E-Bike Fully Test: Die besten E-Mountainbikes bis 5000 Euro

Immer wieder trudeln ab November die neuesten E-Bikes aller Klassen in den Redaktionen ein. Für die Tester bedeutet das die arbeitsreichste Zeit des Jahres: der E-Bike Test.

Nach einigen fiesen Monaten und einer epischen Rabattschlacht leeren sich die Lager der Fahrradhersteller und damit auch die Verkaufsräume der Händler. Das schafft Platz für Neues! Nachdem der Markt sehr zurückhaltend war, was Innovationen betrifft, drängen nun neue Modelle mit frischen oder komplett überarbeiteten Komponenten in den Handel.

Der Jahrgang bringt einige technische Neuerungen zur Serienreife. Ganz oben auf der Innovationsliste: die Automatik-Schaltung. Gleich eine ganze Reihe an Testrädern sind mit den intelligenten Getrieben ausgestattet.

Viele Fahrradbauer nehmen vermehrt den Budget- und mittelpreisigen Sektor in den Fokus. Die größte Zahl an Testrädern sind und bleiben allerdings die Mittelklasseräder im Preissegment zwischen 3000 und 5000 Euro. Doch genau hier bekommen Sie die attraktivste Mischung aus hochwertigen und innovativen Komponenten an clever zusammengestellten und für den jeweiligen Einsatzzweck optimierten Bikes.

Mit dem neuen Testschema hält auch eine neue Unterkategorie Einzug: Trekking-Light. Denn diese Klasse war vor wenigen Jahren eine Nische, wird inzwischen aber immer wichtiger. Etwas reduzierte Motorkraft, kleinere Akkus, dafür Fahrleistungen, die sehr nah dran sind am klassischen Trekkingrad ohne Motor. Dieses Konzept lockt zahlreiche Pendler, Tourenfahrer und sogar Radreisende an.

Weiterhin ihren Platz hat zudem natürlich die Klasse der Trekkingräder, die von allem ein bisschen mehr bieten wollen - der Einfachheit halber nennen wir sie SUV. Geländegängig, kraftvoll, aber oft eben auch schwer. So präsentieren sich die offroadtauglichen Tourenräder. Wer sein Rad selten trägt, etwa in den Keller oder die Wohnung, muss nicht auf jedes Gramm achten. Mit dem höheren Gewicht bekommen die Fahrer dafür eine meist sehr satte Straßenlage, eine hohe Zuladung und viel Federungskomfort.

Mit den Testrädern in fünf Unterkategorien folgen die Stadträder. Diese Klasse ist noch einmal deutlich vielseitiger als die Trekking-Kategorie. Die Klasse City-Standard sind klassische „Brot-und-Butter-Räder“, im positivsten Sinne. Sie sind praktische Helfer, vielseitig, komfortabel und vergleichsweise preiswert.

Urbanbikes sind oft etwas leichter und wendiger als die Standard-Modelle. Kompakträder punkten vor allem durch ihr unnachahmliches Handling, sind aber auch extrem vielseitig. Unsere Falträder im Test sind extrem unterschiedlich. Fatbikes sind ebenso dabei wie wahre Pendler-Wunderräder.

Im Sport-Segment tummeln sich vor allem Mountain- und Gravelbikes. Wie sehr das Thema Radgewicht an Bedeutung gewinnt, zeigt sich daran, dass erstmals seit Beginn des GERT das Durchschnittsgewicht aller Testräder (ohne Cargo-Bikes) gesunken ist - und zwar deutlich. Im vergangenen Jahr lag der noch bei 27,1 kg.

Nicht gesunken ist der mittlere Preis. Er liegt bei 4950 Euro und somit etwas über dem Vorjahresschnitt.

Insgesamt hat der Fachhandel in Deutschland im vergangenen Jahr 3,85 Millionen Fahrräder und Elektrofahrräder verkauft - das waren nach Angaben des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) weniger als im Vorjahr. Der Markt für E-Bikes ist entsprechend groß und unübersichtlich, das Produktportfolio ist riesig. Unterschiedliche Modelle konkurrieren mit unterschiedlichen Antriebskonzepten.

Was macht ein gutes E-Mountainbike aus?

Was zeichnet ein gutes E-Mountainbike tatsächlich aus? Ist es ein kraftvoller Antrieb? Sind es die Highend-Komponenten? Oder ist es ein steifer Rahmen? Ein gutes Bike - egal ob Rennrad oder E-Mountainbike - ist immer ein für den Einsatzbereich stimmiges Gesamtkonzept. Die Aufgabe eines Herstellers ist es, nicht nur einen top Rahmen zu konstruieren, sondern auch ein optimales Gesamtpaket für einen gewissen Preispunkt zu schnüren.

Natürlich wäre es am einfachsten, überall die besten Komponenten zu wählen, doch dann wäre das Rad extrem teuer. Ein günstiger Preis bedeutet daher auf dem Papier immer einen Kompromiss. Dass man diesen auf dem Trail möglichst nicht bemerkt, ist die große Kunst bei der Konfiguration des Bikes. Ein edles Schaltwerk macht im Showroom einiges her, bringt auf dem Trail aber wenig Performance. Griffige Reifen, ein gutes Fahrwerk und standfeste Bremsen sind hingegen elementare und sicherheitsrelevante Bauteile. Leider sind jedoch noch nicht alle Bikes so vorbildlich ausgestattet und häufig sind es vermeintlich kleine Details, die den Fahrspaß massiv limitieren.

Manche Bikes sind in Excel-Sheets kalkuliert und zusammengeklickt, nicht aber praktisch auf Alltagstauglichkeit getestet. So ruiniert unter anderem ein viel zu langer Vorbau das Handling bergab. Der Verzicht auf eine Teleskopsattelstütze spart zwar Geld - aber eine Teleskopstütze sollte an einem Bike, das Trailspaß propagiert, absolut zum Standard gehören. Und der Umwerfer des 2-fach-Antriebs funktioniert immer genau dann nicht, wenn man ihn eigentlich braucht: unter Last im Uphill.

Die Anwenderfreundlichkeit (Stichwort Smart Simplicity) und Faktoren wie Balance, Fahrsicherheit und Gesamtkonzept sind wichtiger als die einzelnen Kriterien. Denn ein Bike ist mehr als die Summe seiner Teile. Und selbst das beste Bike ist nur so gut wie es abgestimmt ist.

Bei der Beurteilung eines Bikes gehen wir nicht von theoretischen Idealbedingungen aus, sondern sind uns der realen Anforderungen genauso bewusst wie der Tatsache, dass E-Mountainbikes ein extrem breites Nutzer-Spektrum vom totalen Neueinsteiger bis zum versierten Mountainbikefreak ansprechen.

E-Mountainbikes im Test: Worauf kommt es an?

Oftmals sind es die Details, die den Unterschied machen: gelungene Integration, erstklassige Ergonomie und mit Bedacht gewählte Komponenten.

  • Einzigartig: Die App-Steuerung des Specialized Turbo Levo ist nach wie vor einzigartig. Mit ihr lässt sich nicht nur die Charakteristik des Motors konfigurieren, sondern auch eine auf Restreichweiten basierte Navigation starten.
  • Kraftpaket: Der Shimano STEPS M8000-Antrieb ist der aktuell stimmigste Motor auf dem Markt.
  • Einmal bis zum Mond: Der Vorbau ist extrem lang. Das führt zu einem indirekten und undefinierten Handling.
  • Unterdimensioniert: Gerade auf langen alpinen Abfahrten ist eine standfeste Bremse das A und O.

Hersteller arbeiten ständig daran, die Systeme zu verbessern. So hat Bosch kürzlich einen überarbeiteten Sportmodus vorgestellt, ROTWILD (nicht im Test) hat eine vierte Unterstützungsstufe beim Brose-Antrieb integriert und das Team von Specialized hat die Kraftentfaltung des Motors optimiert.

Mehr Grip, mehr Komfort, mehr Sicherheit - es gibt eigentlich keinen Grund, am E-Mountainbike auf Plus-Reifen zu verzichten. Kein Wunder also, dass mittlerweile 8 von 11 Herstellern im Test auf breite Reifen setzen.

Auch klassische Mountainbikes haben aufgrund ihrer unterschiedlichen Geometrien, verschiedenen Fahrwerke und mannigfachen Ausstattungen ganz unterschiedliche Charaktere. Bei E-Mountainbikes wird dieser Charakter zusätzlich vom verbauten Antrieb unterstrichen.

Testsieger und Empfehlungen

Nein, es muss nicht immer das Topmodell sein! Wie schon im Highend-E-Mountainbike-Vergleichstest sichert sich auch in diesem Test MERIDA verdient den begehrten Testsieg - diesmal aber mit dem eONE-SIXTY 800. Das Bike begeistert mit einer herausragenden Performance zum absolut fairen Preis. Mit seinem sehr souveränen und Sicherheit spendenden Handling sowie der bis ins Detail stimmigen Ausstattung ist es das perfekte Bike für alle, die mit ihrem E-Mountainbike keine Kompromisse eingehen wollen. Und es unterscheidet sich in seiner Performance nur marginal vom teureren eONE-SIXTY.

Das SCOTT E-Genius ist mittlerweile ein echter Klassiker und konnte uns schon bei einigen vorherigen Tests begeistern. Kein Rad bietet ein ausgewogeneres Handling. Gepaart mit dem bewährten Bosch Performance CX-Antrieb und einer günstigen, aber technisch einwandfreien Ausstattung ergibt das ein echtes Sorglos-Bike für jeden Fahrertyp.

ADAC E-Mountainbike Test

Der ADAC hat acht E-Mountainbikes bis 5000 Euro nach den Kriterien Fahren, Antriebssystem und Motor, Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie auf Schadstoffe getestet. Ergebnis: Sechsmal "gut", zweimal "befriedigend".

Testsieger von Cube mit guten Allround-Eigenschaften. Trotz einer deutlichen Preissteigerung haben Mountainbikes die Trekkingräder auf der Pedelec-Beliebtheitsskala mittlerweile überholt. Von den verkauften Pedelecs waren Mountainbikes, Trekkingräder lagen knapp dahinter. Doch wie gut sind die aktuellen Modelle? Der ADAC hat acht marktgängige vollgefederte e-Mountainbikes auf dem Prüfstand und in der Praxis getestet.

Testergebnisse im Überblick

Das Cube bietet neben sehr guten Bremsen umfassende Informationen auf dem Display und eine Schiebehilfe mit Rückwärtsblockade. Die Sitzposition erlaubt darüber hinaus eine angenehme Fahrt auf ebener Straße. Nur der begrenzte Lenkereinschlag und der Ausbau des Akkus bieten noch Raum für Verbesserungen.

Beim Fully-Modell zeigten sich im Test sicherheitsrelevante Defizite. Die Hebelmechanik, um die Sattelstütze versenken zu können, ist schwer zu erreichen. Das sorgt besonders beim Bergabfahren für gefährliche Situationen, weil Bikerin oder Biker dazu die sichere Griffposition am Lenker aufgeben müssen. Zudem ist das Bike in der Preisklasse nur mit einem 500-Wh-Akku ausgestattet. Bei allen anderen E-Mountainbikes im Test sind Akkus mit mehr Wh verbaut. Entsprechend ist nur eine vergleichsweise geringe Reichweite bzw. Reichhöhe möglich.

Falls die eingeschränkte Reichweite bzw. Reichhöhe des mit dem 500-Wh-Akku ausgestatteten E-Bikes nicht ausreichen sollte, kann gegen Mehrpreis auf die Modellvariante zurückgegriffen werden.

Die mit einem Finger zu bedienenden Modelle sind dabei nicht nur leichter zu handhaben, sondern in Kombination mit reichlich Bremskraft und guter Dosierbarkeit den schwächeren und weniger ergonomischen Zweifingerbremsen deutlich überlegen. Bergab kann so immer ein Finger an der Bremse und gleichzeitig der Lenker gut im Griff bleiben.

Je nach Akkugröße schaffen die Fullys zwischen Kilometern in der Ebene. Entsprechend variieren die Reichhöhen: Die drei Reichweiten-Sieger schaffen mit einer Akkuladung über Höhenmeter, Gipfelkönig ist das Cube mit Höhenmetern. Die Ladezeiten der Akkus liegen zwischen Stunden und sind damit gut bis befriedigend.

Einen gewaltigen Einfluss auf den Fahrkomfort bergab haben zudem die Federgabel und der hintere Dämpfer. Am besten zu lösen ist das Problem beim E-Mountainbike von Giant, das eine Skala an der Kolbenstange des hinteren Dämpfers für die richtige Einstellung eingeprägt hat. Auch der Fahrkomfort ist bedeutend. Gabel und hinterer Dämpfer haben darauf entscheidenden Einfluss, besonders beim Bergabfahren. Denn je besser beide das Rad auf den Trail bzw.

Tipps für E-MTB-Fahrer

Das richtige Bike zu finden, bedarf einer klaren Vorstellung darüber, was man damit machen möchte. Nur die ideale Größe des Bikes inkl. der optimalen Einstellung der Dämpferelemente bietet ultimativen Fahrspaß. Dies muss beim Fachhändler erfolgen. Oftmals bietet dieser ein "Bikefitting" an, das dann mit dem Kauf verrechnet wird.

Neben der Größe ist auch das "Lenkerfitting" entscheidend. Hier gilt: Zuerst Bremse, dann Sattelstütze, dann die Schaltung. Diese sollten gut vom Griff aus erreichbar sein. Beim Bremshebel ist die "Einfingerbremse" eine unverzichtbare Ausstattung für die sichere Downhill-Fahrt.

Die Bikes lassen sich alle etwas unterschiedlich fahren - so kommt man an einer ausgiebigen Probefahrt nicht vorbei. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf Ergonomie und Handling gelegt werden, gefolgt von der Handhabung der Bedieneinheit und deren Informationsumfang.

Neben einem Helm sorgen weitere Sicherheitsausrüstungen wie Knie- und Ellenbogenschützer für guten Unfallschutz auf Trails. Je nach Beschaffenheit des Trails können auch Rumpfprotektoren oder ein Vollvisierhelm sinnvoll sein.

Zur besseren Erkennung für andere sollte bunte oder auffällige Kleidung gewählt werden und zur akustischen Warnung eine Klingel am Fahrrad angebracht sein. Für eine klare Sicht ist eine Schutzbrille zu empfehlen, um die Augen vor Insekten, Schmutz und Staub zu schützen.

Nie die eigenen Fähigkeiten überschätzen. Gerade das Bremsen birgt ein hohes Unfallpotential - Sowohl im Downhill als auch im Trail oder bei Action ist zu starkes Bremsen ein Hauptgrund für Unfälle. Nehmen Sie Trainingsprogramme wahr, die dabei helfen, die eigenen und die physikalischen Grenzen zu verstehen und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

Touren sollten gut vorbereitet sein. Zur Grundausstattung gehört ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein Flickzeug sowie ein Ersatzschlauch inklusive Montagematerial, um für eine Panne gerüstet zu sein. Für Notfälle sollte ein vollgeladenes Handy oder eine Powerbank mitgeführt werden.

Ein E-Mountainbike ist ein Sportgerät, das der Übung bedarf. Der ADAC empfiehlt, vor dem Kauf nicht nur eine ausgiebige Probefahrt, sondern auch ein "Bikefitting" beim Fachhändler zu machen: Dort wird die Größe richtig angepasst und die Dämpfung optimal eingestellt.

Empfehlungen für E-Bike Fullys bis 5000 Euro

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, präsentieren wir einige herausragende E-Fully Modelle, die in Tests und Vergleichen überzeugt haben:

  • Canyon Spectral:ON CF 8: Ein vielseitiges E-MTB, das sowohl auf gemütlichen Touren als auch auf wilden Trail-Ritten zu den Favoriten gehört.
  • Marin Rift Zone E2: Ein Bike mit Charakter, das mit gelungenem Handling, massiver Traktion und Abfahrtsstärke überzeugt - trotz geringem Federweg.
  • Cube Stereo Hybrid 140 TM: Ein souveräner Allrounder mit Geländekompetenz zum fairen Preis.

Vergleich von E-Fully Modellen bis 5000 Euro

Um einen besseren Überblick über die verschiedenen Modelle zu erhalten, hier ein Vergleich einiger wichtiger Daten und Fakten:

Modell Preis Gewicht Zul. Gesamtgewicht Schaltung Gabel/Dämpfer
Raymon 4.799 € 25,0 kg 150,0 kg SHIMANO Deore RD-M5120 shadow+ BULLS Lytro 34 Air LOR, 1.8 Steerer, Boost
BULLS 4.899 € 26,0 kg 130,0 kg Shimano Deore M6100 SGS12-Gang RockShox Yari RC, 150mm, 15x110mm Boost, 42mm offset
Moustache 4.799 € 25,0 kg 150,0 kg SHIMANO "XT" Mix ROCKSHOX Federgabel "Lyrik Select", 29", 170 mm Federweg
Vitus 4.699 € 26,0 kg 150,0 kg Shimano Cues, 10-speed Rock Shox Psylo Silver RC, 160 mm
CENTURION 4.999 € 140,0 kg Sram SX Eagle, 12-Gang RockShox 35 Gold RL, Luft, Federweg: 160mm
CONWAY 4.599 € 130,0 kg Shimano, CUES RockShox, PSYLO Silver R
HAIBIKE 4.299 € 128,0 kg Shimano Deore, RD-M5130, Shadow Plus, 10-S RockShox Psylo Silver RC, air, 130 mm, tapered
GASGAS 4.999 € SRAM NX Eagle / 12 Speed RockShox Domain Air, 15x110mm QR axle

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