Fahrradfahren macht Spaß, ist umweltfreundlich und gut für die Gesundheit. Wer möglichst lange Freude an seinem Mountainbike, Pedelec, City- oder E-Bike haben möchte, sollte es regelmäßig reinigen und pflegen. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten sorgen Nässe, Feuchtigkeit oder Streusalz auf den Straßen schnell für Verschmutzungen.
Ein schmutziges E-Bike ist nicht nur optisch unschön. Wenn sich Dreck an den Komponenten festsetzt, kann das den Verschleiß erhöhen und die Lebensdauer des Pedelecs verkürzen. Nach jeder Ausfahrt durch Wälder, Wiesen, Feldwege oder staubige Straßen ist eine Reinigung des Rads angebracht. Dabei sollte man groben Dreck und Staub von dem Rahmen, der Kette und empfindlichen Bauteilen wie Schaltung und Lagern entfernen.
Denn der Schmutz wirkt wie Schleifpartikel auf den beweglichen Teilen und beschleunigt deren Abnutzung rapide. So entsteht mit der Zeit Rost, der sich auf den Bauteilen absetzt und sowohl deren Funktionstüchtigkeit als auch Lebensdauer verringert. Alle, die auch im Winter mit dem Bike fahren, sollten es unbedingt regelmäßig reinigen und pflegen, da das Streusalz auf den Wegen neben den Verschleißteilen auch den Lack am Rahmen des Rads beschädigen kann. Ein frisch gereinigtes Fahrrad sorgt also nicht nur für mehr Fahrspaß, sondern erhält auch dessen Funktionalität und Wert.
Viele Meinungen gibt es zu der Frage, ob man einem E-Bike mit einem Hochdruckreiniger zu Leibe rücken darf. Wer rigoros vom Hochdruckreiniger abrät, tut dies nicht grundlos.
Warum Vorsicht geboten ist
Wer sein Fahrrad reinigen will, sollte es zuerst auf einen ebenen Standplatz stellen und entweder in einen Montageständer einspannen oder gegen eine Wand oder einen großen Baum lehnen.
1. Hoher Druck: Unter Hochdruckreinigern werden oftmals diejenigen verstanden, die ihr an einer Tankstelle oder Waschanlage antrefft. Bei denen tritt das Wasser mitunter mit einem Druck von 100 bis 120 Bar aus der Lanze. Unter einer solchen Belastung gelangen sowohl das Wasser selbst als auch Dreck vom Fahrrad in Lager und Dichtungen.
2. Schmierstoffe: Gleichzeitig spült der Wasserstrahl Dinge aus eurem Bike, die ihr lieber drinnen haben wollt. Gemeint sind die diversen Schmierstoffe, wie Fette oder Montagepasten. Löst sich auf diese Weise zum Beispiel Fett aus Lagern, ist der Ärger vorprogrammiert. Oder besser das Knarzen und Knacken.
3. Schutz: Sind die Schmierstoffe weg, ist der Weg frei für Schutz aller Art. Es kann durchaus überraschend sein, wie wenig davon sich zwischen Laufbahn und Kugeln von Lagern festsetzen muss, um anschließend beiden dauerhaft zu schaden.
4. Empfindliche Komponenten: Viele Komponenten des Bikes vertragen keine Behandlung mit einem Hochdruckreiniger. Zu empfindlich sind beispielsweise diverse Lager, der Steuersatz, Dichtungen etwa von Dämpfern und Federgabeln, die Naben und die Kette. Auch das kann ordentlich in die Hose gehen. Nicht jeder Lack und jeder Aufkleber übersteht eine solche Aktion schadlos.
5. E-Bike Besonderheiten: Beim Reinigen zeigt sich, dass in E-Bike eben doch kein Fahrrad wie jedes andere ist. Stecker und elektrischen Verbindungen finden sie einfach nicht an etlichen herkömmlichen Fahrrädern. Erst recht kein Akku. Generell kommen beim Reinigen eines E-Bikes mit einem Hochdruckreiniger an einer Tankstelle weitere Einschränkungen hinzu. In der Regel findet ihr dort keine passenden Bürstenaufsätze, die sich für das Fahrrad eignen. Was vorhanden ist, fällt zu groß und zu hart aus.
E-Bike spezifische Komponenten
Bei den E-Bike-spezifischen Komponenten, wie Motor, Akku, Getriebe, Display, aber auch bei Hinterbaulagern, Gabel- und Dämpferdichtungen ist besondere Vorsicht geboten. Wenn möglich, den Akku herausnehmen, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Alle E-Bike-Bauteile am besten nur händisch, ohne Hochdruckreiniger säubern.
Die Alternative: Niederdruckreiniger
Was aber tun, wenn man partout nicht der Typ für das sehr empfehlenswerte aber eben auch enorm zeitintensive Ritual mit Eimer, Schwamm und Lappen ist? Sie sind speziell für das Reinigen von Fahrrädern und anderen Dingen aus Haushalt und Garten konzipiert.
1. Druckregulierung: An den meisten Modellen könnt ihr einstellen, mit wieviel Bar der Wasserstrahl aus der Lanze austritt. In der Regel bewegt sich das irgendwo zwischen fünf Bar und 20 Bar.
2. Unterschiedliche Einstellungen: Je nach Verschmutzungsgrad und dem zu reinigenden Teil an eurem Bike, empfehlen sich unterschiedliche Einstellungen.
3. Mobile Lösungen: Bei Niederdruckreinigern handelt es sich typischerweise um mobile Lösungen. Das heißt, die meisten haben einen eigenen Wassertank und einen Akku. Manche beziehen den Strom auch über einen Anschluss an den Zigarettenanzünder im Auto. Auf Rollen und mit Henkeln versehen, lassen sich sie recht bequem beinahe überall hin mitnehmen. Fahrt ihr zum Beispiel mit dem Auto zum Startpunkt eurer Fahrradtour, könnt ihr die Bikes direkt nach der Tour abspülen.
Beispiel: Bosch Fontus
Einer dieser Niederdruckreiniger ist der Fontus von Bosch. In der aktuellsten Variante ist ein passender Akku inklusive. Bei diesem Gerät könnt ihr den Wasserdruck in drei Stufen einstellen: niedrig, mittel und Turbo. Dazu dient ein auffälliger roter Drehschalter an der oberen Stirnseite. An der Spitze der Lanze des Reinigers befindet sich eine Düse. Mithilfe dieser lässt sich der Wasserstrahl regulieren. Das geht zwar nicht stufenlos. Dank seiner kompakten Abmessungen passt der Fontus in etliche Kofferräume. Mit einem Leergewicht von fast zehn Kilogramm zählt er nicht unbedingt zu den Leichtgewichten unter diesen Outdoor-Reinigungsgeräten.
Reinigungsschritte im Detail
- Fahrrad platzieren und Geräte vorbereiten: Wer sein Fahrrad reinigen will, sollte es zuerst auf einen ebenen Standplatz stellen und entweder in einen Montageständer einspannen oder gegen eine Wand oder einen großen Baum lehnen. Für die Reinigung unterwegs: Tank des Mobile Outdoor Cleaners abnehmen, Pistole entnehmen, Tank wieder befestigen und Gerät einschalten. Für die Reinigung zuhause: Hochdruckreiniger oder Mitteldruckreiniger an Wasser und, falls nötig, Strom anschließen und Gerät einschalten.
- Fahrrad mit Wasser abspritzen: Nun das Bike mit dem Reinigungsgerät gleichmäßig abspritzen. Dabei den Wasserstrahl nicht direkt auf Lager, Stoßdämpfer oder elektrische Verbindungen, z. B. bei E-Bikes, richten. Bei der Reinigung mit Hochdruck sollte nur mit geringem Druck gereinigt und auf genügend Abstand zu Reifen, Kette, Lager und Kleinteilen geachtet werden (ca. Am besten von unten nach oben reinigen.
- Reinigungsmittel aufbringen: Bei hartnäckigen Verschmutzungen ist es sinnvoll, ein Reinigungsmittel einzusetzen. Dafür eignet sich ein Universalreiniger oder, noch besser, ein spezieller Zweiradreiniger: Vor der Reinigung auf die stark verschmutzten Stellen gleichmäßig auftragen, 3-5 Minuten einwirken lassen und anschließend mit klarem Wasser abspülen. Das Bike sollte idealerweise trocken sein, wenn das Reinigungsmittel eingesetzt wird, so kann das Mittel besser wirken.
- Grauschleier entfernen: Falls auf dem Rahmen noch ein Grauschleier zurückgeblieben ist, kann dieser mit einer Bürste oder einem Schwamm schnell entfernt werden. Anschließend den Rahmen an den gesäuberten Stellen mit einem weichen Tuch (z. B. Mikrofaser) trocken reiben. Um bei der Reinigung mit dem Druckreiniger Wasser zu sparen, Universalbürste kurz anfeuchten und Fahrrad damit schrubben.
Reinigung von Antrieb und Kette
Antrieb und Kette sind in der Regel etwas schwieriger zu reinigen als der Rest des Fahrrads, denn hier vermischen sich Kettenöl, Dreck und Staub mit der Zeit zu einem klebrigen Schmierfilm. Bevor sie gereinigt werden, sollte ein Karton oder alten Lappen als Auffangschutz unter das Rad gelegt werden. Anschließend mit einer rauen Bürste zunächst den groben Schmutz entfernen, dann Zweiradreiniger oder einen spezieller Kettenreiniger aufsprühen und einwirken lassen. Um die Verschmutzungen zu lösen, hilft ein Trick: Die Kette mit einem Tuch oder Lappen umschließen und durch rückwärtskurbeln mehrfach hindurchlaufen lassen.
Die richtige Pflege nach der Reinigung
Beim Fahrrad kommt es auch auf die Pflege nach der gründlichen Reinigung an. Der erste Schritt ist immer, das Rad gründlich abzutrocknen, denn Wasser kann schnell zu Rostbildung führen. Wenn Fahrradkette und Schaltung gereinigt wurden, sollten sie zunächst trocknen bzw. mit einem Lappen abgetrocknet und anschließend wieder geölt werden. Praktisch ist dabei ein Montageständer, in den man das Fahrrad einspannen kann, denn so lassen sich die Räder einfach drehen, während man die Kette ölt. Bei Scheibenbremsen sollte man darauf achten, dass der Ölsprühnebel währenddessen nicht auf die Bremsscheibe gelangt, da das die Bremswirkung beeinträchtigt.
Grundsätzlich sollten alle beweglichen Teile wie Züge, Bremsgelenke, Brems- und Schalthebel sowie das Schaltwerk regelmäßig geölt werden. Zu guter Letzt empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen auch den Reifendruck zu überprüfen, vor allem, wenn man nach längerer Zeit mal wieder mit dem Bike fahren möchte. Auf der Seitenwand der Reifen findet sich in der Regel eine Angabe, wieviel Druck mindestens und maximal aufgepumpt werden darf.
Empfohlene Geräte
Als Reinigungsgerät eignet sich ein Hochdruckreiniger oder ein Mitteldruckreiniger. Während der Hochdruckreiniger in der Regel an Strom und Wasser angeschlossen werden muss, ist der handgehaltene Mitteldruckreiniger akkubetrieben und braucht somit nur den Wasseranschluss. Er eignet sich dadurch, wie auch ein Akku-Hochdruckreiniger, zur schnellen Zwischenreinigung des Fahrrads im Garten und überall dort, wo kein Stromanschluss in der Nähe ist.
Um das Mountainbike auch unterwegs von Staub und Dreck zu befreien, damit beispielsweise der Kofferraum des Autos oder der Fahrradträger nicht schmutzig werden, eignet sich ein Mobiler Outdoor Cleaner bzw. Druckreiniger. Durch die kompakten Maße passt er selbst in einen Fahrradkorb, das Handstück und der 2,8 Meter lange Spiralschlauch sind platzsparend unter dem abnehmbaren 4-Liter bzw. Um mit dem Druckreiniger zu putzen, einfach Tank abnehmen und mit klarem Wasser befüllen, Pistole aus dem Gerät nehmen und Tank wieder richtig befestigen. Anschließend Pistole auf das Fahrrad richten und abdrücken. Mit dem Wasserstrahl lässt sich das gesamte Fahrrad reinigen. Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku hat eine Laufzeit von 15 Minuten. Mit dem Kfz-Adapter kann das Gerät aber auch mit der Autobatterie betrieben oder, wenn sich der Akku unterwegs einmal entleert hat, mit dem Kfz-Ladegerät wieder aufgeladen werden.
In der optionalen Zubehörbox Bike ist noch eine Universalbürste, ein spezielles Reinigungsmittel und ein weiches Mikrofasertuch enthalten - also alles, was für die schnelle Zwischenreinigung des Rads nötig ist.
Wo kein Wasseranschluss verfügbar ist, können Kärcher Hochdruckreiniger der Klassen K 4 bis K 7 sowie der Handheld Cleaner alternativ Wasser aus einem Fass oder Kanister ansaugen.
Wichtige Hinweise zur Reinigung mit Hochdruck
Wichtig bei der Fahrradreinigung mit Hochdruckreiniger ist, einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu empfindlichen Bauteilen wie den Lagern einzuhalten, damit an diesen Stellen kein Wasser eintritt. Hält man sich jedoch an diesen Abstand und reduziert den Druck an der Pistole auf den Druckbereich 1 bzw. „Soft”, kann man das Bike mit dem Hochdruckreiniger unbedenklich putzen.
Allerdings gilt bei E-Bikes besondere Vorsicht: Die Elektronik ist empfindlich gegenüber Wasser und sollte nicht direkt mit dem Hochdruckstrahl gereinigt werden.
Akku-Hochdruckreiniger im Test: Einige Modelle
Hier eine Übersicht einiger getesteter Akku-Hochdruckreiniger:
| Modell | Preis (ca.) | Tank / Druck | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Aqua2Go Pro | 241,95 Euro | 20 l / max. 10 bar | Großer Tank, LED-Lampe, Powerbank |
| Bosch Fontus 18 V | 299,99 Euro | 15 l / max. 15 bar | Druck- und Akku-Anzeige, Staufach |
| Gloria Multijet 18V | 174,99 Euro | Nicht vorhanden / max. 25 bar | Kompakt, autark nutzbar, Akku-Anzeige |
| Greenworks GDC40 | 299 Euro | 20 l / max. 70 bar | Viel Druck, abnehmbarer Eimer |
| Kärcher KHB 6 | 174,99 Euro | Nicht vorhanden / max. 24 bar | Kompakt, hochwertige Verarbeitung |
| Kärcher OC3 + Bike | 189,99 Euro | 4 l / 5 bar | Kompakt, einfache Bedienung, Staufächer |
Die Wahl des richtigen Reinigers hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Achten Sie auf Druck, Tankgröße, Akkulaufzeit und Zubehör.
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