E-Bike Gewinnspiel Fake Erkennen: So Schützen Sie Sich vor Betrug

„Sie haben gewonnen!“ - Wer freut sich nicht, das zu hören? Doch Vorsicht, denn dabei kann es sich um eine Betrugsmasche mit Gewinnversprechen handeln.

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Die Methode ist immer die gleiche: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel „Gebühren“ zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird.

So ist beispielsweise die Zahl der Strafanzeigen wegen telefonischer Gewinnofferten seit 2010 bundesweit kontinuierlich gestiegen. In Einzelfällen sind Schadenssummen im fünfstelligen Eurobereich entstanden. Die vorgetäuschten Szenarien werden von den Gaunern laufend verändert.

Wie Betrüger vorgehen

Zielgruppe sind zumeist ältere Menschen, die von überwiegend aus der Türkei agierenden Betrügern kontaktiert werden. Die Anrufer sind in Gesprächsführung gut geschult und wirken überzeugend. Um ihre Opfer in falscher Sicherheit zu wiegen, geben sie vor, im Auftrag von Rechtsanwälten und Notaren anzurufen und teilen den angeblichen Gewinnern eine Rückrufnummer für die weitere Gewinnabwicklung mit.

Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden. Melden sich die „Gewinner“ daraufhin bei den „Notaren“ oder „Rechtsanwälten“, werden sie dazu aufgefordert, angeblich angefallene Kosten zu zahlen, bevor sie den Gewinn entgegennehmen können, zum Beispiel Rechtsanwalts-, Notar-, Bearbeitungs- oder Zollgebühren, Transport- oder Versicherungskosten.

Die Täter verwenden für ihre Anrufe eine spezielle Technik, die es ermöglicht, auf der Rufnummernanzeige der Telefone ihrer Opfer eine andere Nummer anzuzeigen, zum Beispiel die Telefonnummer eines Rechtsanwalts, einer Behörde oder der Polizei.

Zahlungsaufforderungen und Drohungen

Die Täter geben klare Zahlungsanweisungen: Sie schicken ihre Opfer beispielsweise zur Post, um die angeblichen Kosten - häufig eine Summe von mehreren hundert bis über tausend Euro - zu überweisen, zum Beispiel per Bargeldtransfer. Empfänger sind überwiegend Personen in der Türkei (Istanbul).

Oder sie fordern ihre Opfer dazu auf, Prepaid-Karten für Online-Käufe, wie zum Beispiel paysafecard zu erwerben. Diese Karten gibt es als Gutscheine an vielen Tankstellen sowie in Einzelhandelsgeschäften. Mit dem paysafecard-Gutschein erhält der Käufer eine individuelle Nummer (PIN). Diese Nummer ist quasi Bargeld, denn wer sie hat, kann damit im Internet einkaufen. Deshalb erfragen die Betrüger unter einem Vorwand die Gutschein-Nummer bei ihren Opfern, um damit im Internet auf Einkaufstour gehen zu können.

Ist der Angerufene kritisch und nicht so leicht zu überzeugen, üben die Täter massiv Druck aus und drohen nicht selten mit „Konsequenzen“ wie zum Beispiel einer Strafanzeige, wenn das Opfer nicht zahlen will.

Zahlt das Opfer dagegen, melden sich die Täter immer wieder erneut, um unter verschiedenen Vorwänden weiter Geld zu fordern. Den versprochenen Gewinn allerdings bekommen die Opfer nie zu Gesicht. Und das Geld, das sie überwiesen haben, ist weg.

Vielfältige Betrugsszenarien

Mit immer neuen vorgetäuschten Szenarien versuchen die Täter an das Geld ihrer Opfer zu kommen. So geben sie sich beispielsweise auch als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter aus und behaupten, die Angerufenen spielten in einem Ermittlungsverfahren der Polizei eine wichtige Rolle. Um die Polizei bei einer Festnahme zu unterstützen, sollten sie Geld überweisen.

Oder die Betrüger kontaktieren im Namen der Staatsanwaltschaft ihre Opfer, um sie darauf hinzuweisen, dass angeblich ein Strafverfahren wegen einer Betrugsanzeige gegen sie laufe, weil sie ein Gewinnspiel abgeschlossen, aber nicht bezahlt hätten.

Sie schicken Briefe an ihre Opfer, in denen sie hohe Geldgewinne versprechen, die sie angeblich für den „glücklichen Gewinner“ erstritten hätten. Um das Geld zu erhalten, müssten sich die Gewinner lediglich zu einer Veranstaltung anmelden, auf der das Geld ausgezahlt werde. Darüber hinaus gebe es dort auch kostenlos Speisen und Getränke, ebenso sei der Bustransfer zur Veranstaltung umsonst. Auch mit Zusatzpräsenten wird gelockt.

Auf diese Weise versuchen die Betrüger, die glücklichen „Gewinner“ auf eine Verkaufsveranstaltung zu locken, auf der minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angepriesen wird.

Kostenpflichtige Telefonschleifen

Ebenfalls per Post fordern kommerzielle „Gewinnspielbetreiber“ ihre Opfer in amtlich wirkenden Briefen dazu auf, eine bestimmte Telefonnummer zu wählen, um sich einen angeblichen Gewinnanspruch zu sichern und das möglichst schnell. Oder sie werden von einem Anrufer dazu aufgefordert, eine bestimmte Ziffer oder Ziffernfolge zu drücken. Wer das tut, landet zunächst in einer langen Warteschleife und wird dann in ein Gespräch verwickelt, das in der Regel nur ein Ziel hat: den Anrufer so lange wie möglich in der Leitung zu halten, damit hohe Telefongebühren anfallen. So manches Opfer hat auf diese Weise schon mehrere hundert Euro „vertelefoniert“.

Meistens enden die Gespräche mit dem Hinweis: „Sie hören von uns“. Doch darauf wartet der vermeintliche Gewinner vergeblich. Wer hinter den Briefen steckt, ist schwer feststellbar, denn häufig benutzen die Betrüger falsche Straßen- und Ortsangaben.

Wie man Fake-Gewinnspiele im Internet erkennt

Aktuell ist in den sozialen Netzwerken ein falsches Gewinnspiel im Umlauf, mit dem Datensammler persönliche Informationen abgreifen wollen. Inhalt der Meldung: Man sei angeblich „zufällig ausgewählt" worden, um an einer Umfrage teilzunehmen, bei der man anlässlich des 60. Geburtstags von ALDI einen Preis gewinnen könne. Dieser sei ein Einkaufsgutschein, Smartphone oder ähnliches.

Das Ganze ist ein Fake und ALDI SÜD steht damit in keinem Zusammenhang. Wenn ihr eine Meldung zum angeblichen „Aldi-Gewinnspiel" erhaltet, klickt auf keinen Fall auf den dort eingebetteten Link. Leitet die Nachricht nicht weiter und löscht sie bitte sofort. Denn: Hinter falschen Gewinnspielen wie diesem stecken Datendiebe, die ihren Sitz im Ausland haben - in diesem Fall ist es Singapur.

Die angeblichen „Gewinner" werden nach dem Klick auf den eingebetteten Link dazu aufgefordert, ihre Adressdaten einzugeben, die dann von den Datensammlern für weitere Spam-Aktionen genutzt oder weiterverkauft werden.

Die Teilnahme an Fake-Gewinnspielen wird Usern möglichst einfach gemacht. Beliebt ist daher das „Like, Share, Kommentiere“-Muster - klingt leicht und geht schnell. Fadenscheinige Begründungen wie Verpackungsfehler von neuwertigen Smartphones sollten ebenfalls stutzig machen. Selbst große Marken und Hersteller verschenken nicht einfach ihre eigenen Produkte.

Anhand einiger Merkmale kann jeder selbst herausfinden, ob es tatsächlich etwas zu gewinnen gibt oder ob es nur darum geht, seine persönlichen Daten zu verschenken.

Merkmale unseriöser Gewinnspiele

  • Fehlendes Impressum: Gewerblich genutzte Webseiten müssen grundsätzlich ein Impressum haben, in dem der Betreiber unter anderem seine Adresse und Kontaktdaten angibt. Bei unseriösen Webseiten ist jedoch oft kein Impressum vorhanden.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Unseriöse Gewinnspiele erkennt man oft auch an Rechtschreib- und Grammatikfehlern.
  • Aufforderung zur Preisgabe von Bankdaten: Kein seriöser Gewinnspielanbieter wird dich nach deinen Bankdaten fragen. Sie brauchen für einen Gewinn deine Adresse und nicht deine Bankdaten.
  • Ungewöhnliche Internetadresse: Die Internetadresse des angeblichen Gewinnspiels stimmt nicht mit der offiziellen Adresse des Unternehmens überein.
  • „Like, Share, Kommentiere“-Muster: Beliebt ist daher das „Like, Share, Kommentiere“-Muster - klingt leicht und geht schnell.
  • Fadenscheinige Begründungen: Fadenscheinige Begründungen wie Verpackungsfehler von neuwertigen Smartphones sollten ebenfalls stutzig machen.

Der Fall des E-Bike-Gewinnspiels

Die Seiten dahinter heißen immer „E-Bike“ - mal mit Punkt am Ende, mal ohne. Auch das Versprechen ist identisch: Wegen kleinerer Kratzer, würden 250 Fahrräder per Zufallsprinzip verlost. Diese hätten zwar vielleicht ein paar Kratzer, seien aber sonst wie neu. Um teilzunehmen, sollen Interessierte lediglich das Wort „Danke“ kommentieren. Das soll genügen.

Wer den Kommentaranweisungen folgt, erhält automatisch eine Nachricht mit einem Link zur vermeintlichen Registrierung. Dieser führt auf eine gefälschte Webseite, die dem (legitimen) Portal ebike.de täuschend ähnlich sieht. Doch Vorsicht: Schon die URL weist darauf hin, dass die Seite nichts mit der echten Marke zu tun hat.

Auf dieser Seite sollen die Teilnehmer dann persönliche Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer eingeben. Im schlimmsten Fall werden sogar Zahlungsinformationen abgefragt.

Wie Sie sich schützen können

Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!

Hier sind einige Tipps, wie Sie sich vor solchen Betrugsmaschen schützen können:

  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn einzufordern.
  • Zahlen Sie keine Gebühren oder wählen gebührenpflichtige Sondernummern (gebührenpflichtige Sondernummern beginnen z.B. mit der Vorwahl: 0900..., 0180..., 0137...).
  • Machen Sie keinerlei Zusagen am Telefon.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Namen, Adresse und Telefonnummer der Verantwortlichen, um welche Art von Gewinnspiel es sich handelt und was genau Sie gewonnen haben. Notieren sie sich seine Antworten.
  • Weisen Sie unberechtigte Geldforderungen zurück.
  • Sichern Sie sich ab, indem Sie einen angeblichen Vertragsabschluss widerrufen und wegen arglistiger Täuschung anfechten. Verbraucherzentralen bieten dazu Musterschreiben an. Diese gibt es in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen sowie im Internet (www.verbraucherzentrale.de).
  • Kontrollieren Sie mindestens einmal im Monat Ihre Kontoauszüge und Ihre Telefonrechnung.
  • Lassen Sie unberechtigte Abbuchungen von Ihrer Bank oder Sparkasse rückgängig machen. Abbuchungen können Sie innerhalb einer bestimmten Frist problemlos widersprechen. Wenden Sie sich zudem unverzüglich an Ihren Bankberater.
  • Teilen Sie Ihrem Telefonanbieter schnellstmöglich mit, welche Forderung unberechtigt ist. Dieser hat dann eventuell noch die Möglichkeit, nur den berechtigten Teil des Rechnungsbetrags einzuziehen. Ist bereits eine Abbuchung über den gesamten Betrag erfolgt, sollten Sie dieser bei Ihrem Geldinstitut widersprechen und dann nur den berechtigten Teil der Telefonrechnung begleichen.
  • Unberechtigte Lastschrifteinzüge können den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 Strafgesetzbuch erfüllen.
  • Ändern oder löschen Sie Ihren Telefonbucheintrag: Wenn Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen lassen (statt Elfriede Müller nur E. Müller) oder ihn ganz weglassen, fällt es den Betrügern schwer, Sie ausfindig zu machen.

Gewinnspiele sind eigentlich ein wichtiges Marketing-Tool, das bei den Kunden sehr gut ankommt. Doch niemand möchte auf Betrüger reinfallen. Bei einem echten Gewinnspiel ist der Veranstalter eindeutig erkennbar und muss in den Teilnahmebedingungen sowie im Impressum angeben sein. Außerdem dürfen aus Datenschutzgründen nicht einfach so persönlichen Daten wie Adresse oder gar Kontodaten abgefragt werden.

Generell gilt: Unbekannte Links sollten nicht angeklickt werden, insbesondere wenn sie in privaten Nachrichten oder Kommentaren verschickt werden. Wenn es zu schön ist um war zu sein, ist es wahrscheinlich ein Fake.

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