E-Bike Kettenspannung richtig einstellen: Eine umfassende Anleitung

Für viele ist es ein Mysterium, doch die technische Grundlage für die richtige Einstellung deiner Schaltung ist eigentlich relativ simpel. Damit du das Thema komplett verstehen kannst, haben wir den Artikel in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil des Artikels erklären wir die grundlegende Funktion einer mechanischen Kettenschaltung. Als Nächstes gehen wir im zweiten Teil genauer auf die Einstellung des Schaltwerks ein und im dritten Teil ist der Umwerfer an der Reihe.

Inhalt:

  • Teil 1: Grundlegende Funktion
  • Teil 2: Schaltwerk Einstellen
  • Teil 3: Umwerfer Einstellen

Teil 1: Die grundlegende Funktion

Damit du weißt, was die einzelnen Einstellschrauben denn eigentlich bewirken, solltest du zuerst die Funktion einer Kettenschaltung verstehen. Dabei ist das Prinzip das gleiche, egal ob du am Umwerfer (vorne) oder dem Schaltwerk (hinten) arbeitest. An modernen Mountainbikes und vor allem an E-Bikes findet man allerdings kaum noch einen Umwerfer. Die Einführung von 11- und 12-Fach Kettenschaltung mit breitbandigen Kassetten hat den Umwerfer von den meisten Offroad-Bikes verbannt.

Die Indexierung

Entgegen der weitläufigen Meinung ist es nicht möglich, einzelne Gänge an einer Kettenschaltung einzustellen. Die Indexierung der individuellen Gänge ist vom Schalthebel vorgegeben und wird nur mit der Kassette abgeglichen. Das passiert über die Seilspannung. Die Seilspannung ist die Variable, die am häufigsten nachgestellt werden muss, denn das Schaltseil besteht aus einem Geflecht aus vielen einzelnen Lipsen.

Die Begrenzung

Sowohl das Schaltwerk, wie auch der Umwerfer, benötigen einen Startpunkt, damit der niedrigste Gang sauber läuft, sowie eine Beschränkung, damit die Kette nicht über den höchsten Schaltpunkt hinaus schaltet. Diese Begrenzungen bestimmst du mit dem H- und L-Anschlag.

Die Kettenumschlingung

Mit der Kettenumschlingung wird der Winkel festgelegt, den die Kette um die Kassette herum läuft. Bei einer größeren Umschlingung läuft die Kette weiter um die Kassette und schafft dadurch mehr Kontaktpunkte zwischen den Zähnen der Kassette und den Öffnungen in der Kette. Bei modernen 12-Fach Schaltungen ist die Umschlingung allerdings festgelegt und wird anhand einer Markierung oder mittels einer Einstelllehre bestimmt.

Einstellung der Schaltung

Wenn deine Fahrradschaltung nicht mehr richtig funktioniert, solltest du ein paar Dinge checken, bevor du mit eventuellen Nachstellarbeiten beginnst. Eine Kettenschaltung ist ein offenliegendes System und daher etwas empfindlicher gegen Verschmutzungen und Beschädigungen von Außen. Die folgenden Punkte sind besonders wichtig, bevor du loslegst:

  • Ist dein Schaltauge und dein Schaltwerk noch gerade? Gerade bei Mountainbikes ist ein verbogenes Schaltauge oder ein krummer Schaltwerkskäfig eine häufige Ursache für unpräzise Gangwechsel. Im groben Gelände kann es passieren, dass man mit dem Schaltwerk irgendwo hängen bleibt und es dadurch verbiegt. Untersuche also dein Schaltwerk auf eventuelle Kontaktspuren und sieh nach, ob dein Schaltwerk noch gerade unter der Kassette steht.
  • Wann wurde dein Schaltzug und deine Schalthülle das letzte Mal erneuert? Der Schaltzug läuft durch die Schalthülle und muss dabei so reibungsfrei wie möglich gleiten können. Mit der Zeit gelangen Schmutz und Ablagerungen zwischen die beiden Teile und können irgendwann für erhöhte Reibung sorgen. In diesem Fall kann der Schaltzug nicht mehr frei arbeiten und die Gangwechsel funktionieren nicht mehr zuverlässig. Sind die beiden Komponenten also schon relativ alt, schadet es nicht, diese für kleines Geld zu erneuern.
  • Sauberkeit: Eine Kettenschaltung muss auf zehntel Millimeter genau schalten können. Ist das Schaltwerk verschmiert und zugesetzt mit Dreck, ist das nicht mehr möglich. In diesem Fall solltest du deinen Antrieb am besten einmal mit einem starken Kettenreiniger säubern.
  • Verschleiß: Auch der Verschleiß deines Antriebs spielt eine Rolle. Die meisten Systeme funktionieren zwar selbst bei einem starken Verschleißbild noch gut, allerdings nimmt die Performance ab einem gewissen Punkt drastisch ab. Checke also den Verschleiß deiner Kette mithilfe einer Kettenlehre. Falls du keine hast, hilft dir dein nächster Bike-Shop unverbindlich weiter.

Teil 2: Schaltwerk einstellen

Mit dem Wissen aus dem ersten Teil dieses Artikels müssen wir jetzt nur noch die Reihenfolge der Einstellungen festlegen und du solltest deine Kettenschaltung problemlos einstellen können.

Schritt 1: Unteren H-Anschlag einstellen

Der untere Anschlag legt den Ausgangspunkt vom Schaltwerk fest. Der Anschlag ist mit “H” für Highspeed markiert, denn dieser legt die Position unter dem Ritzel mit der kleinsten Zähnezahl fest, also dem Gang für die höchste Geschwindigkeit. Schraubst du die Einstellschraube weiter rein (Drehrichtung mit dem Uhrzeigersinn), rückt das Schaltwerk weiter in die Mitte der Kassette. Drehst du die Schraube heraus (Drehrichtung gegen den Uhrzeigersinn), wandert das Schaltwerk weiter nach außen. Damit du den Anschlag korrekt einstellen kannst, solltest du am besten das Schaltseil lösen. Positioniere das Schaltwerk mithilfe des H-Anschlags so unter dem kleinsten Ritzel, dass die Kette sauber, geräuschlos und mittig läuft.

Schritt 2: Umschlingungswinkel einstellen

In diesem Schritt hängst du das Schaltseil wieder ein. Dazu drehst du die Vorspannung-Schraube für die Seilspannung, die sich bei SRAM am Schalthebel und bei Shimano am Schaltwerk befindet, komplett hinein und anschließend wieder fünf Rastpunkte heraus. Damit hast du genug Spielraum für spätere Nachstellarbeiten. Fixiere jetzt das Schaltseil wieder am Schaltwerk.

Der Umschlingungswinkel wird bei 12-Fach Antrieben von Shimano mit einer Markierung eingestellt, die sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs befindet. Dazu schaltest du auf das zweitgrößte Ritzel und gleichst die Spitzen der Zähne des größten Ritzels mit der Markierung ab.

Bei Sram Antrieben wird die Umschlingung mit einer Einstelllehre festgelegt. Diese legst du über das obere Schaltröllchen und gleichst die Markierungen wieder mit den Zähnen des größten Ritzels ab, allerdings musst du bei Sram Schaltungen dazu auf das größte Ritzel schalten.

Schritt 3: Seilspannung einstellen

Ist der H-Anschlag richtig eingestellt, solltest du jetzt schon eine gute Ausgangsposition für die korrekte Seilspannung haben.

Die Anpassung der Seilspannung funktioniert so: Drehst du die Vorspannungs-Schraube heraus, erhöhst du die Seilspannung und verschiebst so die Indexierung in Richtung des größten Ritzels und erzielst den gegenteiligen Effekt, wenn du die Einstellschraube hinein drehst.

Ob du die Spannung erhöhen oder nachlassen musst, erkennst du folgendermaßen: Funktioniert der Gangwechsel von einem kleineren auf ein größeres Ritzel gut, aber vom größeren auf das kleinere Ritzel hakt es etwas, musst du etwas Seilspannung nachlassen, also die Einstellschraube hineindrehen.

Hast du das gegenteilige Problem, also dass der Gangwechsel von einem kleineren Ritzel auf ein größeres nicht richtig klappt, musst du die Seilspannung etwas erhöhen. Dazu drehst du die Einstellschraube heraus.

Die Einstellschraube für die Seilspannung hat spürbare Rasterungen. Drehe die Schraube beim Einstellen maximal zwei oder drei Rastpunkte und versuche unbedingt auf einem der Rastpunkte zu landen und nicht dazwischen.

Schalte alle Gänge einzeln durch und stelle die Seilspannung so ein, dass der Gangwechsel überall gut klappt. Nur auf das größte Ritzel musst du in diesem Schritt noch nicht schalten. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl sollte dieser Schritt problemlos klappen.

Schritt 3: L-Anschlag einstellen

Der L-Anschlag legt den obersten Schaltpunkt fest und verhindert, dass die Kette über das letzte Ritzel in die Speichen springt. Entscheidend für die korrekte Einstellung ist, dass du leicht auf das letzte Ritzel schalten kannst, ohne dass du darüber hinaus schalten kannst. Läuft die Kette auf dem letzten Ritzel, solltest du den Schalthebel zum Hochschalten nicht mehr weiter drücken können.

Schaltet deine Kette nur schwer oder gar nicht auf das größte Ritzel, so musst du den L-Anschlag etwas herausdrehen und dem Schaltwerk so mehr Platz in Richtung Speichen geben. Hast du noch etwas Spiel im Schalthebel oder springt die Kette sogar über das letzt Ritzel, so musst du das Schaltwerk stärker begrenzen und den L-Anschlag weiter hineindrehen.

Teil 3: Umwerfer einstellen

Das Prinzip am Umwerfer ist das gleiche wie am Schaltwerk, allerdings gibt es nur zwei “Ritzel” oder im Fall der Kurbel, Kettenblätter genannt. Zu beachten ist hier allerdings, dass du die Anschläge und Seilspannung so einstellen musst, dass die Gangwechsel in diversen Kombinationen mit verschiedenen Gängen an der Kassette klappen.

Für Nachstellarbeiten sollte die Höhe und Drehung des Umwerfers zwar normalerweise keine Rolle spielen, allerdings kann es auch hier sein, dass der Umwerfer beim Transport des Bikes oder bei Abstellen zwischen anderen Bikes einen Treffer abbekommen hat. Stell deshalb vor Beginn der Einstellung sicher, dass der Umwerfer parallel zu den Kettenblättern steht, der Käfig des Umwerfers nicht verbogen ist und ca. 2-3 Millimeter über dem großen Kettenblatt sitzt, wenn du auf dieses geschalten hast.

Schritt 1: L-Anschlag einstellen

Auch am Umwerfer gibt es wieder einen L- und einen H-Anschlag und wie am Umwerfer, legt der L-Anschlag die Begrenzung für den “Low-Speed-Gang” fest und der H-Anschlag limitiert den “High-Speed-Gang”. Hier beginnst du ebenfalls mit dem L-Anschlag und löst zuerst das Schaltseil. Stelle den Anschlag so ein, dass die Kette schleiffrei am Umwerfer vorbei läuft, wenn du das Schaltwerk auf das größte Ritzel geschaltet hast.

Jetzt drehst du die Vorspannschraube für die Seilspannung, wie am Schaltwerk, wieder komplett hinein und anschließend fünf Rastpunkte heraus. Anschließend fixierst du das Schaltseil wieder am Umwerfer.

Schritt 2: Seilspannung einstellen

Für die richtige Einstellung der Seilspannung schaltest du zuerst das Schaltwerk in die Mitte der Kassette. Passe anschließend die Vorspannung des Schaltseils so an, dass die Kette problemlos von einem auf das andere Kettenblatt wechseln kann.

Schritt 3: H-Anschlag

Der H-Anschlag begrenzt wieder die höchste Position des Umwerfers. Dieser ist richtig eingestellt, wenn du die Kette auf das große Kettenblatt und das kleinste Ritzel der Kassette geschalten hast und die Kette knapp am Umwerfer vorbeiläuft ohne daran zu schleifen. Schleift die Kette noch am Umwerfer gibt es zwei mögliche Fehler. Als Erstes solltest du kontrollieren, ob du den H-Anschlag zu weit begrenzt hast. Ist der Anschlag weit genug geöffnet, so fehlt eventuell ein bisschen Seilspannung. Hast du den H-Anschlag zu wenig begrenzt, besteht wieder die Gefahr, dass du über das große Kettenblatt hinaus schalten kannst. Probiere also, ob du den Schalthebel noch weiter drücken kannst, wenn sich die Kette bereits auf dem großen Blatt befindet.

Hast du alle Schritte ordentlich durchgeführt, solltest du jetzt hoffentlich eine perfekt eingestellte Schaltung haben.

Zeit die Fahrradkette richtig zu spannen: Wenn die Kette am Rad beim Fahren abspringt, beim Schalten nicht sauber umspringt oder das Treten in die Pedale durch zu hohe Spannung erschwert ist, sorgt das Einstellen der Kettenspannung für Besserung.

Wann und Warum sollte ich meine Fahrradkette spannen?

Wenn du beim Anfahren oder bei höherer Belastung ein Knacken hörst, ist es Zeit, die Fahrradkette zu spannen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Kette während der Fahrt abspringt und das Hinterrad blockiert, sich die Kette verbiegt oder im schlimmsten Fall reißt. Spätestens wenn die Kette durchhängt oder bereits abgesprungen ist, sollte sie nachgespannt werden.

Auch wenn das Fahrrad mit einer schlaffen Kette auf den ersten Blick einwandfrei fährt, läuft der untere Teil der Kette nicht gleichmäßig in die Zähne des hinteren Zahnrades, was zu erhöhtem Verschleiß führt.

Welche Indikatoren sind wichtig und wann sollte ich meine Kette prüfen. Um Verschleiß zu vermeiden und die Fahrsicherheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Kettenspannung regelmäßig zu überprüfen. Der beste Zeitpunkt für eine Kettenkontrolle ist zwischen den Jahreszeiten, da sich das Material durch den Temperaturwechsel von der Ausdehnung ändert. Wird die Kette zum Beispiel warm dehnt diese sich aus und wird länger. Sofern die Kette bereits locker ist, kann es passieren das durch die Ausdehnung dann rausspringt. Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung sollte die Kettenspannung so eingestellt sein, dass sich die Kette bei mittlerem Fingerdruck um 1,5 bis 2 cm bewegt.

Material und Werkzeug

Mit den folgenden Hilfsmitteln und Fahrradwerkzeugen kannst du deine Kettenspannung richtig einzustellen:

  • Maulschlüssel in der Größe 15 mm oder größer
  • Schraubenzieher und kleiner Maulschlüssel in Größe 10 mm
  • Inbus- oder Sechskant-Schlüssel bei Fahrrädern mit Scheibenbremse
  • Montageständer

Die Montage ist leichter, wenn du das Rad in einen Montageständer einspannst. Das Hinterrad ist somit frei beweglich und die Anschraubpunkte befinden sich in einer angenehmen Montagehöhe. Solltest du keinen Montageständer haben, kannst du das Fahrrad auf den Kopf stellen.

Anleitung zur Kettenspannung bei Nabenschaltungen und Rücktrittbremse

Schalte in den ersten Gang, damit möglichst wenig Zug auf der Gangschaltung ist. Nachdem du das Fahrrad in den Montageständer eingespannt hast, kannst du das Hinterrad lösen und die Kette straffen. Ist allerdings eine Rücktrittbremse verbaut, löse den Bremshebel, damit dieser frei beweglich ist. Bei bestimmten Nabenschaltungen liegt die Gangschaltung genau auf der Mutter der Hinterachse. In diesen Fällen musst du diese Mutter erst freilegen, bevor du sie lösen kannst.

Mit den vier aufgelisteten Arbeitsschritten lässt sich deine Kette im Handumdrehen spannen.

  • Schritt 1: Abdeckung der Gangschaltung lösen
  • Schritt 2: Bremshebel der Rücktrittbremse am Hinterbau lösen
  • Schritt 3: Schrauben der Hinterachse lockern und am Hinterrad ziehen, um Kette zu spannen
  • Schritt 4: Hinterradschrauben festziehen und Bremshebel am Rahmen wieder festziehen

Ist eine Abdeckung über der Gangschaltung vorhanden, so solltest du und den Gangschaltzug entfernen. Sofern die Achsmuttern frei sind und die Gangschaltung sich nicht durch Verschieben der Hinterachse verstellt, muss du die Gangschaltung oder den Zug nicht lösen, da dieser direkt mit dem Rad verbunden ist und sich das Verhältnis der Gänge nicht verändert.

Ist das Fahrrad mit einer Rücktrittbremse ausgestattet, muss du auch die Verbindung zum Rahmen lockern, damit die Rücktrittbremse frei beweglich ist. Es genügt, die Schraube leicht aufzudrehen, ohne dass die Klemme sich ganz vom Rahmen löst.

Wenn alle mit der Achse verbundenen Teile gelöst sind, kannst du die Muttern auf beiden Seiten gleichmäßig lockern, bis sich das Laufrad an den Ausfallenden bewegen lässt. Am besten stehst du dabei hinter dem Rad und zieht so, dass die Kette sich straft und nicht mehr durchhängt.

Während du die Kette gespannt hältst, ziehe die Muttern wieder leicht mit der Hand an und richte dabei das Laufrad grade aus. Nimm hierbei den Abstand des Reifen zu den Kettenstreben als Referenz. Ist das Rad richtig ausgerichtet kannst du es probeweise drehen und dich vergewissern, dass es grade läuft. Ziehe anschließend Alles wieder mit dem Maulschlüssel fest. Wichtig ist, dass du die Schelle des Bremshebels nicht vergisst und diese ebenfalls gut anziehst.

Kette spannen bei Nabenschaltung und Scheibenbremsen

Wenn dein Fahrrad eine Nabenschaltung und Scheibenbremsen hat, kannst du die Kette auch spannen. Das sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, ist aber auch kein Hexenwerk, denn das Prinzip ist das gleiche.

  • Schritt 1: Anschraubpunkte prüfen - feststellen, welche die gesamte Einheit bewegen und lösen.
  • Schritt 2: Das Laufrad mit der kompletten Bremseinheit vorsichtig nach hinten ziehen und die Kette spannen.
  • Schritt 3: Laufrad ausrichten und Schrauben leicht anziehen.

Der Unterschied besteht darin, dass sich das Verhältnis von Bremssattel (am Rahmen) und Bremsscheibe (am Laufrad) verändert, wenn das Rad nicht gleichmäßig nach hinten bewegt wird. Aus diesem Grund ist der Bremssattel am gleichen Teil wie das Ausfallende oder die Achsaufhängung montiert. Diese befindet sich auf beiden Seiten der Ausfallenden. Löse nur die Schrauben, die die beiden Einheiten mit Bremssattel und Ausfallenden an Rahmen fixieren.

Stelle dich hinter das Fahrrad und drehe beide Spannungschrauben an den Ausfallenden mit dem 4er Inbusschlüssel. Beide Schrauben sollten mit den gleichen Umdrehungen angezogen werden, bis die Kette gespannt ist. Achte darauf, dass das gesamte Laufrad mit dem Rahmen und den Kettenstreben in einer Flucht ist.

Wenn das Laufrad nach bestem Gefühl ausgerichtet und die Kette gespannt ist, ziehe die Schrauben der jeweiligen Aufnahmeeinheiten an den Ausfallenden abwechselnd an, bis diese wieder fest sind. Vor dem vollständigen Anziehen der Schrauben sollte das Laufrad vorsichtig gedreht werden, um sicherzustellen, dass es nicht unrund läuft oder die Bremsscheibe an den Bremsklötzen oder am Bremssattel schleift.

Fahrradkette spannen mit Kettenspanner - wie funktioniert die Kettenspannung bei Fahrrädern mit Kettenschaltung?

Bei einer ganz normalen Kettenschaltung ist ein Federmechanismus im Schaltkäfig verbaut, welchen den Schaltarm immer nach hinten zieht. Somit wird die Kette immer auf Spannung gehalten unabhängig davon, wie groß bzw. klein das Ritzel oder Kettenblatt des eingelegten Ganges ist. Sollte deine Kette dennoch zu locker sein, wenn auf dem kleinsten Ritzel und dem kleinsten Kettenblatt liegt, muss die Kette gekürzt werden, sofern die grade neu montiert.

Anleitung zum richtigen Nachspannen der Fahrradkette

Grundsätzlich sollte eine Fahrradkette, um so wenig wie möglich Reibungswiderstand zu bieten, nicht nur richtig gespannt sein, sondern auch sauber und ausreichend mit Kettenöl geschmiert sein.

1. Kettenspannung prüfen

Ob und wie viel die Ketten durchhängt, lässt sich ganz einfach mit dem Finger prüfen: Von unten kann das Spiel der Kette leicht ermittelt werden. Hat sie reichlich Spiel, etwa mehr als ein Finger breit, muss nachgespannt werden.

2. Hinterradnabe lösen

Die Kettenspannung lässt sich mittels der Hinterradnabe justieren. Diese ist im Ausfallende des Rahmens fest verschraubt. Die Schrauben der bewährten Standard-Naben werden üblicherweise mit einem 15er Gabel- oder Ringschlüssel gelöst.

3. Fahrradkette spannen

Stütze deine Daumen an den Sattelstreben des Rahmens ab und ziehe an den beiden Achs-Muttern rechts wie links mit der Hand zu dir heran. Die Kette spannt sich. Ziehe nun die beiden Muttern mit den Fingern handfest an.

4. Hinterrad mittig ausrichten

Achte beim Spannen der Kette darauf, dass das Hinterrad mittig im Rahmen und zwischen den Bremsklötzen einer gegebenenfalls montieren Felgenbremse sitzt. Bei Scheibenbremsen musst du diesbezüglich nichts beachten.

5. Hinterrad verschrauben

Sitzt alles richtig, verschraube das Hinterrad mehr als handfest, aber erstmal nicht zu fest.

6. Rundlauf prüfen

Drehe die Kurbel, sodass sich die Kette in Bewegung setzt. An jedem Fahrradketten-Antriebsstrang gibt es einen Punkt, an dem die Kette ganz stramm zwischen Kettenblatt und Ritzel sitzt. Das hängt mit den unterschiedlichen Fertigungstoleranzen von Kettenblatt, Ritzel und Kette zusammen.

Diesen strammen Punkt musst du finden. Dazu tippst du mit dem Finger in kurzen Abstanden von unten an die Kette und kontrollierst abermals das Kettenspiel.

Die Kette ist eines der härtesten arbeitenden Bauteile an deiner E RIDE PRO

Besonders bei Offroad- und Endurofahrten ist sie extremen Belastungen ausgesetzt.

Warum ist die Kettenspannung überhaupt so wichtig?

Die Kette überträgt die gesamte Motorleistung auf das Hinterrad. Ist sie zu locker oder zu straff, kann das schwerwiegende Folgen haben:

  • Zu locker: Die Kette kann beim Einfedern abspringen, blockieren oder Schäden am Ritzel, Schwinge oder Kettenrad verursachen.
  • Zu straff: Die Lager der Schwinge, das Getriebeausgangslager oder die Kette selbst werden überlastet und verschleißen schneller.

Wie oft sollte man die Spannung kontrollieren?

  • Nach jeder Offroad-Session solltest du zumindest kurz einen Blick auf die Kette werfen. Grobe Verschmutzungen, viel Sand oder starke Beanspruchung (Sprünge, viel Dreck) können die Spannung schnell verändern.
  • Mindestens alle 300-500 km oder Nach jeder ausgiebigen Tour / Trainingssession Vor längeren Fahrten

Wie stellt man die Kettenspannung richtig ein?

  • Motorrad aufbocken (z. B. Montageständer).
  • Hinterachse leicht lösen.
  • Mit den Einstellschrauben die Kette beidseitig gleichmäßig nachspannen (oder lockern).
  • Auf parallelen Kettenlauf achten!
  • Nachmessen, ob das Spiel korrekt ist.
  • Alles wieder gut festziehen - fertig!

Schaltung einstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Werkstattbesuch lässt sich meist vermeiden.

Dass die Kette beim Fahrradfahren manchmal kurz knackt, ist normal. Doch wenn aus dem gelegentlichen Knacken ein dauerhaftes Rattern oder Schleifen wird, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.

Fahrrad am Montageständer fixieren

Am besten spannen Sie das Fahrrad dazu in einen Montageständer ein, sodass Kurbel und Räder sich frei bewegen können. Einfache Fahrrad-Montageständer für den gelegentlichen Gebrauch gibt es auch regelmäßig beim Discounter. Zur Not kann aber auch eine zweite Person helfen, die das Fahrrad bei Bedarf anhebt bzw.

Einstellen des unteren Anschlags

Hierfür schalten Sie zunächst in den kleinsten Gang (größtes Ritzel), vorne an der Kurbel schalten Sie (wenn vorhanden) auf das kleine Kettenblatt. Nun soll die obere Leitrolle exakt unter das große Ritzel des Hinterrads: Dafür drehen Sie diesmal die L-Schraube (L für low) mit dem Kreuzschlitzschraubendreher bzw. Inbusschlüssel.

Zugspannung erhöhen oder senken

Mit der Einstellschraube am Schalthebel lässt sich die Zugspannung der Schaltung erhöhen oder senken. Das ist nötig, wenn sich die Kette nur schwer in den jeweils höheren oder niedrigeren Gang schalten lässt. Auch hier reicht in der Regel wenig Drehung nach vorne (Spannung erhöhen) oder hinten (Spannung senken): Springt die Kette nur schwer vom kleineren auf das größere Ritzel, sollte die Spannung erhöht werden.

Überprüfung des Schaltauges

Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen. Für eine präzisere Diagnose empfiehlt sich die Verwendung einer Schaltauge-Kontrolllehre oder eines Richtwerkzeugs, mit dem die genaue Ausrichtung überprüft werden kann.

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