Bereits auf der Eurobike 2023 zeigte Brose seinen neuen Motor Drive³ Peak. Jetzt sollen endlich die ersten Bikes vom Band rollen. Das Komplettsystem hört auf den Namen Qore und besteht neben dem neuen Motor aus einer kompakten Display-Remote-Kombi und zwei Akku-Varianten mit 650 bzw. 800 Wattstunden. In den nächsten Jahren soll das Ökosystem um weitere Komponenten aufgestockt werden. Kann das System der etablierten Konkurrenz das Wasser reichen?
Für den ersten Test stellte uns Brose einen Teileträger mit Alu-Rahmen zur Verfügung. Ein Bike, dass es so nicht in Serie zu kaufen geben wird.
Der Drive³ Peak soll mit den Herstellerangaben von 95 Newtonmetern Drehmoment und 600 Watt Spitzenleistung in der klassischen Power-Liga spielen. In dieser Klasse fand zuletzt ein Leistungs-Wettrüsten statt. Der DJI Avinox (hier im Test) pulverisierte den Status Quo mit bis zu 1000 Watt Leistung und 120 Nm Drehmoment. Vor kurzem legte Bosch nach und verpasste dem Klassiker Performance CX ein Update auf 100 Newtonmeter und 750 Watt Spitzenleistung. Ein hart umkämpfter Markt. Zuletzt stieg auch Mahle mit dem starken M40 in den Kampf um leichte und leistungsstarke Mittelmotoren ein.
Mit 2,9 Kilo liegt das Gewicht des neuen Drive³ Peak minimal über Bosch-Niveau, Shimanos EP801 ist mit 2,65 Kilo noch etwas leichter und der brandneue DJI Avinox wiegt sogar knapp unter 2,6 Kilo. Deutlich schwerer ist hingegen das neue Kraftpaket von Specialized (3,18 kg), das im Werk von Brose gebaut wird.
Der Brose Drive³ Peak soll 95 Newtonmeter und 600 Watt liefern.
Die Bedienung des Brose Qore
Control Allround hat Brose die Bedieneinheit für den Qore-Antrieb getauft. Die Display-Bedien-Kombi lässt sich über vier definierte Taster gut schalten, der Screen ist klar und scharf. Das gefällt und macht einen gelungenen Eindruck. Das Bedienteil ist bluetooth-fähig und ermöglicht eine Kommunikation mit der Brose App. Hier soll es Systemupdates und Möglichkeiten zur Individualisierung geben. Außerdem gibt es einen USB-C-Port, der als Service-Schnittstelle dient und das Laden von Smartphone oder GPS ermöglicht.
Broses “Control Allround” ist eine Kombination aus Remote-Hebel und kleinem Display, die direkt am Griff platziert wird.
Über die linken zwei Tasten wird die Motorunterstützung gesteuert, während die rechten Tasten durchs Menü führen (oben) bzw. den “Punch Mode” aktivieren und deaktivieren (unten).
Ein separates Display fürs Oberrohr soll folgen.
Die Fakten zum Brose Qore E-Antrieb
- Motor: Drive³ Peak
- Leistung, Drehmoment und Unterstützung: 600 W / 95 Nm / 600 %
- Motorengewicht: 2,9 Kilo
- Akkus: 792 und 649 Wh
- Unterstützungsstufen: Eco, Tour, Sport und Boost, dazu der Auto-Modus “One Mode”
- Punch-Mode: Auf Knopfdruck volle Power, egal aus welchem Modus
- Bedieneinheit: “Control Allround” kombiniert Display und Remote direkt am Griff
- Weitere Akkus, Range Extender und Display/Bedienkombinationen sollen folgen
Praxistest: So fährt sich der Brose Drive³ Peak
Im Gelände fällt schnell der kernige Schub von unten auf. Die Drehmomentstärke kennen wir bereits von Broses Vorgänger-Aggregat Drive SMag. Und diesen Charakter behält der Nachfolger. Bei langsamem Tritt schiebt der Motor stark und unbeirrbar voran. Im direkten Vergleich mit einem Bosch Performance CX (vor dem Power-Update!) ist deutlich mehr Kraft spürbar. Ein konstanter Nachlauf sorgt dafür, dass man in kniffeligen Situationen nicht so leicht hängenbleibt.
Im Uphill überzeugt der Brose-Motor mit kernigem Drehmoment und angenehmem Fahrgefühl. Außderdem bleibt die Geräuschkulisse dezent.
Auf den Fahrerinput reagiert der Drive³ Peak direkt, was das Fahrgefühl angenehm lebhaft macht. Das gilt insbesondere im "One Mode", der den Motorschub stark an den Fahrerinput koppelt. An die dynamische Bosch-Beschleunigung kommt das aber nicht heran. Auffällig ist der hohe Unterstützungsfaktor. Bereits bei geringem Fahrerinput schiebt der Drive³ Peak im Turbo-Modus richtig stark voran.
Bei schneller Trittfrequenz zieht der Brose gut durch, wobei Boschs CX bereits vor seinem Power-Update mindestens ebenbürtig wirkt. Angenehm: Die Geräuschkulisse des neuen Brose bleibt zu jeder Zeit dezent. Das Antriebsgeräusch landet in etwa auf dem Niveau des neuen Bosch Performance CX. Beim Bergabfahren ist allerdings ein ganz leichtes Klappern aus dem Getriebe zu hören. Nicht so drastisch wie beim Shimano EP801 oder dem alten CX - aber doch wahrnehmbar.
Reichweitentest mit dem Brose Qore E-Bike-Antrieb
In unserem standardisierten Reichweitentest beweist der Drive³ Peak seine Power. Bei verhältnismäßig geringem Fahrerinput von 150 Watt liefert er bereits richtig Leistung. Deutlich mehr als ein Bosch Performance CX. So schießt der Brose unseren Testanstieg (12,2 % Steigung) mit 16,7 km/h im Schnitt hinauf. Zum Vergleich: Ein Bosch CX legt hier im Schnitt 15 km/h vor. Das zeigt den höheren Unterstützungsfaktor von vorläufig 410 Prozent im Vergleich zu 340 % bei Bosch. Zum Launch will Brose den Unterstützungsfaktor sogar auf 600 % anheben. Dann fällt der Unterschied noch deutlicher aus. Aber Achtung, festhalten: Ein DJI Avinox fliegt unter identischen Bedingungen mit über 21 km/h den Berg hinauf. Also nochmal satte 6 km/h schneller als der neue Brose.
Für unseren Reichweitentest hatten wir den Brose-Antrieb mit der Batterie “Intube 800” zur Verfügung, die nominell 792 Wattstunden liefern soll.
Nach vier Runden im Vollgas-Modus geht dem 800er-Akku des Brose Qore die Puste aus. 1681 Höhenmeter erklettert der Berliner mit voller Power, um bei niedrigem Akkustand nochmal 331 Höhenmeter mit minimaler Unterstützung draufzulegen. Zum Vergleich. Reichweitenplatzhirsch Bosch schafft bei geringerer Geschwindigkeit gut 2000 Höhenmeter mit dem 800er-Akku und zieht bis zum Schluss mit Turbo-Schub durch.
Unsere standardisierten Reichweitentests machen wir mit Hilfe von hochwertigen Wattmesspedalen von Garmin.
Flexibles Laden mit dem Smart-Charger
Als Besonderheit stellt Brose auch sein neues Ladegerät vor. Neben dem klassischen Lademodus bietet der Charger zwei weitere Funktionen. Zum Verlängern der Akku-Lebensdauer gibt es die Option, den Akku nur auf 80 Prozent aufzuladen. Für schnelle Ladevorgänge, zum Beispiel zum Reichweite aufbessern unterwegs, gibt es die Schnellladefunktion. 4,5 Stunden gibt Brose für eine volle Ladung auf 100% des 800er-Akkus an. Mit den Schnellladefunktionen der Ladegeräte von DJI und Specialized kann das nicht mithalten.
Der Brose Drive S Mag im Detail
Der nächste Motor unseres Full-Power Motorenvergleichs ist der sportive Brose Drive S Mag. Unser e-Bike Experte und Zweiradmechanikermeister Leon hat sich den starken Motor genau angesehen. Er verrät uns, was den Brose Drive S Mag auszeichnet, für welchen Fahrtypen er besonders geeignet ist und wie seine Fahreigenschaften in der Praxis sind.
Brose als Hersteller von e-Bike Motoren
Obwohl Brose im Vergleich zu Branchenriesen möglicherweise weniger bekannt ist, hat sich das Unternehmen in der Automobilbranche und besonders auch im e-Bike Sektor einen festen Platz erobert. Die e-Bike Antriebe von Brose zeichnen sich im Allgemeinen durch ein natürliches Fahrgefühl aus, da die Leistung, trotz des hohen Drehmoments, sanft abgegeben wird. Es vermittelt das authentische Gefühl des Fahrradfahrens, jedoch mit erweiterten Möglichkeiten. Brose setzt ausschließlich auf Mittelmotoren, deren zentrale Platzierung im Bike für ein plus an Stabilität und Sicherheit sorgt.
Während der vergangenen 115 Jahre konnte Brose einiges an Ingenierurserfahrung in der Automobilbranche sammeln und dadurch effektive Prozesse, Analyseinstrumente und Qualitätsmethoden erfolgreich auf die Produktion von e-Bike Antrieben übertragen. Das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie: Hochsensible und innovate e-Bike Motoren zeichnen den Hersteller aus, dessen Systeme sich vor allem hinsichtlich ihrer Leistungswerte unterscheiden. Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt Brose ein Zeichen und ermöglicht es, einzelne Baugruppen und Komponenten aus alten Motoren wieder nutzbar zu machen.
Die technischen Daten des Brose Drive S Mag
Mit seinen 90 Nm ist der Brose Drive S Mag der stärkste Motor aus unserer Vergleichsreihe. Dank des Einsatzes eines Riemens statt traditioneller Zahnräder bietet der Brose Drive S Mag Motor trotz seiner Power nicht nur eine geräuschärmere und wartungsärmere Lösung, sondern auch eine geschmeidige Kraftübertragung. Die bemerkenswerte Geräuschreduktion ermöglicht es, sich während der Fahrt voll auf die Strecke zu konzentrieren. Der Verzicht auf traditionelle Zahnradmechanismen minimiert Reibung und Vibrationen, was zu einer insgesamt leiseren Performance führt.
Wo liegt der Einsatzbereich des Brose Drive S Mag?
Der Brose Drive S Mag Motor findet vielseitigen Einsatz in verschiedenen Biketypen, darunter e-Mountainbikes und vollgepackte Trekkingbikes. In e-Mountainbikes bietet der Motor durch seine gute Unterstützung eine leistungsstarke Performance, die den anspruchsvollen Anforderungen von Offroad-Strecken gerecht wird. Darüber hinaus eignet sich der Brose Drive S Mag Motor ideal für Trekkingbikes, insbesondere wenn sie vollbeladen sind, beispielsweise beim Bikepacking. Die starke Unterstützung des Motors erleichtert das Fahren mit zusätzlichem Gewicht und ermöglicht ein komfortables und effizientes Fortbewegen, selbst wenn das e-Bike mit Gepäck beladen ist.
Wo liegen die Stärken und Schwächen des Drive S Mag von Brose?
Beim Brose Drive S Mag handelt es sich um einen Motor, der bereits lange auf dem e-Bike Markt verfügbar ist und damit schon die einen oder anderen Überarbeitungen und Feinschliffe genießen konnte. So hat die hier vorgestellte Version beispielsweise ein überarbeitetes Getriebe und einen verbesserten Riemen, was sich auch in Sachen Haltbarkeit bemerkbar macht. Die Besonderheit des Brose Drive S Mag Motors liegt damit in der innovativen Antriebskonstruktion.
Die Lautstärke und das Gewicht
Aufgrund der Konstruktionsweise greifen weniger Getrieberädchen ineinander, die ein Klappern erzeugen könnten. Wird es auf dem Trail ruppiger, ist der Brose E-Bike-Motor im Gegensatz zu vielen anderen Motoren des Testfelds mucksmäuschenstill.
Das Fahrverhalten
Für Leon zeichnet sich das Fahrverhalten des Brose Drive S Mag Motors durch seine beeindruckende Leistung und präzise Kontrolle aus. “Beim normalen Fahren merkt man, dass der Motor wirklich bis 25 km/h stark unterstützt. In Sachen Fahrverhalten kommt es natürlich immer auf das individuelle Empfinden der Fahrerin oder des Fahrers an. Im Besten Fall fährst du daher verschiedene Motoren und e-Bike Modelle zur Probe, um das Gesamtkonzept kennenzulernen und herauszufinden, ob das Fahrgefühl für dich stimmig ist.
Welche e-Bikes sind mit dem Brose Drive S Mag ausgestattet?
Über 30 Bikemarken weltweit setzen inzwischen auf einen e-Bike Antrieb von Brose. Specialized Motoren wie der 2.2/2.1 machen sich die Antriebseinheiten des deutschen Herstellers Brose zu Nutze und geben dem Ganzen mit ihrer eigenen Software einen individuellen Touch. So kommen beispielsweise Bikes wie das Specialized Turbo Como oder Turbo Tero mit Specialized 2.2 Antrieb, basierend auf dem S Mag Motor von Brose. Auch e-Mountainbikes aus der M1 Erzberg Reihe sind mit dem Brose Drive S Mag ausgestattet. Dank des kraftvollen Motors mit 90 Nm Drehmoment profitiert das Erzberg von den hervorragenden Leistungswerten, sodass auch herausfordernde Streckenabschnitte kein Problem mehr sind.
Was sind die Highlights am Drive S Mag von Brose?
- Vielseitiger Einsatz in verschiedenen Bike-Kategorien: Der Brose Drive S Mag Motor überzeugt durch seine Anpassungsfähigkeit und findet erfolgreich Einsatz in verschiedenen Biketypen. Insbesondere in e-Mountainbikes bietet er eine leistungsstarke Performance mit starker Unterstützung für anspruchsvolle Offroad-Strecken. Zudem eignet sich der Motor auch ideal für Trekking e-Bikes.
- Innovative Antriebskonstruktion mit Riemen statt Zahnrädern: Die Besonderheit des Brose Drive S Mag Motors liegt in seiner innovativen Antriebskonstruktion.
- Beeindruckendes Fahrverhalten und präzise Kontrolle: Das Fahrverhalten des Brose Drive S Mag Motors beeindruckt durch seine Leistung und präzise Kontrolle. Die starke Unterstützung bis zu 25 km/h bietet eine kraftvolle Fahrt.
Brose Drive Motoren im Überblick
Brose bietet verschiedene Motoren mit einer Betriebsspannung von 36 Volt an. Zusätzlich hat der Hersteller ein noch kraftvolleres Antriebssystem mit 48 Volt auf den Markt gebracht.
- Brose Drive C: Mit einem Drehmoment von 50 Newtonmeter bestens für die alltägliche Belastung gerüstet.
- Brose Drive T: Mit 70 Newtonmetern macht der Motor hier den Sprung zum echten Allrounder.
- Brose Drive S: Die Ansprüche, die sportliche Bergtouren an Dynamik und Leistung des Motors stellen, werden bei Brose von einem Drehmoment von 90 Newtonmetern erfüllt.
- Brose Drive TF: Der einzige Motor des Herstellers, welcher eine Unterstützung bis 45 km/h ermöglicht.
- Brose Drive H: Auch hier gibt es 90 Newtonmeter Drehmoment, dafür aber eine Unterstützung von bis zu 410 Prozent. Der Motor ist für eine Belastung von 250 Kilogramm ausgelegt und unterstützt besonders bei Anfahrten am Berg mit sehr starker Unterstützung.
- Brose Drive3 Peak: 95 Newtonmeter und bis zu 600 Watt Spitzenleistung bringt der Motor, der nach langer Ankündigung 2025 produziert werden soll.
Brose Displays im Überblick
- Brose Display Allround: Auf einem 1,5 Zoll großen Farbbildschirm bekommst du mit dem Brose Display Allround nicht nur die Fahrtdaten wie Geschwindigkeit und gefahrene Kilometer angezeigt.
- Brose Display Remote: Fünf Taster und sechs LEDs geben dir auf ungefähr zwei Mal viereinhalb Zentimetern genug Raum für das Wesentliche, aber keinen allumfassenden Überblick.
- Brose Display Central: Allen, denen das Display Allround etwas zu klein ist, bietet das 3,5 Zoll Display an der Mitte des Lenkers den passenden Überblick.
Tabelle: Technische Daten Brose Drive S Mag
| Feature | Wert |
|---|---|
| Max. Drehmoment | 90 Nm |
| Unterstützungsverhältnis | 410 % |
| Gewicht | 2,98 kg |
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