E-Bike Günstig Finanzieren: Ein Vergleich

E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Allein im Jahr 2020 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutschlandweit rund 1,95 Millionen elektromotorisierte Fahrräder verkauft. 2021 knackte der Absatz sogar die 2 Millionen Marke. Der Weg zur Arbeit oder ein Ausflug ins Umland - mit einem E-Bike können die meisten Menschen auch längere Strecken CO2-freundlich bequem zurücklegen.

Kein Wunder also, dass E-Bikes immer beliebter werden. Im Jahr 2022 wurden laut Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) fast so viele E-Bikes verkauft wie konventionelle Fahrräder. Jedoch können die elektrischen Räder schnell ins Geld gehen. Wer die Gesamtsumme nicht auf einmal aufbringen kann, hat verschiedene Möglichkeiten, dennoch ein E-Bike zu erwerben.

Bedenke dies jedoch gut. Wenn Du einen Kredit aufnimmst, musst Du Zinsen dafür zahlen. Dadurch wird Dein E-Bike teurer als der Kaufpreis. Für einen 4.000 Euro hohen Kredit, den Du über drei Jahre abzahlen möchtest, musst Du beispielsweise zurzeit etwa 6,9 Prozent effektiven Zins zahlen. Damit zahlst Du mehr als 425 Euro zusätzlich zu der eigentlichen Kreditsumme.

Vor dem Kauf: Vergleichen und Sparen

Bevor Du ein Rad direkt kaufst, schau zunächst, ob es wirklich dieses E-Bike zu diesem Preis sein muss. Eventuell gibt es ein ähnliches E-Bike, das auch Deinen Anforderungen entspricht, aber günstiger ist? Oder ein anderer Händler bietet Dein Wunsch-Bike zu einem besseren Preis an. Bevor Du kaufst, solltest Du Modelle und Angebote vergleichen. Manchmal lohnt es sich auch, ein bisschen zu warten, bis es irgendwo eine Rabattaktion gibt oder ein neueres Modell herauskommt und das Vorgängerrad etwas günstiger wird.

Es kann auch sinnvoll sein, außerhalb der Saison zu kaufen. Also such vor allem im Herbst oder Winter nach Angeboten. Im Frühling steigt die Nachfrage nach Fahrrädern und auch die Preise sind eventuell höher.

Bevor Du Dein E-Bike finanzierst, prüfe zunächst, ob Du es als Dienstfahrrad oder gebraucht günstiger bekommst. Frage bei Deinem Arbeitgeber nach einem Dienstfahrrad oder bei Deinem Stromanbieter nach Zuschüssen. Außerdem gibt es sehr gute Gebrauchte für weniger Geld.

Finanzierungsoptionen im Überblick

Ob Händlerfinanzierung, Bankkredit oder Inanspruchnahme des Dispo - das E-Bike lässt sich auf verschiedenen Wegen abbezahlen. Klug verglichen und orientiert an den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten, lässt sich das benötigte Kapital meist rasch beschaffen. Vor der Entscheidung für eine bestimmte Variante sollten Käufer aber immer auf alle Details und Bedingungen in den Kreditangeboten achten.

Eigentlich sollte ein Ratenkredit nur die allerletzte Möglichkeit sein, um einen finanziellen Engpass zu überbrücken. Wenn es schneller gehen soll, kannst Du auch auf einen Ratenkredit zurückgreifen.

Ratenkredit

Auch mit einem normalen Ratenkredit lässt sich die Summe für das neue E-Bike auftreiben. Häufig erhalten Verbraucher hier vergleichsweise günstige Konditionen.

Allerdings musst Du darauf achten, dass die monatlichen Raten niedrig genug sind, damit Du sie auch zurückzahlen kannst. Wenn die monatliche Rate höher ist als Dein möglicher monatlicher Sparbetrag, wirst Du Probleme bekommen, die Raten zurückzuzahlen. Wenn Du Dir unsicher bist, was Du Dir leisten kannst oder was ein Kredit für Dich an monatlichen Aufwendungen bereithält, nutze unseren Kreditrechner.

Vergleiche und rechne dann, bevor Du Dich für einen Kreditanbieter entscheidest, um nicht zu viel zu zahlen. Nutze dafür einen konventionellen Ratenkredit und verzichte besser auf einen Kleinkredit, da hier meist versteckte Kosten lauern, die den Kredit unnötig teuer machen. Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber zum Ratenkredit.

Händlerfinanzierung

Zahlreiche Fahrradhändler wie beispielsweise das Regensburger Unternehmen Stadler oder der Potsdamer Zweirad-Spezialist RADhaus bieten ihren Kunden eigene Finanzierungslösungen. Während Stadler mit Consors Finanz zusammenarbeitet, nutzt das RADhaus den Service der Targobank. Auch eine Finanzierung über den Händler kann eine gute Lösung sein.

Die Angebote unterscheiden sich oft nur marginal und versprechen auf den ersten Blick lukrative Konditionen. Bei einzelnen Händlern verstecken sich nämlich nach Laufzeit gestaffelte Zinssätze, sodass die groß beworbenen Null-Prozent-Angebote nur während der ersten Monate gelten. Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Bereitschaft mancher Händler, bei finanzierten E-Bikes einen zusätzlichen Rabatt zu gewähren.

Dispokredit

Wer sein neues E-Bike ohne viel Bürokratie, lästige Anträge und zusätzliche Bonitätsprüfungen finanzieren möchte, hat noch eine weitere Möglichkeit: den Dispokredit. Allerdings hat diese Finanzierungsvariante einen entscheidenden Nachteil.

Ihren Dispokredit sollten Käufer nur im absoluten Ausnahmefall dazu nutzen.

E-Bike Leasing

Du hast noch eine weitere Möglichkeit, um an ein E-Bike zu kommen: Du kannst das Rad leasen. Tust Du das privat, zahlst Du monatliche Leasingraten, ähnlich wie die Raten eines Kredits. Du hast beim Leasing die Versicherung aber schon inklusive. Und noch wichtiger: Du sparst Dir die Zinsen. Auch regelmäßige Inspektionen des E-Bikes sind oft enthalten. Bevor Du also über eine Finanzierung eines E-Bikes nachdenkst, lass Dir auch Leasingangebote machen und vergleiche die monatlichen Belastungen.

Beachte dabei auch, dass Du im Leasingvertrag oft bereits eine E-Bike-Versicherung und eventuell auch eine regelmäßige Inspektion enthalten hast.

E-Bike Leasing über den Arbeitgeber

Noch mehr sparst Du allerdings, wenn Du das Bike über Deinen Arbeitgeber als Dienstrad least.

Um das Jobbike zu leasen, gibt es zwei Wege:

  1. Du kannst das E-Bike in Form der Gehaltsumwandlung von Deiner Chefin oder Deinem Chef bekommen (Erlasse der obersten Finanzbehörden zur steuerlichen Behandlung der Überlassung). Dein Arbeitgeber least oder kauft das Rad, oft kannst Du Dein Wunschrad aber aussuchen. Dann schließt Ihr einen Überlassungsvertrag und Du darfst das Rad nun frei nutzen. Im Gegenzug verzichtest Du auf einen Teil Deines Bruttolohns, zum Beispiel 100 Euro pro Monat. Wenn Du das Rad auch privat nutzen darfst, gilt diese private Nutzung als geldwerter Vorteil und diese musst Du versteuern. Die Höhe der Steuer liegt bei 0,25 Prozent des Listenpreises des genutzten E-Bikes. In einem Monat sind das lediglich ein paar Euro. Da Du allerdings nun weniger Bruttolohn erhältst (im Beispiel 100 Euro), zahlst Du auf Deinen Lohn oder Dein Gehalt weniger Steuern und Abgaben. Der Nettolohn verringert sich also um weniger als die 100 Euro. Allerdings zahlst Du dann auch entsprechend etwas etwas weniger in die Altersvorsorge ein.
  2. Statt einer Gehaltsumwandlung kann Dir Dein Arbeitgeber das geleaste oder gekaufte Rad aber auch zu Deinem Gehalt zusätzlich zur Verfügung stellen, zum Beispiel anstelle einer Gehaltserhöhung. Die Privatnutzung musst Du in diesem Fall nicht versteuern. Der Bruttolohn verändert sich dabei nicht und Du musst wie bisher Steuern und Abgaben zahlen und Deine Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung reduzieren sich nicht.

In beiden Fällen kannst Du den Weg zur Arbeit weiterhin als Entfernungspauschale bei Deiner Steuererklärung absetzen.

Ob die Anschaffung über Leasing oder Kauf erfolgt, dass entscheidet am Ende der Arbeitgeber. Die Kosten für beides kann Dein Arbeitgeber als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Leasing erfolgt in der Regel über drei Jahre und hat in dieser Zeit den Vorteil, dass auch eine Versicherung oder mitunter eine Pannenhilfe enthalten ist.

Wichtig ist, dass sich Dein Arbeitgeber an den Leasingraten beteiligt, da Du sonst der Leasingnehmer wärst und der steuerliche Vorteil des Dienstrads dann entfällt. Das über die Firma geleaste Rad kannst Du in der Regel nach drei Jahren günstig kaufen.

Hier musst Du jedoch aufpassen. Teilweise waren die Angebote der Leasingunternehmen sehr günstig. Sie überließen in der Vergangenheit die Räder nach drei Jahren teilweise für 10 Prozent des ursprünglichen Neupreises. Das ist wesentlich günstiger als ein E-Bike nach drei Jahren auf dem freien Markt noch wert ist - da musst Du eher mit mindestens 40 Prozent rechnen, wie eine Finanztip-Analyse verschiedener Onlineshops ergeben hat.

Wenn Du Dein bisher geleastes Rad nach drei Jahren für nur 10 Prozent des Listenpreises kaufst, entsteht ein geldwerter Vorteil in Höhe der Differenz zum Kaufpreis eines vergleichbaren Gebrauchten.

Neupreis: 4.000 Euro
Marktpreis nach 3 Jahren1: 2.100 Euro
Verkaufspreis Leasingunternehmen: 400 Euro
Geldwerter Vorteil: 1.700 Euro

1 Preisschätzung über thecycleverse.com; Preis stark von Abnutzung und Akkuleistung abhängig. Eigene Berechnungen (Stand: 09. Mai 2023)

Auch diesen geldwerten Vorteil, im Beispiel 1.700 Euro, musst Du versteuern. Inzwischen sind die Angebote der Leasingunternehmen etwas höher und liegen eher bei 17 bis 19 Prozent, dazu übernehmen sie dann noch die pauschale Steuer.

Gebrauchte E-Bikes

Auch wenn Du privat geleast hast, kannst Du Dein Leasingrad meist nach Ablauf der Leasingzeit günstig kaufen. Aber auch ohne vorher geleast zu haben, kannst Du Leasingrückläufer oft günstig bekommen. Diese Gebrauchten haben den Vorteil, dass sie in einem sehr guten Zustand sind, da Leasingfahrzeuge in der Regel regelmäßig gewartet werden. Regelmäßige Inspektionen sind ja wie schon erwähnt meist in der Leasingrate inbegriffen.

Gute Gebrauchte bekommst Du aber nicht nur bei Leasinganbietern, sondern auch bei professionellen gewerblichen Verkäufern. Bei diesen E-Bikes handelt es sich meist um sogenannte refurbished-Räder, sie wurden generalüberholt. Du bekommst auch auf diese Produkte eine Gewährleistung (§437 BGB) und oft sogar zwei Jahre Garantie (§443 BGB) - wie bei einem Neukauf.

Wie viel günstiger das gebrauchte E-Bike im Vergleich zum Neupreis ist, hängt vor allem vom Alter, Zustand, Leistung des Akkus und gefahrenen Kilometern ab. Achte hier darauf, dass Du einen privaten Kaufvertrag abschließt. Den brauchst Du zum Beispiel für eine Versicherung, wenn Du Dein E-Bike versichern möchtest.

Fördermöglichkeiten und Zuschüsse

Fördermittel auf Bundesebene gibt es für E-Bikes bisher nicht. Gefördert werden ausschließlich E-Lastenräder, die gewerblich genutzt werden. Die Zuschüsse belaufen sich dann auf 25 Prozent des Kaufpreises, maximal 2.500 Euro und können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt werden.

Situation in den Bundesländern

Je nach Bundesland gibt es Fördermöglichkeiten auf Landesebene oder in einzelnen Kommunen. Hessen ist derzeit jedoch das einzige Bundesland, in dem auch Privatpersonen Zuschüsse erhalten: bis 1.000 Euro, wenn sie ein neues Lasten-E-Bike kaufen.

In folgenden Bundesländern gibt es einen Zuschuss für Lastenräder, die gewerblich genutzt werden:

  • Baden-Württemberg: E-Lastenräder, 25 Prozent, maximal 2.500 Euro für gewerbliche Nutzung (Unternehmen, Vereine, Selbstständige, Kommunen) mit Sitz im Bundesland
  • Nordrhein-Westfalen: E-Lastenräder für gewerbliche Nutzung, 30 Prozent, maximal 2.100 Euro
  • Rheinland-Pfalz: E-Lastenräder für gewerbliche Nutzung, 25 Prozent, maximal 2.500 Euro
  • Saarland: E-Lastenräder für gewerbliche Nutzung, 25 Prozent, maximal 2.500 Euro
  • Thüringen: E-Lastenräder für gewerbliche Nutzung, 40 Prozent, maximal 2.000 Euro plus Schloss (50 Euro) plus zweitem Akku (200 Euro)

Außerdem gibt es in einzelnen Kommunen Zuschüsse für den Kauf von Lastenrädern. Vor allem in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg kannst Du Glück haben, wenn Du Dir ein entsprechendes Lasten-E-Bike zulegen willst. Für ein einfaches E-Bike gibt es derzeit keine Fördermöglichkeiten.

Wenn Du planst, ein Lastenrad - mit oder ohne elektrischer Unterstützung - zu kaufen, solltest Du Dich aber unbedingt vor dem Kauf in Deiner Kommune informieren, ob es Zuschüsse gibt.

Einzelne Energieunternehmen fördern die E-Mobilität und auch den Kauf eines E-Bikes. Solch ein Geschenk gibt es für Kundinnen und Kunden zum Beispiel bei den Stadtwerken Tübingen, den Stadtwerken Marburg oder Fair Energie. Aber ein Grund zum Anbieterwechsel ist der Zuschuss eher nicht, denn er beläuft sich auf etwa 50 Euro bis 200 Euro, je nach Energieunternehmen. Wer jedoch bei einem Unternehmen seinen Strom erhält, das so ein Angebot hat, sollte es sich nicht entgehen lassen.

Krankenkassen bieten keine direkten Zuschüsse. Allerdings haben einige Bonusprogramme. Sammelst Du genug Punkte, weil Du regelmäßig an Vorsorgeuntersuchung teilnimmst oder in einem Sportverein aktiv bist, kannst Du diese Punkte gegen Geld eintauschen. Das Geld kannst Du dann wiederum unter Umständen für den Kauf eines Fahrrads oder eben E-Bikes investieren. Denn immerhin nützt es ja auch Deiner körperlichen Fitness, wenn Du in Zukunft mit dem Rad unterwegs bist, anstatt das Auto zu nehmen. Allerdings muss das E-Bike dann als Sport- oder Fitnessgerät klassifiziert werden. Oder Du kannst Dir eine Geldprämie auszahlen lassen und nutzt diese für Dein Wunsch-E-Bike.

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