Tiefeinsteiger E-Bikes zeichnen sich durch ihre niedrige Rahmengestaltung mit einem tiefen Einstieg aus, die das Auf- und Absteigen erleichtert. Da das Bein beim Aufstieg und Abstieg nicht so weit angehoben werden muss, ermöglicht der Tiefeinsteiger im Gegensatz zu herkömmlichen Bikes ein besonders komfortables Fahrerlebnis. Insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Gleichgewichtssinn ist dies daher als großer Vorteil zu betrachten.
Vorteile von E-Bikes mit tiefem Einstieg
- Barrierefreiheit: Die niedrige Einstiegshöhe macht das E-Biken für Menschen jeden Alters und mit eingeschränkter körperlicher Verfassung zugänglich.
- Komfort: Das Ein- und Aussteigen bei Tiefeinsteiger E-Bikes ist viel einfacher und erfordert weniger Anstrengung als bei herkömmlichen Fahrrädern.
- Hoher Fahrkomfort: Dank der aufrechten Sitzposition und ergonomischen Eigenschaften wird der Druck auf Rücken und Handgelenke reduziert.
- Mehr Sicherheit: Der einfache Einstieg sorgt dafür, dass man jederzeit schnell auf- und absteigen kann.
Was sie jedoch mit ihrem Waverahmen anderen Radgattungen voraushaben, ist ihr breites Einsatzspektrum. Mit tiefem Durch- beziehungsweise Einstieg eignen sie sich für Frauen und Männer jeden Alters und Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Gleichzeitig sind sie - abgesehen von langen Touren und für Schwertransporte - beinahe universell nutzbar. Je nach Ausrüstung meistern sie sowohl die Fahrt zum Bäcker als auch einen Kurzausflug zum Badesee.
Testergebnisse und wichtige Aspekte
Die Stiftung Warentest hat 11 Tiefeinsteiger mit E-Motor genau unter die Lupe genommen. Nicht immer war die Stiftung Warentest mit der Qualität der E-Bikes zufrieden. Auch aktuell gibt es einige Modelle, welche die Tester nicht überzeugen. Mit der Note Gut (1,9) führt das Schweizer E-Bike die Liste an. Besonders das stabile Fahrverhalten (auch unter Last) und die Funktion der Gangschaltung hoben die Tester hervor.
Ein integrierter Akku und ein tiefer Einstieg, so sieht ein komfortables City-E-Bike aus. Doch die Verarbeitung, die verwendeten Komponenten und die Motorisierung machen den Unterschied.
Sicheres Fahrverhalten
Wegen der weit gespannten Zielgruppe ist sicheres Fahrverhalten bei Tiefeinsteigern Pflicht. Bei früheren Generationen gab es damit Probleme - sie neigten vor allem beladen mit Gepäckträger oder bei freihändigem Fahren zum Rahmenflattern.
Um trotz fehlendem Oberrohr einen stabilen Rahmenverbund zu erreichen, bauen die Konstrukteure heute vor allem im Tretlagerbereich Verstärkungen ein. Sie legen das zentrale Rahmenrohr recht voluminös aus und binden es möglichst flächig ans Steuerrohr an. Die Integration des Akkus in den Rahmen erfordert ohnehin Volumen - hier ist es auch fahrdynamisch hilfreich. Doch E-Bikes mit Waverahmen sind deshalb vergleichsweise schwer.
Und trotz des hohen Materialeinsatzes - die Pedelecs unseres Tests wiegen im Durchschnitt 28 Kilo - und durchgehend hoher Steifigkeitswerte zeigen drei der fünf Tiefeinsteiger im Fahrtest Schwächen bei der Fahrstabilität. Beim Bergamont E-Horizon, dem Cannondale Adventure und dem Qwic i MN7+ lässt sich, freihändig gefahren, Lenkerflattern provozieren, sobald sich nennenswertes Zusatzgewicht auf dem Gepäckträger befindet. Auch wenn das Phänomen mit nur wenig Last auf dem Träger oder mit den Händen am Lenker nicht auftritt, birgt das instabile Fahrverhalten im Extremfall ein Unfallrisiko. Die Fahrsicherheitsnote der drei Pedelecs wurde deshalb abgewertet.
Motor und Antrieb
Nur drei der fünf E-Bike Tiefeinsteiger sind mit Bosch-Motoren ausgerüstet. In den Rahmenknoten von Bergamont, Cannondale und KTM arbeiten bewährte Bosch-Antriebe. Das schwere Liv Allure ist dagegen mit einem Giant SyncDrive Core motorisiert. Der Giant-Antrieb stammt grundsätzlich von Yamaha und kann es in puncto Laufeigenschaften und Leistungsdaten locker mit den etablierten Platzhirschen von Bosch und Shimano aufnehmen. Der Bafang-Mittelmotor im Qwic stammt aus chinesischer Fertigung. Auch er überzeugt mit hohem Drehmoment und ordentlicher Leistung.
Komfort
Stiefmütterlich behandeln die Hersteller nach wie vor den Fahrkomfort. Das erstaunt, denn gerade Fahrerinnen und Fahrer von E-Bike Tiefeinsteigern dürften großen Wert auf Bequemlichkeit legen. Dass hier keines der Testräder auf eine sehr gute Note kommt, liegt hauptsächlich an den verbauten Federgabeln. Sie sind nur in engen Grenzen aufs Systemgewicht einstellbar und reagieren wenig sensibel auf Störungen vom Untergrund.
ADAC Test: Günstige E-Bikes unter der Lupe
Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.
Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle.
Bei den meisten der getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs fielen dabei die geringe Reichweite des Akkus und die lange Ladedauer auf sowie Defizite beim Antrieb.
Ergebnisse im Detail
Das Modell von Heybike erreichte auf dem Prüfstand beim Test aber nur 35 Kilometer und fällt damit negativ auf. Das mit 509 Wattstunden ausgestattete Pedelec von Grundig braucht weit über neun Stunden (580 Minuten), um den leeren Akku komplett wieder voll zu laden. Dreimal schneller geht das beim Modell von Prophete.
Schadstoffbelastung
Bei allen anderen Pedelecs wurde der Schadstoff Naphthalin in den Griffen und im Sattel gefunden. Zudem wurde der Weichmacher DEHP in den Griffen bei dem Pedelec von Mokwheel und im Sattel beim Pedelec von Grundig gefunden.
Empfehlenswerte Modelle
- Flyer Gotour6 3.40: Mit der Note Gut (1,9) führt das Schweizer E-Bike die Liste an. Besonders das stabile Fahrverhalten (auch unter Last) und die Funktion der Gangschaltung hoben die Tester hervor.
- Deruiz: Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test und guter Ergonomie überzeugte dieses E-Bike.
- Fischer E-Bike Cita 2.2i: Dieses Pedelec überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem.
- Velo de Ville SEB 990 Pro: Ein E-SUV mit klarer Komfortausrichtung und Premium-Komponenten - ideal für Vielfahrer mit Budget.
- Winora Yakun X12: Viel Ausstattung und Reichweite fürs Geld - mit kleinen optischen Schwächen.
Einige Modelle im Überblick:
| Modell | Motor & Akku | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Velo de Ville SEB 990 Pro | Bosch Performance Line CX Smart, 750 Wh | 30,6 kg | Extrem konfigurierbar, hochwertige Ausstattung |
| Winora Yakun X12 | Bosch Performance Line CX, 750 Wh | ca. 30 kg | Reichweitenstark, sehr gute Lichtanlage |
| Gudereit EC 5.8 Evo | Bosch Performance Line, 625 Wh | ca. 28,5 kg | Riemenantrieb, Nexus-5-Gang-Schaltung |
| Riese & Müller Nevo4 GT | Bosch Performance Line CX, 625 oder 750 Wh | ca. 30 kg | Enviolo-Automatik, Riemenantrieb, sehr komfortable Geometrie, top Verarbeitung |
| SMAFO Luca | Bafang-Nabenmotor, 522 Wh | ca. 27 kg | günstiges, solides Stadtrad |
Für wen ist ein E-Bike Tiefeinsteiger geeignet?
Es eignet sich vor allem für Menschen mit einem hohen Bedürfnis für Komfort und Benutzerfreundlichkeit.
Als mögliche Zielgruppen kommen dabei infrage:
- Senioren
- Menschen mit limitierter Mobilität
- Stadtfahrer
- Personen, die mit Lasten fahren
- Wiedereinsteiger
- Touristen
- Alltagsfahrer
Kaufberatung: Die wichtigsten Kriterien
Beim Erwerb eines E-Bikes als Tiefeinsteiger ist eine sorgfältige Abwägung der verschiedenen Aspekte von entscheidender Bedeutung.
Hier sind einige Schlüsselfaktoren, die es zu beachten gilt:
- Komfort: Die Qualität eines E-Bikes lässt sich mitunter an seiner Federung bemessen.
- Motorleistung: Wer zum Beispiel bei Steigungen mehr Tret-Unterstützung und damit mehr Drehmoment benötigt, sollte auf einen leistungsschwächeren, drehfrequenzgesteuerten Antrieb verzichten.
- Sicherheit: Die Antriebssteuerungen müssen so ausgelegt sein, dass bei Abbruch des Tretens die elektrische Unterstützung sofort unterbricht. Ein Nachlaufen des Motors kann, besonders wenn abruptes Bremsen nötig ist, gefährlich sein.
- Akkuleistung: Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen. Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
- Zulässiges Gesamtgewicht: Wer Gepäck oder auch Kinder mitnehmen möchte - egal ob im Fahrradanhänger oder Fahrradkindersitz - hat das Gesamtgewicht schnell überschritten.
- Beleuchtung: Die Beleuchtung muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden. Auch Reflektoren müssen am Elektrorad vorhanden sein.
- Probefahrt: Die erste Probefahrt stets ohne elektrische Unterstützung durchführen.
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