E-Bikes haben sich von einem Nischenprodukt zu einem bestimmenden Faktor auf dem Fahrradmarkt entwickelt. Bei der Konstruktion von E-Bikes erfreut sich die Integration des Akkus im Rahmen wachsender Beliebtheit. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile dieser Bauweise, vergleicht verschiedene Modelle und gibt Aufschluss über Testergebnisse.
Vorteile des integrierten Akkus im Unterrohr
Eine der beliebtesten Konstruktionsweisen für ein E-Bike mit integriertem Akku ist die Befestigung am Unterrohr des Fahrrads. Das bietet Fahrern einige Vorteile, unter anderem ein attraktives Design und ein guter Schwerpunkt beim Fahren. Doch auch im Bereich der praktischen Funktionalität zeigen sich einige Vorteile, die ein am E-Bike integrierter Akku am Gepäckträger oder Tretlager nicht bieten kann.
Natürliches Design
Bei den Bauweisen mit Akku am Gepäckträger oder Tretlager ist meist ein ziemlich dicker Akku verbaut, der an einen Klotz erinnert. Das wirkt auf viele Radler etwas unschön, da es mehr wie ein Fremdkörper denn eine Leistungsunterstützung wirkt. Ist ein am E-Bike integrierter Akku jedoch im Rahmen verbaut, so fügt er sich optisch meist nahtlos in das Gesamtbild des Fahrrads ein. Natürlich erkennt man beim genaueren Hinsehen ebenfalls, dass es sich um einen Akku handelt. Insgesamt ist das Gesamtbild durch die gleichmäßige Verteilung jedoch sehr stimmig.
Optimale Gewichtsverteilung
Ein E-Bike kann durchaus 7 bis 10 Kilogramm schwerer sein als ein vergleichbares Modell ohne Akku. Lagert man diesen nun beispielsweise unter dem Gepäckträger ein, so ist das Fahrrad sehr hecklastig und das Fahrgefühl fühlt sich weniger natürlich an. Bei einer Montage am Tretlager fällt das weniger schwer ins Gewicht durch die tiefe Positionierung unterhalb des durch den Fahrer sowieso gesetzten Schwerpunktes. Eine ideale Gewichtsverteilung für ein maximal natürliches Fahrgewicht eignet sich jedoch nur der Intube-Akku. Ergänzt wird dieser Effekt durch eine meist leichtere Konstruktionsweise, die zusätzlich zu einer hohen Wendigkeit beim Fahren beiträgt.
Erhöhte Stabilität und Schutz
Einerseits bekommt ein E-Bike mit integriertem Akku eine höhere Stabilität, wenn er am Unterrohr montiert ist. Durch den stabilen Akku, der meist am kompletten Unterrohr entlanggeführt wird, erreicht der Rahmen eine sehr hohe Steifigkeit gegenüber Verwindungen. Die feste Integration sorgt außerdem für ein gut geschütztes System, das Schmutz, Wasser und Diebstahl vorbeugt. Ebenso schützt der Rahmen den Akku sehr gut bei Stürzen, ein Hinausfallen ist durch die feste Montage kaum möglich.
Keine Einschränkungen bei der Nutzung
Während ein Gepäckträgerakku die Nutzung des Gepäckträgers und die Befestigungsmöglichkeiten einschränken kann, passiert dies nicht, wenn das E-Bike mit integriertem Akku die Intube-Position nutzt. Ebenso gibt es mittlerweile auch zahlreiche Modelle dieser Bauweise, die für den Tiefeinstieg konstruiert sind. Dieser kann sich als schwieriger erweisen, wenn ein im E-Bike integrierter Akku am Tretlager sitzt und so beim Einstieg erst überstiegen werden muss. Ein E-Bike mit integriertem Akku im Unterrohr umgeht all diese Probleme durch den vollkommen anderen Ansatz von Akku und Motor.
Nachteile des integrierten Akkus
Die feste Montage bietet zahlreiche Vorteile wie den zusätzlichen Schutz, eine erhöhte Stabilität, einer guten Gewichtsverteilung und kaum Einschränkungen in der Nutzung. Das ist gleichzeitig die einzige große Schwäche, die ein im E-Bike integrierter Akku im Unterrohr mit sich bringt: Er kann nicht einfach entnommen werden. Das bedeutet, dass das Ladegerät für den Akku immer direkt in der Nähe des Fahrrads angeschlossen werden muss, während der meist etwas unliebsamere Klotz einfach entnommen und an beliebigen Orten geladen werden kann. Berücksichtigt man diesen Faktor und findet eine gute Lösung dafür, ist ein im Rahmen integrierter Akku nahezu immer von Vorteil. Gerade im Reparaturfall bringt dieser Faktor bei neueren Modellen selten darüber hinausgehende nennenswerte Probleme mit sich. So lässt sich beispielsweise bei einigen Modellen einfach das Unterrohr bei Bedarf abmontieren, um Zugang zum Akku zu haben und eine notwendige Reparatur durchzuführen.
Beispiele und Testergebnisse
Kalkhoff Endeavour E-Pro
Das Kalkhoff Endeavour E-Pro 2019 ist ein Hingucker mit einem dezent im Rahmen integrierten 500 Wh Akku. Es bietet eine breite Größenauswahl und ist ideal für jede Altersklasse. Dank der perfekt austarierten Lage und dem daraus resultierenden guten Schwerpunkt ist das Rad jederzeit angenehm zu fahren. Die Daten zu Motor und Akku kannst du jederzeit auf dem übersichtlichen Intuvia-Display abrufen. Hier siehst du auf einen Blick die verfügbare Reichweite, den Akku-Stand und den aktuellen Fahr-Modus. Dank der am linken Lenkergriff montierten Fernbedienung musst du zur Steuerung nicht einmal die Hand vom Lenker nehmen.
Kalkhoff Endeavour E-Pro Wave
Das Kalkhoff Endeavour E-Pro Wave ist ein E-Bike der neuesten Generation mit vollintegriertem Akku und Bosch Performance Line Antrieb. Der Gepäckträger ist Racktime-kompatibel und fügt sich optisch formschön ist das Gesamtbild des Kalkhoff Endeavour E-Pro Wave ein. Die Optik wirkt sehr aufgeräumt und verleiht dem Rad einen durchdachten Eindruck. Das Kalkhoff Endeavour E-Pro Wave fährt sich sofort souverän und angenehm. Man fühlt sich sofort wohl und spürt schnell das starke Drehmoment von 63 Nm des Bosch Motors. Kalkhoff bietet mit dem Kalkhoff Endeavour E-Pro Wave zu einem Preis von 2599,- ein sehr hochwertig verarbeitetes und ausgestattetes E-Bike zu einem sehr fairen Preis.
Leichte E-Bikes im Test
Leichte E-Bikes sehen nicht nur toll aus, sondern fahren auch agil und lassen sich ohne Motorhilfe bewegen. Minimalistisch ausgestattete E-Bikes werden häufig auch als Urban- oder Gravel-E-Bikes bezeichnet. Man könnte sie auch Pendler-Pedelecs nennen. In jedem Fall sind sie besonders leicht - jedenfalls für ein Fahrrad mit elektrischem Antrieb. Meist wiegen sie unter 20 kg. Doch dafür muss der Käufer einige Kompromisse eingehen. Anders als robuste City-E-Bikes bieten Urban-E-Bikes überwiegend kleine Akkus. Aus Gewichtsgründen verzichten die meisten E-Bikes dieser Klasse auf Gepäckträger und Schutzbleche. Aus dem gleichen Grund findet man auch keine gefederte Gabel.
Hier eine Übersicht einiger getesteter leichter E-Bikes:
| Modell | Gewicht (ca.) | Preis (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Fiido Air | 14 kg | 1499 € | Carbon-Rahmen, Riemenantrieb |
| Engwe Mapfour N1 Air ST | 16 kg | 1499 € | Carbonrahmen, GPS-Tracking |
| Fiido C21 | 18 kg | 899 € | Preis-Leistungs-Sieger, hydraulische Scheibenbremsen |
Fiido Air im Detail
Das Fiido Air ist ein futuristisches E-Bike mit Carbon-Rahmen, das gerade mal 14 Kilogramm wiegt. Mit wartungsarmem Riemenantrieb, Fingerabdrucksensor und ohne Display setzt es auf Minimalismus pur. Doch hinter der schicken Fassade verbergen sich Macken, die den Fahrspaß trüben. Mit 13,75 Kilogramm ist es federleicht und lässt sich problemlos ein paar Stufen tragen. Preislich startet das Fiido Air bei 1499 Euro. Aktuell liegt dem E-Bike eine korrespondierende Smartwatch im Wert von 99 Euro bei.
Bei der Verarbeitung offenbaren sich jedoch Mängel: Die Steckachse vorn zieht die Gabel zusammen, wodurch die Bremse in einigen Situationen an den Speichen schleift - ein klarer Konstruktionsfehler. Auch die Carbon-Sattelstütze rutscht bei Belastung in den Rahmen, wenn man nicht mit Klebeband nachhilft. Fiido gewährt 24 Monate Garantie auf das E-Bike und 36 Monate auf den Rahmen.
Das Fahren mit dem Fiido Air macht richtig Spaß! Die sportliche Sitzposition, typisch für Gravelbikes, sorgt für ein dynamisches Fahrgefühl. Der Mivice M070 Motor (250 Watt, 35-40 Nm) arbeitet flüsterleise und bietet eine angenehm dezente Unterstützung. Der fest im Rahmen integrierte Akku fasst 208 Wh - nicht gerade üppig. Im Test erreichte ich bei voller Unterstützung, hoher Geschwindigkeit, 20 Grad Außentemperatur und vielen Ampelstopps etwa 30 Kilometer Reichweite.
Worauf Sie beim Kauf eines E-Bikes achten sollten
Bevor Sie ein E-Bike kaufen, sollten Sie einige Aspekte beachten. Im Folgenden zeigen wir Ihnen kurz, welche Aspekte einen Einfluss auf Ihre Kaufentscheidung haben sollten:
- Einsatzzweck: Überlegen Sie sich, wofür Sie Ihr E-Bike verwenden werden. Möchten Sie lediglich zwischen Arbeit und Ihrem Zuhause pendeln oder möchten Sie längere Touren absolvieren? Nicht alle Modelle sind für jeden Einsatzzweck geeignet.
- Rahmenform: Hier haben Sie die Wahl zwischen einem Tiefeinsteiger-, Trapez- und Diamantrahmen. Viele Modelle sind mit Trapez- oder Diamant-Rahmen verfügbar.
- Reichweite: Je größer der Akku, desto höher die Reichweite. Daher sollten Sie auch auf den Akku achten. Für den Stadtverkehr ist ein großer Akku nicht wichtig, doch gerade für Trekking-Bikes sind größere Akkus empfehlenswert.
- Motor: Der Motor ist das Herzstück eines E-Bikes. Wichtig ist hierbei ein Blick auf das maximale Drehmoment. Je größer dieses ist, desto stärker auch der Motor.
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