Aus vielen Gründen kann ein Hinterradwechsel am E-Bike angezeigt sein. Eine Reifenpanne am Hinterrad des E-Bikes ist schnell passiert. Oder aber neue Reifen sollen her, die besser an die aktuellen Witterungsbedingungen angepasst sind. Möglicherweise soll auch das komplette Rad samt Felge ersetzt werden. In all diesen Szenarien ist es wichtig zu wissen, wie der Hinterradwechsel am E-Bike funktioniert.
Werkzeug und Vorbereitung
An Werkzeug bedarf es beim Hinterradwechsel grundsätzlich nur einer Luftpumpe sowie gegebenenfalls eines Maulschlüssels der Größe 15 (sofern kein Schnellspanner vorhanden ist). Soll am Hinterrad der Schlauch gewechselt werden, sind überdies stabile Reifenheber erforderlich. Die Mehrheit aller E-Bikes verfügt über Schnellspanner an den Rädern. Besonderen Komfort bietet beim Hinterradwechsel ein Montageständer. Gerade bei einem E-Bike ist es schwierig, dies einfach zu wenden oder auf den Kopf zu stellen.
Das Cockpit kann dabei Schaden nehmen und auch mechanische Scheibenbremsen eignen sich für diese Position nicht. Speziell schwere E-Bikes, etwa E-Mountainbikes profitieren beim Hinterradwechsel sehr von einem Montageständer. Vor dem Wechsel des Hinterrads an einem E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec ist der Antrieb auszuschalten.
Zusätzliche Werkzeuge und Materialien
- Inbusschlüssel-Satz: Für Hinterräder ohne Schnellspanner, meist 5-mm- oder 6-mm-Schlüssel für die Steckachse.
- Sauberer Lappen: Zum Abwischen von Kette und Teilen.
- Handschuhe (optional): Um die Hände vor Schmutz und Öl zu schützen.
- Großer Maulschlüssel: Für die Achsmuttern, in der Regel 18 mm oder 19 mm groß (bei Hinterradmotoren).
- Schere: Zum Durchschneiden von Kabelbindern am Rahmen (bei Hinterradmotoren).
- Neue Kabelbinder: Um das Motorkabel nach dem Einbau wieder sauber und sicher am Rahmen zu befestigen (bei Hinterradmotoren).
- Maulschlüssel: Für die Achsmuttern bei Nabenschaltungen, in der Regel 15 mm groß.
Vorbereitungsschritte
- Gang wählen: Schaltet euer E-Bike hinten auf den niedrigsten Gang. Die Kette sollte nun auf dem kleinsten Ritzel liegen. Dadurch wird das Schaltwerk maximal entspannt, was den Aus- und Einbau erheblich erleichtert.
- E-Bike ausschalten: Schaltet das E-Bike komplett aus. Selbst wenn sich im Hinterrad nicht der Motor befindet, vermindert ihr das Risiko einen Stromschlag zu bekommen.
- E-Bike aufhängen: Wenn ihr einen Montageständer habt, steht das Bike sicher und stabil. Nicht nur erleichtert er die Arbeit ungemein, ein E-Bike solltet ihr, wenn möglich, auch nicht auf den Kopf stellen. Dadurch kann das Cockpit Schaden nehmen und auch die Bremsen reagieren empfindlich darauf.
Anleitung 1: E-Bike mit Kettenschaltung und Steckachse
Das Hinterrad ist mit der Kette verbunden. Bei einer Kettenschaltung befindet sich am Hinterrad die so genannte Kassette, also die Zahnräder der Gangschaltung. Es empfiehlt sich, vor dem Hinterradwechsel den höchsten Gang zu wählen, da dieser dem kleinsten Ritzel (Zahnrad) entspricht. Auf diese Weise ist die Kette entspannt und das Hinterrad lässt sich problemlos entnehmen. Dies gelingt meist über den Schnellspanner. Alternativ lässt sich die Schraube mit einem Maulschlüssel der Größe 15 lösen und das Hinterrad entnehmen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Steckachse lösen: Als Steckachse bezeichnet man die dicke Achse, die das Hinterrad mit dem Rahmen verbindet. Wenn sie einen Schnellspanner besitzt, dann öffnet ihn. Danach könnt ihr den Hebel gegen den Uhrzeigersinn drehen und so das Gewinde lösen. Wenn die Achse keinen Hebel hat, benötigt ihr einen Inbusschlüssel (meist 5 mm oder 6 mm).
- Steckachse herausziehen: Schraubt die Achse komplett heraus und zieht sie aus der Nabe. Legt die Achse beiseite.
- Rad aus dem Rahmen nehmen: Umfasst mit einer Hand das Schaltwerk und zieht es sanft nach hinten. Das entspannt die Kette. Drückt mit der anderen Hand das Laufrad leicht nach unten. Es sollte sich nun aus dem Rahmen lösen. Zieht das Rad vorsichtig und gerade raus, sodass die Bremsscheibe sauber aus dem Bremssattel gleitet und die Kette vom Ritzelpaket fällt.
Wichtiger Hinweis
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bremsscheibe nicht berührt oder gar beschädigt wird. Nur somit lässt sich gewährleisten, dass die Bremsleistung erhalten bleibt.
Hinterrad wieder einbauen
Das Rad ist jetzt draußen und ihr könnt beispielsweise den Schlauch tauschen. Um es wieder einzubauen, müsst ihr nur die Schritte in umgekehrter Richtung befolgen. Beim Einbau des Hinterrads ist darauf zu achten, dass die Kette korrekt auf der Kassette des Hinterrads liegt. Zu diesem Zweck ist das Rad stets in der Mitte der Kette einzubauen. Der obere Teil der Kette wird auf die Kassette gelegt. Nachdem der obere Teil der Kette auf die Kassette gelegt wurde, lässt sich die Achse in die Rahmen-Halterungen einführen. Bei einer Scheibenbremse ist darauf zu achten, dass sich diese wieder korrekt im Bremssattel befindet. Nach dem Einbau des Rads ist die Achse festzuziehen. Bei einem Schnellspanner genügt es, diesen zu drehen (im Uhrzeigersinn) und abzusenken.
Anleitung 2: E-Bike mit Hinterradmotor
Mit Abstandshalter können Scheibenbremsen sich nicht mehr schließen. Wenn ihr es also ausbauen wollt, müsst ihr immer den Motor mit entfernen. Daher müsst ihr besonders sorgfältig arbeiten, da hier Stromkabel verlaufen. Das Rad wiegt zudem rund 5 kg und ist somit deutlich schwerer als ein normales Hinterrad.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Motorkabel finden: Sucht das Motorkabel, das aus der Radachse kommt. Es führt zu einem Steckverbinder, der sich meist in der Nähe des Hinterrads am Rahmen befindet.
- Stecker ziehen: Zieht den Stecker gerade und ohne zu verdrehen auseinander. Wendet keine Gewalt an. Die Pins im Stecker sind empfindlich und können leicht verbiegen.
- Achsmuttern lösen: Die Achse eines Nabenmotors ist mit großen Muttern am Rahmen befestigt. Löst mit einem passenden Maulschlüssel die Achsmuttern auf beiden Seiten. Ihr müsst sie oft nicht komplett herausdrehen, sondern nur lockern.
- Rad aus dem Rahmen nehmen: Umfasst mit einer Hand das Schaltwerk und zieht es sanft nach hinten. Das entspannt die Kette. Drückt mit der anderen Hand das Laufrad leicht nach unten. Es sollte sich nun aus dem Rahmen lösen. Zieht das Rad vorsichtig und gerade raus, sodass die Bremsscheibe sauber aus dem Bremssattel gleitet und die Kette vom Ritzelpaket fällt. Achtet auf das Motorkabel, damit es sich nirgendwo verfängt.
Hinterrad wieder einbauen
Das Rad ist jetzt draußen und ihr könnt beispielsweise den Schlauch tauschen. Um es wieder einzubauen, müsst ihr nur die Schritte in umgekehrter Richtung befolgen.
Anleitung 3: E-Bike mit Nabenschaltung im Hinterrad
Auch wenn die Kettenschaltung die gängigste Art ist, gibt es auch ein paar E-Bike-Modelle mit Nabenschaltung. Der Ausbau ähnelt dem des Hinterradmotors. Statt aber die Motorkabel zu trennen, müsst ihr den Bremszug vorher lösen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schaltzug entlasten: An der Radnabe befindet sich die Schaltbox, in die der Schaltzug eingehängt ist. Die Box lässt sich drehen, sodass der Zug entlastet wird. Oft müssen zwei Markierungen aufeinander ausgerichtet werden, um den Zug entspannt aushängen zu können.
- Zuganker entnehmen: Der Zuganker am Ende des Zugs liegt in einer Kerbe. Wenn der Zug entlastet ist, könnt ihr den Anker ganz einfach entnehmen.
- Achsmuttern lösen: Die Achse des Hinterrads ist mit großen Muttern am Rahmen befestigt. Löst mit einem passenden Maulschlüssel die Achsmuttern auf beiden Seiten. Ihr müsst sie oft nicht komplett herausdrehen, sondern nur lockern.
- Rad aus dem Rahmen nehmen: Das Rad sollte sich nun aus dem Rahmen lösen. Zieht es vorsichtig und gerade raus, sodass die Bremsscheibe sauber aus dem Bremssattel gleitet und die Kette vom Ritzelpaket fällt.
Hinterrad wieder einbauen
Das Rad ist jetzt draußen und ihr könnt beispielsweise den Schlauch tauschen. Um es wieder einzubauen, müsst ihr nur die Schritte in umgekehrter Richtung befolgen.
Rad mit Steckachse ausbauen
Die Demontage des Rades geschieht in umgekehrter Reihenfolge - Hebel öffnen, Steckachse lose drehen und herausziehen.
Rad mit Steckachse einbauen
Die Montage eines Rades mit Steckachse funktioniert folgendermaßen:
- Setze das Laufrad in den Rahmen. In den allermeisten Fällen wird ein Rad mit Steckachsen über Scheibenbremsen verfügen - achte also darauf, dass die Bremsscheibe beim Einsetzen des Rades zwischen den Bremsbacken hindurchgleitet.
- Zur Montage des Hinterrades schalte in die in Fahrtrichtung rechts außen liegende Position. Ziehe dann das Schaltwerk leicht nach hinten und fädle den oben verlaufenden Teil der Kette auf das kleinste Ritzel.
- Nun solltest du die Steckachse problemlos montieren können. Diese wird am Hinterrad von der Nicht-Antriebsseite (in Fahrtrichtung linken Seite) hereingeschoben. Zur Montage der vorderen Steckachse gibt es Varianten von beiden Seiten.
- Schiebe die Achse durch die Nabe bis sie auf der anderen Seite des Rahmens anstößt. Lässt sich die Achse nicht oder nur schwer einschieben, überprüfe, ob die Laufräder wirklich richtig im Rahmen sitzen.
Befindet sich die Steckachse nun am Anschlag, kannst du sie feststellen. Dies geschieht je nach System auf unterschiedliche Weise. Steckachsen, die geschraubt werden, musst du mit einem Inbus festziehen wie eine Schraube. Steckachsen mit einer Kombination aus Gewinde und Hebel werden so festgedreht, dass du den Hebel gerade so noch zu bekommst. Achte hierbei auf die korrekte Ausrichtung des Hebels. Bei Bajonettverschlüssen wie dem R.A.T. System von Focus lässt sich die Steckachse nur in einer bestimmten Position durch das Ausfallende schieben. Indem du sie dann um eine Viertel-Umdrehung im Uhrzeigersinn drehst, wird sie befestigt. Durch das Umlegen des Hebels wird dann die Spannung aufgebaut.
Lässt sich der Hebel nicht schließen oder zu leicht öffnen, musst du die Vorspannung anpassen. Hierzu öffnest du den Hebel und drehst an der dahinter liegenden Rädelschraube, während du den offenen Hebel festhältst. Drehst du die Räderschraube im Uhrzeigersinn, senkst du die Vorspannung - dies musst du tun, wenn du den Hebel zuvor nicht schließen konntest. Um die Vorspannung zu erhöhen, drehst du die Rädelschraube entsprechend gegen den Uhrzeigersinn.
Wichtige Hinweise und Tipps
- Sauberkeit: Haltet die Hände und Werkzeuge sauber, sonst übertragt ihr den Dreck gegebenenfalls an die fettigen Ritzel oder an die Bremsen.
- Probefahrt: Nach dem Wiedereinbau solltet ihr unbedingt eine kurze Probefahrt machen und die Funktion der Bremsen und Schaltung überprüfen. Achte darauf, dass das Rad mittig läuft und nicht schleift.
- Bremshebel vermeiden: Zieht nicht den Bremshebel, solange das Hinterrad ausgebaut ist. Die Bremskolben würden zusammenfahren und lassen sich oft nur schwer wieder zurückdrücken. Zur Sicherheit könnt ihr eine Transportsicherung in den Bremssattel klemmen. Das ist ein kleines Plastikteil, das ihr für ein paar Euro etwa bei Amazon bekommt.
Nach dem Einbau
Nach dem korrekten Einbau sollte der reibungslose Lauf des Rads überprüft werden. Dies geschieht durch einige Pedal-Umdrehungen. Sollten sich hier Probleme zeigen, liegt das Rad wahrscheinlich nicht korrekt in den Rahmen-Halterungen.
Nach dem korrekten Einbau sollte der reibungslose Lauf des Rads überprüft werden. Dies geschieht durch einige Pedal-Umdrehungen. Sollten sich hier Probleme zeigen, liegt das Rad wahrscheinlich nicht korrekt in den Rahmen-Halterungen.
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