vielleicht neben einer möglichen Probefahrt im Rahmen des Kaufes keine weiteren Erfahrungen beim Fahren mit dem E-Bike gesammelt. Das erste Mal sollte also in einer Umgebung geschehen, in der sowohl ihr selbst als auch das Verkehrsgeschehen um euch herum so ruhig und entspannt wie möglich ist.
Was das Fahren mit einem E-Bike von dem Fahren mit einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet, ist in ganz besonderem Maße die Motorunterstützung sowie das daraus resultierende, viel dynamischere Beschleunigen. Im ersten Moment kann es eine ziemliche Herausforderung darstellen, dieser zusätzlichen Kraft Herr zu werden. Wer diesen Aspekt erst einmal aus dem Spiel nehmen möchte, schaltet für die ersten Runde mit dem neuen E-Bike das System einfach aus.
Beim Fahren mit ausgeschaltetem Motor könnt ihr ein erstes Gefühl für das grundsätzliche Fahrverhalten des E-Bikes gewinnen. Schon nach kurzer Zeit werden sich erste Eindrücke verfestigen und vermutlich für etwas mehr Vertrautheit mit dem neuen Fahrzeug sorgen. Gleichzeitig lautet unser Tipp: Wartet nicht zu lange mit dem nächsten Schritt und aktiviert den E-Antrieb, sobald ihr euch sicher beim Fahren mit dem E-Bike fühlt.
E-Bike-Fahren lernen: Umgang mit der Motorleistung
E-Bike-Fahren lernen heißt am Ende, das Fahren mit der Motorleistung zu beherrschen. Ist das schwierig? Nein, höchstens anders und anfangs ungewohnt. Das Fahren erweitert sich um eine zusätzliche Komponente. Aus unserer Sicht ist E-Bike-Fahren nicht schwieriger als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Schließlich erleichtert euch der Motor das Vorankommen erheblich. Und moderne Antriebe nutzen so viele Daten verschiedenster Sensoren, dass sich das Erlebnis von euch gezielt steuern lässt. Gleichzeitig erfordert es von euch ein paar Umstellungen in bestimmten Fahrsituationen. Ein Beispiel dafür ist das Anfahren. Wer hier bislang immer recht schwungvoll startete, sollte künftig vielleicht ein klein wenig zurückhaltender loslegen. Viele Motoren erfassen die Kraft, mit der ihr auf das Pedal einwirkt und die Trittfrequenz, die sich daraus ergibt. Legt ihr mit einem Sprint los, will der E-Antrieb euch genauso beherzt unterstützen. Das könnte am Ende zu schnell für euch sein. Daher fahrt gern ruhiger an und spürt, wie der Motor sich kontrolliert dazugesellt. Wählt für dein Einstieg eine niedrige Unterstützungsstufe.
Genauso wichtig wie das sichere Anfahren ist das sichere Anhalten. Mit einem E-Bike fahrt ihr im Alltag durchschnittlich etwas schneller als mit einem Fahrrad ohne elektrische Unterstützung. Zudem wiegt es meist immer noch ein paar Kilogramm mehr. Beide Faktoren verlängern den Bremsweg. Zusammen mit dem Anfahren und Anhalten lohnt es sich ebenfalls, das langsame Fahren zu üben. Oftmals fällt es tatsächlich leichter, schneller zu fahren. Fliehkräfte, Rotationskräfte und andere physikalische Phänomene stabilisieren die Fahrt ab einer gewissen Geschwindigkeit spürbar.
Bewegt ihr euch unterhalb dieser Grenze, merkt ihr, wie es zum Beispiel schwerer fällt, die Balance zu halten oder das E-Bike sauber geradeaus zu steuern. Im Straßenverkehr finden wir uns jedoch häufig in Situationen wieder, die ein langsameres Fahren erfordern. Dann zeigt sich, wer gut mit seinem Fahrrad umgehen kann. Von einer niedrigeren Geschwindigkeit ausgehend lässt sich das Tempo ja auch allmählich steigern - abgestimmt auf eure Fortschritte und auf das, was die jeweilige Fahrsituation erlaubt.
Testet zusätzlich ruhig mal aus, wie schnell - oder langsam - das E-Bike die Fahrt verlangsamt, wenn ihr aufhört zu pedalieren und damit die Motorunterstützung pausiert. Was bei der Übung Hütchen sind, könnte im Straßenverkehr der verbleibende Raum zwischen zwei Autos sein, an denen ihr vorbeikommen wollt.
Spezielle Fahrsituationen
Auf einige spezielle Fahrsituationen lohnt es sich, gesondert einzugehen. Je nach Breite der Fahrbahn, Radius und Beschaffenheit des Untergrundes stellen Kurven spezielle Herausforderungen dar. Seid ihr mit eurem E-Bike erstmals auf bekannten Strecken unterwegs, stellt ihr womöglich fest, dass ihr bestimmte Stellen mit einer höheren Geschwindigkeit erreicht, als das zuvor mit einem herkömmlichen Fahrrad der Fall gewesen ist. In einer Kurve kann dies schnell zu unliebsamen Überraschungen führen.
Grundsätzlich funktioniert das Bremsen am E-Bike genau wie an jedem anderen Fahrrad. Je teurer das E-Bike, desto hochwertiger die Bremse, die ihr daran verbaut findet. Und wohl auch desto feinfühliger. Daher trainiert als Anfänger am ehesten das passende Dosieren der Bremskraft. Das gelingt besser mit zwei Fingern oder nur einem als mit vier Fingern.
Sowohl mit dem E-Mountainbike im Wald als auch mit einen E-Rennrad auf der Straße könnt ihr an Anstiege gelangen, die derart steil sind, dass ihr spürt, wie sich die Last auf dem Vorderrad immer mehr verringert und es abzuheben droht. Dort wollt ihr erstens, weder ungewollt absteigen noch zweitens, überhaupt stoppen müssen.
E-Bike Sicherheits-Training
Alle genannten Details könnt ihr euch grundsätzlich selbst aneignen. Alternativ bieten Veranstalter wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC), die deutsche Verkehrswacht e.V. (DVW), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR), der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) oder auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) gezielt ein Fahrsicherheitstraining für Radfahrende an. Solche Kurse starten meist auf einem speziellen Übungsplatz, um dort Grundlagen zu etablieren. Es gilt, in einem Parkour zum Beispiel Hindernisse zu umfahren und Kurven zu fahren.
Zum gegebenen Zeitpunkt verlagert sich das Geschehen dann hinein in den Straßenverkehr. Im Rahmen des Trainings werden sowohl körperliche Voraussetzungen wie Beweglichkeit und Balance geprüft. Dies soll sicherzustellen, dass ihr Elemente wie das Anzeigen eines Richtungs- und Spurwechsels per Handzeichen oder einen Schulterblick sicher beherrscht.
Oftmals genügt bereits ein einziger Tag mit ein paar Fahrstunden, um eine solide Basis für ein unfallfreies E-Bike-Fahren zu legen. Zudem könnt ihr die Übungen später privat ja auch jederzeit wiederholen, Erlerntes festigen und euch schrittweise die Freude am E-Biken erschließen. Ein Ausflug in den Straßenverkehr gehört meist zu einem Fahrsicherheitstraining dazu.
Weitere Tipps für E-Bike Anfänger
Ratschläge könnte man zu diesem Thema unzählige geben. Der erste Tipp erleichtert euch weder das Erlernen des Fahrens mit dem E-Bike noch lässt er euch sicherer fahren. Dennoch erachten wir ihn als essenziell. Warum? Weil er euren Fahrkomfort spürbar erhöht und euch mehr Vergnügen bei einer Sache verschafft, die ihr anscheinend richtig mögt. Gemeint ist der Kauf von Fahrradhandschuhen und gepolsterter Radhosen. Untersuchungen zeigen, dass E-Bike-Fahrende nicht unbedingt häufiger im Sattel sind als Menschen mit einem Fahrrad ohne E-Antrieb. Dafür fahren sie tendenziell längere Strecken. Und das macht deutlich mehr Spaß, wenn man bequem sitzt und sich wohl fühlt.
Klar, die Spezialkleidung könnt ihr euch auch noch später zulegen. Aber habt ihr einmal die passenden Teile gefunden, würdet ihr euch wünschen, jemand hätte euch früher dazu geraten, vertraut uns. Schon ab dem ersten Moment kann auch ein Rückspiegel sich als Gold wert erweisen. Dank ihm behaltet ihr das Verkehrsgeschehen in eurem Rücken stets im Blick, ohne jenen wirklich nach hinten richten zu müssen.
Wer noch etwas mehr Sicherheit benötigt, kann zum Beispiel das oftmals als schwierig empfundene Linksabbiegen durch das alternative Abbiegen nach links ersetzen. Vom alternativen Abbiegen nach links spricht man, wenn ihr eine Kreuzung erst einmal geradeaus überquert, obwohl ihr dort eigentlich links abbiegen wollt. Als Zwischenschritt fahrt ihr jedoch auf dem Fahrradweg oder der Fahrbahn über die Kreuzung hinweg und steigt gleich danach auf der rechten Fahrbahnseite ab. Dort wendet ihr euch dann um 90 Grad nach links und überquert anschließend die Kreuzung - entweder im Zuge einer Ampelschaltung oder sobald die Fahrbahn frei ist. Ob ihr das zu Fuß oder fahrend erledigt, hängt vermutlich von der jeweiligen Situation ab. Eventuell gibt es auch einen entsprechenden Fahrbahnstreifen oder einen Fahrradweg, auf dem ihr euch einordnen könnt.
Zu guter Letzt ein Ratschlag, der auch auf jede andere Situation im Leben passt und trotzdem nicht oft genug erwähnt werden kann. Nehmt selbst so viel Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmende, wie ihr es von den anderen erwartet.
Die Wahl des richtigen E-Bike-Typs
Die wichtigste Frage gleich am Anfang: Welches E-Bike ist das richtige für mich? Die gute Nachricht: E-Bikes gibt es viele und es ist für jeden das Passende dabei! Klick dich einfach durch die unterschiedlichen Kategorien - auf jeder Seite findest du weitere Informationen zum Einsatzzweck, Vorteilen und Nachteilen sowie weitere wichtige Infos.
Unser Tipp: Wenn du noch nicht sicher bist, welche Strecken du hauptsächlich mit deinem neuen E-Bike fahren möchtest und dazu nicht so viel Geld ausgeben möchtest, sind Cross-E-Bikes und Einsteiger-Hardtail-E-Bikes die beste Wahl. Hier ist die Modellauswahl groß und das Preisniveau niedrig, da hier häufig hohe Stückzahlen produziert werden.
Mittelmotor, Heckmotor oder doch Frontantrieb?
Motoren findest du an E-Bikes vorne an der Gabel, in der Mitte am Tretlager oder hinten an der Nabe. Heckmotoren haben ihre Vor-, und Nachteile und überzeugen vor allem durch die direkte Kraftübertragung auf das Hinterrad. Wir empfehlen allerdings E-Bikes mit Mittelmotoren, da sie sich als leise, zuverlässig und verschleißarm erwiesen haben und das Fahrverhalten kaum beeinflussen.
Von E-Bikes mit Frontmotoren solltest du lieber die Finger lassen, denn sie verlagern den Schwerpunkt des Bikes ungünstig, außerdem sind sie störanfällig. Generell empfehlen wir Technik aus bewährter Produktion. Hersteller wie Bosch, Yamaha, Shimano, Brose, Panasonic, TranzX, BionX oder Impulse haben zwar ihren Preis, unter dem Strich erweisen die Komponenten allesamt als leistungsstärker und haltbarer als Billig-Importe. Du solltest auf keinen Fall ein teures E-Bike mit günstigen Fernost-Ersatzteilen bestücken, Fehlfunktionen wären vorprogrammiert! Alle Infos zu E-Bike-Motoren und auch zu E-Bike-Akkus findest du in unserem großen Akku- und Motor-Guide.
Worauf du beim Akku achten solltest
Den Akku eines E-Bikes findest du entweder in den Gepäckträger eingebaut, am Rahmen montiert oder in den Rahmen integriert, wobei die vollintegrierten Akkus wie z.B. der PowerTube von Bosch aktuell am häufigsten verbaut werden. Sie fallen optisch nicht weiter auf, sind durch das Rohr vor äußeren Einflüssen geschützt und beeinflussen den Schwerpunkt des Fahrrads und somit die Fahreigenschaften weniger. Die Reichweite hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die Akku-Kapazität (von 400Wh bis 750Wh, mit Range Extender oder Dual Akku auch gerne bis zu 1500Wh), das Alter des Akkus, das Gewicht des Fahrrads und auch die Qualität des Akkus und des Motors spielen eine Rolle. Da aber auch Faktoren wie Gegenwind, gewählte Unterstützungsstufe oder Steigungen die Reichweite beeinflussen, können die Hersteller nur ungefähre Angaben machen. Versuche deswegen nicht nur die angegebene Reichweite zu vergleichen, sondern auch das Gesamtgewicht des E-Bikes, den Motor und natürlich die effektive Akku-Kapazität mit in deine Entscheidung einfließen zu lassen. Faustregel ist aber: Je mehr Qualität du dir hier leistest, desto weiter wirst du damit kommen.
Wer billig kauft, kauft zweimal
E-Bikes haben ihren Preis, ganz klar. Gute Qualität und die nachhaltige Entwicklungsarbeit, die in den Elektrorädern steckt, bekommst du natürlich nicht umsonst. Wie viel du investieren solltest, hängt vor allem von der Nutzungsintensität ab.
Wenn du nur gelegentlich aufs E-Bike steigen willst und nicht verzweifelst, wenn die Reichweite nicht besonders groß oder der Rahmen doch etwas schwerer ist, bist du mit einem E-Bike für etwa 1.750 Euro gut bedient. E-Bikes die weniger kosten, bereiten ihren Besitzen erfahrungsgemäß wenig Freude, vor allem dann nicht, wenn sie aus dem nächsten Baumarkt oder dem Discounter stammen. Ordentliche und zuverlässige Qualität in den Bereichen Antrieb und Rahmen bekommst du eben erst im Bereich von 1.700 bis 2.000 Euro UVP aufwärts. Wenn du im Alltag auf dein E-Bike angewiesen bist, ist das der Mindestbetrag, den du investieren musst.
Nachrüsten? Lass es bleiben!
Ganz ehrlich? Lieber nicht. Die Rechnung „altes, billiges Fahrrad + Nachrüstmotor = günstiges E-Bike“ geht selten auf. Die wenigsten Fahrräder eignen sich für den Umbau, diesen selbst vorzunehmen empfiehlt sich meist nicht, denn schließlich willst du mit einem sicheren Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen.
Ein gutes Fahrrad + Nachrüstmotor + Mechanikerkosten = lohnt sich nicht! Kauf dir lieber gleich ein richtiges E-Bike, dessen Rahmen und Komponenten auf den Antrieb abgestimmt wurden.
Du willst mehr Power? Dann hol dir was extra
Wenn du weitere Touren planst, gibt es die Möglichkeit mehrere Akkus zu koppeln und somit deine Reichweite zu erhöhen. Vor allem in den Bereichen E-Mountainbike und Touren-E-Bike ist die Nachfrage nach größerer Reichweite allgegenwärtig und Bestandteil der meisten Verkaufsgespräche.
Um dieses Problem zu lösen hat der deutsche Hersteller Haibike den Range Extender entwickelt, der es den Haibike Hardtail E-Bikes der neuesten Generation ermöglicht, die Wattstunden auf 1.000 (2x 500Wh) zu verdoppeln: Dazu wird auf einer Schiene über dem Unterrohr, in das der reguläre Akku integriert wurde, ein weiterer Akku platziert.
Bosch hat hier mit der Dual Battery ebenfalls eine Möglichkeit gefunden, die Reichweite zu verdoppeln. Die bekannteste Marke, die das Dual Battery System verbaut, ist Riese & Müller. Bulls nutzt ein ähnliches Doppel-Akku System im E-Core Dual Battery E-Mountainbike, allerdings mit dem Shimano-Antrieb.
Warte auf Schnäppchen - es lohnt sich!
Es geht aber auch günstiger. Jedes Jahr bringen Hersteller wie Cube, Haibike, Specialized, Ghost und viele mehr neue Modelle auf den Markt. Die Fahrradhändler müssen dann in ihren Lagern Platz für die Neuware schaffen und verkaufen die Vorjahresmodelle zum reduzierten Sparpreis. In diesem Zeitraum, häufig von Ende August bis zum Anfang der Saison im Mai, kannst du bei BikeExchange extrem günstige Schnäppchen machen.
Um die 400 Fahrrad-Fachhändler bieten auf dem Marktplatz ihr Sortiment an, sodass mit Sicherheit auch dein Lieblingsmodell zum Spitzenpreis im Shop erhältlich sein wird. Schau regelmäßig im ständig aktualisierten E-Bike Sale vorbei, um kein neues Angebot zu verpassen!
Zu allen Angeboten auf dem Marktplatz →
Brauche ich eine Einweisung oder krieg ich das mit der Bedienung hin?
Ein E-Bike wird grundsätzlich angetrieben wie jedes andere Fahrrad auch. Du kannst E-Bikes mit Kettenschaltung und vielen Gängen bekommen oder mit Nabenschaltung und wenigen Gängen. Es gibt auch E-Bikes mit Rücktrittbremse. Ganz simpel.
Den Antriebsassistenten bedienst du in der Regel über ein Display am Lenker, dort stellst du dein Unterstützungslevel ein. Viele dieser Displays sind richtige Bordcomputer, die dir zahlreiche Informationen liefern wie verbleibende Akkureichweite, Geschwindigkeit, verbrauchte Kalorien und vieles mehr. Die Unterstützungslevel bestimmen, wie viel Schubkraft der Motor deiner Tretbewegung beisteuert. Die meisten E-Bikes haben drei oder fünf Assistenzlevel, sie reichen von „Du musst fast nichts selber machen“ bis hin zu „Puh - Workout ist angesagt!“. Ansonsten musst nur noch den Akku über das mitgelieferte Ladegerät an der Steckdose aufladen, wenn er schlapp macht. Das war’s auch schon.
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