Was für den Bio-Biker das Gravelbike, ist für den E-Bike-Fan heute oft das SUV: extrem breiter Einsatzbereich - auch auf den Untergrund bezogen - und oft ein hemdsärmeliges Auftreten, das vor allem von grobstolliger Bereifung unterstrichen wird. Trotzdem ist für viele heute das E-SUV die eierlegende Wollmilchsau. Mit keinem anderen Rad kann man so vieles abdecken und ist man für nahezu alle Situationen gewappnet - klassische Radtour, Reise, Alltag, Pendeln, Einkauf.
Dank Federgabel oder Vollfederung und Stollenbereifung erschließt sich das SUV auch noch das Gelände - und erfüllt dem einen oder anderen sicher den Traum, auf Reisen noch tiefer in der Natur zu sein. Ganz wichtig ist dabei: Nur wenige Anbieter verstehen das SUV als klassisches Sportgerät, sondern als Rad für den klassischen E-Biker, der mehr will, ohne dafür extrem sportlich unterwegs sein zu müssen.
Das sind die 5 SUV-E-Bikes aus dem Test
SUV-E-Bikes: Der richtige Motor
Der fast schon traditionelle Antrieb für ein SUV ist ein Bosch Performance CX (Victoria, Koga), der kräftigste Motor aus diesem Hause. Aber auch ein Giant/Synchros der neuen Generation mit ähnlich bärenstarker Ausrichtung oder Shimanos E301 (Hohe Acht) sind wie geschaffen dafür, auch bei hohen Systemgewichten und steilen Wegen dynamisch zu agieren.
Von der anderen Seite kommt der neue “kleine” Bosch, der damit ein neues SUV-Gefühl eröffnet: der SX-Antrieb (Kalkhoff) mit gerade einmal 55 Newtonmetern und gänzlich anderer Charakteristik. Er erfordert für gefühlt minimal weniger Schub als die Großen eine etwas höhere Trittfrequenz. Für viele Fahrer fühlt sich diese allerdings harmonischer an. Wer also gern mit schnelleren Beinen unterwegs ist, ist mit dieser sparsameren Variante von Bosch und entsprechend kleinerem Akku (400 Wattstunden) auch sehr zufriedenstellend unterwegs. Ein schöner Nebeneffekt: einige Kilo weniger Radgewicht!
Zusammenfassend lässt sich sagen: Schwere SUV E-Bikes brauchen kontrollierbare Power. Sie wollen nicht irgendwie, sondern mit Nachdruck den Berg hoch.
Der passende Akku für ein SUV-E-Bike
Eine wichtige Frage für Allrounder-Fans: Brauche ich wirklich so viel Reichweite, wie mir die klassischen SUV-E-Bikes bieten - oder will ich lieber ein leichteres Rad haben, etwa weil ich es im Alltag des Öfteren heben oder tragen muss? Wer zu 90 Prozent unter 50 Kilometern Entfernung bleibt, kann getrost auf einen Akku mit 500 bis 600 Wattstunden setzen. Längere Fahrten oder Touren im bergigen Terrain brauchen mehr Energie. Vielleicht ist aber auch die Mitnahme eines Zusatz-Akkus für solche Einzelfälle die passende Lösung.
Fragt man Händler, bescheinigen sie mindestens der Hälfte der Kunden, auf unnötig dicke Batterien zu setzen. Sprechen Sie mit Ihrem Händler vor dem Kauf über Ihren bevorzugten Einsatzbereich! Aber auch schon die Wahl der richtigen Unterstützungsstufe kann zu einem deutlich sparsameren Verbrauch beitragen - und zu einem höheren Kalorienverbrauch, was sich viele E-Biker doch auch wünschen. Clever ist auch mancher Smart-Modus - bei Bosch etwa die “Auto”-Einstellung -, der stärker als andere Modi aufgrund des Kraftaufwands des Fahrers entscheidet, wie viel Motorleistung hinzugegeben wird. Denn, abgesehen vom Gewicht: Akku-Leistung kostet Geld!
Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, kannst du viel gezielter wählen, welches Bike zu deinem Alltag passt. In unserem Testfeld ist jeder Akku entnehmbar - ein klarer Vorteil für alle, die am Stellplatz keine Steckdose haben. Denn niemand will sein SUV E-Bike durchs Treppenhaus in den zweiten Stock tragen.
Bremsen: wartungsarm und stark
Viel Eigengewicht und Gepäcktransport, womöglich noch auf abschüssigem Terrain, verlangen nach starken Bremsen. Alle unsere Testimonials verzögern mit vollhydraulischen Scheibenbremsen - und das ist gut so. Giant und andere Hersteller setzen in diesem Segment auf 180 Millimeter Scheibendurchmesser, Victoria vorn gar auf 203 mm - je größer, desto tendenziell höher Bremskraft und Dosierbarkeit.
Auch in Sachen Wartungsarmut sind diese Bremsen sinnvoll. Achten Sie auf das Einbremsen: Discs erreichen ihre volle Kraft und Dosierbarkeit erst, wenn das Rad einige Male kräftig von hohen Geschwindigkeiten (25 km/h) auf Stillstand gebremst wurde. Im Gegensatz zur Bremsscheibe am Auto muss das der Fahrradfahrer leider immer noch selbst erledigen. Im Internet gibt es zahlreiche Tipps dazu.
Warum Tiefeinsteiger?
Es gibt heute nur noch wenige Gründe gegen den tiefen Durchstieg. Bei hoher Rahmenqualität und -steifigkeit überwiegen die Vorteile. Einfaches Auf- und Absteigen, hohe Sicherheit, wenn man plötzlich vom Rad muss. Nur wer das absolute Maximum an Laufruhe beim Gepäcktransport auf losem Untergrund sucht und wen die vermeintliche Damenrad-Optik stört, der ist mit einem Rahmen mit Oberrohr (Diamantrahmen) besser aufgehoben. Der Tiefeinsteiger ist im Lifestyle angekommen, und immer mehr Menschen schätzen seinen Komfort im Alltag.
SUV-E-Bikes: Fully oder Hardtail?
Die beiden Fullys im Test zeigen ganz schnell: Vollfederung ist eine ganz andere Komfortqualität. Schon in der Stadt ist man in Sachen Schlagloch und Bordstein bequemer unterwegs als per lediglich frontgefedertem Fahrrad. Trotzdem muss man kein Komfortverächter sein, um sich hier auch mit Hardtails genauso wohl zu fühlen. Auch die breiten Pneus unserer SUV-E-Bikes aus dem Test leisten in der City sehr viel Wohlfühlkomfort.
Jenseits des Asphalts packen die Fullys dann richtig aus: Der Fahrspaß ist größer, und bei höheren Geschwindigkeiten nimmt auch die Sicherheit gefühlt und real zu. Allerdings gibt’s neben dem Gewichts- und Preisaspekt, die Vollgefederte immer betreffen, auch noch die Wartungs- und Einstellungsbedürftigkeit der Fullys: Auch moderne Federbeine brauchen Wartung - ein Mal im Jahr sollte man damit zum Service. Oft ist es aber auch die Probefahrt, die manchen schneller entscheiden lässt.
Zum Vergleich dazu sorgen Hardtails zwar für mehr klassisches Fahrradfeeling, kommen aber bei extremen Holperstrecken an ihre Grenzen. So weit, so klar.
Grobstoller, ja oder nein?
Hier gilt Ähnliches wie in Sachen Vollfederung: Je grober das Gelände, in dem man unterwegs sein will, desto mehr machen klotzige Stollen Sinn. Allzu grobe Stollenbereifung kann in der City aber kontraproduktiv sein, denn die Räder laufen dadurch unruhiger und unkomfortabler auf Asphalt und haben vor allem bei Nässe etwas weniger Grip in Kurven. Sinnvoll sind für den multiplen Einsatz Reifen mit kleinen Stollen und Mittelsteg für einen leichten Lauf (Victoria) oder etwas grobere Straßenreifen (Koga). Auch damit lässt sich noch prima auf dem Feldweg rollen; erst wenn der richtig matschig wird, sind Stollen angesagt.
Wichtiges Kriterium bei SUV-Bikes: Die Lenkerbreite
Trotzdem bleibt die Lenkerbreite: Unter anderem die durchwegs breiten Reifen, lange Radstände und eine am Geradeauslauf orientierte Geometrie führen dazu, dass E-Bikes nicht so quirlig zu fahren sind wie etwa ein Urbanbike und dass auch die Lenkung etwas schwerfälliger reagiert als dort. Das ist ein Grund, weshalb man im E-Bike-Bereich allgemein, aber vor allem im SUV-Sektor auf breite Lenker setzt. Am breitesten tritt unser Victoria mit 75 Zentimetern Lenkerlänge auf. Das verleiht viel Kontrolle bei schwierigem Untergrund.
Für Matschlöcher oder wurzelige Pfade, wo die Reifen ansonsten lieber ihren eigenen Weg des kleinsten Widerstands laufen wollen, ist das enorm hilfreich. Der Grund für die Erleichterung ist reine Physik: Je länger der Kraftarm ist, den die Strecke Steuerachse-Lenkergriff beschreibt, ist desto weniger Kraft wird am Lenkerende nötig, um den Reifen zu drehen. Je weniger gekröpft ein Lenker ist, desto mehr sollte man auf ergonomische Griffe setzen: Bei breiten, geraden Lenkern werden die Handgelenke stärker belastet, da Hände und Unterarme nicht in einer Linie liegen. Unsere SUV-E-Bikes haben alle ergonomische Griffe mit mehr oder weniger ausgebildeten Handballenauflagen (Flügelchen).
Passend sitzen und lenken Von aufrecht holländisch bis sportlich geht die Sitzhaltung in unserer Testauswahl.
Gepäcktransport im Gelände
Ganz wichtig: Beim Kauf von Gepäcktaschen antesten, wie gut sie zum Träger passen und ob sie schwer beladen bei Erschütterungen etwa auf Schutzblechhalterungen etc. drücken können. Die Tragepunkte der Taschen müssen genau, etwa über verschiebbare Haken, eingestellt werden können. Je schwieriger das Gelände, desto mehr kommt das Fully zu seinem Recht - es lässt sich dort schneller und sicherer bewegen als ein nur frontgefedertes Rad. Am besten ist das Rad dann so aufgebaut, dass der Träger zur gefederten Masse gehört. So werden Komfort und Fahrsicherheit auch bei Beladung kaum eingeschränkt - das Giant in unserem Test ist ein klassisches Beispiel hierfür.
Bikepacking, Wocheneinkauf oder Tour am Wochenende! Jedes Bike hat ein „zGG“, ein zulässiges Gesamtgewicht, das vom Hersteller bestimmt wird.
Durchstieg: Komfort schon vor dem Fahren
Keine Frage: Am komfortabelsten steigt man da auf, wo man den Fuß am wenigsten heben muss. Alle unsere Tiefeinsteiger-Modelle machen es dem Radler leicht. Am leichtesten erstaunlicherweise das Hohe Acht. Um den Wert von rund 40 Zentimetern zu erreichen, hat man das Federbein hinter das Sitzrohr gestellt. Zum einfachen Durchsteigen gehört allerdings nicht nur die Durchstiegshöhe, sondern auch genug Platz für den Fuß, um zwischen Sattelrohr und Unterrohr hindurchzusteigen.
Modellvergleich:
- Hohe Acht Amola Tereno: ca. 40 cm Durchstiegshöhe
- Victoria Fybron 6: ca. 42 cm Durchstiegshöhe
- Koga Pace B10: ca. 45 cm Durchstiegshöhe
- Kalkhoff Entice Advance: ca. 48 cm Durchstiegshöhe
Hinweis: Das Giant Stormguard E+ 3 ist als Tiefeinsteiger nicht erhältlich.
Mit SUV-E-Bikes unterwegs über Stock und Stein
Für viele Menschen kann das SUV eine Art “entschärftes” Mountainbike mit klassischer Gepäckmöglichkeit sein. Das bedeutet Fahrspaß bei niedrigeren Geschwindigkeiten als mit einem Touren- oder Cross-Country-MTB und, je nach Modell, Komfort dabei. Grundsätzlich sollte man sich als Gelände-Anfänger aber an das sprichwörtlich neue Terrain herantasten. Auch wenn Stollenreifen für losen Untergrund gemacht sind: Wunder vollbringen sie nicht.
Deshalb: Tasten Sie sich an das Lenkgefühl ihres neuen SUV-E-Bikes auf verschiedenen Untergründen heran. Üben Sie das Bremsen - zunächst mit der Hinterradbremse, sprich: standardmäßig dem rechten Bremsgriff. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, bei wie viel Zug am Hebel das Hinterrad anfängt zu blockieren. Ein blockierendes Hinterrad ist deutlich einfacher zu beherrschen als ein ausbrechendes Vorderrad. Vermeiden Sie noch mehr als auf festem Untergrund das Bremsen in der Kurve - das bedeutet auch, dass Sie vorausschauender fahren sollten, als Sie das vielleicht von der Straße her gewohnt sind.
Smartphone raus, App auf - und schon weißt du, wo dein Bike steht, wie weit du noch kommst oder ob jemand gerade versucht, es zu klauen.
Antrieb und App der getesteten E-Bikes
Praktisch alle Motorensystem-Hersteller bieten heute an, die Antriebe per Handy-App zu individualisieren - etwa Fahrmodi auszusuchen, diese in Sachen Leistungsausbeute zu definieren oder auch deren Charakter festzulegen. Beim Hohe Acht mit der neuen elektronischen Cues-Schaltung kann man außerdem halbautomatisches Schalten einstellen. Man muss sich meist zum besseren Verständnis etwas damit beschäftigen, aber es lohnt sich!
Entspannt vorwärtskommen mit den SUV-E-Bikes aus dem Test
Am besten schafft diesen Spagat, wenn der (Sitz-)Komfort ganz groß sein soll, unser Hohe Acht-SUV. Etwas sportlicher? Dann macht das Giant das Rennen, mit einem deutlichen Einschlag Richtung Mountainbike. Nicht viel weniger sportlich, wenn auch aufgrund der reinen Frontfederung ist das Victoria. Vielleicht der absolute Alleskönner im Test. Das Kalkhoff ist ihm auf dem Feldweg durchaus auf den Fersen.
Fahrradreifen: Breiter ist bequemer
Alle Hersteller in unserem SUV E-Bike-Test haben es verstanden: richtiges Profil und breite Reifen! Wir predigen es oft, aber auch hier gilt wie immer: Dein Bike ist nur so gut, wie du es auf dich abstimmst! Du kannst das beste Bike kaufen und es fährt sich dennoch furchtbar. Nicht nur der Reifendruck ist entscheidend, sondern auch das richtige Setup.
Ein Blick in unsere Übersichtstabelle zeigt: In diesem Vergleichstest treten ausschließlich vollgefederte SUV E-Bikes gegeneinander an - und das aus gutem Grund. Fahrkomfort: Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten oder Schlaglöcher werden von der Federung zuverlässig geschluckt. Die Federung reduziert Ermüdung, schont Rücken und Handgelenke - das zahlt sich bei Pendelstrecken und Wochenendtouren aus. Viele Wartungsarbeiten übernimmt aber vermutlich ohnehin der Händler eures Vertrauens - kein Grund also, sich vom Komfort eines Fullys abschrecken zu lassen. Fahrspaß: Wer einmal ein E-Fully gefahren ist, will seinen Dämpfer nicht mehr hergeben.
Leichte Trekking-E-Bikes im Test:
| Platz | E-Bike | Gesamtnote IMTEST | Fahrgefühl | Leistung | Reichweite und Motorunterstützung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kalkhoff Endeavour L Excite | 2,69 | 1,6 | 2,1 | 4,08 |
| 2 | KTM Macina Sports SX 20 | 2,78 | 1,62 | 2,2 | 4,0 |
| 3 | Canyon Pathlite:ONfly 6 | 2,78 | 1,59 | 1,9 | 4,22 |
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