E-Bike mit Energierückgewinnung: Eine detaillierte Betrachtung

Die effiziente Nutzung von Energie spielt in der Elektromobilität eine große Rolle. Rekuperation, also die Energierückgewinnung, ist dabei ein entscheidendes Element. Mit der zunehmenden Bedeutung von E-Mobilität kommen immer mehr Menschen zum ersten Mal bewusst mit dem Thema in Kontakt.

Was bedeutet E-Bike Rekuperation?

Der Begriff Rekuperation leitet sich vom lateinischen Wort „recuperatio“ ab, das Wiedergewinnung bedeutet. E-Bike Rekuperation bezeichnet die Energierückgewinnung mithilfe des Motors beim Bremsen des Pedelecs. Ein Elektromotor mit der Fähigkeit zur Rekuperation nutzt die beim Bremsen erzeugte Energie, um sie in den Motor zurück zu speisen, statt sie als Wärme nur nutzlos in die Umgebung abzugeben und verpuffen zu lassen.

Wie funktioniert die Energierückgewinnung?

Die Energierückgewinnung basiert auf dem Prinzip, dass kinetische Energie (Bewegungsenergie) das Zusammenspiel von Magneten und einer Kupferspule ermöglicht. Im Motor des E-Bikes erzeugen rotierende Elemente Energie. Grundlage für die Generierung von Strom bei der Rekuperation im E-Bike ist das "Faradaysche Induktionsgesetz". Das Prinzip steckt in vielen Generatoren wie z. B. in Windrädern. Im E-Bike wird die Bewegung der Nabe bzw. des Nabenmotors beim schnellen Fahren genutzt. Der spürbare Widerstand wird aus Magnet und Spule erzeugt, wenn die Rekuperation aktiviert ist.

Vorteile der Rekuperation

  • Erhöhte Reichweite: Durch die Rückgewinnung wird die beim Bremsen oder bei Talfahrten erzeugte Energie zurückgewonnen, im Akku gespeichert und somit die Reichweite erhöht. Nach Schätzungen beträgt die Steigerung der Reichweite etwa 10 Prozent.
  • Schonung der Bremsen: Zusätzlich zur Energierückgewinnung schont die Rekuperation bei längeren Talfahrten die Bremsen.
  • Kostenlose Energie: Rekuperation bedeutet kostenlose Energie, die sonst einfach ungenutzt bliebe.

Welche E-Bikes sind für Rekuperation geeignet?

Nicht jeder E-Bike-Motor ist zur Energierückgewinnung geeignet. Ein Tretlagermotor, bei dem der Fahrer direkt auf auf die Fahrradkette einwirkt, kann beispielsweise nicht zur Rekuperation eingesetzt werden. Nur Nabenmotoren können zur Rekuperation eingesetzt werden.

Ob der Nabenmotor am Vorderrad oder am Hinterrad angebracht ist, ist im Prinzip egal, in der Praxis jedoch befinden sich Motoren fast immer am Hinterrad. Vor allem bei Nässe und Glätte ist das Vorderrad weniger belastbar als das Hinterrad und neigt eher zum Durchdrehen. Weitere Nabenmotoren gibt es beispielsweise auch von GreenMover oder Panasonic.

Allerdings sind nicht alle Antriebstypen für Energiegewinnung geeignet. Rekuperation ist möglich bei Nabenmotoren ohne Getriebe, also größeren und schwereren Direktantrieben, die meist hinten verbaut sind (z.B. BionX, Go SwissDrive, NeoDrives/Xion). Die Ausnahme ist ein neu entwickelter kleiner Hinterradmotor mit integriertem Getriebe von Panasonic, der zwischen 7 und 30 km/h rekuperiert. Der Controller muss auf die Rekuperation ausgelegt sein.

Die Mehrheit der verkauften E-Bikes nutzt keine Rekuperation. Ein Grund dafür ist beispielsweise, dass Mittelmotoren zu den beliebtesten Motoren zählen, eine Rekuperation ist bei ihnen aber nicht möglich.

Die Bedeutung des Controllers

Wichtig ist hier vor allem, dass die Hersteller die Controller weiterentwickeln, denn gerade in der Abstimmung zwischen Controller, Motor und Akku liegt noch viel Potential. Kritische Stimmen behaupten, dass die Rekuperation die Lebenszeit des E-Bike Akkus verkürzen kann. Dies soll durch Spannungsspitzen und zu schnelles Laden des Akkus geschehen. Allerdings sollte durch eine gute Abstimmung des Controllers dieser Effekt verhindert werden können.

Nachrüstung und Alternativen

Das Nachrüsten eines bestehenden Systems mit einer Rekuperationsnabe allein genügt nicht. Nachrüstsets gibt es je nach Hersteller zwischen 250 und 2.000 Euro. Da die Montage jede Menge technisches Know-how erfordert, empfehlen wir daher den Besuch bei einer spezialisierten Fahrradwerkstatt. Der Experte kann möglicherweise noch besser einschätzen, welches Motorenmodell für den Kunden infrage kommt.

Es ist davon abzuraten, ein billiges oder veraltetes E-Bike aufzurüsten - die neuen Kräfte, die dann auf das Rad wirken, könnte es nicht aushalten. In vielen Fällen kommt man tatsächlich günstiger weg, wenn man sich ein gebrauchtes oder neues E-Bike mit Rekuperation kauft.

E-Bike Modelle mit Rekuperation

Wir haben Ihnen einige E-Bike-Modelle zusammengetragen, die über ihren Heckmotor die Energierückgewinnung ermöglichen. Fyler Upstreet 6 7.10.

ADTS: Ein innovatives Antriebssystem mit Rekuperation

Ein neuer und besonderer E-Bike-Antrieb aus Europa steht in den Startlöchern: Niche Mobility aus Spanien steht vor der Markteinführung seines Automatic Digital Transmission System (ADTS). Der ADTS soll dabei ähnlich wie ein serieller Hybridantrieb funktionieren, bei dem der Motor von der Kurbel getrennt wird. Die Besonderheit bei ADTS: Die Kraftübertragung findet dennoch über einen Mittelmotor und einen Riemen statt. Die Kraft beim Pedalieren wird jedoch nicht direkt an den Riemen, sondern an einen Generator geleitet, der wiederum den Akku auflädt. Dieser versorgt den Motor, der eigenständig arbeitet.

Eine weitere Besonderheit von ADTS ist, dass der je nach Wahl 450 oder 650 Wh große Akku über eine regenerative Bremse wieder auflädt. Per Rekuperation ist der Antrieb in der Lage, bei Brems- und Verzögerungsvorgängen Energie zurückzugewinnen und so den Akku wieder zu laden, was natürlich der Reichweite zugutekommt. So sollen bis zu 80 km mit einer Akkuladung möglich sein.

Geplant ist, dass die Entwicklungsarbeit im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Ende 2024 sollen nach aktueller Planung dann die ersten 500 Einheiten produziert werden. Die Massenproduktion wird dann Schritt für Schritt ausgebaut.

Rekuperation bei E-Scootern

Durch innovative Technologie den Energieverbrauch reduzieren und effizienter gestalten - das geht auch bei E-Scootern! Die Energierückgewinnung bei E-Scootern ermöglicht es, das Fahrvergnügen energieeffizient zu gestalten. Beim Abbremsen in traditionellen, nicht-elektrischen Fahrzeugen geht die kinetische Energie, die während der Fahrt aufgebaut wurde, beim Abbremsen in Form von Wärmeenergie durch Reibung verloren. Die Energierückgewinnung bei einigen E-Scootern oder anderen Fahrzeugen ist eine bemerkenswerte Technologie, die auf den Prinzipien der Physik beruht, insbesondere auf dem Erhaltungssatz der Energie, der besagt, dass Energie nicht erzeugt oder zerstört, sondern nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden kann.

Wenn Du Deinen E-Scooter beschleunigst, verbraucht der Motor Energie aus dem Akku, um kinetische Energie zu erzeugen, die Dich vorwärtsbewegt. Bremst Du jedoch, wird dieser Prozess umgekehrt. Der Motor fungiert jetzt als Generator und die kinetische Energie, die Dein Roller während der Fahrt gesammelt hat, wird zurück in elektrische Energie umgewandelt.

Die Effektivität der Energierückgewinnung Deines E-Scooters hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art und Weise, wie Du fährst. Beispielsweise erzeugt eine lange, kontrollierte Abbremsung mehr rekuperierbare Energie als eine kurze, abrupte Bremsung. Es ist auch wichtig zu beachten, dass nicht die gesamte Energie, die beim Bremsen erzeugt wird, effektiv zurückgewonnen werden kann.

Vorteile der Rekuperation bei E-Scootern

  • Erweiterte Reichweite: Durch die Rückgewinnung und Speicherung von Energie während der Bremsphasen kann die Reichweite Deines E-Scooters verlängert werden.
  • Verschleißminderung: Die Energierückgewinnung bei E-Scootern wird oftmals zur Unterstützung der mechanischen Bremsen verwendet.

Die E-Scooter mit Rekuperation haben bereits einen bedeutenden Einfluss auf die Welt der E-Scooter und Elektromobilität insgesamt. Sie steht jedoch erst am Anfang ihrer Entwicklung. In der Forschung werden aktuell Technologien entwickelt, die die Effizienz der Energierückgewinnung mit E-Scootern weiter steigern sollen.

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