E-Bike Kaufberatung: So finden Sie das Richtige

Zahlreiche E-Bike-Typen für vielfältige Einsatzmöglichkeiten und mit unterschiedlichen Ausstattungen sind bereits heute am Markt verfügbar und der Markt wächst weiter. Es verwundert nicht, dass man zu Beginn noch viele Fragen hat. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie die Menschen selbst.

Was ist ein E-Bike?

Ein E-Bike ist ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor. Essentiell für ein E-Bike ist der verbaute Elektromotor, der den Fahrer beim Treten unterstützt. Der Elektromotor unterstützt den Fahrer abhängig von der gewählten Unterstützungsstufe. Die meisten E-Bikes haben zwischen drei und fünf Unterstützungslevel. Die jeweilige Stufe wählt man über die Steuereinheit am Lenker. Auch E-Bikes besitzen entweder eine Ketten-, oder Nabenschaltung, die man entsprechend den Fahrbedingungen wählt.

E-Bike oder Pedelec?

Allerdings wird der Begriff E-Bike heute synonym mit dem Begriff Pedelec benutzt (Pedal Electric Cycle), bei dem zusätzlich die Pedale betätigt werden müssen, um sich fortzubewegen. Wir reden also immer von E-Bikes, meinen aber streng genommen Pedelecs, diese sind auch einem normalen Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Streng genommen kann es eigentlich nicht als Fahrrad bezeichnet werden, da es prinzipiell auch ohne Pedalunterstützung funktioniert.

Der korrekte Begriff für das land­läufig als „E-Bike“ bezeichnete Fahr­rad ist Pedelec: Das steht für „Pedal Electric Cyle“ - ein Fahr­rad, bei dem der Elektromotor bis zu Tempo 25 unterstützt, solange Radelnde selbst in die Pedale treten. Anders das S-Pedelec: Das S steht für „Speed“. Das Rad unterstützt elektrisch das Fahren durch Muskel­kraft bis zu 45 km/h. Es kann auch schneller fahren - dann schaltet der Motor aber ab.

Die Unterschiede im Überblick:

  • Pedelec:
    • Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten
    • Motorleistung bis zu 250 Watt
    • Antriebsunterstützung bis zu 25 km/h
    • Kein Führerschein, keine Helmpflicht
    • Fahrradanhänger erlaubt
    • Nutzung von Fahrradwegen erlaubt
  • S-Pedelec:
    • Fahrrad mit elektrischem Antriebsassistenten
    • Motorleistung bis 450 Watt
    • Antriebsunterstützung bis 45 km/h
    • Führerschein erforderlich, Mindestalter 16 Jahre, Helmpflicht
    • Nutzung von Fahrradwegen in Städten verboten
    • Anhänger verboten

Warum ein E-Bike kaufen?

E-Bike fahren macht einfach Spaß und hat natürlich, durch die zusätzliche Bewegung, positive Effekte auf die Gesundheit.

Wofür möchten Sie das E-Bike einsetzen?

Das ist die wichtigste Frage, die man sich vor dem Kauf stellen und für sich beantworten sollte. Vor dem Kauf eines Elektrofahrrads stellen sich einige Fragen: Welches Budget habe ich, welcher Antrieb ist sinnvoll und für welchen Zweck möchte ich das Fahrrad vor allem einsetzen? Wo wollen Sie hauptsächlich fahren? Stadt, Land, Berg, mehr im Wald oder auf befestigen Straßen und Radwegen?

Aus den Wünschen ergeben sich Fahrradtyp und Ausstattung. Was muss es deshalb gut können? Wie hoch ist mein Budget? Was benötige ich für Zubehör? Die Antworten sollte man unbedingt beim Festlegen des Budgets berücksichtigen, denn schnell kommen für Fahrradschlösser, Gepäcktaschen, Helm, Radhose und weiteres Zubehör mehrere hundert Euro zusammen.

Verschiedene E-Bike-Typen und ihre Einsatzbereiche:

  • City-E-Bikes: Eignen sich für bequeme Radlerinnen und Radler, die keine größeren Stre­cken zurück­legen wollen. Die aufrechte Sitz­position verschafft Über­blick im Verkehr.
  • Urban-E-Bikes: Eine jüngere Form des Cityrads mit minimalistischer Ausstattung und Design, oft leichter und güns­tiger.
  • Trekking-E-Bikes: Sport­licher als City-, aber komfort­abler als Mountain­bikes, gut für Alltag und Touren. Sie sind eine gute Allround-Lösung für Menschen, die viel radeln und das Bike sowohl im Alltag als auch auf Touren nutzen wollen. Die Hersteller statten ihre Trekkingräder daher üblicher­weise mit Licht­anlage, Schutz­blechen und Gepäck­träger aus
  • E-Mountainbikes: Der am häufigsten verkaufte E-Bike-Typ in Deutsch­land, ideal für sportliche Fahrten im Gelände.
  • SUV-E-Bikes: stellen die SUV-Bikes eine Misch­form dar, die Radlern eine Entscheidung zwischen Komfort und Sport­lich­keit abnehmen soll. Von den Anbietern auch als Allroad- oder Crossover-E-Bikes angepriesen.
  • Lasten-E-Bikes: Sie sind die Pack­esel unter den E-Rädern und werden viel häufiger mit als ohne Motor gekauft.
  • E-Falträder/E-Klappräder: Oft mit wenigen Hand­griffen kompakt zusammenlegbar, beliebt bei Pendlern mit der Bahn.
  • E-Rennräder: Akku und Motor oft so kompakt im Rahmen verborgen, dass sie optisch kaum auffallen, für sportliche Fahrer.

Worauf muss ich beim Rahmen achten?

Kernpunkt einer guten Kaufberatung ist immer die Rahmengröße, sie muss genauso wie der Einsatzbereich auf Sie abgestimmt sein. Die Rahmengröße ist essenziell, um sich auf dem Pedelec wohlzufühlen. Bei einem City-E-Bike kann der Rahmen aber zum Beispiel völlig andere Maße haben als bei einem E-Mountainbike-Fully.

Die Rahmengeometrie des jeweiligen E-Bike-Modells bestimmt auch die Sitzposition. „Vorteile einer aufrechten Haltung sind unter anderem, dass sie rückenschonend ist, die Handgelenke nicht stark belastet, man frei atmen kann und eine gute Übersicht über das behält, was um einen herum passiert", erklärt Frank Bering von Fahrrad Rückenwind in Hessen. Wer dagegen mit dem Pedelec hauptsächlich sportlich unterwegs sein möchte, braucht eine flachere Sitzposition, die die Kraftübertragung aufs Pedal verbessert und windschnittiger ist.

Verschiedene Rahmenformen:

  • Diamant­rahmen: Bei diesem sport­lichen „Herren­rahmen“ verläuft das Ober­rohr nahezu horizontal und sorgt so für eine hohe Fahr­stabilität.
  • Wave-Rahmen: Der tief geschwungene Wave-Rahmen erleichtert das Auf- und Absteigen.
  • Trapez­rahmen: Bei dieser Rahmenform senkt sich das Ober­rohr nach hinten ab, sodass das Aufsatteln deutlich komfort­abler als beim Diamant­rahmen ist.

Tipp: Wählen Sie die Rahmenform, mit der Sie auch beim Fahr­rad ohne Motor gut klarge­kommen sind.

E-Bike Technik & Ausstattung im Überblick

Wichtige Bestandteile der E-Bike-Technik sind der E-Bike Motor und der E-Bike Akku, die es in unterschiedlichen und für den Einsatzzweck optimierten Ausprägungen gibt. Die smarte Schaltzentrale des hybriden Fahrrades ist das E-Bike Display oder der Bordcomputer, hier laufen alle wichtigen Informationen für das voll vernetzte E-Bike-Erlebnis zusammen.

E-Bike Motor

Ein Mittelmotor sitzt im Tretlager - also dort, wo die Pedalkurbeln zusammentreffen. Außerdem lässt sich die Schaltung problemlos mitnutzen - der Motor läuft dadurch immer im idealen Bereich. Motoren findest du an E-Bikes vorne an der Gabel, in der Mitte am Tretlager oder hinten an der Nabe.

Generell empfehlen wir Technik aus bewährter Produktion. Hersteller wie Bosch, Yamaha, Shimano, Brose, Panasonic, TranzX, BionX oder Impulse haben zwar ihren Preis, unter dem Strich erweisen die Komponenten allesamt als leistungsstärker und haltbarer als Billig-Importe.

Motorpositionen:

  • Front­motor: Mitunter ist er an der Nabe des Vorderrads befestigt. Wie im Test von City-Pedelecs ist diese Motor­variante fast ausschließ­lich bei eher güns­tigen E-Bikes zu finden.
  • Hinterrad­antrieb: Ein Motor an der Hinterradnabe ist oft leise und bewirkt wenig Verschleiß an der Kette.
  • Mittel­motor: Bei E-Bikes haben sich die Mittel­motoren als Stan­dard-Ausstattung durch­gesetzt. Auch die meisten E-Bikes in unseren Tests haben einen Mittel­motor. Er sorgt für einen tiefen Schwer­punkt, das Gewicht ist gleich­mäßig verteilt.

E-Bike Akku

Den Akku eines E-Bikes findest du entweder in den Gepäckträger eingebaut, am Rahmen montiert oder in den Rahmen integriert, wobei die vollintegrierten Akkus wie z.B. der PowerTube von Bosch aktuell am häufigsten verbaut werden. Die elektrische Antriebs­einheit eines Pedelecs umfasst Motor, Akku und eine Steuer­einheit mit Display am Lenker, außerdem Sensoren - etwa für Tritt­frequenz, Drehmoment und Geschwindig­keit - sowie Kabel, die diese Teile verbinden.

Je mehr Wattstunden, desto größere Reichweite . Aber auch umso schwerer ist der E-Bike-Akku", sagt Frank Bering.Die Akku-Kapazität (von 400Wh bis 750Wh, mit Range Extender oder Dual Akku auch gerne bis zu 1500Wh), das Alter des Akkus, das Gewicht des Fahrrads und auch die Qualität des Akkus und des Motors spielen eine Rolle.

Tipp: Kaufen Sie ein Modell, bei dem der Akku von oben oder seitlich in den Rahmen einge­setzt wird. Von unten einge­setzte Akkus können beim Entnehmen oder Einsetzen schnell mal herab­fallen.

E-Bike Display

Die Displays zeigen je nach Hersteller verschiedene Para­meter wie Geschwindig­keit, Restreich­weite, zurück­gelegte Strecke und Unterstüt­zungs­stufe an. Besonders hilf­reich ist eine präzise Anzeige des Akku­stands. Die Anzeige lässt sich per Touchs­creen auf dem Bild­schirm, mit Knöpfen am Display oder mit sogenannten Remote Control­lern bedienen - das sind kleine separate Schalter am Lenker, die per Daumen betätigt werden.

Weitere wichtige Aspekte beim E-Bike Kauf

  • Schaltung: Eine Kettenschaltung erfordert mehr Wartung und hat einen höheren Verschleiß. Allerdings ist sie günstiger und sie lässt sich feiner einstellen. Eine Nabenschaltung ist wartungs- und verschleißarm und einfacher zu bedienen. Allerdings ist sie teurer und schwerer.
  • Bremsen: Grund­sätzlich sind hydrau­lische Scheibenbremsen für die schnellen und schweren Pedelecs eine sichere Wahl.
  • Beleuchtung: Der Front­scheinwerfer sollte Wege hell, breit und gleich­mäßig ausleuchten. Eine gute Kenn­größe dafür ist eine Beleuchtungs­stärke von mindestens 50 Lux. Mehr Sicherheit bringen Tagfahr­licht und außerdem eine Standlicht­funk­tion vorn und hinten.
  • Ergonomie: Je besser das Rad ergonomisch passt, desto weniger elektrische Zusatzenergie ist erforderlich und desto weniger körperliche Beschwerden treten auf.
  • Gewicht beachten: Dank Motorunterstützung spielt das Gewicht des E-Rads beim Fahren keine Rolle, aber beim Aufsteigen, Schieben, Wenden oder Tragen in den Keller sowie beim Transport mit Bahn und Auto.

Optimal ist ein ebenerdiger Abstellplatz, denn 25 Kilogramm und mehr trägt niemand gerne regelmäßig Treppen hoch und runter.

Probefahrt

Wichtig ist eine Probefahrt, um festzustellen, ob das Rad passt und man mit der Bedienung zurechtkommt. Man sollte sich die Funktion ausführlich erklären lassen und sich genug Zeit nehmen, die Motorsteuerung auszuprobieren. Dabei gilt: Vorsicht! Machen Sie unbe­dingt eine Probefahrt. Wenn möglich, mit verschiedenen Modellen, Antriebs­systemen und auch Rahmenformen.

Wo soll ich mein E-Bike kaufen?

Grundsätzlich ist es zu empfehlen, Elektrofahrräder in Fachgeschäften zu kaufen. Die Technik ist beratungsintensiv. Und wenn die Elektronik mal nicht so funktioniert, wie sie sollte, ist es wichtig, Ansprechpartner:innen vor Ort zu haben. Vor allem dann nicht, wenn sie aus dem nächsten Baumarkt oder dem Discounter stammen.

Was kostet ein gutes E-Bike?

Hochwertige Elektrofahrräder kosten Geld. Für ein Modell, dass regelmäßig im Alltag und der Freizeit genutzt werden soll, empfiehlt der ADFC eine Investition von mindestens 2.000 Euro. Ordentliche und zuverlässige Qualität in den Bereichen Antrieb und Rahmen bekommst du eben erst im Bereich von 1.700 bis 2.000 Euro UVP aufwärts.

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