E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit, geraten aber auch immer häufiger in Unfälle. Eine Gefahr wird dabei oft unterschätzt: die Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts. Die Folgen können sich unbemerkt einschleichen und fatale Auswirkungen haben.
Die trügerische Gefahr der Überbelastung
Experte warnt beim SWR vor trügerischer Gefahr der Überbelastung: E-Bikes, die eigentlich fälschlicherweise so genannt werden und eigentlich Pedelecs heißen, sind besonders bei Älteren beliebt. Wo Fahrten angenehmer werden und mitunter punktgenau auf die entsprechende Belastung und das Fitnesslevel angepasst werden können, bekommt man mehr Menschen wieder aufs Rad.
Wer E-Bike fährt, sollte unbedingt das zulässige Gesamtgewicht des Rads kennen. Denn Überlastung ist ein schleichender Prozess. „Das Gemeine an der Sache ist: Man sieht es nicht“, erklärt Zedler, der in einem Institut in Ludwigsburg die Fahrsicherheit von Fahrrädern und Fahrradteilen auf Herz und Nieren prüft.
Optische Hinweise darauf, dass das Gefährt unter einem zu hohen Gewicht leidet, gebe es nicht. Es entstünden „mikroskopisch kleine Risse“, so der Experte. Mit der Zeit breche der Rahmen dann auseinander. Wer möchte, kann sich den Unfallhergang ein bisschen wie den Schulbubenstreich vorstellen, bei dem einer sitzenden Person der Stuhl unter dem Hintern weggezogen wird. Was im Klassenzimmer schon nur mäßig witzig ist, ist im aktiven Straßenverkehr allerdings lebensgefährlich.
Was bedeutet zulässiges Gesamtgewicht?
Die Räder sind vom Hersteller für ein zulässiges Gewicht ausgeschrieben. Doch auch da gilt es genau hinzuschauen. Denn was viele dabei womöglich nicht auf dem Schirm haben, ist, dass mit dem gekennzeichneten Gewicht nicht gemeint ist, wie schwer der oder die Fahrende sein darf, sondern welches Gesamtgewicht es aushalten kann.
Mit eingerechnet sind dabei auch das Eigengewicht des Rades sowie mögliches Gepäck. Die Obergrenze der meisten E-Bikes liegt bei 130 Kilogramm, kann aber variieren. Zu finden ist das auf dem Typenschild des Rades. Dieses befindet sich meist am Rahmen unterhalb des Sattels.
Um bei der Rechnung auch ein richtiges Ergebnis zu bekommen, sollte man also auch wissen, wie groß das Eigengewicht des E-Bikes ist. Meist bewegt sich das zwischen 20 und 30 Kilo. Angegeben wird das allerdings oftmals entweder ohne das Gewicht der Pedale oder der Batterien. Allein schon deshalb sollte beim Kauf danach gefragt werden.
Eine gute Verkaufsberatung kommt ohne die Frage nach der Größe und des Gewichts des Kaufenden kaum aus. Nur dann lässt sich das entsprechende, sichere Gefährt für einen finden.
Die Folgen einer Überschreitung
Experte Zedler nimmt kein Blatt vor den Mund, welche Gefahren es nach sich ziehen kann, wenn E-Biker oder E-Bikerinnen das Gewichtsthema unterschätzen. „Was da passieren kann, geht von Bluterguss und offenen Knien bis hin zum Rollstuhl.“ Auch Fälle mit Todesfolge seien ihm bekannt.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belegen, dass die Verkehrssicherheit auf den elektrisch betriebenen Rädern nicht unterschätzt werden sollte. In den vergangenen Jahren sind mit der Beliebtheit auch die Unfälle gestiegen. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle, bei denen es zu Verletzungen oder schlimmerem gekommen sei. Elfmal so viele wie noch 2014 (2.200), informiert Destatis.
Offizielle Zahlen zeigen aber auch: Überlastung ist zwar eine ernstzunehmende, allerdings eine eher seltene Ursache. Technisches Versagen oder Mängel machten nach Auswertung des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein gerade einmal 1 Prozent aller Unfälle von 2021 aus.
Die Wahl des richtigen E-Bikes für schwere Personen
Besonders E-Bikes erfreuen sich bei schweren Menschen großer Beliebtheit. Ausgestattet mit einem elektrischen Unterstützungsmotor, bringen sie dich schnell auf Tempo und lassen dich steile Anstiege im Nu bewältigen.
Obwohl schwere Personen zu nahezu allen Fahrradtypen greifen können, bleibt die Auswahl in der Realität meist eher überschaubar. Grund dafür ist das zulässige Gesamtgewicht, das bei den meisten Fahrrädern schlichtweg zu niedrig ausfällt.
Die Summe darf die Herstellerangaben nicht überschreiten. Und das kann bei E-Bikes zum Problem werden. Aufgrund des Akkus und des Unterstützungsmotors sind sie häufig selbst keine Leichtgewichte. Im Normalfall bringen sie circa 20 bis 25 kg auf die Waage - je nach Fahrradtyp und Ausstattungsvariante mal mehr oder weniger.
Glücklicherweise haben die Hersteller die Nachfrage erkannt und bieten immer mehr robuste Fahrräder und E-Bikes an, die sich für schwere Personen eignen. Allerdings ist es oft gar nicht leicht, diese auf Anhieb zu finden. Um dir die Suche zu ersparen, haben wir hier alle Fahrräder und E-Bikes für Übergewichtige mit 150 kg zulässigem Gesamtgewicht und darüber zusammengefasst.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Das zulässige Gesamtgewicht ist ein erster wichtiger Anhaltspunkt und gibt bereits Aufschluss darüber, welchen Belastungen das Fahrrad oder E-Bike standhält. Um auf Nummer sicher zu gehen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Wenn es sich um sicherheitsrelevante Bauteile dreht, stehen die Bremsen ganz oben auf der Liste. Im besten Fall sind sie gut dosierbar, packen bei Bedarf fest zu und bleiben standhaft unter Dauerlast. Ein hohes Gesamtgewicht steigert die nötige Bremskraft. Besonders bei E-Bikes für Übergewichtige haben sich deshalb hydraulische Scheibenbremsen mit großen Bremsscheiben etabliert.
Die Leistung der E-Bikes reicht auch für schwere Fahrer aus. Zu einem kräftigeren Motor musst du also nicht zwingend greifen. Viel ausschlaggebender ist ein reichweitenstarker Akku, da der Antrieb bei der größeren Masse mehr Strom verbraucht.
Die Reifen und Laufräder übernehmen eine wichtige Aufgabe. Sie tragen das gesamte Gewicht und sie beeinflussen die Fahreigenschaften erheblich. Grundsätzlich halten kleine Laufräder Belastungen besser stand, doch große Laufräder sorgen für mehr Laufruhe. Hier gilt es also, einen geeigneten Kompromiss zu finden. Bei den Reifen darf es gern etwas breiter ausfallen, um eine optimale Gewichtsverteilung sicherzustellen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es beim Kauf eines E-Bikes einiges zu beachten gibt, insbesondere für übergewichtige Personen.
Herstellerangaben und Sicherheitsreserven
Wie viel ein Fahrrad aushält, liest du anhand der Herstellerangaben zum zulässigen Gesamtgewicht ab. Ohne zusätzliche Belastung stellt das Überschreiten des zulässigen Gesamtgewichts in der Regel noch kein Problem dar. Erst wenn Schlaglöcher, Bordsteinkanten und Ähnliches ins Spiel kommen, wird es gefährlich.
Handelsübliche Fahrräder und Pedelecs sollten konstruktive Reserven haben, z.B. für Schlaglöcher und hartes Bremsen. Bewegst Du Dein Fahrzeug "dezent", dann sollten diese Reserven durch 10 kg Übergewicht keinesfalls ausgereizt werden. Bei scharf gefahrenen Notbremsungen kann man das Gewicht von Fahrzeug und Fahrer komplett aufs Vorderrad verlagern. Was es wenigstens einige Male aushalten sollte.
Hersteller wie Händler werden natürlich bei während der gesetzlichen Gewährleistung auftretenden Defekten eine Reparatur auf ihre Kosten ablehnen, falls Dein genaues Gewicht bekannt wird.
Es hat mich wirklich geschockt, dass ein deutscher Hersteller einen Rahmen für meine Körpergrösse von 190cm anbietet und sich dann elegant aus der Verantwortung zieht, weil irgendwo im Kleingedruckten steht, dass ich samt Kleidung und Zuladung nicht über 105kg haben darf (Der Gepäckträger ist für 20kg zugelassen!). Selbst mit wenig Kleidung und Gepäck dürfte ich also kaum noch 100kg schwer sein.
Sicherheitsfaktor und Belastungsgrenzen
Also, kein Fahrrad Hersteller in West Europa baut ein e-bike, welches bei einer Überladung von ca. 10Kg zusammen bricht. Der Sicherheitsfaktor liegt bei min. 40%, dass heißt wenn ein bike ein zulässiges Gesamtgewicht von 125Kg hat und du 20% dazu gibst = 150Kg , dann das bike-Gewicht von ca. 25Kg abziehst, dann kannst das Bike mit 125Kg belasten. Selbst wenn dann noch ein Helm und eine volle Trinkflasche dazu gibst hält das Bike auch noch.
Bei den Fahrradherstellern ist naturgemäß weniger Ingenieurswissen unterwegs als in der Automobilindustrie, denn dafür muss Geld in die Hand genommen werden. So kommt es immer wieder zu nicht betriebsfester Auslegung diverser Teile, angefangen bei den Rahmen - dank mehr oder weniger merkwürdiger Konstruktion oder Fertigung.
Normen und Prüfverfahren
Um die Herausforderungen bei der Diskussion um das zGG zu verstehen, muss man die Normen, die für E-Mountainbikes gelten, kennen. Für E-Bikes gelten zwei Normen, die ISO 4210 und die EN 15194.
In der ISO 4210 für Fahrräder (europäisch und international gültig) sind einheitliche Teststandards festgelegt, die der Industrie die Prüfaufbauten beschreiben. Die ISO 4210 geht jedoch von einem max. Systemgewicht (Bike + Fahrer + Zuladung/Rucksack) von 100 kg aus.
Neben der ISO 4210 existiert für E-Bikes noch die die Europäische Norm 15194. Diese EN 15194 gilt für sogenannte EPAC (Electric Power Assisted Cycles), die mit Pedalen und einem elektrischen Hilfsmotor ausgestattet sind und auf öffentlichen Straße verwendet werden.
In der EN 15194 werden ebenfalls Prüfaufbauten, jedoch mit erhöhten Lasten und einem max. Systemgewicht von 120 kg, beschrieben.
Im Klartext bedeutet dies, dass es keine Normen und damit auch keine normierten Tests speziell für E-Mountainbikes gibt. Die vorgeschriebenen normierten Tests nach EN15194 reichen für die speziellen Belastungen, denen ein E-Mountainbikes ausgesetzt ist, nicht aus.
Empfehlungen für den Kauf
Herstellergarantie: Das Produktsicherheitsgesetz zwingt jeden Hersteller unabhängig von jeder Norm dafür zu sorgen, dass die Sicherheit beim Gebrauch des Bikes gewährleistet ist.
Angenommen, ich möchte ein E-Bike kaufen, liege aber 15 Kilogramm über dem angegeben zulässigen Gesamtgewicht. Ganz klar nein. Gleichzeitig sollten Sie unmissverständlich vermittelt bekommen, dass Sie den zulässigen Wert überschreiten und welche Konsequenzen daraus folgen können.
Haut das vom Gewicht her nicht hin, sollte ich besser ein anderes Modell ins Auge fassen. Eines, dessen maximal zulässiges Gesamtgewicht besser berücksichtigt, wie schwer ich bin und welche Lasten ich gewöhnlich mit dem Fahrrad transportieren möchte.
Zulässiges Gesamtgewicht von E-Mountainbikes verschiedener Hersteller
Hier ist eine Tabelle mit dem zulässigen Gesamtgewicht von E-Mountainbikes verschiedener Hersteller:
| Hersteller | Zulässiges Gesamtgewicht |
|---|---|
| Merida | 140 kg |
| DT Swiss (HYBRID-Laufräder) | 150 kg |
Fazit: Das zulässige Gesamtgewicht von E-Bikes ist ein wichtiger Faktor, der bei der Auswahl des richtigen Modells berücksichtigt werden sollte. Eine Überschreitung kann zu gefährlichen Situationen führen und die Lebensdauer des Fahrrads verkürzen.
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