Sie interessieren sich für ein Lastenfahrrad, wissen aber nicht, welches am besten zu Ihnen passen würde? Lastenräder gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen.
Lastenrad-Vergleich: Die Modelle im Test
In unserem Lastenrad-Vergleich sind die verschiedenen Lastenradtypen Long John, Dreirad und Long Tail gegeneinander angetreten. Unsere Testmodelle Babboe City, Babboe Curve, Nihola 4.0 und Yuba Mundo LUX umfassen zweirädrige und dreirädrige Transportfahrräder sowie Cargo Modelle mit und ohne Kasten. Interessiert haben uns insbesondere die Fahrweise, die Steuerung sowie die Erweiterbarkeit durch Zubehör. Um die Alltagstauglichkeit zu testen, haben wir unseren Firmeneinkauf mit den verschiedenen Lastenrädern erledigt.
Hier eine Übersicht der getesteten Modelle und ihrer Eigenschaften:
- Babboe City: Ein schmales, zweirädriges Lastenrad mit einer Länge von 255 cm, einer Breite von 65 cm und einer Höhe von 110 cm. Das Gewicht des Lastenrades ohne Fahrer und Gepäck beträgt 60 kg.
- Babboe Curve: Ein dreirädriges Lastenrad mit einer Länge von 217 cm, einer Breite von 88 cm und einer Höhe von 110 cm. Das Gewicht des Lastenrades ohne Fahrer und Gepäck beträgt 65 kg.
- Nihola 4.0: Ein dreirädriges Lastenrad mit einer Länge von 230 cm, einer Breite von 89 cm und einer Höhe von 110 cm. Das Gewicht des Lastenrades ohne Fahrer und Gepäck beträgt 37 kg.
- Yuba Mundo LUX: Ein zweirädriges Lastenrad mit einer Länge von 210 cm, einer Breite von 71 cm und einer Höhe von 116 cm. Das Gewicht des Lastenrades ohne Fahrer und Gepäck beträgt 20 kg.
Im Vergleich zeigt sich, dass das Yuba Mundo LUX das kompakteste Transportrad ist. Es ist kaum länger als ein Fahrrad und wiegt mit seinen unschlagbaren 20 kg viel wenig als die restlichen Lastenräder.
Abmessungen und Alltagstauglichkeit
Was beim Kauf eines Lastenrades neben Länge und Gewicht auch beachtet werden muss, ist die Breite. Möchten Sie es zum Beispiel im Fahrradkeller unterbringen, sollten Sie vorher die Breite der Türen messen, durch die das Transportrad hindurch muss. Je nach Alter und Art der Tür sind Breiten zwischen 65 und 100 cm möglich. Weitere Sonderkonstruktionen können davon abweichen. Die durchschnittliche Breite einer Tür beträgt ca. 88,5 cm. Mit einer Breite von 65 cm passt das Babboe City durch alle Standardtüren und kann somit problemlos im Fahrradkeller oder im Garten abgestellt werden. Auch das Yuba Mundo LUX werden Sie durch die gängigsten Türen schieben können. Aufpassen sollten Sie hingegen bei den Dreirädern Babboe Curve und Nihola 4.0.
Transportmöglichkeiten und Zuladung
Je nachdem für welchen Einsatzzweck das Transportrad angeschafft wurde, eignen sich eher Modelle mit Kasten, abschließbarer Box oder Ladefläche. In unserem Vergleich konzentrieren wir uns vor allem auf Lastenräder, die auch für den Kindertransport geeignet sind, das heißt Cargo Modelle mit Kasten oder verlängertem Gepäckträger. Das Yuba Mundo LUX punktet mit einer überdurchschnittlich hohen Zuladung von 200 kg. Auf dem extra langen Gepäckträger lassen sich zwei Kindersitze montieren oder Sitzkissen anbringen. Sollten Ihnen die großen Go-Getter Taschen mit 80 L Fassungsvermögen für Ihren Großeinkauf nicht reichen, können Sie auch eine Box auf dem Gepäckträger montieren und dadurch mehr Stauraum schaffen. Im Vergleich dazu haben das Babboe Curve und das Nihola 4.0 einen besonders großen Kasten und dementsprechend ein hohes Fassungsvermögen.
Grundsätzlich können Sie zunächst nach Augenmaß gehen. Denn natürlich passt in einen extra großen Kasten auch viel mehr rein als in einen kleinen. Doch wenn Ihnen eine kompakte Größe des Lastenrades wichtig ist, sollten Sie auf die Details achten! Zum Beispiel bieten einige Modelle eine Klappfunktion der Sitzbank an, sodass Sie auch in einem kleinen Kasten viel mehr Einkäufe verstauen können als zunächst gedacht. Bei anderen Lastenrädern können Sie die Bank auch komplett herausnehmen.
Wichtig ist es auch vorab zu überlegen, ob Sie Ihre Kinder immer zum Einkaufen mitnehmen möchten. Durch Passagiere verringert sich natürlich der Platz, der für Tüten zur Verfügung stünde. Ein weiteres Kriterium ist auch die Art der Gegenstände, die Sie gerne mit dem Lastenrad transportieren möchten. Kartons und Kisten befördern Sie am einfachsten auf einer Ladefläche und Einkäufe am besten in einem Kasten oder in großen Gepäckträgertaschen. Sperrige Gegenstände, wie zum Beispiel Kajaks, Kinderräder oder Buggys lassen sich am sichersten transportieren, wenn sie mit Spanngurten am Lastenrad fixiert werden können.
Zweirad oder Dreirad? Vor- und Nachteile
Bei der Suche nach einem passenden Lastenrad stoßen Sie unausweichlich auf die Frage: Zweirad oder Dreirad? Eine richtige Antwort gibt es darauf nicht, denn beide Transporträder haben ihre Vorteile. Welches Lastenrad für Sie am besten geeignet ist, hängt zum einen stark von dem Einsatzzweck und Ihrer Fahrweise ab. Zum anderen sollten Sie bedenken was und wie viel Sie damit transportieren möchten. Nur Ihre Einkäufe oder auch ein, zwei, drei oder vier Kinder? Zum Schluss entscheiden häufig auch die Abmessungen des Lastenrades über die Wahl des Modells.
Am besten ist es, Sie testen persönlich vorab das Fahrverhalten von ein- und zweispurigen Lastenrädern auf einer Probefahrt. Ein Zweirad ist schmaler gebaut und kann durch enge Straßen oder im dichten Verkehr besser manövriert werden. Ein Dreirad bietet Ihnen mehr Stabilität. Durch die drei Reifen steht es von alleine, sodass Sie an roten Ampeln oder beim Losfahren das Gewicht des Lastenrades und Ihrer Passagiere nicht selber ausbalancieren müssen.
Vergleich: Lenkungsarten
Nicht nur die Geometrie des Lastenrades, sondern auch das Lenksystem tragen zu dem besonderen Fahrgefühl eines Transportrades bei. Dreiräder, Long Johns und Backpacker haben jeweils unterschiedliche Lenkungsarten. Welche die Bessere ist, lässt sich pauschal nicht sagen, da dies von Ihrer individuellen Fahrweise und Fahrerfahrung abgängig ist. Hier kann eine Probefahrt Abhilfe schaffen.
- Backpacker wie das Yuba Mundo LUX lenken und fahren sich grundsätzlich wie ein normales Fahrrad.
- Bei dreirädrigen Lastenrädern wie dem Babboe Curve lenken Sie mit der gesamten Front. Das bedeutet, dass beim Kurvenfahren der Lenker, die Vorderräder und auch der Kasten bewegt werden.
- Bei Lastenräder wie dem Nihola 4.0 bewegen Sie beim Abbiegen nur den Lenker und die Vorderräder. Der Kasten bleibt gerade ausgerichtet.
- Long Johns wie das Babboe City lassen sich ähnlich fahren wie ein normales Fahrrad. Beim Lenken bewegen Sie nur den Lenker und das Vorderrad. Da dieses aber bei solchen Transporträdern viel weiter vom Lenker entfernt ist als bei konventionellen Fahrrädern, benötigen Sie ein paar Testfahrten, um ein Gefühl für das richtige Timing beim Kurvenfahren zu bekommen.
Wendekreis
Der Wendekreis eines Lastenrades gibt an, wie viel Platz Sie ohne Abzusteigen für einen U-Turn brauchen. Dabei gilt: Je kleiner der Radius, desto engere Kurven können Sie fahren und desto wendiger ist Ihr Lastenrad. Der Wendekreis wird durch zwei Faktoren bestimmt: die Abmessungen des Transportrades und die Lenkungsart. Nachfolgend sind wir mit dem Yuba, Babboe und Nihola Lastenrad den Wendekreis abgefahren und haben den Radius miteinander verglichen.
- Da das Yuba Mundo LUX im Prinzip wie ein konventionelles Fahrrad funktioniert, hat es auch denselben Wendekreis. Sie werden weder beim Abbiegen noch beim U-Turn den Unterschied zu einem vollbeladenen normalen Fahrrad merken.
- Das Babboe Curve hat von den Transporträdern mit Kasten den kleinsten Wendekreis. Das liegt zum einen an seiner geringeren Länge und zum anderen an der Drehschemellenkung. Da sich beim Lenken die ganze Front mitbewegt, werden die Vorderräder nicht durch den Kasten in ihrem Drehwinkel behindert und können sich dadurch weiter in die Kurve drehen.
- Im Gegensatz dazu ist das Babboe City durch die Gestängelenkung stärker im Drehwinkel limitiert. Zusätzlich hat es eine Länge von 2,55 m, die entsprechend mehr Platz zum Abbiegen benötigt.
Tipp: Hat Ihr Lastenrad einen hohen Wendekreis? Dann üben Sie das Abbiegen und Wenden auf einem verkehrsfreien Platz.
Kindertransport im Lastenrad
Was wäre ein Lastenrad ohne die Möglichkeit Ihre Kinder mitzunehmen? Zum Glück bieten die meisten Modelle genug Platz, um mindestens zwei Kinder bequem unterzubringen. Je nach Marke und Lastenrad können Sie aber auch bis zu vier Kinder transportieren. Für jede Altersklasse gibt es das passende Zubehör. Manche Transporträder bieten sogar die Möglichkeit Babyschalenhalterungen zu montieren.
- Das Yuba Mundo LUX Lastenrad bietet auf seinem extra langen Gepäckträger die Möglichkeit zwei Kleinkinder in zwei Kindersitzen oder bis zu drei Kinder auf Sitzpolstern zu transportieren. Es können Kinder ab einem Alter von einem Jahr auf dem Yuba mitfahren. Die Marke Yuba hat ein beeindruckendes Angebot an Zubehör für den Kindertransport. Für jedes Alter Ihres Kindes ist etwas dabei. So können Sie das Yuba Lastenrad mit den Jahren dem Alter Ihres Kindes anpassen.
- Im Babboe Curve finden bis zu vier Kinder auf den zwei Sitzbänken Platz. Mit einer Babyschalenhalterung können auch Babys mit dem Transportrad mitgenommen werden. Das Babboe Sortiment bietet Ihnen alles, was Sie für eine bequeme Fahrt bei jedem Wetter benötigen.
- Das Nihola 4.0 bietet mit seiner integrierten Bank Platz für zwei Kinder. Mit einer Zusatzbank können Sie die Sitzplätze auf vier erweitern. Ein extra Gurt für Kinderautositze und Babytaschen ermöglicht Ihnen die Mitnahme von Babys.
- Das Babboe City Lastenrad bietet Platz für bis zu zwei Kinder. Mit einer Babyschalenhalterung können auch Babys mit dem Transportrad mitgenommen werden. Das Babboe Sortiment bietet Ihnen alles, was Sie für eine bequeme Fahrt bei jedem Wetter benötigen.
Fragen zur Mitnahme von Kindern in Transporträdern sind besonders relevant, wenn Familien Lastenräder vergleichen. Ab wie viel Jahren dürfen Kinder im Lastenrad mitfahren? Welches Zubehör speziell für den Kindertransport im Lastenrad gibt es zu kaufen?
Fazit
Das Yuba Mundo LUX ist nicht nur in unserem Vergleich, sondern auch ganz generell das kompakteste Lastenrad und hat gleichzeitig aber die höchste Zuladung. Zudem wiegt es mit seinen 20 kg viel weniger als ein durchschnittliches Transportrad. Das Yuba Mundo LUX ähnelt in der Fahrweise eher einem normalen Fahrrad als einem Lastenrad. Es ist daher keine Eingewöhnungsphase erforderlich. Aufgrund der bekannten Lenkungsweise sind Hindernisse, scharfe Kurven und Unebenheiten auf der Straße von Anfang an kein Problem. Zudem hat es im Vergleich zu den anderen Transporträdern den kleinsten Wendekreis. Das Fahrradfahren mit dem Yuba wird dadurch trotz Beladung wendiger und sportlicher.
Klarer Favorit in diesem Vergleich in Sachen Kindertransport und Zubehör ist das Nihola 4.0. Wer mehrere Kinder und auch Babys mit dem Fahrrad transportieren möchte, der sollte dieses Lastenrad in Betracht ziehen. Vor allem punktet das Transportrad durch die große Grundausstattung. Gleich von Anfang an hast du alles Nötige dabei, um deine erste Ausfahrt zu beginnen.
E-Lastenräder: Die umweltfreundliche Alternative
Die Vorteile eines E-Lastenfahrrads liegen auf der Hand: Kind(er), Einkäufe und Waren, ja sogar Hunde, können damit emissionsfrei von A nach B transportiert werden. Dabei ist man schneller, verschwendet keine Zeit mit lästiger Parkplatzsuche und tut dabei noch was für die Gesundheit. Doch wie alltagstauglich sind E-Cargobikes? Ganz egal, ob das Kind vor der Arbeit schnell zum Hort gebracht oder fürs Wochenende der Kühlschrank gefüllt werden muss - im Alltag lassen sich viele Aufgaben und Wege mit dem Lastenrad erledigen.
Dank ausreichendem Platzangebot und elektrischer Unterstützung beim Treten sind die Cargobikes sogar eine Alternative zum Zweitwagen. Doch in der Praxis werfen die Lastenräder einige neue Probleme auf. Wie stabil stehen sie zum Beispiel beim Beladen? Wie praktisch sind größere Einkäufe darin unterzubringen? Und vor allem: Wie sicher sind Kinder bei einer Fahrt im E-Lastenbike?
ADAC Test: E-Lastenräder im Vergleich
Im Sommer 2022 waren sechs einspurige "Long Johns" mit verlängertem Radstand und der Ladefläche zwischen Lenker und Vorderrad im Test. Bereits 2021 hat der Club fünf Trikes mit einer vorn angebrachten Ladebox getestet. Da sich beide Lastfahrrad-Arten von der Bauweise grundsätzlich unterscheiden und jede ihre eigene "Fangruppe" hat, werden die Testergebnisse hier getrennt vorgestellt.
Das ADAC Urteil: Von den sechs Rädern im Test schnitten zwei "gut" ab, drei "befriedigend" und eines fiel mit "mangelhaft" durch.
Hier eine Tabelle mit den Ergebnissen des ADAC Tests (auszugsweise):
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Fahren | Sicherheit und Verarbeitung |
|---|---|---|---|---|
| Muli e-muli "st" | 5180 | 2,1 | 1,9 | 2,0 |
| Urban Arrow Family | 6690 | 2,4 | 2,5 | 2,3 |
| Prophete CARGO Plus E-Bike | 4100 | 2,6 | 2,8 | 2,2 |
| Babboe City-E | 3249 | 3,1 | 2,8 | 3,5 |
Das Lastenrad e-Muli überzeugte vor allem durch sein Fahrverhalten, das aufgrund der kurzen Gesamtlänge am ehesten mit dem eines normalen Fahrrads zu vergleichen ist. Zudem hat das e-Muli den geringsten Wendekreis.
Wichtige Tipps für den Kauf eines E-Lastenrades
Reichweite büßen E-Lastenräder generell aufgrund ihres höheren Gewichts ein. Umso wichtiger sind daher die Ladezeiten.
Ob man sich für ein einspuriges oder ein dreirädriges E-Lastenrad entscheidet, hängt auch vom primären Einsatzzweck des Lastenbikes ab. Schließlich unterscheiden sich beide Typen im Fahrverhalten deutlich von üblichen Fahrrädern und die Anschaffungskosten sind mitunter hoch. Zusätzlich treibt die Kosten nach oben, dass sogar bei Preisen von 5000 Euro immer noch Zubehör extra angeboten wird, das etwa für den sicheren Transport von Kindern benötigt wird. Daher sollte vor dem Kauf eines E-Lastenrades gut überlegt werden, wie es später im Alltag genutzt wird.
Sicherheitshinweise für den Kindertransport
Alle getesteten E-Lastenbikes sind zum Transport von Kindern geeignet, doch grundsätzlich gilt: Kinder sollten bei Fahrten im Lastenrad einen Helm tragen. Bei einem Unfall oder Sturz sind Kinder beim Erstaufprall aufgrund der Transportbox gut geschützt, wie Crashversuche des ADAC gezeigt haben. Doch wenn das Rad umfällt, kann der Kopf des Kindes auf den harten Untergrund stoßen.
- Beratung einholen und auch die Kinder mit in das Fachgeschäft nehmen, um die Transportmöglichkeit von Kindern auszutesten.
- Probefahren ist Grundvoraussetzung - das Fahrverhalten fordert ein vorsichtiges Herantasten. Wenn möglich auch mit Beladung (Gütertransport) ausprobieren. Besonders beim Kurvenfahren oder auch beim Abstellen.
Grundsätzlich sollte ein Kind ab einem Alter von neun Monaten stabil allein aufrecht sitzen können, um mit dem Lastenfahrrad befördert zu werden. Mit einem Dreipunktgurt angeschnallt, bestenfalls noch zusätzlich mit einem Beckengurt gesichert, müssen Kinder fest mit dem Lastenfahrrad verbunden sein. Dies schützt im Falle einer Kollision, verhindert aber auch ein Aufstehen während der Fahrt.
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