Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Pedelec. Im zurückliegenden Jahr wurden rund zwei Millionen Pedelecs verkauft. Am beliebtesten unter den pedalierenden E-Bike-Anhängern ist das Mittelmotor-Antriebssystem, das für alle E-Bikes ein gutes Antriebssystem gewährleistet. Doch auch Front oder Hecknabenantriebe - die hierzulande ein Nischendasein führen - haben ihre Vorzüge und sind in manchen Punkten den Mittelmotoren überlegen.
Die Motorpositionen und ihre Eigenschaften
An drei Stellen kann das Bike elektrisch angetrieben werden: Hinterrad, Vorderrad, Tretlager. An drei Stellen kann das Bike elektrisch angetrieben werden: Hinterrad, Vorderrad, Tretlager. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Trotzdem hat sich das Mittelmotorprinzip im Markt durchgesetzt.
Frontmotor (Radnabenmotor)
Der Frontnabenmotor erfreut sich nach wie vor in den benachbarten Niederlanden ungebremster Beliebtheit. Hier wird gependelt, gecruist und in der Regel zügig gefahren, aber nicht gerast. Das E-Bike ist vielfach ein reines Beförderungsmittel und muss einfach in der Handhabung und möglichst wartungsfrei funktionieren. Und genau das bringt ein E-Bike mit Frontnabenmotor im Wesentlichen mit.
Vorteile des Frontmotors:
- Ein frontnabengetriebenes Pedelec ist in der Regel relativ günstig. Da gibt’s solide Bikes schon ab 1200 - 1500 Euro.
- Ein Fahrrad kann mit einem Frontnabenantrieb unter Umständen kostengünstig nachgerüstet werden.
- Der Wartungsaufwand fürs Antriebssystem ist sehr gering, ansonsten umfänglich wie bei einem normalen Fahrrad.
- Der Fronttriebler hat einen Allradantrieb: Vorne treibt der Motor an, hinten der Radfahrer.
- Beim Antriebsstrang kann auf herkömmliche Fahrradtechnik zurückgegriffen werden: So ist eine Ketten-, Naben- oder eine Tretlagergetriebeschaltung möglich.
- Eine zusätzliche Rücktrittbremse kann verbaut werden.
- Ein Radnabenmotor überträgt die Motorkraft ohne Verluste auf die Nabe bzw. das jeweilige Laufrad. Das Drehmoment liegt also direkt am Laufrad an.
- Fehlt ein Drehmomentsensor, unterstützt der Radnabenmotor auch beim losen Leertreten.
Nachteile des Frontmotors:
- Die Antriebsrotation des Vorderrades beim Beschleunigen und beim Betrieb des Frontnabenmotors ist ungewöhnlich und bedarf einer gewissen Routine.
- Allein das Gewicht des Motors hemmt das Lenkverhalten ein wenig und bedarf einer Eingewöhnungsphase.
- Die Gabel wird beim Frontnabenantrieb stärker belastet und muss entsprechend dimensioniert sein, ebenso wie die Vorderradbremse.
- Bei schlicht eingestellter Software neigt der Radnabenmotor zu Vor- oder Nachlauf. D.h. der Antrieb startet erst nach einer halben bis einer Kurbelumdrehung. Unterbricht man unterwegs die Tretbewegung, z.B. vor einer Kurve, unterstützt das System aber ein paar Zehntelsekunden weiter. Daran muss man sich gewöhnen.
Mittelmotor
E-Bike Mittelmotoren sind die beliebtesten Antriebe im Pedelec. Die Kraftübertragung des Motors direkt auf die Tretlagerachse verleihen dem Mittelmotor eine einzigartige Fahrperformance und vermitteln ein Fahrgefühl, das weitestgehend dem normalen Fahrradfahren gleich kommt. Die Gewichtsverteilung bei Mittelmotorsystemen ist ideal, da das Gewichtszentrum des Antriebs recht tief und mittig im Rad positioniert ist und so das fahrradähnliche Fahrgefühl zusätzlich unterstützt. E-Bike Mittelmotoren finden in allen Pedelec- und S-Pedelec-Kategorien Anwendung, egal ob für Stadträder, Tourenräder oder Mountainbikes.
Vorteile des Mittelmotors:
- Der tiefe, mittig-zentrale Schwerpunkt der Drive-Unit im Rahmen erlaubt ausbalancierte Fahrperformance.
- Mittelmotor lässt sich für alle Radkategorien spezifizieren: Alltagsräder, Freizeiträder, MTBs, Cargobikes.
- Leistungsvermögen der Motoren ist je nach Einsatzzweck variabel
- Fast alle Schaltgruppen können verbaut werden, außer einem Tretlager- oder Schlumpfgetriebe.
- Inzwischen sind die E Bike Mittelmotoren sehr robust und standfest.
- Unterstützt feinfühlig, harmonisch sowie durchzugsstark am Berg.
- Elegante Optik durch die kompakte und inzwischen integrierte Bauweise der Drive Unit und des Akkupacks im Rahmen.
- gute Ersatzteilversorung
Nachteile des Mittelmotors:
- keine Energierückgewinnung
- Nachrüsten nicht möglich, außer bei dem Pendix-Drive.
- Hoher Verschleiß von Kette und Ritzel
- Mittelmotor-E-Bikes tendenziell teurer
Hecknabenmotor (Nabenmotor)
Der Hecknabenmotor, Hinterradmotor oder einfach Hecktriebler erlebt derzeit eine Renaissance. Waren zu Beginn des E-Bike-Booms die Hecknabenantriebe das Maß aller Dinge, rang Ihnen die Standardisierung der Mittelmotoren - allen voran Bosch eBike Systems - sukzessive den Rang ab. Dennoch konnten sich Hersteller wie Neodrives oder Bafang im Markt halten.
Technisch unterscheidet man die Hecktriebler zwischen den rekuperationsfähigen Direktläufern und den kompakteren Getriebemotoren. Vor allem im S-Pedelec sind die direkten Heckantriebe dank ihrer Kraft und Leistung im oberen Drehzahlbereich eine Bank. Kaum hörbar und mit keinem Extra-Verschleiß des Antriebsstranges behaupten sich die Hecknabenmotoren immer noch. Die Rekuperation - Energierückgewinnung - ist der Trumpf, mit dem diese Systeme den etablierten Mittelmotoren trotzen können. Mit kleinen und leichten Getriebemotoren wirbt die Industrie seit rund drei Jahren um die Gunst sportiver Radfahrer.
E-Mountainbike mit Allradantrieb
Ein interessanter Ansatz ist der Umbau eines Mountainbikes zu einem Allrad-E-Bike mit zwei Nabenmotoren. Hierbei wird typischerweise ein Frontmotor (z.B. Keyde) in die Federgabel und ein Heckmotor (z.B. Cute Q100) in das Hinterrad eingebaut.
Ein Nutzer berichtet von seinen Erfahrungen mit einem solchen Umbau:
- Leistungssteigerung: Durch die Kombination von zwei Motoren wird eine erhebliche Leistungssteigerung erzielt. Mit bis zu 28A geht es kräftig zur Sache.
- Traktion: Besonders abseits befestigter Wege kann ein Allradantrieb Vorteile bieten, wobei die Reifenwahl hier eine entscheidende Rolle spielt.
- Asynchrone Ansteuerung: Die Tatsache, dass beide Motoren nicht synchron angesteuert werden, kann sich positiv auswirken.
- Individuelle Geschwindigkeitsstufen: Unterschiedlich eingestellte Geschwindigkeitsstufen können von Vorteil sein. Bei 25 km/h in der Ebene reicht ein Motor mit 5A selbst bei tretfaulem Fahren.
- Vergleich der Motoren: Der Nutzer konnte feststellen, dass der Q 100 H (mit höherem Drehmoment) im Vergleich zum normalen Q 100 weniger warm wird.
- Stromverbrauch: Interessanterweise war der Stromverbrauch mit zwei Antrieben kaum höher als mit einem.
Ein anderer Nutzer berichtet von ähnlichen Erfahrungen und nutzt den VR-Antrieb hauptsächlich auf Stufe 1, während er den HR-Antrieb bei stärkeren Steigungen zuschaltet. Auch er bestätigt, dass der Stromverbrauch mit zwei Antrieben kaum höher ist als mit einem.
LANKELEISI MG800 MAX: Ein Beispiel für ein E-Bike mit Dual-Motor
Das LANKELEISI MG800 MAX ist ein E-Bike, das durch seine robuste Bauweise und das innovative Rahmen- und Fahrwerkskonzept besticht. Es verfügt über zwei 1000-Watt-Motoren mit einem beeindruckenden Drehmoment von 92 Nm, was eine Steigfähigkeit von 40° ermöglicht. Die maximale Geschwindigkeit beträgt gesperrt 25 km/h und kann auf bis zu 48 km/h entsperrt werden.
Technische Daten des LANKELEISI MG800 MAX:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motoren | Zwei 1000-Watt-Motoren |
| Drehmoment | 92 Nm |
| Steigfähigkeit | 40° |
| Maximale Geschwindigkeit | 25 km/h (gesperrt), 48 km/h (entsperrt) |
| Rahmen | Aluminiumlegierung |
| Reifen | 26 x 4,0 Zoll Fatbike-Reifen |
| Gewicht | 43 kg |
| Maximale Zuladung | 180 kg |
Das LANKELEISI MG800 MAX setzt neue Standards in der Welt der E-Bikes. Mit seiner robusten Bauweise, den kraftvollen Dual-Motoren und der hochmodernen Ausstattung bietet es eine unvergleichliche Kombination aus Leistung, Komfort und Vielseitigkeit.
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