E-Bike mit tiefem Einstieg und Mittelmotor im Test

Komfortable E-Bike Tiefeinsteiger geben Sicherheit beim Anhalten sowie beim Auf- und Absteigen - und das über alle Altersklassen und Geschlechter hinweg. Mit tiefem Durch- beziehungsweise Einstieg eignen sie sich für Frauen und Männer jeden Alters und Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Gleichzeitig sind sie - abgesehen von langen Touren und für Schwertransporte - beinahe universell nutzbar.

Die Welt der Komfort-Tiefeinsteiger ist bunt und vielseitig. Vom sportlichen Tourenrad bis zum Easy-Rider-Cruiser ist alles dabei. Die ausführlichen Testberichte der Tiefeinsteiger-E-Bikes lesen Sie in der ElektroRad 7/2024.

Was ist ein E-Bike Tiefeinsteiger?

Ein E-Bike für Tiefeinsteiger zeichnet sich durch seine besondere Rahmenkonstruktion aus, die das Auf- und Absteigen erleichtert. Es bietet einen tieferen Rahmen im Vergleich zu herkömmlichen Fahrrädern.

Fehlt dieses mehr oder weniger waagrechte Oberrohr, spricht man von einem Bike mit tiefem Einstieg. Dabei gibt es verschiedene Bauarten. Beim Trapezrahmen ist das Oberrohr im Prinzip zwar vorhanden, allerdings nach hinten hin so stark abgesenkt, dass ein komfortabler Durchstieg möglich ist.

Sehr tiefe Einstiege bieten Waverahmen und Tiefdurchsteiger. Das Vanraam Balance ist ein Beispiel für einen Tiefdurchsteiger, es ist extra mit seinem tiefen Einstieg als E-Bike für Senioren konzipiert wurd. Bei beiden Bauarten ist das Unterrohr so stabil gebaut, dass auf ein Oberrohr oder ein parallel laufendes zweites Unterrohr verzichtet werden kann. Diese beiden sind die komfortabelsten Tiefeinsteiger.

Neben den Bauarten in Reinform gibt es Bikes, deren Rahmen nicht zu 100 Prozent in eine der obigen Definitionen passen. Der Diamantrahmen ist quasi aus zwei Dreiecken zusammengesetzt und dadurch sehr stabil. Ein Tiefeinsteiger verzichtet bauartbedingt auf dieses geschlossene Dreieck. Die Stabilität eines Diamantrahmens erreicht ein Tiefeinsteiger allerdings nicht zu 100%.

Vorteile eines E-Bike Tiefeinsteigers

  • Bequeme Sitzposition: Diese Art von E-Bike bietet in der Regel eine aufrechtere und entspanntere Sitzposition. Das erleichtert das Fahren und verringert die Belastung für deinen Rücken, Nacken sowie die Handgelenke.
  • Stabilität: Durch den niedrigeren Schwerpunkt, welcher durch den tieferen Rahmen erreicht wird, erhöht sich die Stabilität des Fahrrads. Das ist besonders wichtig für Personen, die unsicher beim Fahren sind oder Schwierigkeiten beim Halten des Gleichgewichts haben.
  • Einfaches Anhalten: Die tiefe Einstiegsmöglichkeit ermöglicht es dir, schnell und einfach anzuhalten, ohne dabei ein Bein über den Sattel schwingen zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft in hektischen Situationen (bspw. im Stadtverkehr).
  • Barrierefreiheit: Ein E-Bike für Tiefeinsteiger ist oft eine großartige Option für ältere Menschen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen, da es ihnen ermöglicht, ohne große Anstrengung Fahrrad zu fahren.
  • E-Motor-Unterstützung: E-Bikes für Tiefeinsteiger sind mit einem Elektromotor ausgestattet, die beim Treten helfen. Dies ist hilfreich beim Überwinden von Steigungen und bei längeren Fahrten.

Die Vorteile eines E-Bike Tiefeinsteigers liegen auf der Hand: Dank des fehlenden Oberrohrs kann man von diesem E-Bike bequem absteigen und das richtige Aufsteigen fällt ebenfalls leicht. Man muss nicht ein Bein über den Sattel schwingen, sondern kann ein Bein ganz einfach und leicht „durch“ den Rahmen heben.

Für wen ist ein E-Bike Tiefeinsteiger geeignet?

Es eignet sich vor allem für Menschen mit einem hohen Bedürfnis für Komfort und Benutzerfreundlichkeit. Als mögliche Zielgruppen kommen dabei infrage:

  • Senioren: Ältere Menschen profitieren von der leichteren Handhabung und dem tiefen Einstieg. Die bequeme Sitzposition und die elektrische Unterstützung gewähren Mobilität sowie Unabhängigkeit.
  • Menschen mit limitierter Mobilität: Personen mit körperlichen Einschränkungen, Gelenkproblemen oder Gleichgewichtsstörungen können von einem E-Bike für Tiefeinsteiger profitieren.
  • Stadtfahrer: E-Bike Tiefeinsteiger richten sich ebenso an Fahrten im Stadtverkehr. Die aufrechte Sitzposition ermöglicht eine bessere Sicht auf die Schon alleine deshalb, weil das häufige Auf- und Absteigen an Ampeln, Kreuzungen und Haltestellen mit einem normalen Fahrrad sehr belastend sein kann.
  • Personen, die mit Lasten fahren: Viele E-Bikes können mit 120 kg und mehr belastet werden. Womit sie ideal für den Transport von Einkäufen und zusätzlichem Gepäck sind.
  • Wiedereinsteiger: Personen, die nach einer längeren Pause erneut mit dem Radfahren beginnen, können von der Benutzerfreundlichkeit eines Tiefeinsteiger E-Bikes profitieren.
  • Touristen: Im Urlaub bequem eine neue Stadt oder Gegend erkunden - mit dem richtigen E-Bike kein Problem.
  • Alltagsfahrer: Pendler und Menschen, die ihr E-Bike täglich für kurze Strecken verwenden, schätzen die Bequemlichkeit des tiefen Einstiegs sowie die elektrische Unterstützung.

E-Bike Tiefeinsteiger im Test: Modelle und Ergebnisse

Nicht immer war die Stiftung Warentest mit der Qualität der E-Bikes zufrieden. Auch aktuell gibt es einige Modelle, welche die Tester nicht überzeugen. Ein integrierter Akku und ein tiefer Einstieg, so sieht ein komfortables City-E-Bike aus. Doch die Verarbeitung, die verwendeten Komponenten und die Motorisierung machen den Unterschied. Daher hat Stiftung Warentest 11 Tiefeinsteiger mit E-Motor genau unter die Lupe genommen.

Getestet hat der ADAC zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.

Testergebnisse im Detail

Alle Details zu den zehn getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs gibt es in der Tabelle. Ein Klick auf das jeweilige Modell führt zu der konkreten Einzelbewertung.

Hersteller/Modell Preis in Euro ADAC Urteil Fahren Sicherheit und Haltbarkeit Antriebssystem und Motor Handhabung Schadstoffe in den Griffen und Sattel
Deruiz E-Bike Quartz,28 Zoll Trekking Elektrofahrrad 1399 2,5 2,2 1,8 3,2 3,0 2,5
Fischer E-Bike Cita 2.2i 1949 2,5 2,6 2,6 2,3 2,6 2,5
Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.2 1599 2,8 2,6 2,6 3,6 2,3 1,0
Decathlon Elops 900E 1299 3,0 2,3 3,0 3,7 3,2 2,5
Prophete Geniesser City E-Bike 28" 1600 3,0 2,7 3,3 3,5 2,6 2,5
Zündapp Z502 E Bike 28 Zoll Elektrofahrrad 1799 3,0 2,5 2,7 3,9 2,8 2,5
F.lli Schiano E-Moon 28 Zoll E-bike Pedelec 899 3,2 2,7 3,0 4,4 2,9 2,5
Heybike EC 1-ST 1195 - - - - - -

Empfehlenswerte Modelle

Einige der im Test erwähnten und empfehlenswerten Modelle sind:

  • Flyer Gotour6 3.40: Besonders das stabile Fahrverhalten (auch unter Last) und die Funktion der Gangschaltung hoben die Tester hervor.
  • Deruiz E-Bike Quartz: Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest.
  • Fischer E-Bike Cita 2.2i: Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel.

Wichtige Kriterien beim Kauf

Beim Erwerb eines E-Bikes als Tiefeinsteiger ist eine sorgfältige Abwägung der verschiedenen Aspekte von entscheidender Bedeutung. Nur so kannst du sicherzustellen, dass dein neues Fortbewegungsmittel den individuellen Anforderungen gerecht wird.

Komfort und Sicherheit

Wegen der weit gespannten Zielgruppe ist sicheres Fahrverhalten bei Tiefeinsteigern Pflicht. Bei früheren Generationen gab es damit Probleme - sie neigten vor allem beladen mit Gepäckträger oder bei freihändigem Fahren zum Rahmenflattern.

Um trotz fehlendem Oberrohr einen stabilen Rahmenverbund zu erreichen, bauen die Konstrukteure heute vor allem im Tretlagerbereich Verstärkungen ein. Sie legen das zentrale Rahmenrohr recht voluminös aus und binden es möglichst flächig ans Steuerrohr an.

Weitere Aspekte

  • Die Akku-Reichweite sollte bei wenigstens 50 Kilometern liegen. Das Laden des Akkus sollte nicht länger als etwa dreieinhalb Stunden dauern.
  • Zulässiges Gesamtgewicht immer prüfen. Denn wer Gepäck oder auch Kinder mitnehmen möchte - egal ob im Fahrradanhänger oder Fahrradkindersitz - hat das Gesamtgewicht schnell überschritten.
  • Die Beleuchtung muss der StVZO entsprechen und darf nicht blenden. Auch Reflektoren müssen am Elektrorad vorhanden sein.

Tipps für die Probefahrt

  • Die erste Probefahrt stets ohne elektrische Unterstützung durchführen.
  • Beim Radfahren Helm tragen, auch wenn dazu bei E-Bikes keine Pflicht besteht.

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