Die Kette ist ein wesentlicher Bestandteil deines E-Bikes, ohne die gar nichts geht. Was hilft dir also der stärkste E-Bike-Motor, wenn deine Kette verdreckt und vielleicht sogar rostig ist? Darum musst du deine E-Bike Kette reinigen, und das vor allem gründlich und regelmäßig - am besten nach ca. Pflegst du die Kette deines E-Bikes nicht regelmäßig, wirst du es schnell bereuen.
Das Radfahren wird dann nämlich immer mühevoller und im schlimmsten Fall musst du sogar deine E-Bike Kette wechseln. Mit unseren Tipps läuft dein E-Bike nun jedoch im Handumdrehen wieder wie geschmiert.
Warum ist die Kettenpflege so wichtig?
Die Kettenreinigung ist weniger eine Sache der Ästhetik als vielmehr eine der Wirtschaftlichkeit. Eine verschmutzte Kette ist wesentlich schwergängiger als eine saubere. Das heißt, man muss mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen.
Schmutz wirkt materialfressend: Verschleiß und Abrieb erhöhen sich nicht nur an der Kette selbst, sondern auch an den Ritzeln der Kettenblätter. Deswegen ist es sinnvoll, Zeit in die Reinigung der Kette zu investieren. Diesen kleinen Aufwand wird sie Dir mit deutlich längerer Laufzeit danken. Das spart den frühzeitigen Gang in die Werkstatt und natürlich auch Geld.
Wenn Du nicht gerade mit Riemenantrieb unterwegs bist, heißt es: Kette schmieren! Wir erklären Dir, wann und wie Du es am besten machst.
Matsch, Nässe und Kilometerleistung setzen Deiner Kette zu. Mit der richtigen Pflege erhöhst Du die Lebensdauer der Kette und sorgst für weniger Reibung bei der Fahrt.
Zwecke der Kettenschmierung:
- Sie reduziert Reibungswiderstände im Antrieb und hält so den Verschleiß gering.
- Sie sorgt für einen geschmeidigen Antrieb und leichtgängiges Schalten.
- Sie schützt vor Korrosion, da Öle und Fette bekanntermaßen wasserabweisend sind.
Reibung und Verschleiß hängen dabei eng miteinander zusammen. Bei Kettenverschleiß ist oft von „Längung“ die Rede. Tatsächlich heißt das aber nicht, dass die Kettenglieder selbst länger werden, wobei sich theoretisch auch der Stahl minimal streckt. Vor allem bekommen die Gelenke der Kette mit der Zeit Spiel, das sich zu einer sichtbaren Längung addiert.
Das geschieht durch Reibung bei Rotation der Gelenke, da sich die Nietstifte, Innen- und Außenlachen sowie die Röllchen gegeneinander bewegen. Du kannst den Kettenverschleiß messen, er macht sich aber auch durch abnehmende Schaltqualität bemerkbar.
Eine verschlissene Kette wird außerdem auch die Abnutzung von Kettenblättern und Ritzeln beschleunigen und im Extremfall nicht mehr zuverlässig darauf greifen. Gut geschmiert wird Deine Kette also länger halten. Darüber hinaus schützt die richtige Schmierung auch vor Korrosion durch Nässe.
Welchen Kettenschmierstoff soll ich verwenden?
Welcher Schmierstoff der beste für Dich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für eine staubige Langstrecken-Tour mit dem Gravelbike beispielsweise brauchst Du eine Mischung mit langer Schmierfähigkeit und geringer Schmutzanhaftung. Für eine Mountainbike-Runde an einem verregneten Tag hingegen sollte die Schmierung möglichst standfest sein und Wasser abweisen.
Kettenöle: Viele dieser Öle sind universelle Rezepturen, die als guter Kompromiss in allen Bedingungen funktionieren. Die meisten bestehen aus Mineralöl, synthetischem Öl, pflanzlichem Öl oder Paraffin. Dazu werden verschiedene Additive beigemischt, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen, zum Beispiel Silikon, PTFE oder andere Polymere und Keramik. Flüssige Schmierstoffe bekommst Du entweder in kleinen Kunststoffflaschen, die eine genaue Dosierung erlauben, oder als Kettenspray.
Wet Lube: Kettenöle für nasse Bedingungen sind zähflüssiger, um einen Schmierfilm zu bilden, der nicht so leicht von Spritzwasser ausgewaschen wird. Sie wirken wie eine Art Imprägnierung der Kette und schützen bestens vor Korrosion. Dieser zähere Schmierfilm ist aber nur bei Nässe von Vorteil, da trockener Dreck leichter daran haftet.
Dry Lube: Für trockene und staubige Bedingungen sind daher Trockenschmierstoffe die bessere Wahl. Sie sind deutlich dünnflüssiger. Nach etwas Einwirkzeit verfliegen die Lösungsmittel und es bleibt ein Schmierfilm zurück, an dem kaum Schmutz haftet. Wenn Du mit Dry Lube auf der Kette doch mal in den Regen gerätst, dann wird der Schmierfilm allerdings schneller ausgewaschen als bei den Wet Lubes. Trockenschmierstoffe gibt es auf Basis von Öl oder Paraffin (Wachs).
Kettenwachs: Wachs erzeugt einen trockenen Schmierfilm, den man anfassen kann, ohne fettige oder schmutzige Hände zu bekommen. Gewachste Ketten bleiben sauberer und können leicht ein Mehrfaches der Fahrleistung von geölten Ketten erreichen. Kettenwachse erfordern allerdings grundsätzlich, dass die Kette vor dem Auftragen komplett fettfrei ist.
Flüssigwachse (Drip-Wax): vereinen bereits die meisten Vorteile von Kettenwachs mit einer vereinfachten Anwendung: Kaltwachse sind als Wachs-in-Wasser-Emulsion bei Raumtemperatur flüssig, können also einfach auf eine Kette aufgetropft werden.
Heißwachs: generiert eine sehr trockene, langlebige Schmierung. Solche Produkte sind besonders haltbar und senken die Reibung extrem zuverlässig, erfordern aber auch den größten Aufwand bei der Anwendung.
Anleitung: So reinigst du deine E-Bike Kette
Kurz gefasst, besteht der Prozess aus zwei Schritten: Reinigen und Schmieren. Bevor Du beginnst, empfehlen wir, das Fahrrad an einen Ort zu bringen, an dem es nicht schlimm ist, wenn der Boden schmutzig wird. Alternativ kannst Du eine ölbeständige Unterlage unter dem Rad platzieren.
Willst Du Deine Kette lediglich ölen, wird sie zuerst gereinigt. Das ist wichtig, damit der neue Schmierstoff den Weg in die Kettenglieder auch finden kann, dadurch direkt auf dem Metall einen Schmierfilm bildet und sich nicht mit alten Verunreinigungen zu einer Art Schleifpaste verbindet.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kettenreinigung:
- Vorbereitung:
- Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
- Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
- Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden.
- Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
- Grobe Reinigung:
- Befreie die Kette deines E-Bikes zunächst von grobem Schmutz, wenn du das noch nicht getan hast. Hierfür kannst du eine Bürste verwenden, mit der du auch die Zwischenräume der Kettenglieder säubern kannst.
- Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
- Dasselbe gilt auch für die Ritzel und das Schaltwerk. Hier gegebenenfalls auch mit einem spitzen Gegenstand Ablagerungen entfernen. Vergiss nicht an beiden Seiten zu checken.
- Feinreinigung:
- Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden.
- Danach kannst du die Verunreinigungen mit einem sauberen Tuch abwischen. Wenn keine schwarzen Ölspuren mehr auf dem Tuch sind, ist deine Kette sauber.
- Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab.
- Trocknen:
- Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden. Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist.
Alternative Reinigungsmethoden:
- Abwischen mit einem Lappen: Die schnellste Methode ist das Abwischen der Kette mit einem Lappen. Drücke ihn fest um die Kette (am besten unterhalb der Kettenstrebe) und drehe die Kurbel rückwärts. Die Kette wird schnell sichtbar sauberer - und der Lappen schmutzig.
- Kettenreinigungsgeräte: Spezielle Kettenreinigungsgeräte erleichtern diesen Arbeitsschritt.
Was du vermeiden solltest:
- Hochdruckreiniger: Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann.
- Spülmittel: Zwar ist Spülmittel für viele eine beliebte Allzwecklösung beim Bikewashing, allerdings kann es bei der Wirksamkeit nicht mit speziellen Kettenreinigern oder Waschbenzin mithalten.
- Bremsenreiniger: Wir raten davon ab, Bremsenreiniger beim Putzen der Kette zu verwenden.
- Diesel oder Benzin: Generell kannst du eine Fahrradkette auch mit Benzin oder Diesel reinigen. Allerdings raten wir auch von dieser Methode ab, da beide Substanzen hoch entzündlich sind.
E-Bike-Kette ölen: So geht's richtig
Doch eine gute Reinigung ist nur die halbe Miete, zumindest wenn du ein E-Bike mit Kettenantrieb hast. Du solltest deine E-Bike Kette reinigen und ölen. Wenn diese also richtig sauber ist, darfst du mit Kettenöl ans Werk.
Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ölen der Kette:
- Auftragen des Kettenöls:
- Trage das Kettenöl dünn direkt auf die Kette auf. Drehe auch dazu wieder die Kurbel langsam rückwärts und gib das Öl oder Tropfwachs auf die Kettenröllchen und Übergänge der seitlichen Kettenlaschen. Lass Dir etwas Zeit, sodass wirklich jedes Kettenglied ein Tröpfchen abbekommt. Wenn Deine Kette ein Kettenschloss hat, kannst Du es als Anhaltspunkt nehmen, um zu sehen, dass Du eine komplette Runde gedreht hast.
- Einwirken lassen:
- Nachdem Du die Kette komplett geschmiert hast, ist es ratsam, sie mit der Kurbel noch ein paar Umdrehungen durch den Antrieb laufen zu lassen, damit der Schmierstoff durch die Rotation der Kettenröllchen noch besser eindringen kann. Nun solltest Du noch ein paar Minuten warten, bis die Schmierung eingezogen ist.
- Überschüssiges Öl entfernen:
- Schalte anschließend noch durch alle Gänge und wische überflüssiges Öl mit einem sauberen, trockenen Lappen ab.
- Nun solltest Du noch ein paar Minuten warten, bis die Schmierung eingezogen ist und kannst die Kette anschließend außen gründlich abwischen. So entfernst Du überschüssiges Öl, das außen an der Kette sonst nur Dreck sammeln würde. Beim Abwischen empfehlen wir, mit dem Lappen, ähnlich wie beim Säubern der Kette, richtig fest um die Kette zu greifen, während Du die Kurbel rückwärts drehst. So entfernst Du zuverlässig das überflüssige Öl. Die Kette darf hinterher ruhig trocken aussehen - der Schmierstoff ist nun da, wo er benötigt wird - im Inneren der Röllchen und zwischen den Laschen.
Danach sollte die Kette wieder wie neu aussehen.
Was du vermeiden solltest:
- Fett schmieren: Niemals deine Kette mit Fett schmieren. Das ist kontraproduktiv, da dadurch Schmutz wie mit einem Magneten angezogen wird und das ist das Letzte, was du willst.
- WD40 zum Schmieren: Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung.
- Pflanzenöl oder Auto-Sprays: Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
E-Bike mit Riemenantrieb: Die richtige Pflege
Hast du ein E-Bike mit Riemenantrieb?
- Reinige den Riemen zunächst mit einer Bürste und nutze eine Zahnbürste, um die Riemen-Zähne zu säubern. Befreie mit einem Schlitz-Schraubenzieher vorsichtig die Zwischenräume der Stege des Riemens von Schmutz.
- Für die Nassreinigung gibt es spezielle Reinigungsmittel, welche du bei einem Fachhändler in deiner Nähe erhältst. Halte dich bei der Anwendung des Reinigungsmittels einfach an die Produktanleitung.
- Löse danach mit einem feuchten Schwamm hartnäckigen Schmutz, die Riemenzähne kannst du wieder mit einer Zahnbürste reinigen.
- Wasche im Anschluss den Reinigungsschaum mit einem feuchten Schwamm ordentlich ab und spüle den Riemen bspw. vorsichtig mit dem Gartenschlauch oder einer Gießkanne ab. Achtung: Auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger nutzen, da sonst Wasser in die Lagerspalte des Antriebs gelangen könnte.
Achtung: Sollest du stolzer Besitzer eines E-Bikes mit Riemenantrieb sein, dann verzichte bitte unbedingt auf Kettenfette oder -öle. Ein Riemenantrieb kommt nämlich ohne Schmiermittel aus.
Wie oft sollte ich die Kette reinigen und ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger.
Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
Idealerweise wird die Kette nach jeder längeren Tour gereinigt und geschmiert, damit sie immer im Topzustand ist. Findest Du direkt nach der Tour nicht die Muße, ist der Abend vor der nächsten Ausfahrt auch ein guter Zeitpunkt für die Kettenpflege.
Wenn Du nur eine kurze Feierabendrunde in trockenen, aber nicht staubigen Bedingungen gefahren bist, reicht die Schmierung meist noch für die nächste Runde. Eine Sichtkontrolle und kurz an der Kette fühlen hilft für die Einschätzung.
Zudem ist es sinnvoll, hin und wieder auf die Geräusche der Kette zu hören. Läuft sie leise und geschmeidig über Kettenblatt und Ritzel, ist sie wahrscheinlich gut geschmiert. Wenn sie beginnt, leicht metallisch zu rasseln oder gar zu quietschen, ist sie überfällig.
Knirscht Deine Kette nach einer schlammigen Ausfahrt mit dem Mountainbike regelrecht, dann solltest Du ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Kettenöl und Dreck bilden eine Schleifpaste, die ins Ketteninnere wandert und dort den Verschleiß stark beschleunigt.
Am Ende hängt die Frage, ob Du für jede Ausfahrt neu schmieren solltest, stark von den folgenden Punkten ab:
- In welchen Bedingungen fährst Du?
- Welche Distanzen legst Du pro Tour zurück?
- Welchen Schmierstoff verwendest Du und wie sorgfältig trägst Du ihn auf?
Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, wie lange eine Schmierung bei Dir reicht. Für eine Tour über mehrere Tage sollte der Schmierstoff Deiner Wahl sowie ein Stück Lappen im Gepäck sein. So kannst Du auch unterwegs rechtzeitig nachschmieren.
Kosten für Kettenöl
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Ganze ist gar nicht so teuer! Ein gutes Basisöl kostet meist keine 10€ und du kannst einige Zeit damit arbeiten, bevor es leer geht. Selbst die Spezial-Öle sind oft nicht viel teurer und auch Kettenreiniger sind für kleines Geld zu haben.
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