Komponenten-Riese Shimano platziert die neue Alfine-Nabe mit 11 Gängen genau in der Mitte zwischen Alfine 8- und Rohloff-Getriebenabe. Fast alle Radhersteller im Schlüsseljahr 2011 haben darauf reagiert. Im Schlüsseljahr 2011 geht Shimano voll aufs Gas: Die völlig neu konstruierte Alfine 11-Nabe packt genauso viele Gänge in ihre polierte Nabenhülse, ist extrem wartungsarm und leise.
Technische Details und Eigenschaften
Mit nur etwa 1660 Gramm wiegt die Nabe ungefähr genauso viel wie ihre 8-fach-Schwester. Gesteuert wird die Neue über einen modernen Rapid-Fire-Schalter, der mit je einem Schalthebel die Gänge rauf oder runter schaltet, bei Bedarf auch zwei auf einmal („Multi-Release“). Wie von der Kettenschaltung her bekannt, lässt sich per „Two-Way-Release“ der Hebel zum Runterschalten von beiden Richtungen entweder mit dem Daumen oder dem Zeigefinger bedienen.
Erfahrungen und Alltagstauglichkeit
Ich bin umgestiegen. Seit gut einem halben Jahr fahre ich Riemen. Nach Jahrzehnten auf Fahrrädern mit Kette habe ich mir endlich ein Trekkingbike für den Alltag mit Riemenantrieb zugelegt. Schon lange nervt mich die Ölmatsche an der Kette, die sich aus Schmiermittel in Kombination mit dem Staub der Waldwege ergibt.
Jetzt habe ich die ersten 2.000 km auf meinem Breezer Beltway 11+ hinter mir. Ein Fahrrad für den Alltag braucht bei mir ein gewisses Design-Niveau. Auf meinem täglichen Weg überwinde ich 200 Höhenmeter. Die höchste Steigung liegt bei ca. 8 %. Mir war klar, dass die Alfine 11-Gang in der Entfaltung nicht an die üblichen 27 oder 30 Gänge der Kettenschaltung heranreicht.
In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass eine Pedalumdrehung im kleinsten bzw. größten Gang der Alfine 11 mit den 28-Zoll-Laufrädern in 2,50 m bis 9,40 m Strecke umgesetzt wird. Für die 8 % Steigung, die meinen Kreislauf morgens in Schwung bringen, reicht das gut aus. Die Alfine schaltet sauber.
Der Riemen selbst hat mehr Widerstand als eine gut gepflegte Kette, was insbesondere am Anfang deutlich zu spüren war. Nach einer gewissen Strecke legte sich das und ist heute wenig zu spüren. Mein Gates-Riemen läuft jetzt sein 2.000 km problemlos. Zweimal habe ich ihn mit Wasser saubergespült und weder Hände noch Auto bekommen im Mobilitätsmix „Kofferraum“ Flecken.
Der Riemen ist ein geschlossener Ring und nötigt den Rahmenbauer dazu, den Rahmen im Bereich des Hinterrads so zu konstruieren, dass man ihn öffnen kann. Nur so kann der Riemen durch den Rahmen zum Hinterrad geführt werden. Beim Breezer ist das so verdeckt gemacht, dass man es nur sieht, wenn man danach sucht. Keine Schraube oder Verbindung ist sichtbar. Die Führung der Züge und Kabel ist im Bereich des Unterrohrs in einer Rinne versenkt und mit einer Kunststoffblende abgedeckt.
Die Marke, die 1974 von Joe Breezer in Kalifornien gegründet wurde, gehört zu den ganz frühen Mountainbike-Marken und hat bis heute einen unglaublichen Erfahrungsschatz gesammelt. Sie behauptet von sich, Räder für verschiedene Gelände zu bauen - mit unbeschwerten und lebhaften Fahrverhalten, die dem Fahrern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Rahmengeometrie und sicheres Fahrverhalten durch hohe Rahmensteifigkeit passen perfekt. Das Fahrrad vermittelt ein sicheres Gefühl auf verschiedensten Untergründen. Die wartungsarme Technik ist bisher ein Versprechen, das eingehalten wurde.
„Mit der Alfine 11 bringt Shimano eine sportliche Nabenschaltung mit Rennrad-Genen, die eine deutlich größere Zielgruppe der Viel- und sportiven Tourenfahrer sowie Pendler anspricht. Sie überzeugt in Sachen Bedienbarkeit und Wartungsarmut, bietet eine überschaubare Gangzahl und begeistert uns auch in punkto Entfaltung.
Alfine im Vergleich
Mit Pinion, Rohloff, Enviolo NuVinci und Alfine gibt es unterschiedliche Getriebeschaltungen für das Fahrrad.
| Pinion | Rohloff | Enviolo NuVinci | Alfine | |
|---|---|---|---|---|
| Max. Übersetzung | 636% | 526% | 380% | 307% - 409% |
| Max. Gangzahl | 18 | 14 | Stufenlose Gänge | 8 oder 11 |
| Anschaffungskosten | Fahrräder samt Pinion Getriebe fangen aktuell bei ca. 2.500 € an. Seit 2019 auch für den Endverbraucher ab 649€ bis 1.499€ erhältlich. | Ca. 1000 € | Ca. 350-400 € | Ab 150€ für die 8-fach Nabe ohne Zubehör, ca. 300€ für die 11-fach Variante |
Vor- und Nachteile des Systems
Die Vor- und Nachteile der Alfine Nabe betreffen einerseits die Entscheidung zwischen Ketten- und Nabenschaltung und andererseits die Positionierung im Feld der Nabenschaltungen, also gegenüber der Konkurrenz.
Vorteile
- dauerhafte Zuverlässigkeit
- wenig Verschleiß
- kaum Wartung notwendig
- hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen
- sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
- vielseitig einsetzbar - in E-Bike und "normales" Fahrrad
- leichte, intuitive Bedienung - Option unterschiedlicher Schalthebel
- automatischer Gangwechsel in Verbindung mit dem Shimano Steps Motor möglich
Nachteile
- etwas schwerer als Kettenschaltungen
- geringere Übersetzungsbandbreite als die Rohloff Speedhub
Die Vorteile der Nabenschaltung liegen in ihrer dauerhaften, verschleißarmen Nutzung. Eine Nabenschaltung braucht im Allgemeinen deutlich weniger gewartet zu werden, als eine Kettenschaltung. Weiterhin läuft die Kette hier stets optimal geradeaus, wodurch der Verschleiß gering gehalten wird. Dadurch, dass der eigentlich Schaltvorgang im Innern der Nabe abgeschottet von äußeren Einflüssen stattfindet, ist dieser Schaltungstyp unempfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen als eine Kettenschaltung, bei der Wasser und Dreck von der Straßen direkt auf die Schaltkomponenten gelangen.
Gegenüber anderen Nabenschaltungen zeichnet sich die Alfine Schaltung vor allem durch ihr gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Als direkte Konkurrenz ist die geringfügig schwerere Rohloff Speedhub anzusehen. Diese ist mit einem Anschaffungspreis von rund 1200€ drei- bis viermal so teuer wie die Alfine Nabe. Rohloff bietet für diesen Preis eine Nabe mit 14 Gängen und einem Übersetzungsspektrum von über 500% an. Die Rohloff Nabe ist damit die Oberklasse der klassischen Nabenschaltungen. Ihr Kundenstamm setzt sich vor allem aus Leuten zusammen, die viel bis sehr viel mit dem Rad unterwegs sind. Wer auf das zusätzliche Übersetzungsspektrum verzichten kann, ist mit der Shimano Alfine Nabe bestens bedient.
Shimano Alfine Nabenschaltung
Für wen eignet sich die Alfine Nabenschaltung? Die Shimano Alfine Nabenschaltung eignet sich für all diejenigen, die sich eine zuverlässige Schaltung für den sorgenfreien Gebrauch des Alltagsrads oder für längere Ausfahrten am Wochenende wünschen. Die Nabenschaltung ist wahlweise mit 8 oder 11 Gängen ausgestattet. Die 8-fach Variante eignet sich für flaches bis welliges Terrain, stößt aber bei steilen Anstiegen an ihre Grenzen. Die 8-fach Nabe ist damit prädestiniert für die Nutzung im städtischen Terrain und für Radtouren in tendenziell ebenen Gegenden. Die 11-fach Alfine Schaltung ermöglicht schon einen flexibleren Einsatz. Sie eignet sich für längere Fahrten zur Arbeit und kann am Wochenende auf ausgedehnteren Touren über den einen oder anderen längeren Anstieg genutzt werden.
Welche Varianten gibt es und worin unterscheiden sich diese?
Shimano bietet mehrere Varianten der Alfine Nabenschaltung an. Sie kann mechanisch oder elektronisch geschaltet werden und ist in beiden Varianten wahlweise mit 8 oder 11 Gängen erhältlich. Alle Alfine Naben sind mit einer Bremsscheiben-Aufnahme ausgestattet und können so wahlweise an Rädern mit Scheiben- oder Felgenbremse genutzt werden.
Der Unterschied zwischen der elektronischen und der mechanischen Shimano Alfine Schaltung besteht darin, wie der Schaltimpuls vom Schalthebel am Lenker an das Getriebe im Innern der Nabe übertragen wird. Bei der mechanischen Schaltung kommt hier ein Schaltzug zum Einsatz. Bei der elektronischen Variante sitzt ein Stellmotor auf der rechten Seite der Nabe. Dieser stellt den gewünschten Gang ein, nachdem die Fahrerin oder der Fahrer den Schalthebel betätigt hat. Die Anzahl der Gänge macht sich bei der Shimano Alfine Nabe hinsichtlich der Übersetzungsbandbreite, also dem Unterschied zwischen kleinstem und größtem Gang, bemerkbar. Bei der 8-fach Schaltung beträgt dieser Unterschied 307%. Wenn das Hinterrad im kleinsten Gang eine Umdrehung pro Kurbelumdrehung zurücklegen würde, wären es im größten Gang damit drei Radumdrehungen pro Kurbelumdrehung. Wählst du die 11-fach Schaltung, beträgt dieser Unterschied 409%.
Wie schaltet die Alfine Nabenschaltung?
Der Gangwechsel zwischen den 11 beziehungsweise 8 Gängen der mechanischen Shimano Alfine Nabenschaltung erfolgt über einen klassischen Schalthebel, der auf der rechten Seite des Lenkers angebracht ist. Dieser verfügt über zwei Hebel, die immer wieder in ihre Ausgangsposition zurückspringen und somit in jeder Situation erreichbar sind. Der vordere Hebel ist zur Betätigung mit dem Daumen ausgelegt. Mit diesem wechselst du in den nächstniedrigeren Gang. Der hintere Hebel lässt sich gut mit dem Zeigefinger erreichen und dient dem Wechsel in eine größere Übersetzung.
Wenn du die elektronische Alfine Nabenschaltung, die sogenannte „DI2“-Version, nutzt, wird der Schaltimpuls ebenfalls über einen Daumenschalthebel ausgelöst. Ein Stellmotor, der außen an der Nabe angebracht ist, sorgt dann für den Gangwechsel. Alternativ kann die Alfine DI2 auch über einen Brems-Schalthebel bedient werden, der für die Montage am Rennradlenker entwickelt wurde. Über zwei Tasten auf der äußeren Seite des Bremshebels kannst du hoch- und runterschalten.
Die Alfine Schaltung verfügt weiterhin über die Option eines automatischen Gangwechsels. Wird die Nabe in einem E-Bike mit einem Shimano Steps Motor genutzt, besteht die Möglichkeit, dem System „beizubringen“, wann es schalten soll. Der Bordcomputer registriert dann, in welchen Situationen die Fahrerin oder der Fahrer bevorzugt schaltet und mit welcher Trittfrequenz bevorzugt gefahren wird. Auf dieser Grundlage besteht dann die Möglichkeit, die Gänge automatisch durch den Bordcomputer wechseln zu lassen.
Kann ich jedes Fahrrad damit nachrüsten?
Die Shimano Alfine Nabe ist mit einer 10mm Achse ausgestattet und ist 135mm breit. Sie kann somit in jedes Rad mit „normalen“ Ausfallenden eingebaut werden. Eine Nachrüstung ist an nahezu jedem Trekking- oder Citybike problemlos möglich. Bei der Nachrüstung macht es in den meisten Fällen Sinn, direkt ein komplettes Hinterrad mit Alfine Nabe zu kaufen.
Wer ein neues Rad mit Alfine Nabe anschafft, kann sich überlegen, einen Rahmen zu wählen, der direkt für die Nutzung mit einer Nabenschaltung ausgelegt ist. Solche Rahmen zeichnen sich durch horizontal verschiebbare Ausfallenden aus. Diese ermöglichen, die Kette stets auf der optimalen Spannung zu halten.
Die Alfine im E-Bike Bereich
Stevens hat dieses E-Tourenrad mit einer automatischen Nabenschaltung von Shimano und einem wartungsarmen Riemenantrieb ausgestattet. Die Alfine-Schaltung wechselt die Gänge je nach Trittfrequenz und Pedalkraft. Das ist gut für alle, die sich nicht mit dem Finden des optimalen Gangs beschäftigen möchten.
Die Schaltung ist mit dem Motor synchronisiert, das erlaubt geschmeidige Gangwechsel ohne Last auf dem Antrieb.
Die 11-Gang-Nabenschaltung von Shimano wechselt die Gänge automatisch. Eine Bergziege ist das E-11 nicht, Unterstützungsfaktor und Motorleistung sind mittelmäßig. Dafür ist die Reichweite top.
Für Einsteiger, die bei Radtouren in einfachem Gelände unkomplizierte Handhabung genießen möchten, ist dieses Tourenrad eine gute Wahl.
Beim E-11 konnte uns die Automatik-Schaltung überzeugen, das größte Plus ist der Akku, der viel Reichweite für lange Touren liefert.
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