Shimano E-Bike Motortest: Ein umfassender Überblick

Shimano ist ein wichtiger Akteur in der E-Bike-Welt und bietet eine breite Palette an Antriebssystemen für verschiedene Anwendungen. Von City-E-Bikes bis hin zu E-Mountainbikes hat Shimano für jeden Bedarf den passenden Motor.

Shimano Steps E5000: Leicht und günstig für die Stadt

Der Shimano Steps E5000 richtet sich speziell an das komfortable Fahren in der Stadt und ist eine günstige Alternative zu anderen E-Bike-Antriebssystemen. Das Ziel ist es, den Fahrspaß in der City auch für Menschen mit schmalerem Budget zu ermöglichen. Für all solche Tätigkeiten soll der Shimano Steps E5000 die geeignete Unterstützung bieten.

Die kompakte Bauweise des Elektromotors kommt der Idee des Fahrens wie auf dem Fahrrad entgegen. Das geringe Gewicht von nur 2,5 kg trägt maßgeblich dazu bei, das Fahrgefühl auf einem E-Bike mit Shimano Steps E5000 Antriebssystem so natürlich wie möglich zu halten. Obwohl das E5000 E-Bike Antriebssystem mit 40 Nm etwas weniger Drehmoment vorweist, als zum Beispiel der Shimano Steps E6100, ist die Unterstützung des Elektromotors einem anstrengenden Alltag angemessen.

Akkuleistung und Schaltoptionen

Nicht nur die Akkuleistung, sondern auch die Akkuposition haben Einfluss auf die Fahreigenschaften eines City- oder Urban E-Bikes. Im Fall des Shimano Steps E5000 hat man über beide Faktoren die Kontrolle. Die E-Bike Modelle können mit integriertem Akku, mit Gepäckträgerakku oder mit Unterrohrakku versehen werden. Sowohl Ketten-, als auch Nabenschaltungen, als auch elektronische Schaltungen sind mit dem Shimano Steps E5000 kombinierbar. Dazu zählt nicht zuletzt auch die speziell für E-Bikes entwickelte Getriebenabe Shimano Nexus Inter-5E, die einen Übersetzungsumfang von 263% und fünf Gänge anbietet.

Individuelle Anpassung des Shimano E5000

Aus einer Palette von Gangschaltungen und Akkuoptionen wählen zu können, ist bereits ein interessantes Angebot. Über eine Bluetoothschnittstelle lässt sich der Antrieb mit der Shimano E-Tube App auf dem eigenen Smartphone verbinden. Mit diesem System ist es nun möglich den Fahrmodi Eco, Normal und High bestimmte Fahrprofile zuzuweisen, die sich wiederum anpassen lassen. Über ein simples Menü lässt sich einstellen, ob die Unterstützung durch den Antrieb eher dynamisch, oder doch lieber etwas zurückhaltender ausfallen soll.

Display, Smartphone oder Junction Box

Möglichst viele hilfreiche Informationen während der Fahrt oder doch lieber ein aufgeräumtes City E-Bike Cockpit? Es ist eine weitere Entscheidung, die einem der japanische Hersteller überlässt. Das Shimano Steps E5000 Antriebssystem lässt sich entweder mit einem hauseigenen Display steuern, mit dem persönlichen Smartphone und der E-Tube App, oder aber auch nur mit der Junction-Box EW-EN100. Das Display oder auch das Drittgerät können ohne Schwierigkeit abgenommen werden. Somit reduziert man die Anzeigefunktionen mit Akkustand und gegenwärtigem Unterstützungsmodus auf das Wesentliche und kann sie wieder hinzuziehen, wenn man sich mehr Funktionen wünscht.

Shimano EP801: Mehr Power für E-Mountainbikes

Mit dem EP801 löst Shimano den bewährten Vorgänger EP8 ab. Der Shimano EP801 soll mit einem breiteren Einsatzgebiet, mehr Power und vielen cleveren Funktionen punkten. Das neue Modell basiert zwar auf dem bewährten Shimano EP8, wurde aber sowohl in Soft- als auch Hardware nochmals überarbeitet. So soll er nicht nur mehr Maximalleistung bieten, sondern auch über einen breiteren Trittfrequenzbereich mit hoher Leistung unterstützen.

Ein weiteres Feature ist das Shimano-ABS, das in Zusammenarbeit mit Blubrake entwickelt wurde. Die Hardware basiert auf einem normalen EP801 und unterscheidet sich mit Ausnahme des RS-Stickers nicht von den herkömmlichen Shimano-Motoren in anderen Bikes. Die Software hingegen drosselt das maximale Drehmoment von 85 auf 60 Nm - auch wenn man beim RS-Emblem im ersten Moment mehr Power erwarten würde.

Technische Daten des Shimano EP801

  • Gewicht: 2,65 Kilo
  • Akkugrößen: Diverse Hersteller von 360 bis 900 Wattstunden, große Auswahl
  • Fahrstufen: Eco, Trail, Boost / Optional bis zu 15 Stufen individuell konfigurierbar
  • Leistungsdaten (max.) aus dem Labor: 79 Newtonmeter, 545 Watt
  • Mit Shimano Di2 automatische Schaltung möglich
  • Systemupdates über die App möglich

Charakter und Kraftentfaltung

Charakterbildend für den Steps-Antrieb EP801 ist nach wie vor der drehmomentstarke Schub von unten, also bei niedriger Trittfrequenz und geringem Fahrerinput. Positiv fällt auch die geschmeidige Modulation und das sanfte Einsetzen des Vortriebs auf - das gelingt besser als beim Vorgänger. Lediglich beim Pendeln um 25 km/h stört der On-off-Charakter und der deutlich spürbare Wechsel von ein- und ausgeschaltetem Motor.

Die Geräuschkulisse ist nicht gerade die große Stärke des EP801. Bergauf gehört er zu den lauteren Antrieben, vergleichbar mit dem Bosch Performance CX. Die Frequenz des Shimano ist allerdings etwas tiefer und wird von den meisten Testern eher positiv wahrgenommen. Bergab klappert der Motor leider deutlich, was je nach Bike unterschiedlich störend ausfällt.

Der EP801 schiebt im Boost-Modus schon bei gemäßigtem Tritt mit voller Leistung an. Dazu passt das kernige Drehmoment. Wer sich vom Motor mit geringem Kraftaufwand auf den Berg schieben lassen möchte, bekommt vom EP801 bereits maximalen Schub - mehr als von der Konkurrenz. So kann sich der Shimano-Motor bei entsprechender Fahrweise deutlich stärker anfühlen, als ein Bosch Performance CX.

Auffällig: Schon bei geringem Fahrerinput von 110 Watt gibt der EP801 seine maximale Leistung ab. Das macht so drastisch kein anderer Antrieb im Test. Leistung und Drehmoment liegen in der Spitze auf Bosch-CX-Niveau. Die Spitzenleistung ist grob auf Augenhöhe mit den Besten, fällt allerdings bei hoher Kadenz zu früh ab. Das kann in schwierigen Uphills ein deutlicher Nachteil sein. Wer vor einer Stufe stark Beschleunigen will, um Schwung zu holen, fällt in dieses Leistungsloch und wird vom EP801 im Stich gelassen. Auch bei einer Trittfrequenz zwischen 80 und 90 liegt die Leistung etwas unterhalb eines Bosch CX, Brose Drive SMag oder Pinion MGU.

Auffällig im Labortest ist der drastische Leistungsabfall des Shimano EP801 bei sehr hohen Trittfrequenzen. Auch wenn im konstanten Fahrbetrieb kein E-Biker deutlich über 100 Umdrehungen tritt - bei kurzen Beschleunigungen auf dem Trail ist diese Charakteristik ein deutlicher Nachteil.

Im Vergleich mit der Konkurrenz wird deutlich: Über weite Strecken verläuft die Leistungskurve des EP801 nahezu identisch mit Bosch CX und Pinion MGU. Doch bei sehr hoher Trittfrequenz bricht die Leistung ein, wo andere Motoren weiter durchziehen.

Display und Remote

Die klassischen Steps-Displays (SC-EM800 und SC-EN600) sitzen kompakt und gut geschützt hinter dem Lenker. Die Ablesbarkeit ist gut, die Informationstiefe eher gering. Navigationsansichten und eine prozentgenaue Akkuanzeige gibt’s bei den schlanken Shimano-Screens nicht. Allerdings lässt sich der Antrieb unkompliziert via Bluetooth mit Garmin und Co. connecten. Hier ist dann auch ein genauer Akkustand in Prozent abrufbar. Insgesamt ist der Kompromiss aus dezenter Optik, guter Ablesbarkeit und Informationsgehalt bei Shimano gelungen und gefällt vor allem sportlichen Bikern.

Akkus und Connectivity

Bei den Batterien gibt Shimano den Bike-Herstellern viel Freiheit. Kombis mit Akkus von Drittherstellern sind möglich. So kommen die allermeisten E-MTBs mit Shimano-Motor inzwischen nicht mehr mit den eher sperrigen und schweren Original-Shimano-Batterien. Entsprechend groß ist die Vielfalt am Markt. Von der 360er-Minibatterie (Orbea) bis zum 900er-Riesenakku (Canyon und Norco) gibt es zig Varianten, teils auch mit Range Extender.

Besonderheit bei Shimanos E-Tube-App ist der Finetune-Modus. Hier können nicht nur die Unterstützungs-Modi individuell angepasst, sondern auch bis zu 15 verschiedene Stufen aktiviert werden. Wer eine besonders feine Abstufung der Unterstützungsmodi wünscht, wird hier glücklich. Auch gut: Es können zwei unterschiedliche Presets eingestellt werden, die direkt am Display angewählt werden können. So kann man zum Beispiel eine akku-schonende Einstellung zum Höhenmeter sammeln auf langen Touren und ein zweites Setup für volle Power auf kurzen Rides voreinstellen. Auch Systemupdates gibt es unkompliziert übers Smartphone. Schade: Das Verbinden mit dem Bike dauert gerne mal etwas länger - auch wenn Smartphone und Bike schon mehrmals gekoppelt waren.

Gelungen ist dagegen die Kompatibilität mit anderen Geräten. Egal ob Garmin, Wahoo, Sigma und Co. Der Computer zeigt dann auch einen genauen Akkustand in Prozent und Infos zur Einstellung der Schaltautomatik an und übernimmt sogar die Geschwindigkeitsinformationen vom Hinterrad des E-Bikes. So wünschen wir uns das!

EMTB Bewertung des Shimano EP801

Der Shimano EP801 gehört zu den lauteren E-MTB-Motoren. Das Fahrgefühl ist nicht aggressiv, der starke Schub bei geringem Fahrerimpuls vermittelt aber auch nicht gerade dezent-natürliches Fahrgefühl.

Vor- und Nachteile des Shimano EP801

Stärken
  • Kraftvoll bei geringem Gewicht
  • Viele Akku-Optionen
  • Option auf Automatik-Schaltung
  • Sportlich-schlanke Display-Optionen
  • Optional bis zu 15 fein abgestufte Fahrmodi
  • Kompatibilität mit Garmin und Co.
Schwächen
  • On-off-Charakter an der Abschaltgrenze
  • Leistungsloch bei sehr hoher Trittfrequenz
  • Klappert bergab

Shimano EP6: Die günstigere Alternative

Durch den günstigeren Einkaufspreis soll der EP6 den Bike-Herstellern günstigere Einstiegspreise ermöglichen. In den meisten Fällen verbauen die Firmen an den günstigen Modellen den EP6, wo an teureren Ausstattungsvarianten der EP801 zum Einsatz kommt. Die Anschraubpunkte sind identisch, ebenso die Bauform und Größe. So kann man theoretisch problemlos zwischen den beiden Motoren wechseln.

Zwar liefern beide Antriebe nominell 85 Newtonmeter maximales Drehmoment, doch die Spitzenleistung unterscheidet sich klar. 100 Watt soll der EP6 weniger liefern, als der EP801, sagt Shimano. Damit liegt er vom Leistungsniveau auf einer Ebene mit dem “alten” EP8(00), dem Vorgänger des aktuellen Topmodells.

Der zweite markante Unterschied liegt im Material des Gehäuses. Während EP8 und EP801 auf ein besonders leichtes Magnesiumgehäuse setzen, ist der EP6 aus Aluminium. Das führt zu einem Gewichtsunterschied von rund 300 Gramm.

Technische Daten des Shimano EP6

  • Gewicht: 3,0 Kilo
  • Max. Drehmoment: 85 Nm
  • Alu- statt Magnesiumgehäuse beim EP8
  • 100 Watt weniger Spitzenleistung als EP801
  • Kompatibel mit allen Steps-Komponenten der 2. Generation (wie EP801)
  • Kompatibel mit Shimano Di2-Elektroschaltung mit Auto- und Freeshift
  • Diverse Akku-Optionen und Größen, je nach Hersteller
  • Bis zu 15 U-stufen freischaltbar über E-Tube-App

Elektronik, App und Connectivity

Entscheidender Grund für die Neuauflage von EP801 und EP6 war eine neue elektronische Infrastruktur. Das Ziel: Die Motoren mit den elektronischen Schaltsystemen Shimano XT Di2 und Cues Di2 zu kombinieren. Das heißt: Auch der günstige Shimano-Antrieb ist bei entsprechender Hardware mit den Funktionen Autoshift und Freeshift kompatibel.

Auch bei den App-Features orientiert sich der EP6 an seinem großen Bruder. Über die Applikation E-Tube können Updates auf alle Systemkomponenten gezogen werden. Außerdem lassen sich die Unterstützungsstufen auf persönliche Vorlieben oder besondere Einsatzgebiete einstellen. Besonderheit: Shimano bietet zwei Presets an, die direkt am Display oder der Remote ausgewählt werden können. Im zweiten Preset können bis zu 15 Unterstützungsstufen freigeschaltet werden.

Stichwort Connectivity: Das Shimano-System kann über ANT+ mit Geräten à la Garmin gekoppelt werden. Hier gibt´s dann sogar eine prozentgenaue Akku-Anzeige, die die Steps-Displays nicht bieten.

Display und Remote

Bei den Displays und Bedienelementen steht den Bike-Herstellern eine recht breite Palette zur Auswahl. Klassisch sind die Farbdisplays, die gut geschützt hinter dem Lenker sitzen. Sie bieten einen gesunden Mittelweg aus schlankem Design und guter Informationstiefe. Für Features wie die Navigation müssen Shimano-Biker auf Smartphone oder Bike-Computer zurückgreifen. Auch eine prozentgenaue Akkuanzeige bieten die Steps-Displays nicht.

Akkus

Auch hier bleibt Shimano seiner Philosophie treu: Der EP6 kann ebenso wie die anderen Steps-Antriebe mit diversen Akkus von anderen Zulieferern kombiniert werden. Das gibt den Bike-Herstellern viel Entfaltungsspielraum und Freiheit bei der Konzeption und führt dadurch zu einem bunten Angebot an Kombinationen. Die hauseigenen Shimano-Akkus (500 oder 630 Wattstunden) werden inzwischen eher selten verbaut.

Der Shimano EP6 im Praxistest

Im direkten Vergleich ist der günstigere Shimano-Motor spürbar schwächer. Auch das vergleichbare Niveau mit dem EP800 kann unser Popometer bestätigen. Wer auf maximalen Schub Wert legt, wird im Vergleich zu einem Bosch CX, Shimano EP801 oder Brose Drive SMag klare Abstriche wahrnehmen. Der Unterstützungscharakter ist typisch Shimano: Schon bei gemächlichem Tritt gibt der Motor im Boost-Modus seine volle Leistung ab. Im “Bummel-Modus” kann er sich dadurch sogar deutlich stärker anfühlen, als ein Performance CX.

Auch beim Drehmoment, also bei sehr niedrigen Trittfrequenzen, schiebt er kernig an. Einen Schwachpunkt teilt er sich mit seinem großen Bruder: Bei extrem hohen Trittfrequenzen geht dem Motor zu früh die Puste aus und die Leistung lässt nach. Im klassischen Fahrbetrieb spürt man das nicht, doch beim dynamischen Beschleunigen, zum Beispiel vor Stufen und Hindernissen in kniffeligen Anstiegen, kann das den Flow und die Kletterstärke drastisch einbremsen.

Ebenfalls auf ähnlichem Niveau wie EP8 und EP801: Die Geräuschkulisse. Bergauf ist der Motor immer klar hörbar, brummt aber in einer recht angenehmen Frequenz. Bergab klappert auch der EP8 beim rollen über Hindernisse recht deutlich. Diesen Bug hat er auch mit Boschs CX gemein.

Vergleichstabelle Shimano E-Bike Motoren

Motor Gewicht Max. Drehmoment Gehäusematerial Spitzenleistung
EP801 2,65 kg 85 Nm Magnesium Höher als EP6
EP6 3,0 kg 85 Nm Aluminium Niedriger als EP801
E5000 2,5 kg 40 Nm Unbekannt Unbekannt

Weitere E-Bike Motoren und Hersteller

Neben Bosch und Shimano gibt es noch weitere Hersteller von E-Bike Motoren, wie Yamaha, Brose, Fazua, Pinion, TQ und DJI. Jeder Hersteller hat seine eigenen Stärken und Schwächen, und die Wahl des richtigen Motors hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers ab.

Die hier aufgeführten Informationen bieten einen umfassenden Überblick über die E-Bike-Motoren von Shimano, einschließlich ihrer technischen Daten, Leistung und Vor- und Nachteile. Diese Informationen können Ihnen helfen, den richtigen Motor für Ihr E-Bike zu finden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0