E-Bike Leasing über den Arbeitgeber: Vorteile und Nachteile

Diensträder liegen im Trend. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein E-Bike oder hochwertiges Fahrrad als Dienstrad an. So kommen Sie über den Arbeitgeber an ein Jobrad. Mit einem Dienstrad zur Arbeit zu fahren - solch ein Angebot finden immer mehr Arbeitnehmer attraktiv.

Wie funktioniert das Dienstrad-Leasing?

Spezielle Fahrradleasing-Anbieter kooperieren mit den Arbeitgebern. Der Mitarbeiter sucht sich ein Rad bei einem Händler aus, der Händler informiert die Leasingfirma und verkauft das Rad an sie. Offiziell übernimmt der Arbeitgeber das Rad und überlässt es dem Mitarbeiter.

Die Leasingrate wird im Rahmen einer Gehaltsumwandlung vom Bruttolohn einbehalten. Nach 36 Monaten hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, das Rad günstig zu kaufen oder zurückzugeben.

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Geringere Kosten: Als Arbeitnehmer muss ich nicht gleich die volle Summe hinblättern für ein Fahrrad oder für ein noch viel teureres E-Bike.
  • Steuerliche Vorteile: Nicht nur das zu versteuernde Einkommen sinkt, sondern auch die Lohnnebenkosten wie etwa Arbeitslosen- und auch Rentenbeiträge. Die Gehaltsumwandlung in die Übernahme der Leasingrate hat eigentlich nur Vorteile.
  • Gesundheit und Umwelt: Wer das Auto stehen lässt und mit dem Rad zur Arbeit kommt, tut etwas für die Umwelt. Wer viel Fahrrad fährt, tut etwas für seine Gesundheit. Die Rücken- und Nackenmuskulatur wird gestärkt und Schmerzen wird vorgebeugt.
  • Attraktive Konditionen: Viele Arbeitgeber gewähren zusätzlich Zuschüsse zum neuen Dienstrad, was das Leasing noch attraktiver macht. Besonders beliebt bei den Leasing-Fahrrädern sind E-Bikes, und zwar die teureren. Da reden wir dann schon von Rädern 3.000 Euro plus.

Vorteile für Arbeitgeber

  • Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt: Als Arbeitgeber mache ich mich höchst attraktiv auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt.
  • Motivierte Mitarbeiter: Sportliche Aktivitäten bauen Stress ab. Das fördert das geistige und emotionale Wohlbefinden und sorgt somit für mehr Motivation und gesteigerte Leistungsfähigkeit bei den Mitarbeitern im Unternehmen.
  • Positive CO2-Bilanz: Arbeitgeber leisten außerdem mit dem Benefit Dienstrad einen positiven Beitrag zur CO2-Bilanz.
  • Geringer Aufwand: Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern per Gehaltsumwandlung e-Bikes überlasst, dann hält sich der administratorische Aufwand sehr in Grenzen.

Nachteile und Einschränkungen

  • Eingeschränkter Personenkreis: Oft sind Azubis und Aushilfen ausgeschlossen oder Mitarbeiter, die kurz vor der Rente stehen. Wer die Firma in den nächsten drei Jahren verlassen will, sollte das Fahrrad besser nicht leasen. Die vorzeitige Rückgabe kann kompliziert sein.
  • Vertragliche Unsicherheiten: Was passiert, wenn der Mitarbeiter, der ein Dienstrad least, im Unternehmen kündigt? Bleiben Sie als Unternehmer auf den Kosten sitzen? Für solche Fälle ist es wichtig, entsprechende Szenarien vorher vertraglich zu regeln.
  • Minderungen von Sozialleistungen: Viele Gewerkschaften kritisieren, dass durch die Gehaltsumwandlung bei einem Leasing-Vertrag die Bemessungsgrundlage für Kranken-, Arbeitslosen- und Elterngeld des Angestellten gemindert wird.
  • Verantwortung: Bei aller Euphorie über die relativ günstigen Raten solle man bedenken, ob das Fahrrad wirklich zu einem passt und ob man in Zukunft die Verantwortung für ein mehrere tausend Euro teures Rad übernehmen möchte. Das lässt man nicht so gerne vor dem Supermarkt stehen, selbst wenn ich ein gutes Schloss habe.
  • Fester Leasingzeitraum: Zu den offensichtlichsten Nachteilen des Dienstradleasings gehört unter Umständen der feste Leasingzeitraum von 36 Monaten.

Kostenbeispiele und Berechnungen

Je nach Leasinganbieter unterscheiden sich Details. Hier eine Beispielrechnung nach Durchsicht verschiedener Modelle:

  • Ein Arbeitnehmer verdient 3.500 Euro brutto. Er ist ledig, hat keine Kinder und ist in der Steuerklasse 1. Das neue Rad kostet 2.000 Euro.
  • Der Arbeitgeber behält rund 69 Euro Bruttolohn dafür ein: das Nutzungsentgelt für Rad, Vollkasko-Versicherung und Inspektionskosten.
  • Unterm Strich ist die Nettobelastung für den Mitarbeiter deutlich niedriger, bei rund 40 Euro, weil das zu versteuernde Einkommen sinkt.
  • Wenn der Mitarbeiter am Ende der Leasingzeit das Rad kaufen will, macht ihm der Anbieter ein Angebot. Im Beispiel wären das rund 400 Euro.
  • Das bedeutet: Der Arbeitnehmer zahlt in diesem Beispiel circa 1.840 Euro - statt 2.000 Euro, die er beim Sofortkauf gezahlt hätte.

Beispielrechnung:

Als Berechnungsbeispiel werden folgende Grunddaten angenommen:

  • Bruttomonatsgehalt: 4000 €
  • Kaufpreis Fahrrad: 3500 €
  • Restwert: 630 € (18 %)

Hieraus ergeben sich zunächst folgende Brutto­Kosten pro Monat:

  • Leasingrate: ca. 100 €
  • Versicherung: ca. 10 €
  • Geldwerter Vorteil: ca. 8 €

In Summe resultieren brutto somit ca. 118 € Kosten pro Monat. In Abhängigkeit der jeweiligen Steuerklasse und sonsti­ger Freibeträge ergeben sich hieraus fol­gende monatliche Nettobelastungen:

  • Steuerklasse I, keine Kinderfreibeträge, Versicherung durch AG: ca. 65 €
  • Steuerklasse III, zwei Kinderfreibeträge, Versicherung durch AG: ca. 75 €
  • Steuerklasse III, zwei Kinderfreibeträge, Versicherung durch AN: ca. 85 €

Über den vereinbarten Leasingzeitraum von 36 Monaten ergeben sich bei einer Übernahme des Fahrrades somit Ge­samtkosten von 2970 € bis 3690 €.

Übernahme am Ende der Leasingzeit

Gegen Ende der 36-monatigen Leasinglaufzeit erhalten Dienstradnutzer üblicherweise ein Übernahmeangebot. Auch, wenn ein verbindliches Angebot aus steuerrechtlichen Gründen erst kurz vor Ablauf der Laufzeit erfolgen darf, kann man mit einem Übernahmepreis von 18 % der UVP rechnen.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit 25 Prozent pauschal besteuert, wenn die Firma zusätzlich zum Lohn ein Dienstrad übereignet (§ 40 Abs. 2 Nr. 7 EStG).

Beispiel: Nach drei Jahren wird die Firma zunächst Eigentümerin. Johanna kauft es dann für günstige 250 Euro. 40 Prozent vom Brutto-Listenpreis 2.500 Euro sind 1.000 Euro. Abzüglich des Kaufpreises von 250 Euro ist der geldwerte Vorteil 750 Euro. Darauf fallen 25 Prozent pauschale Lohnsteuer plus gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an, aber keine Sozialversicherungsbeiträge.

Wichtige Tipps und Hinweise

  • Genau rechnen: Wenn ich ein Fahrrad-Leasing machen möchte, dann sollte ich mir das genau durchrechnen. Solche Rechner finden sich im Netz.
  • Bedarf analysieren: Genau gucken: Was brauche ich im Alltag für ein Fahrrad?
  • Versicherungsschutz: Bei einem Dienstrad-Leasing ist ein umfassender Versicherungsschutz wichtig - am besten inklusive Vollkasko. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie sich im Vorfeld genau über die genauen Leistungen und Ausschlüsse informieren müssen - zum Beispiel, ob ein E-Bike mit einem speziellen Schloss vor Diebstahl gesichert werden muss.

Jobrad - Ja oder Nein?

Bei aller Euphorie über die relativ günstigen Raten solle man bedenken, ob das Fahrrad wirklich zu einem passt und ob man in Zukunft die Verantwortung für ein mehrere tausend Euro teures Rad übernehmen möchte.

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