E-Bike Klapprad Test: Ratgeber für den Kauf

Immer mehr Fahrradfahrer wissen die Vorteile eines Elektro Klapprads zu schätzen. Und das ist kein Zufall. Ein Elektro Klapprad verbindet die Mobilität und Flexibilität eines normalen Klapprads mit dem Fahrkomfort eines E-Bikes. Dadurch eignet es sich perfekt für den Urlaub oder kleine Ausflüge.

Warum sind Elektro Klappräder so beliebt?

Durch den Klappmechanismus kann man die Räder extrem klein zusammenklappen und oft sind sie dann kaum größer als ein kleiner Hocker. Somit kann man sie ohne Probleme im Kofferraum, auf der Rückbank oder im Wohnmobil verstauen. Die Mitnahme in Bus und Bahn ist natürlich genauso leicht möglich. Der Elektroantrieb macht es möglich, dass man fast ohne Anstrengung 50 Kilometer und mehr fahren kann.

Dadurch ergeben sich natürlich ganz neue Möglichkeiten für einen Fahrradausflug. Doch nicht nur im Urlaub und auf Ausflügen macht ein Elektro Klapprad Sinn. Im Alltag ist es genauso nützlich. Wer es satt hat morgens auf dem Weg zur Arbeit im Stau zu stehen, der kann sich ganz einfach auf das Elektro Klapprad schwingen und jeden Stau aus dem Weg gehen.

Durch den Elektroantrieb muss man dann auch keine Angst haben, dass man verschwitzt am Arbeitsplatz ankommt. Genauso gut lässt sich das Rad natürlich auch für alltägliche Aufgaben wie Einkaufen oder sonstige Erledigungen benutzen.

Worauf muss man bei einem Elektro Klapprad achten?

Vor dem Kauf eines Elektro Klapprads ist es wichtig zu wissen worauf man achten sollte und was ein gutes Rad von einem schlechten unterscheidet. Deswegen haben wir hier eine kurze Auflistung von den Dingen, die sehr wichtig sind:

  • Hochwertiger Akku: Stammt der Akku von einer bekannten Firma? Sind Ersatz Akkus erhältlich, falls einer kaputt geht?
  • Reichweite des Akkus: Man sollte mindestens 30 - 35 km mit dem Akku fahren können.
  • Ladezeit: Niemand will tagelang warten bis der Akku aufgeladen ist. Akzeptable Ladezeit: Bis zu 5 Stunden.
  • Wieviele Geschwindigkeitsstufen gibt es und was ist die Höchstgeschwindigkeit? Mindestens 3 Abstufungen sollten es sein. Geschwindigkeit mind. 25 km/h.
  • Gibt es eine Anfahrhilfe und wie schwer ist es? 6 km/h Anfahrhilfe ist sehr sinnvoll und hilfreich. Sollte nicht zu schwer sein - maximal 25 kg.

Wie teuer sind Elektro Klappräder?

Diese Frage hängt natürlich von den eigenen Bedürfnissen ab. Die Preisspanne von Elektro Klapprädern ist sehr weit und reicht circa von 750 - 4000 €. Innerhalb dieser Spanne gibt es natürlich qualitative Unterschiede.

Wer allerdings kein Highend Produkt benötigt, der wird auch mit 800€ sehr gute und vergleichsweise günstige Modelle finden, wie zum Beispiel das NCM Lyon. Modelle wie diese sind normalerweise völlig ausreichend und bieten eine hervorragende Ausstattung, sowie einen hohen Fahrkomfort. Für Fahrradfahrer, welche mit ihrem Klapprad große Touren machen wollen, sollte es dann aber schon ein hochklassigeres Modell sein.

E-Klapprad-Test 2025: Hercules Rob Fold R5 im Test!

Hercules hat mit der Rob-Fold-Reihe ein ebenso spannendes wie auch simples E-Klapprad im Programm. Denn anders als sonst üblich wird das E-Bike einfach nur in der Mitte zusammengeklappt, der Lenker kann unangetastet stehen bleiben. Ob sich dieser konstruktive Minimalismus im Reigen der Klappräder mit Mittelmotor trotzdem durchsetzen kann?

Insgesamt sechs Varianten des Rob Fold zeigt die Traditions-Bikeschmiede Hercules auf seiner Webseite - wahlweise mit oder ohne Rücktritt-Bremse, erkennbar ist das über den Buchstaben R für Rücktritt, Modelle ohne heißen F. Während der Preis für das Einsteigermodell R7 mit 2899 Euro recht human ausfällt, schlägt unser getestetes Topmodell R5 mit satten 4199 Euro zu Buche. Ob sich das lohnt, zeigt der BikeX-Test!

Bosch-Kraftwerk mit großem Akku

Logisch: Für so viel Schotter bekommt man auch einen "dicken" Mittelmotor. Einmal mehr zieht ein Aggregat aus dem Ländle ins Tretlager ein, im R5 steckt der Performance-Line-Cruise-Motor mit satten 75 Newtonmetern Drehmoment. Das ist im Reigen der motorisierten Klapp-Klasse ein Spitzenwert, zudem wird er von einem 545-Wattstunden-Akku flankiert.

Auch wenn das für "normale" E-Bike-Verhältnisse beinahe mickrig klingt, ist das in der motorisierten Klapprad-Klasse aber mittlerweile ein respektabler Wert. Ansonsten ist unser Test-Rob-Fold antriebsseitig wiederum klassisch aus einem Mix aus Gates-Carbon-Riemen und Shimano-Nabenschaltung bestückt - eine bewährte, quasi wartungsfreie Lösung.

Easy zusammengeklappt - aber schwer

Der größte Clou des Rob Fold ist dessen Klapp-Mechanismus. Denn anders als üblich wird das E-Bike nur einmal vor dem Motor zusammengefaltet - das war es auch schon. Ein kleiner Federzug hält dann das Vorderrad am Rahmen. Eine pfiffige Idee, mit leichten Einschränkungen in der Fahrdynamik - dazu später mehr.

Den Lenker kann man, muss man für das Klapp-Konzept nicht einfahren, macht das dem Anwender dank gut lesbarer Zentimeterskala und werkzeugloser Verstellung einfach. Kurzum: so simpel wie das Hercules klappt quasi kein zweites Rad zusammen.

Wirklich klein wird es dadurch aber eben auch nicht: 80x32x107 cm sind nicht herausragend - aber kleiner als ein herkömmliches E-Bike ist es allemal. Wo es wirklich hakt, ist beim Gewicht: satte 26,8 Kilogramm wog das Testrad auf der Redaktionswaage - das ist einsame Spitze. Wie schon beim zuvor getesteten Cube Fold Hybrid muss man auch beim Hercules wissen, ob man so viel Rad mit sich herumschleppen will - und erst recht kann.

Sinnvolle, aber einfache Vollausstattung

Mit 4199 Euro ist das Rob Fold R5 zudem vergleichsweise teuer - ein Umstand, der sich kaum mit der Ausstattung erklären lässt. Klar: Die Anbauteile sind allesamt von bekannten Marken. Shimano liefert Nabenschaltung und Naben, Schwalbe die griffigen 20-Zoll-Gummis, Gates den Carbon-Riemen, Limotec eine federnde Sattelstütze, Tektro eine Hydraulikbremse.

Aber eben alles mit wenig "Bling"-Faktor, wie das funktionale, aber äußerst schlichte Intuvia-Monochrom-Display von Bosch unterstreicht. Etwas Farbe bringt hingegen die beliebte LED-Remote der Stuttgarter in die Ausstattung. Die restlichen Anbauteile, wie das Hercules-eigene Licht, funktionieren gut, sind aber nichts Besonderes. Eine Glaubensfrage ist dabei der Rücktritt, was als Option immerhin nichts extra kostet.

Im Alltag gefahren: Hercules Rob Fold R5

Bleibt der Fahr- und Alltagstest - und hier weiß das Rob Fold voll zu überzeugen. Einmal mehr ist der super verarbeitete Alu-Rahmen eine Bank und selbst unter widrigsten Bedingungen stabil wie ein Stahlträger. Wer hier meint, Verwindungen wahrnehmen zu können, spürt wohl auch die Rotation der Erdkugel.

Die Sitzposition lässt sich breit einstellen - sowohl kleine 1,60 als auch große 1,80 Piloten fühlten sich auf Anhieb wohl. Insgesamt sitzt man eher hoch auf dem Rad. Gewöhnungsbedürftig ist bei wendigen Passagen der Federzug vom Unterrohr zum Lenker, was die Lenkung eher straff wirken lässt.

Über den Bosch-Antrieb muss man hingegen keine markigen Worte mehr suchen - auch als leicht abgespecktes 75-Nm-Aggregat ist der "Cruise"-Motor eine Bank. Womit man sich wirklich auseinandersetzen muss, ist mit dem Rücktritt. Die Tester empfanden es als allesamt gewöhnungsbedürftig, schränkt es beim Pedalieren doch ungemein ein.

Die Tektro-Stopper gehen dagegen sehr sanft zu Werke, was Novizen freuen dürfte, sportliche Fahrer aber bemängeln könnten. Löblich ist wiederum die Zuladung: gut 108 Kilo sind für die Klasse respektabel, 25 Kilo darf wie gehabt auf den stabilen Heckträger. Ansonsten ist das Rob Fold im besten Sinne unauffällig: Das Frontlicht geht in Ordnung, das Rücklicht ist aber klar besser. Einmal mehr wurden wir Fan vom stabilen, doppelfüßigen Hauptständer.

Test-Fazit: Hercules Rob Fold R5

Das Rob Fold R5 lässt uns zwiegespalten zurück: Sowohl in puncto Verarbeitung als auch in Sachen der reinen Fahrdynamik ist das Rad aus Niedersachsen gut gelungen. Der Alu-Rahmen ist superstabil, der Bosch-Antrieb wie immer eine Wucht, der Akku in der Klasse ausdauernd. Ähnliches gilt für die alltagstaugliche Ausstattung, wobei Rücktritt eine Glaubensfrage ist. Der Klapp-Mechanismus, der zwar super easy in der Handhabung ist, macht das Rob Fold aber nicht preisverdächtig klein.

Wo es in unseren Augen wirklich hapert, ist beim Gewicht: 26,8 Kilo sind auch für normale E-Bikes ein Wort und schränkt den Nutzen entsprechend ein. Auch der Preis ist vergleichsweise hoch, da die Anbauteile zwar funktional gesehen gut, für den Preis jedoch wenig hochwertig sind.

Vor- und Nachteile des Hercules Rob Fold R5

Das gefällt:
  • Super Motor, für die Klasse großer Akku
  • sehr gut verarbeitet
  • einfach, aber gut ausgestattet
  • top Fahrleistungen
  • sehr einfaches Klapp-Konzept
Das weniger:
  • dafür aber nicht ganz so klein zu machen
  • vergleichsweise schwer
  • vergleichsweise teuer

E-Bike Klappräder im Test: Eine Übersicht

Hier ist eine tabellarische Übersicht einiger getesteter E-Bike Klappräder mit ihren jeweiligen Bewertungen und Eigenschaften:

Modell Bewertung (von 10) Besondere Merkmale
Tern Vektron S10 9.2 Hochwertige Komponenten von Bosch
Fiido X 9.1 Innovatives Magnesium-Faltrad mit App-Steuerung
MYVELO Palma 8.9 Elektro-Fatbike-Klapprad
Vakole VT4 8.9 Große Ausstattung, viel Komfort, für große Personen
MYVELO Molinar 8.8 Klapprad für Wald und Berge
Vakole Y20 Pro 8.7 Hohe Reichweite (83 km)
smartEC Camp20 8.6 Empfehlung der Mittelklasse
Engwe L20 SE 8.4 Entspannt mit großer Ausstattung und viel Komfort
Hitway BK6S 8.3 Preistipp, Kompromiss zwischen Faltrad und Fatbike
SAXONETTE Compact 8.3 Leichtes Elektro-Klapprad mit Rücktrittbremse

Weitere getestete E-Bike Klappräder

Neben den bereits erwähnten Modellen wurden auch folgende E-Bike Klappräder getestet:

  • Fischer FR 18 (Bewertung: 8.3 von 10)
  • Zündapp Z101 (Bewertung: 7.9 von 10)
  • Engwe T14 (Bewertung: 7.4 von 10)
  • Finbike U1 (Bewertung: 6.9 von 10)

Checkliste für den Kauf eines E-Bike Klapprads

Ein gutes E-Klapprad sollte eine ausreichend hohe Akku-Laufzeit bieten und über einen leistungsstarken Motor und zuverlässige Bremsen verfügen. Wesentliche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Leistung sowie bei der Position des Motors: Mittelmotor, Nabenmotor am Vorderrad oder Nabenmotor am Hinterrad. Für die Kaufentscheidung sind Auswahlkriterien wie Eignung (für Damen oder Herren), Radgröße, Elektromotor-Typ, Schaltsystem, Bremsen, Ausstattung und Unterstützung relevant.

Mitnahme im öffentlichen Nahverkehr

Besitzer:innen eines Falt- und Klapp e-Bikes dürfen sich freuen, denn die Mitnahme ist auch im Rahmen des 49-Euro-Tickets kostenlos. Die Nutzung von Falt- und Klapprädern bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Falt- bzw. Klappräder lassen sich mit wenigen Handgriffen aus- und zusammenklappen. Außerdem sind sie leicht verstaubar und du kannst sie durch ihr geringes Gewicht problemlos in Bahn und Bus mitnehmen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0