E-Bike Fahren Lernen: Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

E-Bike fahren ist im Grunde wie Fahrradfahren, aber es gibt einige wichtige Unterschiede. Dieser Artikel gibt Tipps, die den Einstieg erleichtern.

E-Bike Grundlagen und Vorbereitung

Das E-Bike Kennenlernen

Eine passende Einstimmung auf alle kommenden E-Bike-Abenteuer ist das Kennenlernen des neuen Gefährts. Schaut euch in Ruhe alle Teile am E-Bike an. Schaltet den E-Antrieb ein und prüft, ob ihr schon wisst, wo und wie ihr zum Beispiel zwischen den Unterstützungsstufen hin- und herwechseln könnt. Wie viele Stufen bietet das System überhaupt und wie unterscheiden sie sich? Schnappt euch gern dazu die Bedienungsanleitung.

Bremsen

Neben Akku, Motor und Display könnten hydraulische Scheibenbremsen für manche von euch neu sein. Am bisherigen herkömmlichen Fahrrad waren vielleicht Felgenbremsen verbaut. Aufgrund der zusätzlichen Motorkraft sowie des höheren Gewichts, gelten hydraulische Scheibenbremsen heutzutage bei E-Bikes als Standard. Sie bremsen kräftiger, lassen sich in der Regel aber auch besser dosieren.

Erster Test

Wie sich das in der Praxis anfühlt, stellt ihr ganz einfach fest, wenn ihr euch auf das E-Bike setzt. Wer möchte, kann ein paar Male vor- und zurückrollen und währenddessen für einen ersten, vorsichtigen Test bremsen.

Die richtige Sitzposition

Zum Einstellen der richtigen Sitzposition gehört weiterhin das Einstellen der passenden Sattelhöhe. Hier könnt ihr auf eine Faustregel zurückgreifen, mit der ihr schon ziemlich viel richtig macht. Bringt die Pedale, links oder rechts, in die unterste Stellung, die sie auf der Kreisbahn während des Pedalierens beschreibt. Setzt nun den Fuß des entsprechenden Beins mit der Ferse auf die Pedale. Streckt dabei das Bein komplett durch. Wenn die Ferse ganz leicht auf der Pedale aufliegt, habt ihr die korrekte Höhe des Sattels erreicht. Später beim Fahren liegt im Idealfall der Ballen auf der Pedale über der Pedalachse. Als Richtlinie für die die passende Sattelhöhe genügt das Aufstellen des Fußes mit der Ferse auf dem Pedal, während das Bein durchgestreckt wird.

Für die Höhe des Lenkers gibt es kein festes Idealmaß. Ausschlaggebend ist eher, ob ihr eher aufrechter oder lieber etwas gestreckter, aerodynamischer auf dem E-Bike sitzen wollt. Je tiefer die Position des Lenkers im Vergleich zur Sattelhöhe, umso sportlicher fällt die Sitzposition aus. Geht unvoreingenommen an die Suche nach der passenden Lenkerhöhe heran. Testet gern verschiedene Höhen, wenn sich zum Beispiel der Vorbau mit Spacer genannten Distanzscheiben in Schritten von fünf Millimetern nach oben und unten versetzen lässt. Das klingt wenig, wird sich aber sicher bemerkbar machen.

Sucht ihr nach zusätzlicher Beratung, empfiehlt sich immer der Gang in einen Fahrradladen. Mitunter gibt es dort Beschäftigte, die sich auf die Ergonomie am Fahrrad spezialisiert haben und euch weiterhelfen können. In den vergangenen Jahren ist das Thema immer mehr in den Vordergrund gerückt. Schließlich sorgt eine passende Sitzposition dafür, dass ihr sowohl gern als auch sicher mit dem E-Bike fahrt.

Untersuchung von Dienstleistern wie gebiomized haben gezeigt, dass die Motorunterstützung zu einem markant höheren Satteldruck führt, als ihn Menschen auf einem herkömmlichen Fahrrad erfahren. Angesichts der größeren Belastung kommt einer ausgewogenen Sitzposition eine noch größere Bedeutung zu.

Erste Fahrt

„Helm schnappen, rauf aufs E-Bike und dann von der ungewohnten Beschleunigung überrascht werden - das wird schiefgehen“, meint Heiner Sothmann. An dieser Einschätzung ist durchaus etwas dran. Es kann nicht schaden, den Anfang mit dem E-Bike bedacht anzugehen. Manche von euch haben vielleicht neben einer möglichen Probefahrt im Rahmen des Kaufes keine weiteren Erfahrungen beim Fahren mit dem E-Bike gesammelt. Das erste Mal sollte also in einer Umgebung geschehen, in der sowohl ihr selbst als auch das Verkehrsgeschehen um euch herum so ruhig und entspannt wie möglich ist.

Fahrgefühl

Was das Fahren mit einem E-Bike von dem Fahren mit einem herkömmlichen Fahrrad unterscheidet, ist in ganz besonderem Maße die Motorunterstützung sowie das daraus resultierende, viel dynamischere Beschleunigen. Im ersten Moment kann es eine ziemliche Herausforderung darstellen, dieser zusätzlichen Kraft Herr zu werden. Wer diesen Aspekt erst einmalaus dem Spiel nehmen möchte, schaltet für die ersten Runde mit dem neuen E-Bike das System einfach aus. Beim Fahren mit ausgeschaltetem Motor könnt ihr ein erstes Gefühl für das grundsätzliche Fahrverhalten des E-Bikes gewinnen. Schon nach kurzer Zeit werden sich erste Eindrücke verfestigen und vermutlich für etwas mehr Vertrautheit mit dem neuen Fahrzeug sorgen. Gleichzeitig lautet unser Tipp: Wartet nicht zu lange mit dem nächsten Schritt und aktiviert den E-Antrieb, sobald ihr euch sicher beim Fahren mit dem E-Bike fühlt.

Fahrtechniken und Tipps

Umgang mit der Motorleistung

E-Bike-Fahren lernen heißt am Ende, das Fahren mit der Motorleistung zu beherrschen. Ist das schwierig? Nein, höchstens anders und anfangs ungewohnt. Das Fahren erweitert sich um eine zusätzliche Komponente. Aus unserer Sicht ist E-Bike-Fahren nicht schwieriger als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Schließlich erleichtert euch der Motor das Vorankommen erheblich. Und moderne Antriebe nutzen so viele Daten verschiedenster Sensoren, dass sich das Erlebnis von euch gezielt steuern lässt.

Gleichzeitig erfordert es von euch ein paar Umstellungen in bestimmten Fahrsituationen. Wer hier bislang immer recht schwungvoll startete, sollte künftig vielleicht ein klein wenig zurückhaltender loslegen. Viele Motoren erfassen die Kraft, mit der ihr auf das Pedal einwirkt und die Trittfrequenz, die sich daraus ergibt. Legt ihr mit einem Sprint los, will der E-Antrieb euch genauso beherzt unterstützen. Das könnte am Ende zu schnell für euch sein. Daher fahrt gern ruhiger an und spürt, wie der Motor sich kontrolliert dazugesellt. Wählt für dein Einstieg eine niedrige Unterstützungsstufe.

Anfahren und Anhalten

Genauso wichtig wie das sichere Anfahren ist das sichere Anhalten. Mit einem E-Bike fahrt ihr im Alltag durchschnittlich etwas schneller als mit einem Fahrrad ohne elektrische Unterstützung. Zudem wiegt es meist immer noch ein paar Kilogramm mehr. Beide Faktoren verlängern den Bremsweg. Zusammen mit dem Anfahren und Anhalten lohnt es sich ebenfalls, das langsame Fahren zu üben. Oftmals fällt es tatsächlich leichter, schneller zu fahren.

Fliehkräfte, Rotationskräfte und andere physikalische Phänomene stabilisieren die Fahrt ab einer gewissen Geschwindigkeit spürbar. Bewegt ihr euch unterhalb dieser Grenze, merkt ihr, wie es zum Beispiel schwerer fällt, die Balance zu halten oder das E-Bike sauber geradeaus zu steuern. Im Straßenverkehr finden wir uns jedoch häufig in Situationen wieder, die ein langsameres Fahren erfordern. Dann zeigt sich, wer gut mit seinem Fahrrad umgehen kann.

Geschwindigkeit

Von einer niedrigeren Geschwindigkeit ausgehend lässt sich das Tempo ja auch allmählich steigern - abgestimmt auf eure Fortschritte und auf das, was die jeweilige Fahrsituation erlaubt. Testet zusätzlich ruhig mal aus, wie schnell - oder langsam - das E-Bike die Fahrt verlangsamt, wenn ihr aufhört zu pedalieren und damit die Motorunterstützung pausiert. Was bei der Übung Hütchen sind, könnte im Straßenverkehr der verbleibende Raum zwischen zwei Autos sein, an denen ihr vorbeikommen wollt.

Gangschaltung

Die Frage, wie man mit einem E-Bike fährt, beinhaltet zudem das Thema des Bedienens der Gangschaltung. Ehrlicherweise muss man sagen, dass ein E-Bike-Motor heutzutage menschliche Fehler sogar ausgleicht. Früher galt zum Beispiel sowohl für Kettenschaltungen als auch für Nabenschaltungen, dass man ein Schalten unter Last vermeiden solle. Wenn bei einer Gangschaltung die Kette sich nur laut knarzend auf ein anderes Ritzel oder Kettenblatt quälte, war dies das sichere Zeichen dafür, den Schaltkomponenten gerade nichts Gutes anzutun. Inzwischen erkennen etliche E-Bike-Antriebe solche Situationen. Sie reduzieren kurz ihre Antriebskraft, nehmen so den Druck aus dem Schaltvorgang und sorgen für einen geschmeidigen Gangwechsel.

Kurvenfahren

Auf einige spezielle Fahrsituationen lohnt es sich, gesondert einzugehen. Je nach Breite der Fahrbahn, Radius und Beschaffenheit des Untergrundes stellen Kurven spezielle Herausforderungen dar. Seid ihr mit eurem E-Bike erstmals auf bekannten Strecken unterwegs, stellt ihr womöglich fest, dass ihr bestimmte Stellen mit einer höheren Geschwindigkeit erreicht, als das zuvor mit einem herkömmlichen Fahrrad der Fall gewesen ist. In einer Kurve kann dies schnell zu unliebsamen Überraschungen führen.

Bremsen

Grundsätzlich funktioniert das Bremsen am E-Bike genau wie an jedem anderen Fahrrad. Je teurer das E-Bike, desto hochwertiger die Bremse, die ihr daran verbaut findet. Und wohl auch desto feinfühliger. Daher trainiert als Anfänger am ehesten das passende Dosieren der Bremskraft. Das gelingt besser mit zwei Fingern oder nur einem als mit vier Fingern.

Anstiege

Sowohl mit dem E-Mountainbike im Wald als auch mit einen E-Rennrad auf der Straße könnt ihr an Anstiege gelangen, die derart steil sind, dass ihr spürt, wie sich die Last auf dem Vorderrad immer mehr verringert und es abzuheben droht. Dort wollt ihr erstens, weder ungewollt absteigen noch zweitens, überhaupt stoppen müssen.

E-Mountainbike Fahrtechnik

Wer Mountainbike-Erfahrung hat, ist klar im Vorteil. Trotzdem gibt es auch für erfahrene Piloten beim E-Biken viel zu lernen. Vor allem in steilen Uphills.

Top-Tricks vom Profi

Das sind die Top-15-Tricks von Profi-Trialer und EMTB-Fahrtechnikexperte Stefan Schlie:

  1. Richtige Gangwahl: Für möglichst große Reichhöhe verlangen die meisten E-Bike-Motoren eher hohe Trittfrequenzen. Im technischen Gelände lohnt es sich aber oft, mal einen oder zwei Gänge höher zu schalten. Gerade auf Schotter, wo das Hinterrad gerne mal Traktion verliert, wühlt man sich mit einem dickeren Gang besser durch.
  2. Schräge Anfahrt am Berg: Wer bergauf im steilen Gelände stecken bleibt, hat schlechte Karten. Oder er hat die richtige Anfahrtechnik. Schritt eins: Nie in der Falllinie losfahren, sonst dreht das Hinterrad gnadenlos durch. Immer schräg zur Fahrtrichtung losfahren. Punkt zwei: Bremse ziehen, zweiten Fuß aufs Pedal und dann erst starten. Das erfordert zwar etwas Balance, aber nur so lässt sich der volle Druck aufs Hinterrad bringen.
  3. Schieben auf dem Hinterrad: Sieht spektakulärer aus, als es ist: das E-Mountainbike auf dem Hinterrad bergab schieben. Diese Technik eignet sich an steilen Engpässen bergab, die zu schmal sind, um das Bike neben sich herzuschieben. Einfach Hinterradbremse ziehen, und das Gerät beherzt aufs Hinterrad lupfen. Dosiert wird die Kletterei mit der Bremse, und das E-Bike wirkt sogar noch wie eine zusätzliche Stütze.
  4. Richtig tragen: Irgendwann trifft es jeden, und das E-Mountainbike muss auf den Rücken. Nicht zuletzt, da die meisten E-MTBs deutlich über 20 Kilo wiegen, ist die richtige Tragetechnik entscheidend. Aber mit dieser Technik wird die Plackerei erträglich: tiefgehen, Bike an Kurbel und Gabel packen und über die Schulter hieven. Der E-Bike-Motor sollte am Rucksack aufliegen.
  5. In die Kurve drücken: Egal, ob langsam oder schnell, die Drücktechnik kommt zum Einsatz, sobald man die befestigte Straße verlässt. Man drückt das E-MTB unter sich ins Kurveninnere, der Körperschwerpunkt bleibt außen. Die Position passt, wenn man den (tief eingestellten) Sattel am kurveninneren Oberschenkel spürt.
  6. Akku-Handling auf langen E-MTB-Touren: Auch das Akku-Handling auf Tour ist ein heikles Thema. Die Reserve-Akkus sind schwer, ungesichert im Rucksack können sie bei Stürzen zu ernsten Verletzungen führen. Am besten man transportiert sie in speziell gesicherten E-MTB-Rucksäcken. In klassischen Bike-Rucksäcken sollte man die Batterien ganz unten lagern und gut mit Klamotten polstern. Das bringt den Schwerpunkt nach unten und schützt den Rücken bei Stürzen.
  7. Besser Schieben: Die neuen Schiebehilfen an E-Mountainbikes, die mittlerweile jedes Motorenmodell anbietet, machen einem das Leben leicht. Aber was, wenn das unbelastete Hinterrad unkontrolliert durchdreht?
  8. Hindernis überwinden: Ein kleines Hindernis liegt in einem Uphill-Trail quer. Hier heißt es: leicht machen! Dazu kurz aus dem Sattel gehen, um das E-MTB über die Wurzel zu lupfen. Am besten man beschleunigt vorher etwas, um genügend Schwung zu haben.
  9. Pedalaufsetzer vermeiden: Hindernisse, die sich einem bergauf in den Weg stellen, begegnet man am besten mit der Tippeltechnik: an der kritischen Stelle ein paar Mal vor und zurück mit den Kurbeln. Das erhält den Vortrieb und vermeidet Aufsetzer.
  10. Luftdruck checken: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Weniger Druck im Reifen verbessert die Traktion und den Fahrkomfort. Je breiter der Reifen, desto weniger Druck verträgt er. Faustregel im Gelände: Mehr als zwei Bar braucht niemand.
  11. Blick in Fahrtrichtung: Gilt eigentlich für alle Fahrsituationen, egal ob bergauf oder bergab: Möglichst weit nach vorne blicken und die Linie scannen. Für alles, was sich direkt vor dem Vorderrad abspielt, ist es ohnehin schon zu spät.
  12. Immer bremsbereit: Gilt beim E-MTB auch bergauf: Mit der Bremse dosiert man die Motor-Power. Das E-Bike lässt sich damit viel besser kontrollieren. Also: Ein Finger liegt immer bremsbereit am Hebel.
  13. Enge Kehren: Keine Angst vor Serpentinen - das Hinterrad kann man mit dem schweren E-MTB genauso gut versetzen wie mit dem klassischen Bike. Man braucht nur etwas mehr Nachdruck und genügend Schwung.
  14. Hinterrad belasten: Mit dem E-MTB bewältigt man steilste Anstiege. Grenzen setzt die Traktion. Vor allem auf Schotter muss man das Hinterrad so weit belasten, bis das Vorderrad fast in die Luft steigt. Dazu die Sattelstütze ein bis drei Zentimeter versenken.
  15. Steile Rampe: Kurze, steile Anstiege sind das Salz in der Suppe auf dem E-MTB. Auf harten Untergründen, auf denen man genügend Traktion hat, kann man schier unglaubliche Steigungen bewältigen. Das A und O ist die Gewichtsverlagerung nach vorne, damit das Vorderrad nicht steigt. Also ganz nach vorne rutschen und gegebenenfalls sogar etwas aus dem Sattel gehen.

Interview mit Stefan Schlie

EMTB: Wo liegen fahrtechnisch die wesentlichen Unterschiede zwischen normalem Biken und E-Mountainbiken?

Stefan Schlie: Zwei Aspekte: Die üppig vorhandene Motor-Power und das deutliche Mehrgewicht. Manche Geländesituationen sind mit unmotorisierten Bikes schlichtweg unfahrbar, weil die Kraft in den Beinen fehlt. Aber die Motorkraft will eben auch gebändigt werden, damit sie überhaupt als Traktion am Boden ankommt. So ist fürs E-MTB eine ganz neue Fahrtechnik entstanden.

EMTB: Was ist für Dich die Faszination beim Uphill Flow?

Stefan Schlie: Uphill Flow bedeutet auch in schier unglaublichen Uphill-Fahrsituationen das Grinsen zu behalten. Allein die Motorkraft macht dies möglich. Es ist das Spielen mit dem Gelände, nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Und das alles spielt sich jetzt nicht mehr in gefährlichen Geschwindigkeitsbereichen bergab ab, sondern bei relativ gemächlichem Tempo bergauf. Wenn mal ein Trick danebengeht, dann sind die Folgen weit weniger schlimm als beim Downhill.

EMTB: Wie hat man am schnellsten Erfolgserlebnisse?

Stefan Schlie: In der Ruhe liegt die Kraft. Kontrolliert langsam fahren, das ist das Thema. Deswegen sind Balanceübungen das A und O. Zum einen Balancieren auf der Stelle, aber auch einfach mal seinen Lieblings-Trail so langsam es geht hochzufahren. Sucht Euch beim Balancieren auf der Stelle einen Anreiz, um lange stehen zu müssen. Zum Beispiel einen ganzen Film balancierend schauen. Oder wenigstens die Tagesschau. Ein effektiver Zeitvertreib nicht nur für die Wintermonate.

Sicherheit und Training

Alle genannten Details könnt ihr euch grundsätzlich selbst aneignen. Alternativ bieten Veranstalter wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC), die deutsche Verkehrswacht e.V. (DVW), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR), der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) oder auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) gezielt ein Fahrsicherheitstraining für Radfahrende an.

Solche Kurse starten meist auf einem speziellen Übungsplatz, um dort Grundlagen zu etablieren. Es gilt, in einem Parkour zum Beispiel Hindernisse zu umfahren und Kurven zu fahren. Zum gegebenen Zeitpunkt verlagert sich das Geschehen dann hinein in den Straßenverkehr. Im Rahmen des Trainings werden sowohl körperliche Voraussetzungen wie Beweglichkeit und Balance geprüft. Dies soll sicherzustellen, dass ihr Elemente wie das Anzeigen eines Richtungs- und Spurwechsels per Handzeichen oder einen Schulterblick sicher beherrscht.

Oftmals genügt bereits ein einziger Tag mit ein paar Fahrstunden, um eine solide Basis für ein unfallfreies E-Bike-Fahren zu legen. Zudem könnt ihr die Übungen später privat ja auch jederzeit wiederholen, Erlerntes festigen und euch schrittweise die Freude am E-Biken erschließen. Ein Ausflug in den Straßenverkehr gehört meist zu einem Fahrsicherheitstraining dazu.

Speziell für Wiedereinsteiger raten Experten dringend, sich bereits vor dem Kauf unter Anleitung Fahrpraxis anzueignen. Solche E-Rad Kurse können unter unterschiedlichen Aspekten mehr als Sinn machen.

Du kannst vor der Anschaffung eines E-Bikes herausfinden, ob so ein Pedelec wirklich das Richtige für dich und welches Modell für deine Ansprüche am ehesten geeignet ist. Ein sehr nützliches Verzeichnis hierzu und eine erste Anlaufstelle zur Information zu solchen Kursen ist sicherlich der Verkehrsclub Deutschland e.V. Auf seiner Homepage sind bundesweit „E-Rad Kurse“ mit den entsprechenden Anlaufstellen und Ansprechpartnern sowie den Basisinformationen zu Dauer, Kosten etc. gelistet.

Für die Teilnahme an den Pedelec-Kursen wird vorausgesetzt, dass das Radfahren grundsätzlich beherrscht wird. Viele sind jedoch mittlerweile nicht ansatzweise mehr in der Lage, die Grenzen ihrer High Tech Geräte auszuschöpfen - so erfreuen sich spezielle E-MTB Kurse immer größerer Beliebtheit.

Im Sicherheitstraining wird einem vor allem die Angst genommen und man lernt viele nützliche Tipps und Tricks, die das E-Bike fahren erleichtern. Außerdem lernst du unter anderem, wie man auf ein E-Bike auf und ab steigt, um den Einstieg zu erleichtern und dich sicherer zu fühlen. Im Testcenter lernst du alles, was du über das Fahren von E-Bikes wissen musst.

E-Bike Typen: Pedelec vs. S-Pedelec

In diesem Beitrag schreiben wir gewöhnlich von einem E-Bike, meinen damit jedoch ein Pedelec. Für dieses Fahrrad, dessen Tretunterstützung zwingend an das Pedalieren geknüpft ist, während der Motor bei einer Dauernennleistung von maximal 250 Watt nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde unterstützt, gelten in Deutschland die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie für ein herkömmliches Fahrrad. Nachlesen lässt sich das im § 1 Abs. 3 Straßenverkehrsgesetz (StVG).

Anders gestaltet sich dies beim S-Pedelec, dessen Motorunterstützung hinauf bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 45 Kilometer pro Stunde reicht. Gemäß § 1 Abs. 1 und 2 Straßenverkehrsgesetz (StVG) zählt es rechtlich als Kleinkraftrad.

Zusätzliche Tipps für Komfort und Sicherheit

Ausrüstung

Untersuchungen zeigen, dass E-Bike-Fahrende nicht unbedingt häufiger im Sattel sind als Menschen mit einem Fahrrad ohne E-Antrieb. Dafür fahren sie tendenziell längere Strecken. Und das macht deutlich mehr Spaß, wenn man bequem sitzt und sich wohl fühlt. Klar, die Spezialkleidung könnt ihr euch auch noch später zulegen. Aber habt ihr einmal die passenden Teile gefunden, würdet ihr euch wünschen, jemand hätte euch früher dazu geraten, vertraut uns. Schon ab dem ersten Moment kann auch ein Rückspiegel sich als Gold wert erweisen. Dank ihm behaltet ihr das Verkehrsgeschehen in eurem Rücken stets im Blick, ohne jenen wirklich nach hinten richten zu müssen.

Sicheres Abbiegen

Wer noch etwas mehr Sicherheit benötigt, kann zum Beispiel das oftmals als schwierig empfundene Linksabbiegen durch das alternative Abbiegen nach links ersetzen. Vom alternativen Abbiegen nach links spricht man, wenn ihr eine Kreuzung erst einmal geradeaus überquert, obwohl ihr dort eigentlich links abbiegen wollt. Als Zwischenschritt fahrt ihr jedoch auf dem Fahrradweg oder der Fahrbahn über die Kreuzung hinweg und steigt gleich danach auf der rechten Fahrbahnseite ab. Dort wendet ihr euch dann um 90 Grad nach links und überquert anschließend die Kreuzung - entweder im Zuge einer Ampelschaltung oder sobald die Fahrbahn frei ist.

Rücksichtnahme

Zu guter Letzt ein Ratschlag, der auch auf jede andere Situation im Leben passt und trotzdem nicht oft genug erwähnt werden kann. Nehmt selbst so viel Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmende, wie ihr es von den anderen erwartet.

E-Bike Pflege

Auch ein E-Bike macht nur dann so richtig Spaß, wenn es regelmäßig gepflegt und gewartet wird. Das betrifft in erster Linie natürlich den Antriebsstrang, denn dieser ist (beim regulären Mittelmotor) einem ungleich höheren Verschleiß ausgesetzt als bei einem normalen Fahrrad. Das lässt sich in vielen Fällen selbst oder mit entsprechender Hilfe aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis bewerkstelligen.

Einmal im Jahr solltest du dein E-Bike in die Hände eines Fachmannes geben. Bitte beachte dabei, dass die Werkstätten diesbezüglich sehr ausgelastet sind. Der beste Zeitpunkt für eine Wartung ist sicher das Frühjahr, vor Saisonbeginn. Das gilt jedoch im Prinzip für alle Radfahrer in Deutschland…

Beachte auch die Hinweise des Herstellers für das Überwintern deines E-Bikes - es gibt nichts schlimmeres für einen Akku, als bei Minusgraden in der Garage seinem frühzeitigen „Aus“ entgegen zu sehen.

Weitere Tipps für E-Bike Anfänger

  • Das richtige E-Bike wählen: Achte darauf, dass du dich auf dem E-Bike wohlfühlst. Der Rahmen sollte nicht zu groß und der Sattel nicht zu hoch eingestellt sein. Wichtig ist auch, dass dein Fuß nicht von den Pedalen rutscht.
  • Ruhige Umgebung: Wähle für deine ersten Fahrten ruhige, abgelegene Straßen, um dich voll auf dein Rad konzentrieren zu können.
  • Helm tragen: Trage immer einen Helm, um deine Sicherheit zu erhöhen.
  • Passende Geschwindigkeit: Wähle eine Geschwindigkeit, bei der du dich wohl und sicher fühlst.
  • Leichte Modelle bevorzugen: Ein leichtes E-Bike lässt sich einfacher steuern.
  • Niedrige Fahrstufe: Schalte bei den ersten Fahrten auf die kleinste Fahrstufe, um ein gutes Fahrgefühl zu entwickeln.

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