Lastenfahrräder mit elektrischem Antrieb sind längst keine Nische mehr. Marktführer reagieren und erweitern ihr Sortiment entsprechend. Trek hat mit dem Fetch+ 2 und Fetch+ 4 zwei Modelle entwickelt, die speziell auf fahrradbegeisterte Familien zugeschnitten sind, die das Auto öfter in der Garage lassen möchten.
Trek Fetch+ 2: Das Longtail-Lastenrad für zwei Kinder
Beim Trek Fetch+ 2 handelt es sich um ein Longtail, ein kompakteres Lastenfahrrad mit verlängertem und verstärktem Hinterbau. Kindersitze, eine Sitzbank oder große Packtaschen finden auf dem großen hinteren Gepäckträger Platz. Gleichzeitig rollt das Fahrrad auf 20 Zoll kleinen Laufrädern.
Auf dem Fetch+ 2 können zwei Kinder mitgenommen werden. Für jüngere Kinder empfiehlt Trek die kompatiblen Modelle Yepp Maxi von Thule und Dash von Burley. Für ältere Kinder kann eine Kombination aus Rückenlehne und zwei Sitzkissen mit der optionalen Reling „Safari Bar“ angebracht werden, die zusätzlichen Halt und Aufnahmen für Flaschenhalter bietet.
Für einen sicheren Auf- und Abstieg sind Fußstützen unerlässlich. Am Fetch+ 2 dienen sie gleichzeitig als Boxen, in denen die Kinder ihre Beine baumeln lassen können. Die Boxen sind aus PVC-freiem Kunststoff gefertigt und lassen sich leicht mit Wasser reinigen.
Zusätzlichen Stauraum bieten die optionalen Boxen für das Vorderrad mit 11,2 Litern oder 4,5 Kilogramm Fassungsvermögen pro Box. Die großen Boxen hinten fassen 44 Liter und bis zu 36 Kilogramm. Alle Boxen und Schutzbleche sind in verschiedenen Farben erhältlich, um individuelle Farbkombinationen zu ermöglichen.
Das Fetch+ 2 wird von einem Smart System von Bosch angetrieben, mit dem Performance Line CX Motor mit 85 Newtonmetern Drehmoment. Der Akku im Unterrohr hat eine Kapazität von 500 Wattstunden, jedoch sind alle Voraussetzungen für die DualBattery-Option geschaffen.
Die Steuerung des Systems erfolgt über die LED Remote in Kombination mit dem SmartphoneGrip. Das E-Lastenfahrrad kostet in der Grundausstattung 4.999 Euro, wobei wichtiges Zubehör wie Schutzbleche, Transportboxen und Fußstützen separat erworben werden müssen.
Trek Fetch+ 4: Das Longjohn-Lastenrad für Großfamilien
Das Fetch+ 4 ist ein Longjohn-Lastenrad mit einer großen Transportbox vor den Fahrenden, die 230 Liter beziehungsweise maximal 80 Kilogramm fasst. Umgerechnet ergibt das vier Sitzplätze für Kinder. Zwei Kindersitze gehören zur Serienausstattung, während eine optionale Sitzbank zwei weitere Sitzplätze bietet. Alternativ kann eine Babyschale wie die von Maxi-Cosi angebracht werden. Selbst der hintere Gepäckträger ist für Lasten von maximal 27 Kilogramm zugelassen.
Die Sitze in der Box des Fetch+ 4 sind komfortabler und verstellbar, mit Kopfstützen und Fünf-Punkt-Gurten. Zudem ermöglicht die Positionierung der Kinder vor den Fahrenden eine einfachere Kommunikation.
Das Fahrgefühl auf einem Longjohn weicht spürbar von dem eines herkömmlichen Fahrrades ab und erfordert Eingewöhnungszeit. Trotz der leichten Kunststoffbox und dem Aluminiumrahmen wiegt das Fetch+ 4 stolze 75 Kilogramm. Eine hochwertige Seilzuglenkung erleichtert den Umgang mit dem Fahrrad.
Der installierte Bosch Cargo Line Motor ist auf solche Belastungen getrimmt. Der PowerTube Akku von Bosch mit 750 Wattstunden ist an der Lenksäule montiert, sodass DualBattery keine Option ist.
ADAC Systemvergleich: Lastenrad, Anhänger und Nachläufer
Der ADAC hat Handhabung, Komfort, Fahrverhalten und Sicherheit verschiedener Systeme zum Kindertransport mit dem Fahrrad verglichen. Das Ergebnis: Es gibt nicht das eine, herausragende System. Jedes hat Vor- und Nachteile.
Bei einem simulierten Unfall mit 30 km/h kippten die Systeme mit Transportbox (Lastenfahrrad "Long John" und dreirädriges Lastenfahrrad) auf die Seite und schlitterten weiter. Beim "Long John" wurde das Gurt- und Rückhaltesystem aus der Verankerung gerissen. Der Nachläufer schnitt am schlechtesten ab.
Die Lastenräder sind sperrig und schwer zu transportieren, während der Nachläufer und der zusammenklappbare Fahrradanhänger leichter zu verstauen sind. Das Fahrverhalten des Lastenfahrrads "Backpacker", des Fahrradanhängers und des Nachläufers ist konventionell, während sich der hohe Schwerpunkt bei viel Gepäck bemerkbar macht.
ADAC Empfehlungen:
- Backpacker: Hohe Sicherheit, gutes Fahrverhalten, einfache Handhabung.
- Gefederter Fahrradanhänger: Gute Sicherheit, Flexibilität, hoher Komfort.
- Long John: Autoersatz, längere Strecken, Einkäufe transportieren.
- Dreirädriges Lastenrad: Autoersatz, Kurzstrecken mit Zwischenstopps, Einkäufe transportieren.
- Nachläufer: Transport eines Kindes, gelegentliche Mitnahme eines zweiten Kindes.
Douze Cycles Hêta 2S CUES Di2: Schwerlastmaschine und Familienkutsche
Das Douze Cycles Lastenrad Hêta 2S CUES Di2 ist ein Long John, der mit einem mehrteiligen Hauptrahmen im Aluminium-Druckgussverfahren in Frankreich hergestellt wird. Es kombiniert eine Schwerlastmaschine mit einer flexiblen Familienkutsche.
Das Hêta ist mit dem Shimano EP6 Cargo-Motor und einem 630-Wh-Akku ausgestattet. Der Rahmen ist mehrteilig und das Motorsystem austauschbar. Das Bike kann in zwei Teile zerlegt werden, was die Lagerung und den Transport erleichtert.
Das Douze Hêta 2S CUES Di2 kann als Nutzfahrzeug mit offener Ladefläche oder als Familienmodell mit Ladebox genutzt werden. Die EPP-Kunststoffbox bietet Platz für zwei bis drei Kinder, optional mit Zweier-Kindersitz mit magnetischen Dreipunktgurten. Ein weiteres Kind kann auf dem Gepäckträger mitfahren.
Trotz seiner Größe fährt sich das Douze agil und wendig, dank der Seilzuglenkung. Der Shimano EP6 Cargo-Motor bewältigt auch über 200 kg Systemgewicht. Die Shimano CUES 10-fach-Di2-Schaltung bietet automatische Gangwahl und erhöht Komfort und Sicherheit.
Die Schwalbe Pick-Up-Reifen sorgen für Komfort und Grip. Das Hêta ist vielseitig anpassbar und verfügt über 4-Kolben-Bremsen von TEKTRO. Das Douze Hêta ist ein Transport-Champion mit solider Bauweise und üppiger Ladefläche.
Longtail E-Bikes: Flexibilität und Komfort für Familien
Ein Longtail Bike ist im Prinzip ein E-Bike mit Gepäckträger für Kinder und lässt sich angenehm und ohne große Umgewöhnung fahren. Es passt problemlos in jeden normalen Fahrradständer und ermöglicht das Passieren von Engstellen.
Das Long Tail Bike kann mit Kindersitzen oder Sitzpolstern ausgestattet werden, je nach Alter der Kinder. Fast jedes Longtail Bike kann zwei Kindersitze aufnehmen.
Im Gegensatz zum normalen Fahrrad mit Gepäckträger für Kinder ist das Longtail Bike robuster gebaut und mit einem Elektromotor ausgestattet. Das spart Schweiß und macht die Fahrt sicherer. Longtail Fahrräder sind eine gute Alternative zum Auto.
Fiido T2: Kompaktes Lasten-E-Bike für die Stadt
Das Fiido T2 ist ein kompaktes Lasten-E-Bike mit extra-langem Gepäckträger und viel Zubehör. Es vereint die Eigenschaften eines robusten E-Fatbikes mit denen eines variablen Cargo-Bikes. An seinen langen Gepäckträger passen bis zu 80 kg Zuladung.
Das Fiido T2 verfügt über einen starken Motor, einen riesigen Akku und eine bequeme Fahrt trotz schwerer Beladung. Optisch sticht es durch sein ungewöhnliches Design hervor. Der Lenker ist aufgeräumt und der tiefe Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen.
Das Fiido T2 bietet eine komfortable Fahrt und eine Gesamtzuladung von beeindruckenden 200 kg. Der 750 Watt starke Heckmotor schiebt dank des guten Drehmomentsensors an der Kurbel sofort beherzt an. Die hydraulischen 4-Kolben-Scheibenbremsen greifen sofort und ohne nachjustieren sehr gut.
Mit 998 Wh Kapazität ist der Akku des Fiido T2 riesig. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 110 km an.
WINORA F.U.B. 2W: Lastenrad-Klassiker mit Stahrahmen
Das WINORA F.U.B. 2W ist WINORAs Antwort auf das SUV, ein Family Utility Bike. Es ist ein Long-John-Lastenfahrrad mit Stahlrahmen. Mit 5.200 € ist das WINORA Lastenrad das zweitgünstigste im Testfeld.
Das WINORA-Lastenrad stützt sich auf eine massive Stahlrohrrahmenkonstruktion samt klassischer Gelenkstangenlenkung ab. Mit 265 cm Länge ist es das längste Lastenrad des Vergleichstests. Die große Transportbox darf mit bis zu 80 kg Gepäck beladen werden und bietet Platz für eine Kindersitzbank mit zwei Plätzen.
Angeschoben wird das WINORA Lastenrad von einem Bosch Cargo Line-Motor aus der alten Bosch eBike-System 2-Motorsystemgeneration. Es wird ab Serie nur mit einem kleinen 500-Wh-Akkupack ausgeliefert. Mit der stufenlosen Enviolo HD-Nabenschaltung kann man im Stand einen leichten Anfahrtsgang einlegen.
Das Handling des WINORA Lastenrad ist schwerfällig und erfordert höchste Konzentration. Die MAGURA CT-Zweikolbenbremsen mit kleinen 160-mm-Bremsscheiben sind für ein Lastenrad unterdimensioniert. Das WINORA Lastenrad ist ein altmodisches Long-John-Lastenrad, dem das Zeug zum Klassiker jedoch fehlt.
Weitere Lastenräder für den Kindertransport
Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere Lastenräder, die sich für den Kindertransport eignen, wie das Christiania Bikes Classic Medium, das Tern GSD S00 und das Chike E-Kids.
Christiania Bikes Classic Medium:
Ein sehr gutes, toll verarbeitetes und schönes dreirädriges Cargobike. In der Holzkiste ist bequem für zwei Kinder Platz. Der E-Motor empfanden wir als recht spritzig. Dieses Modell lässt sich auch ohne E-Antrieb mit reiner Beinkraft im ersten Gang easy anfahren.
Tern GSD S00:
Der verlängerte Gepäckträger mit dem Captain’s Chair bietet zwei kleinen Mitfahrern Platz. Mit Eco, Tour, Sport und Turbo kann man entsprechend mehr oder weniger Gas geben. Aufgrund der Klapprad-Geometrie mit 20-Zoll-Rädern ist das Tern sehr wendig und spritzig.
Worauf man beim Kauf eines Lastenrads achten sollte
Beim Kauf eines Lastenrads sollte man auf folgende Punkte achten:
- Probefahrt: Das Fahrverhalten unterscheidet sich von einem normalen Fahrrad.
- Rückhaltevorrichtungen: Müssen fest an den Kindern sitzen und dürfen nicht über die Schultern rutschen.
- Luftdruck: Spielt beim Fahrkomfort eine große Rolle.
- Beratung: Im Fachhandel kompetent beraten lassen.
- Einsatzzweck: Soll es wenig Platz wegnehmen, nur hin und wieder oder täglich zum Einsatz kommen?
- Budget: Der Preis reicht von rund 250 Euro bis 2200 Euro.
Zusätzliche Sicherheitsaspekte
Es ist wichtig, dass die Kinder während der Fahrt einen Helm tragen. Gut gelöst ist dieses Problem beim Long John von Bullitt: Hier entspricht der Transportbereich der Kinder einer geschützten Fahrgastzelle, vergleichbar mit einem Kinderfahrradanhänger.
Lastenräder mit Elektroantrieb können in vielen Fällen eine Alternative zum Auto sein. Sie sind umweltfreundlich, bieten ausreichend Platz und elektrische Unterstützung beim Treten. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf gut informieren und die verschiedenen Modelle Probe fahren, um das passende Lastenrad für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Fahren | Sicherheit und Verarbeitung | Antriebssystem und Motor | Handhabung und Komfort | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Muli e-muli "st" | 5180 | 2,1 | 1,9 | 2,0 | 1,8 | 2,7 | 1,0 |
| Urban Arrow Family | 6690 | 2,4 | 2,5 | 2,3 | 2,3 | 2,5 | 2,5 |
| Prophete CARGO Plus E-Bike | 4100 | 2,6 | 2,8 | 2,2 | 1,8 | 3,4 | 3,5 |
| Triobike Cargo | 8139 | 2,6 | 2,7 | 2,0 | 3,1 | 2,7 | 2,5 |
| Babboe City-E | 3249 | 3,1 | 2,8 | 3,5 | 3,5 | 2,9 | 2,5 |
| Bullitt STePS eBullitt 6100 | 6127 | - | - | - | - | - | - |
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