E-Bike Gangschaltung Probleme: Ursachen und Lösungen

E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit als umweltfreundliche und effiziente Fortbewegungsmittel. Wie bei jedem technischen Gerät können jedoch auch bei E-Bikes Probleme auftreten. Ein häufiges Problem betrifft die Gangschaltung.

Häufige Ursachen für Probleme mit der E-Bike Gangschaltung

Wenn die Fahrradschaltung oder das Einstellen der Fahrradschaltung nicht funktioniert, kann der Fehler an verschiedenen Stellen liegen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Probleme mit E-Bike-Schaltungen:

  • Verschmutzung: Der häufigste Grund für eine schwergängige Schaltung sind angesammelte Verunreinigungen. Schlechtes Wetter oder Geländefahrten gehen an keinem Fahrrad spurlos vorbei. Dieser Schmutz kann sich bevorzugt am Umwerfer und den dazugehörigen Zahnrädern (am Hinterrad), aber auch in den Ummantelungen der Schaltzüge befinden.
  • Verschleiß: Immer in Bewegung erleidet der Antrieb unserer Bikes einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung. Mit Messlehre und/oder Augenmaß lässt sich dieser Verschleiß erkennen: Sind die Zähne (Zacken) an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert.
  • Falsche Einstellung: Bei einer nicht richtig funktionierenden Kettenschaltung ist die Spannung des Schaltzugs häufig nicht korrekt. Diese kann ganz simpel an der Schraube am Schalthebel korrigiert werden.
  • Verbogenes Schaltauge oder Schaltkäfig: Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig.
  • Defekter Schalthebel oder Schaltkabel: Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt.
  • Kettenumschlingung: Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Diese stellt man an Sram-Schaltwerken anhand einer Schablone und bei Shimano-Schaltwerken mit einem Maßband ein.

Lösungen für häufige Probleme

Hier sind einige Lösungen für die oben genannten Probleme:

  • Reinigung: Reinigen Sie den Umwerfer und die dazugehörigen Zahnräder vorsichtig und gründlich mit der Seifenlauge und der Zahnbürste. Befreien Sie auch die Kette von allen Schmutzpartikeln. Wenn alles wieder trocken ist, schmieren Sie im Anschluss alle Komponenten ausreichend mit Kriechöl.
  • Verschleißprüfung: Lässt sich dieses zwischen die Kettenglieder schieben, ist die Kette sozusagen ausgeleiert und muss ersetzt werden. Es lohnt sich außerdem Teile zusammen zu tauschen. Eine neue Kette auf rund gefahrenen Kettenblatt- oder Kassettenzähnen kann springen und ist so bald wieder hinüber.
  • Einstellung des Schaltzugs: Die Spannung des Schaltzugs kann ganz simpel an der Schraube am Schalthebel korrigiert werden.
  • Schaltauge oder Schaltkäfig richten/tauschen: Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Um einen verbogenen Schaltkäfig zu erkennen, baut man diesen am besten aus und legt diesen auf eine glatte Oberfläche. Liegt der Schaltkäfig nicht plan auf, ist dieser verbogen und man muss ihn tauschen oder soweit es möglich ist gerade biegen.
  • Schaltkabel ölen: Um Rost vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben. Nicht aber in den Schalthebel, da dies zur Verschmutzung beitragen kann.
  • Kettenumschlingung justieren: Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette. Dabei gibt es einen vom Hersteller genau definierten Abstand, indem die Kette am besten läuft.

Kettenschaltung vs. Nabenschaltung

E-Bikes können entweder mit Kettenschaltungen oder Nabenschaltungen ausgestattet sein. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile:

Kettenschaltungen

Kettenschaltungen sind für ihre Präzision und Vielseitigkeit bekannt, erfordern jedoch regelmäßige Wartung, um optimale Leistung zu gewährleisten. Regelmäßige Wartung und sorgfältige Einstellung der Kettenschaltung sind entscheidend, um eine lange Lebensdauer und optimale Funktion zu gewährleisten.

Nabenschaltungen

Nabenschaltungen bieten eine hervorragende Lösung für Fahrradfahrer, die Wert auf Langlebigkeit, geringen Wartungsaufwand und einfache Bedienung legen. Durch das geschlossene System bleibt die Mechanik vor äußeren Einflüssen geschützt, was zu einer erhöhten Lebensdauer und verringertem Wartungsbedarf führt. Probleme mit Nabenschaltungen treten selten auf, sind aber nicht völlig ausgeschlossen. Typische Probleme können eine erschwerte Gangschaltung oder der vollständige Ausfall der Schaltung umfassen. Die Vorteile der Nabenschaltung liegen klar auf der Hand: Weniger Wartung, höhere Zuverlässigkeit und eine saubere Optik machen sie zur ersten Wahl für viele Stadtfahrer und Pendler.

Verschleiß an E-Bikes

E-Bikes werden deutlich intensiver genutzt als Fahrräder. Die zurückgelegten Kilometer mit Unterstützung durch einen Mittelmotor tragen aber auch zu erhöhtem Verschleiß bei. In seltenen Fällen kann bei einer Kettenschaltung schon nach einigen hundert Kilometern ein Austausch der Kette fällig werden. Besonders durch mangelnde Pflege oder das dauerhafte Fahrenin großen Gängen entsteht bei Kettenschaltungen ein starker Verschleiß. Wenn die Kette unter Last über die Ritzel rutscht, ist das ein klares Indiz hierfür.

Verschleiß ist tatsächlich der größte „Feind“ eines voll funktionstüchtigen E-Bikes. Dies würde Annahmen bestätigen, wonach die auf E-Bikes einwirkenden größeren Belastungen ihren Tribut fordern. Im Dauerbetrieb leistet ein typischer E-Bike-Motor 250 Watt. Hinzukommt die Leistung, die ihr beim Treten generiert. Für kürzere Zeiten können das auch schon einmal 250 Watt und mehr sein. Dahinter stecken entsprechende Kräfte. Im Grunde ist es so, als ob ständig zwei Erwachsene auf Schaltung, Bremsen, Kettenblätter, Ritzel, Kette, Reifen und Co. einwirken. Zudem wiegen zahlreiche E-Bikes heutzutage immer noch mehr als ihre entsprechenden Pendants ohne elektrische Unterstützung.

Als eine der ersten Komponenten am E-Bike zeigt eine Kette Verschleiß. Nach wie vielen Kilometern das der Fall ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Dafür sind dabei zu viele Faktoren im Spiel. Dazu zählt die Frage, ob ihr meist auf flachem Terrain unterwegs seid oder öfter Anstiege zu bewältigen habt, wie der Untergrund dabei beschaffen ist, in welcher Unterstützungsstufe ihr vorwiegend fahrt, wie häufig ihr schaltet und natürlich, welche Kette überhaupt an eurem E-Bike montiert ist. Abhängig von diesen Bedingungen kann eine Kette bereits nach 1.500 Kilometern bis 2.000 Kilometern gewechselt werden müssen oder vielleicht erst nach 5.000 Kilometern.

Zwei Ratschläge geben wir euch gern mit auf den Weg. Zum einen hält eine Kette definitiv länger, wenn ihr aktiv die Schaltung an eurem E-Bike nutzt. Das gilt vor allem für das Beschleunigen aus dem Stillstand heraus. Wer dort stets noch den dicksten Gang aufgelegt hat und den Turbo-Modus die Arbeit beim Anfahren übernehmen lässt, wird nur kürzer Freude an seiner Fahrradkette haben. Zum anderen lohnt sich die Anschaffung speziell für E-Bikes konzipierter Fahrradketten wie sie Shimano mit seiner Linkglide-Gruppe anbietet. Aus anderen Material bestehend sind sie massiver gefertigt als herkömmliche Ketten.

Ob eine Fahrradkette getauscht werden muss, könnt ihr zuhause mithilfe einer Kettenlehre prüfen. Achtet darauf, dass ihr die passende Lehre des Herstellers der Kette nutzt. Wer rechtzeitig die Fahrradkette wechselt, sorg dafür, dass auch die Kettenblätter und Ritzel der Kassette am E-Bike länger durchhalten. Kommt dazu noch eine regelmäßige Pflege, sind mehrere Tausend Kilometer für diese Komponenten durchaus erreichbar.

Primär das höhere Gewicht von E-Bikes im Vergleich zum Fahrrad ohne E-Antrieb trägt dazu bei, dass die Reifen stärker belastet werden und schneller abbauen. Daher lässt sich auch hier kein allgemeingültiger Richtwert nennen, wie lange ein Reifen an euren E-Bike standhält. Spätestens, wenn in der Reifenflanke Risse erkennbar werden, solltet ihr handeln. Meist ist aber vorher das Profil des Reifens schon deutlich abgefahren.

Was bisher über den Verschleiß der jeweiligen Komponenten gesagt wurde, gilt gleichermaßen für die Abnutzung von Bremsbelägen und Bremsscheiben einer Scheibenbremse. Höhere Fahrgeschwindigkeiten und größere Massen des E-Bikes setzen das Material gehörig unter Druck. Für gewöhnlich bietet sich ein Wechsel der Scheibenbremsbeläge an, wenn deren Materialstärke weniger als 0,5 Millimeter beträgt. Diese sollten nicht dünner als 1,5 Millimeter werden.

E-Bike-Reparatur-Studie 2021

Unternehmen wie der Versicherer Wertgarantie untersuchen regelmäßig, welche Teile und Komponenten bei E-Bikes am häufigsten kaputt gehen und warum. Hier sind einige Ergebnisse der „E-Bike-Reparatur-Studie 2021“:

Etwa jeder fünfte Befragte wurde von einem technischen Defekt heimgesucht. Betroffen sind häufig der Motor und der Akku. Im Falle des Akkus sind die Zahlen jedoch rückläufig. Zweithäufigste Ursache für einen Schaden ist mit rund 16 Prozent ein Unfall mit dem E-Bike. Glücklicherweise sinkt der Anteil derjenigen, denen ein E-Bike gestohlen wurde, sogar leicht um rund drei Prozent. Im selben Maße steigt dagegen der Diebstahl einzelner Komponenten an.

Bei der Betrachtung des Motors wurden Diebstähle explizit ausgenommen. Folglich korrelieren die hier abgebildeten Werte sehr stark mit den Erfahrungen aus dem Alltag, was Aspekte beim Fahren wie zum Beispiel die Standfestigkeit anbelangt. Im Ergebnis steckt durch aus eine gewisse Zwiespältigkeit. Zum einen deckt es sich mit unseren eigenen Erfahrungen, dass Motoren namhafter Hersteller wie Bosch, Giant und Yamaha weniger Probleme machen und seltener mit einem Schaden ausfallen. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch weniger namhafte Hersteller wie Fischer dies von sich sagen können. Und mit dem Shimano Steps 6100 sowie dem Brose S Mag bilden zwei Motoren die Schlusslichter, von denen viele von euch das wohl so nicht erwartet hätten.

Wer bei den Schadensursachen sich ausschließlich die technischen Defekte ansieht, stellt fest, dass sich der Akku dort als am auffälligsten erweist. Am besten schneidet der Panasonic SF-06-S ab. Mit dem Giant EnergyPak 500 und dem Yamaha Lithium Ionen landen zwei weitere Akkus unter der Zehn-Prozent-Marke. Weit abgeschlagen rangiert der Steps BT-E8014 von Shimano auf dem letzten Platz. Marktführer Bosch landet mit dem PowerTube und dem PowerPack im Mittelfeld.

Sieger nach Punkten unter den Displays ist der Hersteller Bosch. Kiox, Intuvia und Purion belegen nicht nur Rang 1, 2 und 4 in dieser Kategorie, sondern bleiben dabei zudem in mehr als 90 Prozent der Fälle von einem Schaden verschont. Weniger positiv fällt das Fazit für das wesentlich neuere SC-E7000.

Fast 45 Prozent der Teilnehmenden äußern sich in der vorliegenden Studie so. Das sind sogar etwas mehr als 2020. Der Anteil derer, die alles am eigenen Gefährt selbst reparieren, sinkt dagegen um gut ein Viertel auf jetzt 17 Prozent. Das Vertrauen in die Fähigkeiten des Fachhandels scheint auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Um die 35 Prozent der Menschen bringen Ihr E-Bike zu diesem Zweck in eine professionelle Werkstatt.

In dem Jahr führen sowohl Verschleiß als auch technische Defekte die Liste der Auslöser für einen Schaden an. Verschleiß liegt jedoch deutlich vor den technischen Defekten. In der Ausgabe für 2024 bestätigt sich der Abstand von etwa zehn Prozentpunkten. In dem Jahr führt der Verschleiß die Liste erneut an. Technische Defekte finden wir auf Platz 4.

Weitere Tipps zur Fehlerbehebung

  • Akku prüfen: Stelle zunächst sicher, dass der Akku geladen ist und nach dem Einsetzen wenig Spiel aufweist. Wenn Display oder Akku den Kontakt verlieren, lassen sich die E-Bikes nicht mehr normal einschalten oder die Unterstützung beim Fahren funktioniert nicht mehr. Derartige Kontaktprobleme sind eine der häufigsten Ursachen für Fehler bei E-Bikes.
  • Display prüfen: Wenn bei einem Bosch E-Bike die Geschwindigkeitsanzeige nicht erscheint, liegt dies häufig an einem nicht richtig aufgesetzten Display oder einem locker sitzenden Akku.
  • Fehlercodes beachten: Die Antriebssysteme von Bosch verfügen über einen umfangreichen Fehlerspeicher, dessen Fehlercodes bei der Fehlerursache behilflich sein können.
  • Knackende Geräusche: Falls bei einem E-Bike kurz nach Kauf knarzende Geräusche unter Last im Motorbereich auftreten, ist die Ursache häufig die Verschraubung zwischen Motor und Rahmen.

Die Zukunft der Fahrradschaltung

Die Welt der Fahrradschaltungen steht nicht still. Neueste Entwicklungen wie Tretlager- und Kombinationsschaltungen setzen neue Maßstäbe in Sachen Effizienz und Benutzerfreundlichkeit. Elektronische Schaltungen bieten blitzschnelle Gangwechsel und eine hohe Zuverlässigkeit unter allen Bedingungen. Die Zukunft der Fahrradschaltung sieht vielversprechend aus.

Problem Mögliche Ursachen Lösungen
Schwergängige Schaltung Verschmutzung, Verschleiß, Falsche Einstellung Reinigung, Verschleißprüfung, Einstellung des Schaltzugs
Kette springt Verbogenes Schaltauge, Falsche Einstellung, Verschleiß Schaltauge richten/tauschen, Einstellung überprüfen, Kette tauschen
Keine Unterstützung durch Motor Akku leer/defekt, Kontaktprobleme, Sensorfehler Akku laden/tauschen, Kontakte prüfen, Sensoren reinigen

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