E-Bike Laufrad hinten: Unterschiede und Vorteile

Lange Zeit galten 26-Zoll-Laufräder als Standard für E-Mountainbikes, mit denen abenteuerliche Touren bestritten wurden. Die Vorliebe für 26″ Räder entstand jedoch eher aus einer Not heraus, waren diese schließlich Überbleibsel aus einer Zeit, in der Technik und auch Design für verschiedene E-Bike Typen noch nicht gänzlich ausgereift waren.

Inzwischen gibt es eine fast unüberschaubare Vielzahl an Laufrädern: Tubeless oder mit Schlauch, spezielle City Reifen oder konträr dazu E-Mountainbike Reifen, unterschiedliche Profile und vieles mehr. Verschiedene Laufradgrößen sind bis heute ein Thema, über das sich bis heute streiten lässt. Daher wollen wir für euch der Frage auf den Grund gehen, welche Reifengröße zu welchem Fahrtypen passt.

Laufradgrößen und ihre Bedeutung

Aktuell gibt es drei Laufrad-Konfigurationen auf dem Markt, die für E-MTB-Nutzer relevant sind. Die klassischen 26”-Laufräder sind mittlerweile verschwunden, abgelöst von 27,5”. Zu Beginn wurden die meisten E-MTBs mit 27,5”-Laufrädern angeboten, da diese bei korrektem Aufbau und mit identischen Speichen und Felgen stabiler sind als ihre 29er-Pendants. Mittlerweile gibt es jedoch auch jede Menge 29”-E-MTBs, die von den Vorteilen der größeren Laufräder, wie etwa dem geschmeidigeren Abrollverhalten, profitieren.

Einige Hersteller, wie Canyon, FANTIC, MERIDA und andere, nutzen gemischte Laufradgrößen, auch Moto genannt, mit einem 29″-Laufrad an der Front für stabileres Lenkverhalten und verbesserte Überrolleigenschaften. Das 27,5”-Hinterrad hingegen ermöglicht kürzere Kettenstreben und macht das Bike wendiger und das Handling verspielter.

Die Realität der Laufradgrößen

Wenn ihr eure 27,5”- bzw. 29”-Felgen nachmesst, werdet ihr feststellen, dass deren Abmessungen nicht 27,5” bzw. 29” entsprechen - nicht einmal annähernd. Dieses Verwirrspiel geht zurück auf 26”-Laufräder, denn diese 26” bezogen sich genau genommen auf die ungefähre Größe des Laufrads mit einem installierten 2”-Reifen, und nicht auf das Maß der Felge. Seit dem Aufkommen moderner 29er fährt kaum noch jemand 2” breite Reifen, also wurde ein größerer 2,25”-Reifen für die Größenbestimmung verwendet.

Wenn ihr also den tatsächlichen Durchmesser eurer Laufräder von Felgenbett zu Felgenbett messt, ausgehend von den offiziellen ETRTO-Abmessungen (European Tyre and Rim Technical Organisation), die den Innendurchmesser der Reifenwulst festlegen, dann werdet ihr herausfinden, dass 27,5”-Felgen und 29”-Felgen Abmessungen von 584 mm (23”) bzw. 622 mm (24,5”) besitzen. Der tatsächliche äußere Durchmesser eures Rads hängt also vom montierten Reifen ab, je größer der Reifen und je höher das Volumen, desto größer der Durchmesser. Beispielsweise besitzt ein 27,5″-Laufrad in Verbindung mit einem großvolumigen 2,8”-Reifen fast denselben Außendurchmesser wie ein 29″-Laufrad mit einem 2,4”-Reifen.

Aufgrund vieler Variablen innerhalb der Gleichung, wie Größe und Gewicht des Fahrers, Fahrstil, vorwiegend gefahrenes Terrain sowie Geometrie des Bikes, ist diese Frage unmöglich schnell zu beantworten. Allerdings können wir euch die Vorteile der unterschiedlichen Laufradgrößen aufzeigen. Denn wenn ihr alle Fakten kennt, dann werdet ihr in der Lage sein, eure eigene Entscheidung hinsichtlich der Frage zu treffen, welche Laufradgröße für euch die beste ist.

Stabilität und Robustheit

Die Laufräder eures E-MTBs müssen einer ganzen Menge Grobheiten standhalten, schließlich tragen sie euch über ruppigste Untergründe und haben dabei Kontakt mit jeder einzelnen Unebenheit auf dem Trail. Verglichen mit unmotorisierten Bikes sorgen das größere Gewicht und das Motor-Drehmoment eines E-MTBs für eine erhöhte Beanspruchung der Stabilität eures Laufrads. Im Vergleich der Laufradgrößen sorgt die stärkere Hebelwirkung durch die längeren Speichen bei einem 29″-Laufrad in puncto Kurvenfahrten, Bremsungen und bei Schlägen für eine höhere Beanspruchung hinsichtlich der Stabilität des größeren Rades.

Vergleicht man identisch aufgebaute Laufräder (Felge, Speichen, Speichenspannung und Naben), dann sagt uns bereits die simple Physik, dass kleinere Laufräder durch die größere Speichen-Triangulation und die kleinere Hebelwirkung von Natur aus stabiler sind als größere Laufräder. Um das schwächere Stabilitäts-Gewichtsverhältnis zu kompensieren, müssen 29″-Laufräder entweder schwerer oder aus teurerem Material gefertigt sein, wie etwa Carbon. Die Antwort: Fahrer am oberen Ende des zulässigen Systemgewichts bevorzugen möglicherweise die zusätzliche Sicherheit, die ein kleineres und stabileres 27,5″-Laufrad bietet. Da aber 29″-Laufräder mittlerweile auch von Downhill-Racern genutzt werden, können beide Laufradgrößen als robust genug für den Einsatz am E-MTB angesehen werden.

Kontaktfläche und Grip

An dem Punkt, an dem euer Reifen Kontakt mit dem Boden hat, wird der „Fußabdruck“, den er dort hinterlässt, als Kontaktfläche bezeichnet. Die Größe und Form dieser Kontaktfläche wird von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt, wie etwa Reifendruck, Aufbau des Reifens und den Dimensionen von Reifen und Felge. Je niedriger der Luftdruck, desto mehr kann sich euer Reifen deformieren und um das Terrain „herumwickeln“, über das ihr fahrt, wodurch sich die Kontaktfläche vergrößert.

Akzeptiert man einige Verallgemeinerungen, dann hat eine Veränderung der Laufradgröße weniger Auswirkung auf die Form und Größe der Kontaktfläche als man zunächst vermuten würde. Die relevantesten Faktoren hinsichtlich der Größe der Kontaktfläche sind der Luftdruck im Inneren des Reifens und das Gewicht, das auf den Reifen drückt. Schaut man sich die nackten Zahlen an, dann beträgt der Unterschied zwischen der Größe der Kontaktfläche eines 29”- und eines 27,5″-Laufradsatz lediglich 2-3%, bei gleicher Reifenbreite - eher unwahrscheinlich, dass dieser Unterschied auf dem Trail spürbar ist.

Ein Vorteil eines kleineren 27,5”-Laufrades am Heck eines E-MTBs ist, dass dort in der Regel genug Platz vorhanden ist, um einen breiteren Reifen zu installieren, etwa in 2,6″-2,8″. Die meisten E-MTBs bieten nicht genug Reifenfreiheit, um am Heck einen 29”-Reifen mit 2,8” Breite unterzubringen - üblich sind 2,5”. Die Hauptfaktoren hinsichtlich der Kontaktfläche sind der Luftdruck im Inneren des Reifens und die Reifenbelastung, nicht jedoch die Breite. Wenn man die Breite des Reifens verdoppelt, aber Luftdruck und Reifenbelastung identisch bleiben, dann halbiert sich die Länge der Kontaktfläche. Die gesamte Kontaktfläche fällt damit nahezu gleich aus.

Wenn der Luftdruck in dem breiteren Reifen jedoch verringert wird, dann vergrößert sich die Kontaktfläche. Das erhöhte Volumen eines breiteren Reifens erlaubt es euch, einen niedrigeren Luftdruck zu fahren, erhöht damit signifikant die Kontaktfläche und somit auch den Grip, der vom Hinterrad bereitgestellt wird.

In der Realität haben Reifenprofil, Karkasse und Materialhärte der verwendeten Gummimischung einen deutlich größeren Einfluss auf die tatsächliche Kontaktfläche und erhöhen oder reduzieren entsprechend Grip, Traktion und Rollgeschwindigkeit. Daher sollte man sich, anstelle bei der Laufradgröße über Grip und Rollgeschwindigkeit nachzudenken, stattdessen besser darauf konzentrieren, das entsprechend der äußeren Bedingungen geeignetste Reifenprofil auszuwählen sowie den passenden Luftdruck zu finden. Wir können hierbei mit unserem Reifen-Vergleichstest behilflich sein, der euch bei dem Prozess begleiten wird, die für euch richtige Reifenwahl zu treffen.

Beschleunigung und Trägheitsmoment

Jeder, der schon mal auf einem Skateboard stand, bevor er unsanfte Bekanntschaft mit dem Erdboden gemacht hat, wird wissen, dass kleine Räder pfeilschnell beschleunigen. Wenn eine Masse frei um eine Achse herum rotieren kann (in unserem Fall rotieren Reifen, Felge und Speichen um die Radachse), muss ein Drehmoment angewandt werden, um den Drehimpuls zu ändern (das Rotations-Äquivalent zum linearen Impuls). Das erforderliche Maß an Drehmoment zur Beschleunigung eines Rades wird als dessen Trägheitsmoment bezeichnet. Das Trägheitsmoment spielt dieselbe Rolle für rotierende Körper wie Masse für linear bewegte Körper.

Das Trägheitsmoment eines Massenpunkts ist als Masse x Radius2 definiert. Das bedeutet: Ein kleinerer Laufraddurchmesser - eine identische Masse vorausgesetzt - wird das Trägheitsmoment verringern. Somit ist weniger Drehmoment nötig, um die Laufräder zu beschleunigen bzw. abzubremsen.

In unserem oben verwendeten Szenario - mit identischen Laufrad-Aufbauten (Speichen, Felgen, Naben, Reifen) - resultieren die kürzeren Speichen sowie die kleinere Felge eines 27,5″-Laufrades in einem kleineren Radius und weniger Masse - das Trägheitsmoment verringert sich. Ein größeres Laufrad besitzt ein größeres Trägheitsmoment und beschleunigt daher bei gleichem Drehmoment langsamer. Doch ebenso wichtig: Es entschleunigt auch langsamer und hält seinen Schwung folglich effektiver, wenn alle anderen Faktoren gleich sind.

Nehmen wir als Beispiel zwei Laufräder eines führenden Herstellers, ein 27,5″-Laufrad mit einem kombinierten Felgen- und Reifengewicht von 1.430 g und ein 29″-Laufrad mit einem Gewicht von 1.530 g (der Einfachheit halber lassen wir das Gewicht von Speichen, Ventil und Nabe außen vor). Das 29″-Laufrad ist ca. 7 % schwerer als das 27,5″-Laufrad, und berücksichtigt man seinen größeren Radius, dann fällt das Trägheitsmoment des 29″-Laufrads ungefähr 20 % größer aus als beim 27,5″-Laufrad (mit vereinfachenden Annahmen). Dadurch lassen sich die 29″-Laufräder schwerer beschleunigen und benötigen mehr Input an den Pedalen, um schneller zu werden. Doch das Trägheitsmoment ist nur ein Teil der komplexen Gleichung, wenn es darum geht, welche Laufradgröße am besten Geschwindigkeit hält.

Überrollverhalten

Eines der gängigsten Argumente zugunsten von 29″-Laufrädern lautet, dass diese besser rollen. Doch stimmt das? Es ist wahr, ein Rad mit einem größeren Durchmesser bleibt weniger wahrscheinlich in einem Loch hängen und der größere Durchmesser hat außerdem zur Folge, dass der Kontakt mit dem Hindernis länger andauert. Das alles führt zu einem geschmeidigeren Fahrgefühl.

Wenn ein Rad auf ein Hindernis trifft, dann formt es eine virtuelle Rampe - stellt euch das Ganze als Linie vor, die den höchsten Punkt des Hindernisses mit der Kontaktfläche des Reifens verbindet. Diese Rampe gibt die Richtung vor, in die das Rad sich bewegen muss, um nach oben und über das Hindernis hinweg zu gelangen, man nennt den entsprechenden Winkel auch Auffahrwinkel. Je steiler dieser Winkel, desto schwieriger ist es für das Rad, das Hindernis zu überwinden.

Wenn wir das also in simpler Hinsicht betrachten - unter der Annahme, dass der Reifen sich nicht deformiert usw. - dann verschiebt ein größeres Laufrad seine Kontaktfläche weg vom Hindernis und reduziert somit den Auffahrwinkel und die Kraft, die benötigt wird, es zu überwinden. Für das Laufrad wird es also einfacher, nach oben und über das Hindernis hinweg zu rollen. Je größer das Hindernis, desto deutlicher fällt der positive Effekt eines größeren Laufrads aus. Verglichen mit einem 27,5”-Laufrad kann ein 29″-Laufrad diesen Auffahrwinkel um bis zu 5 % reduzieren. Auch wenn das nicht nach viel klingt - über Tausende von Schlägen pro Ausfahrt hinweg summiert sich das schnell zu geringerem Rollwiderstand und weniger Ermüdung auf dem Trail.

Empfehlungen für die Praxis

An den Eigenschaften eines 27,5″-Laufrads dürften vor allem Fahrer Gefallen finden, die Trails lieben, auf denen Wendigkeit und häufige Geschwindigkeitswechsel erforderlich sind. Bei identischen Felgen, Speichen und Naben ist ein 27,5″-Laufrad außerdem stabiler als ein 29″-Laufrad und daher besser für sehr schwere Fahrer geeignet.

E-MTB Anforderungen an Laufräder

Laut Christophe Immer von Fulcrum „haben E-MTBs jedes Jahr bezüglich der Qualität hinzugewonnen und sich zum Sportgerät für die Masse entwickelt“. Und Christian Lehner von Mavic unterstreicht: „Das E-MTB ist das SUV des Radsports!“ Doch die E-MTBs stellen durch zusätzliche Motorpower große Anforderungen an das Material. Laut einer Untersuchung von DT Swiss fährt der durchschnittliche E-Biker 3500 Kilometer im Jahr, klettert 70.000 Höhenmeter und leitet durchschnittlich 400 Watt in den Antriebsstrang ein. Dazu bringt er ein kurzzeitig maximales Drehmoment von 180 Newtonmeter auf und fährt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde.

Die Beanspruchungen des Laufrades im E-MTB-Bereich sind deutlich höher. Ein durchschnittlicher Hobbybiker (HB) tritt über eine Stunde 170 Watt, ein Profi 350 Watt. Als kurzzeitige Maximalleistung schafft ein HB 900 Watt, ein Profi 1300 Watt. Ein E-Bike-Motor hat eine Nenndauerleistung von 250 und eine kurzzeitige Spitzenleistung von 850 Watt. Addiert man die Werte vom Fahrer, erreicht man das Doppelte des normalen Bikers und höhere Werte als ein Profisportler! Im Schnitt liegt das Fahrkönnen durch viele Neueinsteiger beim E-MTB niedriger. E-Biker fahren weniger aktiv, entlasten das Rad in entscheidenden Situationen weniger. Wo mit dem normalen MTB ein Bunny Hop gezogen wird, trifft es jetzt direkt auf das Hindernis. Das Systemgewicht errechnet sich aus der Summe von Rad, Fahrer und Gepäck. Im Schnitt wiegen E-Bikes gut sieben Kilogramm mehr und auch der E-Biker ist schwerer. Wird ein Fahrer mit 100, ein Rad mit 25 sowie ein Rucksack mit 8 Kilogramm addiert, liegt man schon darüber. Hohe Gewichte von Bikes, Fahrern sowie die geänderten Fahrgewohnheiten benötigen deutlich höhere Sicherheitsreserven.

Aus den genannten Gründen ist ersichtlich, dass Laufräder am E-MTB speziellen Bedürfnissen unterliegen, welche die Hersteller bei der Konstruktion berücksichtigen. Was im Detail anders ist, haben wir mit verschiedenen Herstellern erörtert und gehen im Folgenden darauf ein.

Besondere Anforderungen an den Freilaufkörper

Beim Freilaufkörper graben sich Ritzelpakete (Shimano HG Standard) tief ins Aluminium, wodurch die Ritzelabstände und daher die eingefrästen Steighilfen für die Kette zueinander nicht stimmen. Die Schaltqualität leidet. Auch der Tausch des Ritzelpakets wird so zum nervenraubenden Zeitproblem. Die Lösung ist die Fertigung aus gehärtetem Stahl, vor allem bei Shimano HG Freiläufen.

Am Freilauf findet sich eine spezielle Eigenheit bei E-Bikes: Im Motorblock und in der Hinterradnabe ist je ein Freilauf verbaut. Der Eingriffswinkel im Antritt erhöht sich, die Krafteinleitung wird verzögert. Ein kleiner Eingriffswinkel ist wünschenswert, steht aber im Widerspruch mit einer hohen und sicheren Kraftübertragung.

Achse

Die Achse beim E-Bike verbiegt sich unter der Spitzenleistung von gut 1800 Watt und einem Drehmoment von bis zu 180 Newtonmetern stark. Dann stehen Lager nicht perfekt gerade, können verkanten und verschleißen schneller. Und auch der Freilauf und damit die Sicherheit leidet, weil Zahnscheiben oder Klinken und Zahnrad nicht perfekt zueinander stehen.

Lager

Bei Lagern spielt die Traglast eine wichtige Rolle. Das Mehr an Last kann durch größere oder mehrere Lager abgefangen werden. Sehr gut gelöst ist zudem das fein einstellbare Lagerspiel bei Newmen und Syntace. Am Nabenkörper setzen die Hersteller auf Oversizing bei Wandstärken, Körper, Nabenflansche und Bremsaufnahmen, um den hohen Antriebs- und Verzögerungsleistungen zu begegnen.

Speichen und Nippel

Die Speichen werden beim E-Bike gerade im Speichenkopf, -bogen und -gewinde mehr belastet. Daher verwenden die Hersteller verstärkte Modelle, die am und hinter dem Kopf 2,2 bis 2,34 Millimeter stark sind. Eine doppelt konifizierte Version steckt hohe Belastungen durch den verjüngten Mittelteil besser weg. Im Handel erhältliche Speichen für E-MTBs sind die DT Alpine III oder die Sapim Force. DT spricht von etwa 35 Prozent mehr Zugspannung, 51 Prozent besserer Dauerhaltbarkeit bei nur 10 Gramm Mehrgewicht.

Bezüglich Nippel gibt es ein Comeback der Messingnippel. Sie sind höher belastbar, ermüden später, sind korrosionsfrei und haben beim Einspeichen selbstschmierende Eigenschaften.

Felgen

Bei den Felgen an E-Bikes sind deutlich mehr Defekte zu verzeichnen, bestätigen Laufrad- und Radhersteller auf Nachfrage. Der starken Beanspruchung des Felgenbodens durch hohe Antriebs- und Bremslasten begegnen die Hersteller mit mehr Wandstärke, optimierten Auflageflächen sowie Austrittswinkeln für den Speichennippel. DT gibt dadurch eine doppelt so hohe Haltbarkeit sowie einen um 20 Prozent höheren Nippelauszug an.

Zum anderen werden an E-Bikes meist 2.6 bis 2.8 Zoll breite Reifen eingesetzt. Perfekte Performance bieten diese nur mit niedrigem Luftdruck, wodurch die Gefahr von Durchschlägen, Snakebites und Burping steigt.

Weitere Finessen, die die Performance verbessern, sind asymmetrische Speichenbohrungen. Sie gleichen Speichenwinkel und -spannung an und machen das Laufrad steifer und haltbarer.

Fulcrum wiederum passt Profil, Breite und Höhe den Ansprüchen an Vorder- und Hinterrad an. Für gute Zielführung ist die Felge am Vorderrad höher und steifer.

Gewicht

Das Dogma der letzten 20 Jahre - das Gewicht - hat beim E-MTB nicht die allerhöchste Priorität.

Gemischte Laufradgrößen

Bei Rädern kommen 79er - ein 29er Laufrad mit 2.4 bis 2.5 Zoll breiten Reifen am Vorder- und einem 27,5er Laufrad mit 2.6 bis 2.8 Zoll breiten Reifen am Hinterrad. Das verbessert die Spurführung am Vorderrad durch höheren Luftdruck und weniger wandernde Karkassen und die Traktion am Hinterrad. Die Idee ist bei Motorrädern schon lange Standard.

Spezifische E-MTB Laufradsätze sind definitiv sinnvoll und versprechen eine bessere Haltbarkeit bei überschaubarem Mehrgewicht.

Die Laufrad Komponenten

Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben. Eine Verbesserung (oder Verschlechterung) dieser Komponenten kann sich auf die Fahrqualität, deine Kraftanstrengung (Geschwindigkeit), die Bremsleistung und sogar darauf auswirken, wie gut dein Fahrrad auf das Gelände reagiert.

  • Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten. Die Breite der Felge wirkt sich auf die Reifenbreite aus, was sich erheblich auf die Kontrolle des Fahrers und den Grip auf dem Trail auswirken kann.
  • Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse. In jeder Nabe, vorne und hinten, befindet sich die Achse, die das Rad mit dem Fahrrad verbindet. Am Hinterrad verfügt die Nabe über eine Verzahnung, in die eine Kassette eingreift. Die Kette des Fahrrads wickelt sich um die Ritzel der Kassette und bildet zusammen mit der Kurbelgarnitur und den Schalthebeln den Antriebsstrang des Fahrrads, der es vorwärts bringt. Alle Mountainbike-Laufräder verfügen über eine Hinterradnabe mit einem Freilaufmechanismus, der es dem Rad ermöglicht, im Leerlauf zu fahren.
  • Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet. Die Anzahl der Speichen variiert zwischen Vorder- und Hinterrad, wobei das Hinterrad oft mehr Speichen hat, um die Festigkeit und Steifigkeit zu erhöhen. Mehr Speichen bedeuten in der Regel ein stärkeres Laufrad, was jedoch mit einem Gewichtsnachteil einhergeht. Die Speichen von Mountainbike-Laufrädern bestehen in der Regel aus Stahldraht, können aber in Form und Durchmesser stark variieren.
  • Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt. Nippel sind wichtig, um die Speichenspannung zu regulieren, die ein Laufrad "ausrichtet", d. h. es gerade macht, wenn es sich dreht.

Felgen-Material

Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.

Reifentypen

Es lohnt sich, die zwei verschiedenen Reifentypen zu kennen, die auf ein Rad passen. Sie benötigen eine bestimmte Felge. Mountainbike-Reifen sind entweder Drahtreifen oder Tubeless-Reifen und auf dem Laufrad ist angegeben, mit welchem Reifen es kompatibel ist.

Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe

Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern, die an den meisten neuen Mountainbikes zu finden sind, und darüber hinaus noch weitere Optionen für spezielle Fahrräder.

  • 26-Zoll-Laufräder: waren die ursprüngliche Laufradgröße für Mountainbikes und werden auch heute noch häufig verwendet, da sie wendig und leicht sind.
  • 27,5-Zoll-Laufräder: die auch als 650B-Laufräder bezeichnet werden, haben in den letzten Jahren die 26-Zoll-Laufräder im Wesentlichen als Norm abgelöst und bieten etwas bessere Überrollfähigkeiten, Traktion und Luftvolumen als 26-Zoll-Laufräder.
  • 29-Zoll-Laufräder: auch "29er" genannt, bieten dank ihrer größeren Größe und ihres größeren Luftvolumens mehr Traktion, ein besseres Überrollverhalten bei technischen Hindernissen und ein ruhigeres Fahrgefühl.

Speichen

Die Gesamtzahl, die Form und das Material der Speichen an einem Laufrad variieren. Eine hohe Speichenanzahl (viele Speichen) erhöht die Robustheit und Langlebigkeit des Laufrads, bringt aber auch einen Gewichtsnachteil mit sich.

Naben

Die Naben sind ein wichtiger Bestandteil. Sie sind der Ankerpunkt für die Speichen und ermöglichen das Drehen der Räder. Während Vorderradnaben in der Regel recht einfach sind, sind Hinterradnaben komplexer und verfügen über eine Freilaufnabe.

Fazit

Spezifische E-MTB Laufradsätze sind definitiv sinnvoll und versprechen eine bessere Haltbarkeit bei überschaubarem Mehrgewicht.

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