Mit dem eigenen Fahrrad oder E-Bike auf Entdeckungstour zu gehen und dabei die Bahn für einen Teil der Strecke zu nutzen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der Startpunkt einer Radtour liegt nicht immer vor der eigenen Haustür.
Viele wollen auch im Urlaub in Deutschland oder im Ausland mit dem Fahrrad unterwegs sein und reisen mit dem Zug an. Was nach einer guten und umweltfreundlichen Idee klingt, ist aber gar nicht so leicht umzusetzen. Radreisende sollten sich genügend Zeit nehmen - sowohl im Vorfeld, um die Reise gut zu planen, als auch bei der Anreise selbst. Ein Zeitpuffer ist ratsam.
Vorbereitung ist das A und O
Vorab sind Fragen zu klären wie:
- Welche Züge nehme ich?
- Darf ich auf dieser Verbindung überhaupt Fahrräder mitnehmen?
- Und gibt es im Fernverkehr noch freie Stellplätze?
Des Weiteren ist zu klären: Wie sieht die Wagenreihung aus, in welchem Gleisabschnitt muss ich mein Fahrrad einladen? Oder, wenn ich umsteigen muss und das bepackte E-Bike möglichst nicht Treppen hoch- oder hinuntertragen möchte: Gibt es Aufzüge im Bahnhof? Wie die Gegebenheiten vor Ort sind, lässt sich zum Beispiel auf der Internetseite der Bahn www.bahnhof.de oder auch in der DB Bahnhof-App nachsehen.
Regelungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn
Bei Fahrten im Fernverkehr der Deutschen Bahn ist wichtig: Hier gibt es eine Reservierungspflicht für das Fahrrad. Es empfiehlt sich, frühzeitig den Stellplatz zu buchen - bis zu sechs Monate im Voraus ist das möglich. Es braucht außerdem eine Extra-Fahrkarte für das Fahrrad - zumindest im ICE, Intercity oder Eurocity.
Man kann unter Umständen auch kurzfristig und ohne Reservierung ein Fahrrad mitnehmen und nachzahlen - es kommt aber darauf an, ob noch Platz im Zug für das Rad ist. Dazu muss man sich bei den Zugbegleitern am Bahnsteig anmelden. Eine Mitnahmegarantie gibt es in solchen Fällen jedoch nicht. Diese entfällt auch dann, wenn ein Zug ausfällt und im Ersatzzug bereits alle Plätze belegt sind.
Grundsätzlich gilt: Bei der Wahl von Verbindungen mit einem Fernzug sollte man Stoßzeiten meiden.
Regelungen im Nahverkehr
Die verschiedenen Verkehrsverbünde Deutschlands haben im Nahverkehr unterschiedliche Regelungen zur Fahrradmitnahme. In den meisten regionalen Zügen gibt es Mehrzweckbereiche, in denen man das Fahrrad abstellen kann - sofern Platz ist.
Es gibt in vielen Verkehrsverbünden Zeitfenster, in denen man sein Fahrrad gar nicht mitnehmen darf, meistens in den Stoßzeiten morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr. Da muss man sich also genau informieren - auch was die Tarife angeht. Manchmal kostet das Fahrrad nicht extra - zum Beispiel wenn man verbundüberschreitend im baden-württembergischen "bw-Tarif" fährt.
Wenn man außerhalb unterwegs ist, kann man sich beispielsweise die "Fahrradtageskarte Nahverkehr" für 6,50 Euro besorgen - eine Art Deutschlandticket für das Fahrrad. Die Fahrkarte ist nur tageweise buchbar, aber auch im Voraus. Sie brauchen eine Fahrradkarte pro Fahrrad, z.B. die Fahrrad-Tageskarte Nahverkehr, mit der sie einen Tag lang in ganz Deutschland fahren.
Hinweis: Die Fahrradmitnahme kann in den Verkehrsverbünden unterschiedlich geregelt sein.
Internationale Reisen mit dem Fahrrad
Bei einer Reise ins Ausland muss man sich genau über eine Fahrradmitnahme informieren, das geht online auch gut. In vielen Ländern sind die Regeln ähnlich wie im deutschen ICE: Ich brauche eine Stellplatzreservierung und ein Extra-Ticket für mein Fahrrad - zum Beispiel in den Fernzügen der ÖBB in Österreich, in Frankreich bei den meisten TGV-Verbindungen, in Italien bei manchen internationalen Zügen.
Es gibt leider aber auch viele Ausnahmen: Im Eurostar oder im Thalys, der in Belgien und in den Niederlanden unterwegs ist, darf das Fahrrad nur als Gepäckstück mit - sprich: Man muss es auseinanderbauen und in eine Hülle verpacken.
Wichtige Hinweise und Tipps für die Reise
- Akku-Sicherheit: Man sollte nicht planen, den Akku seines E-Bikes im Zug aufzuladen: Das ist nicht erlaubt und die Leistung der Steckdosen im Zug auch meistens zu schwach. Der Akku muss während der Fahrt am Fahrrad bleiben.
- Vorbereitung im Zug: Taschen oder bewegliche Teile wie das Licht oder die Handyhalterung sollten dagegen abgenommen werden. Praktisch ist es, wenn man einen Spanngurt oder einen Expander dabeihat, um das Fahrrad vor dem Umkippen zu sichern. Das Einladen und Abstellen Ihres Fahrrads im Abteil ist leichter, wenn Sie vorab alle Gepäckstücke, auch Satteltaschen, vom Fahrrad abnehmen.
- Alternativen prüfen: Wem das alles zu viel Aufwand ist, der kann auch überlegen, ob es sinnvoll wäre, das Fahrrad vorher an den Urlaubsort schicken zu lassen oder das Bikesharing Call a Bike oder den Fahrrad-Versand mit DB Gepäckservice zu nutzen. Es gibt inzwischen viele Fahrrad-Verleihstationen direkt an oder in der Nähe von Bahnhöfen.
- Reisezeit wählen: Vor allem in den Sommermonaten ist die Fahrradmitnahme mit der Bahn sehr beliebt. Meiden Sie also Züge im Berufsverkehr morgens und früh abends.
Verhalten im Zug
Die Mitnahme von Fahrrädern erfordert gegenseitige Rücksicht. Damit der Platz im ÖPNV optimal genutzt werden kann, beachten Sie bitte folgende Regeln:
- Fahrräder in den besonders gekennzeichneten Mehrzweckabteilen abstellen
- Gepäck und Fahrradtaschen vom Rad nehmen, so dass Platz für weitere Fahrräder bleibt
- Fahrräder während der Fahrt sichern (befestigen oder festhalten)
- Fluchtwege frei halten, Türen und Zwischengänge müssen erreichbar bleiben
- Gekennzeichnete Plätze für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen im Bedarfsfall freigeben
- Falls alle Fahrradabstellplätze belegt sind, die nächste Bahnverbindung nutzen
- Tipp: Sprechen Sie sich mit den anderen Reisenden mit Fahrrad im Zug ab, wer wann aussteigt.
Zusätzliche Tipps für eine entspannte Reise
- Planen Sie am Reisetag genug Zeit ein. So sind Sie entspannt, falls sich spontan etwas ändern sollte.
- Aktivieren Sie am besten die Funktion "Benachrichtigungen zur Reise".
- Auf dem Bahnsteig warten Sie am besten in dem Abschnitt, in dem das Fahrradabteil hält. In der Regel ist das bei den Nahverkehrs-Zügen am Zug-Anfang oder -Ende. Die Wagen sind mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet.
- Die Fahrrad-Stellplätze der Fernverkehrszüge sind immer in der 2. Klasse. Manchmal sind sie auf mehrere Wagen verteilt. Die Wagenstansanzeiger am Bahnsteig zeigen Ihnen, in welchem Abschnitt die Stellplätze sind.
- Unsere App DB Navigator informiert Sie live über die Wagenreihung.
Es gibt keine Garantie für die Mitnahme von Fahrrädern.
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